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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 18.05.2013

Jahresrückblick 2012 

29.10.2012, 00:06 Uhr

Ein Vorwärts-Rutsch

29.10.2012, 00:06 Uhr

Weder ein Links- noch ein Rechts-Rutsch. Dies ist das banale Fazit der Wahlen in den Basler Grossen Rat. Gestärkt gehen die traditionellen Parteien FDP und Liberale aus den Wahlen hervor, die CVP kann sich immerhin halten. Die Pole Rot-Grün und SVP legten ebenfalls leicht zu. Mehrheiten werden voraussichtlich schwieriger zu finden sein. Aber: Profilierte neue Köpfe dürften Schwung in den Politbetrieb geben, und das Volk wird mehr mitreden. Ein Kommentar von Urs Buess

Michael Würtenberg: Bekanntgabe des Wahlresultats: Die SP jubelt

Bekanntgabe des Wahlresultats: Die SP jubelt (Bild: Michael Würtenberg)

urs buess Urs Buess

Zuerst mal ganz nüchtern: SP plus ein Sitz, Grün wie bisher. SVP plus ein Sitz. FDP und Liberale plus ein Sitz. CVP wie bisher, die Grünliberalen halten die Stellung. Die DSP verschwindet, die EVP fast ganz.

Und jetzt?

Buhlen um die schwache Mitte

Von einem Rutsch in irgendeine Richtung zu reden, wäre sicher verfehlt. Wie bei den Regierungsratswahlen bleibt ziemlich viel beim alten. Rot-grün hat sich verstärkt, verfehlt aber die Mehrheit im Parlament um drei Sitze. Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, Liberale und CVP, die in Finanz-, Verkehrsfragen oft an einem Strick ziehen, gehen gestärkt aus den Wahlen hervor. Sie kommen auf einen Sitz weniger als Rot-Grün. Und das heisst: Trotz Stagnation werden die Grünliberalen zur Mehrheitsbeschafferin, sie werden in den kommenden vier Jahren umworben, um ihre Zustimmung wird gebuhlt werden – jetzt, da die Mitteparteien DSP ganz und die EVP bis auf Annemarie Pfeifer fast ganz verschwunden sind.

Rein rechnerisch ist das jedenfalls so. Doch bei diesem Parlament, dessen Balance kaum verschoben worden ist, dürfte etwas anderes in den kommenden vier Jahren eine gewichtigere Rolle spielen als bisher: Köpfe. Entweder bereits im Laufe der kommenden Legislatur oder dann nach Ende der Amtszeit in vier Jahren dürften drei, vielleicht sogar vier Regierungsmitglieder zurücktreten. Das bringt Pfeffer in den Parlamentsbetrieb. Das Rennen um eine gute Position in einer künftigen Nomination für die Regierung hat begonnen. Die Grünen haben den Abwärtstrend stoppen können, die SP hat sich von ihrer Wahlschlappe bei den Nationalratswahlen vor einem Jahr erholt, FDP und Liberale dürfen wieder auf bessere Zeiten hoffen, werden mit stärkerem Selbstbewusstsein auftreten. Für die einzelnen Fraktionsmitglieder heisst das: Jetzt muss ich mich profilieren. Und profilieren heisst: Grösserer Einsatz, engagiertere Auseinandersetzungen, pointiertere öffentliche Debatten.

Potenzial ist da

Ein Blick auf neue Köpfe im Grossen Rat zeigt, dass das Potenzial für spannendere Politik gewachsen ist. Leonhard Burckhardt (SP), Thomas Gander (SP), Daniel Jansen (SP), Michael Koechlin (LDP), Anita Lachenmeier (Grüne), Ruedi Rechsteiner (SP), Elias Schäfer (FDP), Karl Schweizer (SVP),  Joël A. Thüring (SVP), Christian von Wartburg (SP), Sara Wyss (SP), – um nur einige Namen zu nennen – werden den Politbetrieb beleben. Die diesjährigen Wahlen waren angesichts des vorhersehbaren Resultats und des guten Zustands der Stadt eine Art Übergangswahlen. So richtig neu gemischt dürften die Karten erst in vier Jahren gemischt werden, und auf diese Auseinandersetzung werden sich Parteien und Politiker nun vorbereiten müssen.

Neuen Schwung in die Basler Politik dürfte auch der Umstand geben, dass Parlamentsentscheide wegen der geschwundenen Mitte knapper ausfallen werden. Das erhöht die Bereitschaft, Referenden gegen umstrittene Parlamentsbeschlüsse zu ergreifen. Das Volk wird dann entscheiden müssen, seine Stellung wird gestärkt. 

