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TagesWoche

Tages Woche

Mo, 20.05.2013

Regierungswahlen 

30.10.2012, 21:49 Uhr

SVP zieht sich ebenfalls zurück

30.10.2012, 21:49 Uhr

Neben der SP und den Grünliberalen entschied sich auch die SVP gegen eine Teilnahme am zweiten Wahlgang. Einen ernst zu nehmenden Konkurrenten hat Baschi Dürr (FDP) bei den Regierungswahlen spätestens jetzt nicht mehr. Einziger Gegenkandidat ist bislang Christian Mueller (Freistaat Unteres Kleinbasel). Und auch er hätte lieber verzichtet, ärgert sich ein FDP-ler. Von Matthias Oppliger und Michael Rockenbach

SVP: Weder Patrick Hafner noch Lorenz Nägelin werden Baschi Dürr den letzten Sitz in der Regierung streitig machen.

Weder Patrick Hafner noch Lorenz Nägelin werden Baschi Dürr den letzten Sitz in der Regierung streitig machen. (Bild: SVP)

Mit Spannung war vor allem der Entscheid der SVP erwartet worden. An ihrer Parteiversammlung vom Dienstagabend standen dann zwei sehr unterschiedliche Themen auf der Traktandenliste: Die Beschlussfassung zum Tierseuchengesetz und der zweite Wahlgang der Regierungsratswahlen vom 25. November. Aus organisatorischen Gründen erhielten die Tiere gegenüber den Regierungsratskandidaten den Vorrang, was offensichtlich nicht nur die anwesenden Journalisten etwas unruhig werden liess. Auch der Parteivorstand um Sebastian Frehner ermahnte die Votanten, sich kurz zu fassen.

Darum fassen auch wir uns an dieser Stelle kurz: Die SVP sagte Nein – erst zum Tierseuchengesetz und dann auch zum zweiten Wahlgang.

Ein Grundsatzentscheid für oder gegen die anderen Bürgerlichen

Dabei ging vor allem dem Entscheid zum zweiten Wahlgang für den letzten noch zu besetzenden Sitz im Regierungsrat eine hitzige Diskussion voraus. Die Debatte lief bald einmal auf die alles entscheidende Frage hinaus: Muss die SVP als stärkste bürgerliche Partei einen Anspruch auf einen Sitz in der Basler Regierung erheben? Oder soll im Hinblick auf eine mögliche bürgerliche Zusammenarbeit darauf verzichtet werden? Dem ohnehin angeschlagenen Verhältnis der SVP mit den anderen bürgerlichen Parteien wäre eine Kandidatur nämlich bestimmt abträglich gewesen.

Nägelin verzichtet von sich aus, Hafner wäre bereit gewesen

Bevor sich die Parteibasis zu diesen Fragen äussern durfte, meldete sich erst einmal Lorenz Nägelin zu Wort, um seinen Verzicht bekannt zu geben. Ihm scheint eine allfällige bürgerliche Zusammenarbeit wertvoller als der – ohnehin aussichtslose – Versuch, den letzten Sitz in der Regierung zu ergattern. «Bei zwei freien Sitzen wäre ich wieder angetreten», sagt Nägelin. Er habe diesen Beschluss für einen Verzicht schon am Sonntag gefällt und werde am 25. November nun Baschi Dürr wählen, auch für das Amt des Regierungspräsidenten.

Patrick Hafner hingegen wäre gewillt gewesen, bei den Regierungswahlen noch einmal gegen Dürr anzutreten. Er sieht – anders als Nägelin – keine Chancen auf eine baldige bürgerliche Zusammenarbeit und wollte auch darum einen Einzug von Baschi Dürr in die Regierung um jeden Preis verhindern.

Wie die beiden Kandidaten waren auch der Vorstand und die Basis uneins; es wurden verschiedenste Argumente für und gegen eine zweite Kandidatur ins Feld geführt. Dagegen sprachen vor allem die Kosten und die «Verzettelung der bürgerlichen Kräfte», dafür das «gute Ergebnis» im ersten Wahlgang und der rechnerische Anspruch der wählerstärksten bürgerlichen Partei auf einen Sitz in der Regierung.

Am Schluss der Parteiversammlung in der Schlüsselzunft stand ein eindeutiges Nein (38:22 Stimmen; die Pressemitteilung der Partei zum Ergebnis und zur Versammlung ist auf der Rückseite dieses Artikels zu finden). Der Einzug von Baschi Dürr in die Basler Regierung am 25. November wird damit – ohne nennenswerte Konkurrenz – Tatsache.

SP gibt sich mit drei Sitzen zufrieden

Am Dienstagabend hat sich nämlich auch die SP – ebenfalls nach einer längeren Diskussion, schliesslich aber doch sehr klar – gegen eine Kandidatur für einen vierten SP-Sitz entschieden (mit 51:18 Stimmen; Mitteilung auf der Rückseite dieses Artikels). Gleichzeitig haben auch die Grünliberalen ihren Verzicht erklärt, die mit Emmanuel Ullmann ein eher enttäuschendes Ergebnis erreicht haben im ersten Wahlgang.

Einziger Gegenkandidat von Baschi Dürr ist damit bis jetzt Christian Mueller (Freistaat Unteres Kleinbasel), der es im ersten Wahlgang auf nicht einmal tausend Stimmen brachte. Dürr holte dagegen über 17000 Stimmen.

