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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Zweiter Wahlgang 

29.10.2012, 19:13 Uhr

Haller gibt auf, Dürr geht aufs Ganze

29.10.2012, 19:13 Uhr

Im Basler Freisinn sind die Entscheidungen gefallen: Nach dem durchzogenen Ergebnis im ersten Wahlgang zieht sich Christophe Haller aus dem Kampf um den letzten freien Sitz in der Regierung zurück. Baschi Dürr tritt nochmals an – als klarer Favorit bei der Regierungswahl und krasser Aussenseiter bei der Präsidiumswahl. Von Michael Rockenbach

Michael Würtenberg: Christophe Haller (links) und ein etwas zufriedener Baschi Dürr nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in einer Sendung des Schweizer Fernsehens.

Christophe Haller (links) und ein etwas zufriedener Baschi Dürr nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in einer Sendung des Schweizer Fernsehens. (Bild: Michael Würtenberg)

Bis der FDP-Parteitag am Montagabend endlich einmal anfing, musste man warten und warten und warten. Die Begrüssungen waren lang, herzlich und teilweise lustig; ganz offensichtlich sind die meisten Freisinnigen mit sich und der Welt zufrieden nach dem Wahlwochenende mit dem Sitzgewinn im Grossen Rat.

Nach dem verspäteten Start in den offiziellen Teil fielen die Entscheide dann aber sehr schnell: Baschi Dürr tritt im zweiten Wahlgang nochmals an – sowohl bei den Regierungsratswahlen wie auch bei der Präsidiumswahl.

Christoph Haller zieht sich dagegen als Regierungskandidat zurück – was nach seinem eher enttäuschenden Ergebnis vom Wochenende keine Überraschung mehr ist.

Ebenfalls keine Überraschung ist Dürrs erneute Kandidatur für den Regierungsrat; in dieser Ausmarchung ist er Topfavorit. Sehr viel schlechter sind seine Chancen dagegen als Herausforderer des amtierenden Regierungspräsidenten Guy Morin. Das weiss auch Dürr. Dennoch steht für ihn fest, «dass Basel mit Morin nicht zufrieden ist». Das habe der erste Wahlgang gezeigt. Darum müsse die FDP, müsse er nochmals eine Alternative bieten.

Die Ausgangslage ist klar

Nach dem ersten Wahlgang ist noch ein Sitz in der Basler Regierung frei – jener des zurücktretenden Sicherheitsdirektors Hanspeter Gass. Die weitaus besten Aussichten darauf hat Baschi Dürr, das war schon am Sonntagabend nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses klar: Der Freisinnige erhielt über 17 000 Stimmen – rund 3500 mehr als Parteikollege Christophe Haller. Dahinter folgten mit deutlichem Abstand die beiden SVP-Kandidaten Patrick Hafner und Lorenz Nägelin (beide rund 8000 Stimmen) und der Grünliberale Emmanuel Ullmann (rund 5700 Stimmen). Und weit abgeschlagen Elia Rediger (MUT), Christian Mueller (Freistaat Unteres Kleinbasel) und Eric Weber (Volksaktion).

Die sechs amtierenden und wieder kandidierenden Regierungsräte haben das absolute Mehr bereits im ersten Wahlgang erreicht, wobei die drei SP-ler Eva Herzog, Christoph Brutschin und Hans-Peter Wessels klar am besten abschnitten. Dürrs noch verbliebene Konkurrenten um den letzten freien Platz in der Regierung entscheiden in den nächsten Tagen, ob sie am 25. November nochmals antreten. Das Abschneiden beim ersten Versuch spricht nicht unbedingt dafür.

Eher wenig Spannung verspricht auch der Kampf ums Regierungspräsidium. Im ersten Anlauf hat der amtierende Regierungspräsident Guy Morin (Grüne) das absolute Mehr zwar um rund 900 Stimmen verpasst, was eine Enttäuschung für ihn gewesen sein dürfte. Trösten konnte er sich aber mit seinem relativ grossen Vorsprung auf Baschi Dürr (über 8000 Stimmen Differenz). Und den riesigen Vorsprung auf die drei übrigen, offensichtlich chancenlosen Kandidaten Lorenz Nägelin, Elia Rediger und Eric Weber.

 

 

  1. ???

    von Roland Stucki am 29.10.2012 um 20:17Uhr

    Irgendwas hab ich jetzt missverstanden. In ihrem Bericht oben schreiben sie dass Baschi Dürr nochmals antritt sowohl für den Regierungsrat wie auch als Regierungspräsident. Unten dann schreiben sie von Dürrs Verzicht aufs Regierungspräsidium. Was stimmt jetzt ?
    Direktlink zum Kommentar

  2. TagesWoche Redaktion

    !!!!

    von michael rockenbach am 29.10.2012 um 20:26Uhr

    @r.stucki Vielen Dank für den Hinweis! Richtig ist selbstverständlich, dass Baschi Dürr nochmals antritt, auch bei den Präsidiumswahlen, wie oben mehrfach steht. Im unteren Teil habe ich noch während der Veranstaltung offenbar eine falsche Version reinkopiert, dank Ihrer Mithilfe den Fehler aber sehr bald korrigieren können. Schön, wenn man so aufmerksame Leser hat! Darum gleich nochmals: Danke!
    Direktlink zum Kommentar

