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TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Basler Kantonalbank 

1.11.2012, 09:27 Uhr

Drei Basler Bankräte treten zurück

1.11.2012, 09:27 Uhr

Im Bankrat der Basler Kantonalbank (BKB) kommt es im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen vom kommenden Februar zu drei Vakanzen. Bereits vor zwei Wochen machte die BKB Schlagzeilen. Ein Untersuchungsbericht zeigte ein «erschütterndes Bild» der Aktivitäten der Vermögensverwalterin ASE, mit der die BKB geschäftete. Von sda und TaWo

WALTER BIERI: Drei Mitglieder des BKB-Bankrates haben ihren Rücktritt angekündigt.

Drei Mitglieder des BKB-Bankrates haben ihren Rücktritt angekündigt. (Bild: WALTER BIERI)

Die Mitteilung der Basler Kantonalbank (BKB) vom Donnerstag ist knapp: «Drei Mitglieder des Bankrates haben mitgeteilt, dass sie sich altershalber bzw. nach langjähriger Amtszeit für eine weitere Amtsdauer nicht mehr zur Verfügung stellen werden.» Namentlich sind das Hans Jakob Bernoulli, Bruno Mazzotti und Markus Ritter.

Nur knapp zwei Wochen nach dem Untersuchungsbericht zum Anlageskandal rund um die ASE Investment AG kommen die Rücktritte nicht ganz unerwartet. Die ASE hat die Vermögensverwaltung von insgesamt 620 Personen mit BKB-Konten betreut, ausgestattet mit Vollmachten dieser Kunden – und dabei einen Schaden von rund 100 Millionen Franken angerichtet. Die meisten dieser Personen waren zuvor nicht Kunden der BKB.

Für die Basler Kantonalbank wurden Probleme erst ersichtlich, als die Konten einzelner ASE-Kunden regelmässig überzogen und damit für die BKB zum Kreditrisiko wurden. Und dort, so sagte BKB-CEO Hans Rudolf Matter, sei auch der BKB ein Fehler unterlaufen: «Wir haben uns zu stark auf das Kreditrisiko konzentriert; das eigentliche Risiko blieb uns verborgen.» Matter zog die Konsequenz, er tritt per Ende Jahr zurück.

In die Kritik geriet allerdings nicht nur Matter, sondern auch der Bankrat. Der ASE-Skandal und die US-Schwarzgeld-Affäre werfen ein schiefes Licht auf das Kontrollorgan, das zu einem grossen Teil aus aktuellen oder ehemaligen Mitgliedern des Grossen Rats zusammengesetzt ist. Gemäss Gesetz übt der Bankrat «die Oberleitung über die Basler Kantonalbank» aus und ist für «Aufsicht und Kontrolle der Geschäftsführung» verantwortlich. Angesichts dessen bleibt nur ein Schluss: «In dieser Funktion hat das Gremium unter dem Vorsitz des LDP-Grossrats Andreas Albrecht total versagt», wie unser Co-Redaktionsleiter Remo Leupin in seinem Kommentar vor zwei Wochen bereits schrieb.

Die Begründung der Bankräte zum Rücktritt mag nun die «langjährige Amtszeit» oder das Alter sein, der lange Schatten des Anlageskandals fällt aber auch so auf sie.

Hans Jakob Bernoulli: (geb. 1948) Vizepräsident seit 1.4.2009; Mitglied des Bankrates, des Bankausschusses, des Konzernausschusses und des Nominations- und Entschädigungsausschusses. Die erstmalige Wahl in den Bankrat fand am 1.7.1992 statt.

Bruno Mazzotti (geb. 1942) Mitglied des Bankrates und des Konzernausschusses. Die erstmalige Wahl in den Bankrat fand 1993 statt (Amtsperiode 1993-1997). Erneute Wahl in den Bankrat am 1.4.2005.

Markus Ritter (geb. 1954) Mitglied des Bankrates. Die erstmalige Wahl in den Bankrat fand am 1.4.2005 statt.

 

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Was Ritter dort wollte....

    von Kulturbetrachter Basel um 1.11.2012 um 13:07Uhr

    wussten auch nur die "Grünen".
    Ein "Satelitenmorin" der eh nicht wusste worum es ging.

    Direktlink zum Kommentar

  2. Fehlendes Interesse

    von Occupy Basel lebt um 1.11.2012 um 14:01Uhr

    Es ist sehr bedauernswert, dass das politische und mediale Interesse an der Tochterfiliale der BKB in der Steueroase Guernsey nachwievor so klein ist. Anscheinend schauen alle lieber weg und sagen dann nach dem Skandal wieder dass man das nicht habe vorhersehen können... Dabei ist das Risiko dass dort etwas geschieht ungleich viel grösser als in Zürich!

    Aus unserem Beitrag zum neusten BKB-Skandal (http://www.socialthink.ch/public_html/occupy/?p=473):

    Mehr Infos über die Tochterfiliale in Guernsey aus dem Geschäftsbericht der BKB von 2011:

    BKB Finance Ltd: 100%ige Tochterfiliale für Finanzdienstleistungen der BKB in Guernsey
    - Die BKB Finance Ltd. emittiert Zertifikate und strukturierte Produkte
    - BKB Finance Ltd. trägt zwar gegen aussen substanzielle Marktrisiken, transferiert diese jedoch praktisch vollständig an das Stammhaus.
    - Die BKB Finance Ltd. wird durch die Abteilung Risikokontrolle der BKB kontrolliert.
    - Die BKB Finance Ltd. ist in der Schweiz nicht steuerpflichtig.
    - Ausserdem ist auch die BKB Gewinn- und Kapitalsteuerbefreit.

    Oder um das nocheinmal umzuformulieren: Die BKB verkauft hochriskante Strukturen ohne Regulierungen in einer Steueroase. Für die Risiken haftet der Basler Steuerzahler mit der Staatsgarantie!
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  3. OccupyBaselLebt

    von Inaktiver Nutzer um 1.11.2012 um 19:07Uhr

    Danke. Richtig. Das muss gestoppt werden.
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  4. Wo fängt der Fisch an zu stinken?

    von Matthias Scheurer um 1.11.2012 um 22:13Uhr

    Ja, genau: Am Kopf. Also Herr Albrecht, abtreten!
    Direktlink zum Kommentar

  5. Jede Partei sollte die Besten stellen

    von Karl Linder um 1.11.2012 um 23:51Uhr

    Wir sollten die Chance nun endlich wahrnehmen, dass alle Parteien ihre besten Leute delegieren für die Position des Bankrats, die auch fachlich auf der Höhe sind, und nicht wie in der Vergangenheit, einfach ihre Häuptlinge ins Rennen schicken, die in der Partei sich dann durchsetzen können für ein lukratives Amt. Ansonsten droht, dass das ganze Prinzip zu enden droht; Dass Parteien die Bankräte bestimmen sollten.
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Informationen zum Artikel

1.11.2012, 09:27 Uhr

Drei Basler Bankräte treten zurück

Text

Text: sda

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Text: TaWo

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