Entsprechend aussichtslos scheint Muellers erneute Kandidatur. Und gerade deswegen passt sie auch nicht allen. Ähnlich «wie vor Gericht» müsste es doch eigentlich auch in der Politik eine «trölerische» Kandidatur» geben, twitterte Dürrs Baselbieter Parteifreund Balz Stückelberger noch am Dienstagabend. Auch wenn dieser Gedanke eigentlich undemokratisch sei, wie er selbst anmerkte.

Tatsächlich ist es in der Basler Demokratie so, dass sich bis am Mittwoch sogar noch weitere Kandidaten melden können, die nicht den Hauch einer Chance haben.

 

 

  1. Auswahl

    von Streit Stefan am 31.10.2012 um 05:22Uhr

    Ich finde es toll, dass der freie Regierungsrats-Sitz nicht in "stiller Wahl" vergeben wird und die Stimmberechtigten auch dafür an die Urne gerufen werden (zumal ja sowieso der Urnengang für die Wahl zum Regierungsratspräsidenten und die Abstimmung zum Tierseuchengesetz stattfindet). Egal, wer Regierungsrat wird, so weiss er "das Volk" (bzw. die teilnehmenden Wähler/innen) hinter sich :-)
    Direktlink zum Kommentar

  1. Auswahl

    von Streit Stefan um 31.10.2012 um 05:22Uhr

    Ich finde es toll, dass der freie Regierungsrats-Sitz nicht in "stiller Wahl" vergeben wird und die Stimmberechtigten auch dafür an die Urne gerufen werden (zumal ja sowieso der Urnengang für die Wahl zum Regierungsratspräsidenten und die Abstimmung zum Tierseuchengesetz stattfindet). Egal, wer Regierungsrat wird, so weiss er "das Volk" (bzw. die teilnehmenden Wähler/innen) hinter sich :-)
    Direktlink zum Kommentar

  2. Ich wähle Christian Mueller von F-U-K...

    von Leroy Jenkins um 31.10.2012 um 11:14Uhr

    ...weil er mir lieber ist als ein hardcore neoliberaler wie Dürr.
    Direktlink zum Kommentar

  3. die svp ist KEINE bürgerliche partei

    von Christian Mueller um 31.10.2012 um 13:40Uhr

    nur weil sie sich selbst bürgerlich nennen, heisst das nicht, dass sie auch bürgerlich sind. die svp ist staatszersetzend nicht staatstragend. das ist der selbe etikettenschwindel wie das 'V' in SVP oder das zweite 'D' in DDR...
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

30.10.2012, 21:49 Uhr

SVP zieht sich ebenfalls zurück

Text

Text:

  • 05.04.2013 um 21:05
    @Michel Steiner
    Zum Artikel: Randständige führen durch ihr Basel

    Lieber Herr Steiner Vielen Dank für die Präzisierung. Ich habe den Text entsprechend angepasst. Ihnen noch einen schönen Abend. Freundliche Grüsse Matthias Oppliger (am Dienstpult)

  • 27.03.2013 um 08:58
    @Maya Eldorado
    Zum Artikel: Novartis verhindert Zwischennutzungen

    Das für die Zwischennutzungen vorgesehene Gelände grenzt an ein Areal der Novartis. Als Anwohner haben sie deshalb das Recht, gegen ein Baugesuch Einspruch zu erheben.

  • 30.01.2013 um 15:01
    @Matthias Schweizer
    Zum Artikel: Sozialarbeiter auf Abruf

    Sehr geehrter Herr Schweizer Vielen Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass Sie diesen Artikel doch noch durch eine Stellungnahme der ABS ergänzen. Für die Beantwortung meiner Fragen habe ich Ihnen zwei Tage zur Verfügung gestellt. Ein Zeitfenst...

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 09:45
    So sind sie wunderbar, die Politiker

    Die offiziellen Wahlplakate sind derart langweilig, dass sie dem einen oder anderen physisch wehtun. Zum Glück gibts aber nun eine Alternative – dank unseren Lesern.

  • 16.05.2013 um 16:26
    Nicht schon wieder!

    Auf dem Land hängen immer und überall Wahlplakate. Das nervt. Und animiert zu einer Kunstaktion, welche die Politiker nicht unbedingt gut aussehen lässt.

  • 15.05.2013 um 19:40
    Ein ganz knapper Entscheid gegen die Schweizerdeutsch-Quote

    Sie wollte eine bessere Durchmischung in den Basler Schulen erreichen, scheiterte mit ihrem stark umstrittenen Vorstoss aber ganz knapp. Immerhin hat Sibylle Benz (SP) aber einiges ausgelöst – auch am Mittwoch im Grossen Rat.

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

  • 14.04.2013 um 10:15
    «Ungenügend»
    Zum Artikel: Weg mit euch Versagern! Oder doch nicht?

    Liebe Frau Bühlmann. Danke für den Tipp. Ich werde die Studie gerne auf der Rückseite des Artikels anhängen. Sehr passend zum Thema (Bewerten, Abwerten, was ist in dieser Beziehung sinnvoll und gerechtfertigt, was eher nicht?) scheint mir übrigens auch...

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