  3. Welche Eigenschaften von Baschi Dürr...

    von H J Martens am 29.10.2012 um 21:02Uhr

    ... erklären seinen bisherigen Erfolg?
    Haben uns die letzten Krisenjahre gar nichts beigebracht? Dürr will mehr Freiheit für die Wirtschaft, weniger Regulierungen, mehr sparen - offensichtlich im Sozialbereich. Migration und Umwelt sind nur Nebenfragen. Das kann jeder in seinem Smartvote-Spider nachlesen:
    www.smartvote.ch/11_ch_nr/portrait/candidate/smartspider/200000224 Ich lese dies als das perfekte Rezept, um die Krise weiter auszubauen, in die uns die Ultraliberalen hineingeritten hatten.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Mit dem Kopf durch die Wand

    von Markus Diem am 29.10.2012 um 22:57Uhr

    Der Titel "Dürr geht aufs Ganze" sollte wohl besser "Dürr will mit dem Kopf durch die Wand" heissen. Eigentlich ist der zweite Wahlgang so überflüssig wie ein Kropf, vor allem nachdem Herr Haller verzichtet, ist der Wille des Wahlvolkes derart offensichtlich, dass alle verbliebenen Herren mit Ausnahme von Herrn Dürr betreffend seiner Wahl als 7. Regierungsrat zu Gunsten der Staatskasse auf den Wahlgang verzichten könnten.
    Direktlink zum Kommentar

  5. Dürr geht aufs Ganze

    von Martin Schaffner am 30.10.2012 um 00:05Uhr

    was kann der der herr dürr ausser unbedingt president werden ?
    Direktlink zum Kommentar

  1. ???

    von Roland Stucki um 29.10.2012 um 20:17Uhr

    Irgendwas hab ich jetzt missverstanden. In ihrem Bericht oben schreiben sie dass Baschi Dürr nochmals antritt sowohl für den Regierungsrat wie auch als Regierungspräsident. Unten dann schreiben sie von Dürrs Verzicht aufs Regierungspräsidium. Was stimmt jetzt ?
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  2. TagesWoche Redaktion

    !!!!

    von michael rockenbach um 29.10.2012 um 20:26Uhr

    @r.stucki Vielen Dank für den Hinweis! Richtig ist selbstverständlich, dass Baschi Dürr nochmals antritt, auch bei den Präsidiumswahlen, wie oben mehrfach steht. Im unteren Teil habe ich noch während der Veranstaltung offenbar eine falsche Version reinkopiert, dank Ihrer Mithilfe den Fehler aber sehr bald korrigieren können. Schön, wenn man so aufmerksame Leser hat! Darum gleich nochmals: Danke!
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  3. Welche Eigenschaften von Baschi Dürr...

    von H J Martens um 29.10.2012 um 21:02Uhr

    ... erklären seinen bisherigen Erfolg?
    Haben uns die letzten Krisenjahre gar nichts beigebracht? Dürr will mehr Freiheit für die Wirtschaft, weniger Regulierungen, mehr sparen - offensichtlich im Sozialbereich. Migration und Umwelt sind nur Nebenfragen. Das kann jeder in seinem Smartvote-Spider nachlesen:
    www.smartvote.ch/11_ch_nr/portrait/candidate/smartspider/200000224 Ich lese dies als das perfekte Rezept, um die Krise weiter auszubauen, in die uns die Ultraliberalen hineingeritten hatten.
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  4. Mit dem Kopf durch die Wand

    von Markus Diem um 29.10.2012 um 22:57Uhr

    Der Titel "Dürr geht aufs Ganze" sollte wohl besser "Dürr will mit dem Kopf durch die Wand" heissen. Eigentlich ist der zweite Wahlgang so überflüssig wie ein Kropf, vor allem nachdem Herr Haller verzichtet, ist der Wille des Wahlvolkes derart offensichtlich, dass alle verbliebenen Herren mit Ausnahme von Herrn Dürr betreffend seiner Wahl als 7. Regierungsrat zu Gunsten der Staatskasse auf den Wahlgang verzichten könnten.
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  5. Dürr geht aufs Ganze

    von Martin Schaffner um 30.10.2012 um 00:05Uhr

    was kann der der herr dürr ausser unbedingt president werden ?
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Informationen zum Artikel

29.10.2012, 19:13 Uhr

Haller gibt auf, Dürr geht aufs Ganze

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 09:45
    So sind sie wunderbar, die Politiker

    Die offiziellen Wahlplakate sind derart langweilig, dass sie dem einen oder anderen physisch wehtun. Zum Glück gibts aber nun eine Alternative – dank unseren Lesern.

  • 16.05.2013 um 16:26
    Nicht schon wieder!

    Auf dem Land hängen immer und überall Wahlplakate. Das nervt. Und animiert zu einer Kunstaktion, welche die Politiker nicht unbedingt gut aussehen lässt.

  • 15.05.2013 um 19:40
    Ein ganz knapper Entscheid gegen die Schweizerdeutsch-Quote

    Sie wollte eine bessere Durchmischung in den Basler Schulen erreichen, scheiterte mit ihrem stark umstrittenen Vorstoss aber ganz knapp. Immerhin hat Sibylle Benz (SP) aber einiges ausgelöst – auch am Mittwoch im Grossen Rat.

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

  • 14.04.2013 um 10:15
    «Ungenügend»
    Zum Artikel: Weg mit euch Versagern! Oder doch nicht?

    Liebe Frau Bühlmann. Danke für den Tipp. Ich werde die Studie gerne auf der Rückseite des Artikels anhängen. Sehr passend zum Thema (Bewerten, Abwerten, was ist in dieser Beziehung sinnvoll und gerechtfertigt, was eher nicht?) scheint mir übrigens auch...

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