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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Regierungsratswahlen 

29.10.2012, 23:02 Uhr

Die SP hält sich raus

29.10.2012, 23:02 Uhr

Die Ausgangslage für die SP war gut. Aus den Basler Grossrats-Wahlen ging sie mit einem Stimmzuwachs von 2,5 Prozent gestärkt hervor. Trotzdem verzichtet die Partei auf eine Kampfkandidatur im zweiten Wahlgang um den letzten Regierungsratssitz. Von Renato Beck

Keystone: Zurückhaltung trotz Wahlsieg: Die wiedergewählten Basler SP-Regierungsräte Christoph Brutschin, Eva Herzog, und Martin Lüchinger, Präsident der SP Basel-Stadt.

Zurückhaltung trotz Wahlsieg: Die wiedergewählten Basler SP-Regierungsräte Christoph Brutschin, Eva Herzog, und Martin Lüchinger, Präsident der SP Basel-Stadt. (Bild: Keystone)

Bei der Basler SP wurden nach dem Wahlerfolg am Sonntag mit einem Sitzgewinn im Grossen Rat und drei Spitzenresultaten in der Regierung Stimmen laut, die Partei solle in den zweiten Wahlgang eingreifen. Um den letzten noch zu vergebenden Sitz des abtretenden Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass bemüht sich bislang Baschi Dürr (FDP). Ob auch die SVP nochmals in den Kampf einsteigt, entscheidet sich am Dienstagabend. 

Um den Moment der Stärke zu nutzen und den linken Wählern eine Alternative zu den bürglicherlichen Kandidaten zu bieten, hätte die SP einen eigenen Bewerber stellen können. Die Parteileitung hat jedoch heute Montagabend entschieden, nicht in den Wahlkampf einzugreifen.

Der Entscheid fiel laut dem Präsidenten der SP Basel Martin Lüchinger grossmehrheitlich. «Der Anspruch auf einen vierten Sitz in der Regierung wäre vermessen», begründet Lüchinger die Zurückhaltung. Aufgrund der Stimmanteile sei ein weiterer Regierungsrat nicht gerechtfertigt. Am Dienstag muss die Delegiertenversammlung der SP den Entscheid der Parteileitung noch bestätigen.

Strategischer Entscheid

Es habe auch strategische Gründe gegeben, auf eine Kandidatur zu verzichten, sagt Lüchinger. Welche das waren, lässt er offen. Eine Erklärung ist naheliegend: Die SP verspürt trotz realistischen Wahlchancen kein besonderes Interesse am Amt des Sicherheitsdirektors. Bislang verpuffte die meiste Kritik der Bürgerlichen an der angeblich verfehlten linken Sicherheitspolitik in Basel, weil das Amt traditionell in bürgerlicher Hand ist. Ein Sicherheitsdirektor der SP würde erheblich Angriffsfläche für Attacken der SVP und FDP bieten.

  1. Konkordanz wird respektiert. Chapeau!

    von Sascha Birkenmeier am 29.10.2012 um 23:43Uhr

    Im Gegensatz zur Liestaler SP respektiert die Basler SP die Konkordanz! Chapeau!
    Direktlink zum Kommentar

  2. Was soll das?

    von Phil Boesiger am 30.10.2012 um 07:10Uhr

    Schon wieder ängstliche, politische Taktiererei bei der SP. Muss ich mich wirklich beim 2. Wahlgang zwischen einem Neoliberalen Farner-Werber, der SVP und eventuell noch einem GLP-Kandidaten mit unklarem Profil entscheiden? Hoffentlich haben die Grünen mehr Mut und stellen eine Kandidatur, dieses ängstliche Wirken der SP ist sehr enttäuschend. Wenn von linker Seite lieber taktiert wird, werde ich wohl zum ersten Mal in meinem Leben leer einlegen.
    Direktlink zum Kommentar

  3. traditionell in bürgerlicher Hand?

    von Urs Engler am 30.10.2012 um 09:40Uhr

    Wenn im Kommentar geschrieben wird, das Sicherheitsdepartement sei "traditionell in bürgerlicher Hand", dann trifft das nicht ganz zu. Das frühere Polizeidepartement kam 1935 mit Fritz Brechbühl in SP-Hände. Ihm folge Franz Hauser und diesem Karl Schnyder. Auch wenn dieser die DSP mitgegründet und die SP verlassen hat, stand sein Departement unter ihm doch nicht in bürgerlicher Hand. Dieser "Handwechsel" erfolgte erst, als Jörg Schild vom damaligen Justizdepartement ins damalige Polizeidepartement wechselte.
    Wenn die SP nun für rot/grün keiinen fünften Sitz anstrebt, dann gibt es dafür sicher andere undbessere Gründe.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Prinzip Bundesratswahlen

    von Fritz Hochhuth am 30.10.2012 um 12:08Uhr

    Wirklich bedauernswert, dass die Basler Linke jetzt nicht das "Prinzip Bundesratswahl" anwenden kann oder will, bei dem man zwar respektiert, dass die so genannten "Bürgerlichen" (als ob Linke keine Bürger wären!) ein Anrecht auf einen Regierungssitz haben, aber selbst bestimmt, WELCHEN "Bürgerlichen" man wählt. Dann könnte man auf linksgrüner Seite entscheiden, einen sozialverträglichen und teamfähigen FDPler zu wählen oder jemanden von den Grünliberalen. Selbst der einzige gemässigte SVPler, Hafner, wäre vermutlich ein besserer Polizeichef und Teamplayer als der vornehme Hohepriester des Neoliberalismus.
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  1. Konkordanz wird respektiert. Chapeau!

    von Sascha Birkenmeier um 29.10.2012 um 23:43Uhr

    Im Gegensatz zur Liestaler SP respektiert die Basler SP die Konkordanz! Chapeau!
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  2. Was soll das?

    von Phil Boesiger um 30.10.2012 um 07:10Uhr

    Schon wieder ängstliche, politische Taktiererei bei der SP. Muss ich mich wirklich beim 2. Wahlgang zwischen einem Neoliberalen Farner-Werber, der SVP und eventuell noch einem GLP-Kandidaten mit unklarem Profil entscheiden? Hoffentlich haben die Grünen mehr Mut und stellen eine Kandidatur, dieses ängstliche Wirken der SP ist sehr enttäuschend. Wenn von linker Seite lieber taktiert wird, werde ich wohl zum ersten Mal in meinem Leben leer einlegen.
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  3. traditionell in bürgerlicher Hand?

    von Urs Engler um 30.10.2012 um 09:40Uhr

    Wenn im Kommentar geschrieben wird, das Sicherheitsdepartement sei "traditionell in bürgerlicher Hand", dann trifft das nicht ganz zu. Das frühere Polizeidepartement kam 1935 mit Fritz Brechbühl in SP-Hände. Ihm folge Franz Hauser und diesem Karl Schnyder. Auch wenn dieser die DSP mitgegründet und die SP verlassen hat, stand sein Departement unter ihm doch nicht in bürgerlicher Hand. Dieser "Handwechsel" erfolgte erst, als Jörg Schild vom damaligen Justizdepartement ins damalige Polizeidepartement wechselte.
    Wenn die SP nun für rot/grün keiinen fünften Sitz anstrebt, dann gibt es dafür sicher andere undbessere Gründe.
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  4. Prinzip Bundesratswahlen

    von Fritz Hochhuth um 30.10.2012 um 12:08Uhr

    Wirklich bedauernswert, dass die Basler Linke jetzt nicht das "Prinzip Bundesratswahl" anwenden kann oder will, bei dem man zwar respektiert, dass die so genannten "Bürgerlichen" (als ob Linke keine Bürger wären!) ein Anrecht auf einen Regierungssitz haben, aber selbst bestimmt, WELCHEN "Bürgerlichen" man wählt. Dann könnte man auf linksgrüner Seite entscheiden, einen sozialverträglichen und teamfähigen FDPler zu wählen oder jemanden von den Grünliberalen. Selbst der einzige gemässigte SVPler, Hafner, wäre vermutlich ein besserer Polizeichef und Teamplayer als der vornehme Hohepriester des Neoliberalismus.
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Informationen zum Artikel

29.10.2012, 23:02 Uhr

Die SP hält sich raus

Text

Text:

  • 18.04.2013 um 16:27
    Zeit für Träume

    Unsere Uhrenindustrie macht aus Sehnsüchten Geld und erzielt Rekordumsätze. Wie kaum ein anderes Luxusgut stehen Schweizer Uhren für die Werte der guten alten Zeit.

  • 17.04.2013 um 16:28
    «Ich trage das kollegial mit»

    Der neue Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr bestreitet seine ersten Dehnübungen. Als erklärter Gegner des Hooligan-Konkordats muss er nun den Beitrittsentscheid der Regierung vertreten. Das tut er auffällig widerwillig.

  • 17.04.2013 um 10:53
    Basler Regierung will beitreten

    Eher widerwillig tritt die Basler Regierung dem Hooligan-Konkordat bei. Dabei begründet sie, warum sie das Massnahmenpaket für falsch hält – nicht aber, wieso sie gleichwohl beitritt.

  • 10.05.2013 um 12:06
    Milch und Zucker
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    Ob der Kaffee wirklich besser ist, wenn er mit urbanem Bewusstsein angerührt und rotgrünem Verantwortungsgefühl abgeschmeckt wird? Ich für meinen Teil bevorzuge Milch und Zucker.

  • 31.01.2013 um 15:32
    Greiners Replik
    Zum Artikel: Basel = Apfel, Zürich = Birne

    Schön, Herr Greiner, dass Sie Zeit gefunden haben, Ihre Sicht der Dinge darzulegen. Trotzdem empfiehlt es sich, nochmals den Originaltext, also die Titelgeschichte zu lesen. Der Züri-Vergleich war gewagt, der Rest sollte einem aber genügend zu denken g...

  • 28.01.2013 um 19:14
    Einwände
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