Auch wenn bei oberflächlicher Betrachtung alles beim Alten zu bleiben scheint: Neue Köpfe und die Gewissheit, dass in vier Jahren grössere Änderungen anstehen, dürften die Basler Politik farbiger werden lassen. Wird sie näher zu den Leuten bringen und hoffentlich auch dazu führen, dass im Jahr 2016 wieder etwas mehr als 41,6 Prozent der Stimmberechtigten an die Wahlurnen gehen.

  1. Neue Köpfe erscheinen und alte werden verbleichen

    von Christian Vontobel am 29.10.2012 um 17:58Uhr

    Die Wahlanalyse von Urs Buess macht ja richtig gluschtig auf die kommenden vier Grossratsjahre! Neben den gewählten alten und neuen Politstars und vermuteten Regierungsratskandidierenden sollte auch noch ein Blick auf allfällig Nachrückende geworfen werden. Denn einige bisherige Tenöre werden wegen der Amtszeitguillotine früher oder später ihre Sitze räumen!
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  1. Friede, Freude, Eierkuchen...

    von Angelo Rizzi um 29.10.2012 um 07:55Uhr

    Ist es Lobhudelei oder schlicht Vogelstrauss-Politik kein Wort darüber zu verlieren, dass es zwei rechtsextreme Ausländerhasser in den Grossen Rat geschafft haben? Ist es nicht so, dass die fremdenfeindliche Saat, die die Basler SVP, die BAZ und Telebasel im Vorfeld der Wahlen gesät haben, aufgegangen ist? Nur war die Saat genmanipuliert! Heisst, dass der Angriff der SVP auf die rot-grüne Regierungsmehrheit deutlich gescheitert ist. Dafür hat das gebetsmühlenartige Heraufbeschwören der Gewaltspirale in Basel durch die SVP und durch die genannten Medien zwei Rechtsextreme in der Grossen Rat gespült. Die offenbar harmoniebedürftige TagesWoche dürfte aus meiner Sicht ruhig ein wenig kritischer über die neue Zusammensetzung im Grossen Rat schreiben. Denn eines ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: der "König" aus Herrliberg wird nicht ruhen, bis einer seiner Lakaien in der Basler Regierung sitzt!
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  2. Kein Drama, aber doch eine Polarisierung

    von H J Martens um 29.10.2012 um 10:31Uhr

    ist, was ich als Resultat der SVP-BAZ-VA- Hetze wahrnehme.
    Ob dank der nun etwas geschwächten Mitte mehr Vernunft in den Grossrat einziehen wird, wage ich zu bezweifeln. Demokratie braucht Fakten und Aufklärung, sonst nützen mehr Referenden auch nicht viel, schliesslich sind Lösungen und nicht Schreihälse gefragt,
    Eben Klardenker, nicht Knallköpfe und Opportunisten.
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  3. Dauerthema "Asylkriminalität"

    von Stefan Heimers um 29.10.2012 um 11:58Uhr

    Das Dauerthema "Ausländerasylkriminalität" in den rechtslastigen Medien ist sicher der Hauptgrund für Eric Webers Erfolg. Diese Suppe hat uns ein Milliardär aus Herrliberg eingebrockt.
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  4. SP und Foulards!

    von ena5 um 29.10.2012 um 12:11Uhr

    Unvorteilhafte Foulards scheinen SP-Frauen magisch anzuziehen. Wie wäre es mal mit einer Modeberatung? Wer sich auf dem politischen Parkett bewegt, sollte schon ein wenig mehr Wert legen aufs äussere Erscheinungsbild.
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  5. Neue Köpfe?

    von Fabienne Moerik um 29.10.2012 um 14:34Uhr

    Die aufgezählten Fossile, die nach ihrer Zwangspause wieder in den Grossen Rat gewählt wurden, als «neue Köpfe» zu bezeichnen, finde ich denn doch etwas gewagt.
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  6. Neue Köpfe erscheinen und alte werden verbleichen

    von Christian Vontobel um 29.10.2012 um 17:58Uhr

    Die Wahlanalyse von Urs Buess macht ja richtig gluschtig auf die kommenden vier Grossratsjahre! Neben den gewählten alten und neuen Politstars und vermuteten Regierungsratskandidierenden sollte auch noch ein Blick auf allfällig Nachrückende geworfen werden. Denn einige bisherige Tenöre werden wegen der Amtszeitguillotine früher oder später ihre Sitze räumen!
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Informationen zum Artikel

29.10.2012, 00:06 Uhr

Ein Vorwärts-Rutsch

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  • 16.05.2013 um 15:44
    «Das hilft nicht nur der Pharma»

    Die EU stört mit ihrer Forderung nach einer Europa-konformen Unternehmenssteuer den innerschweizerischen Frieden. Die Kantone feilschen um eine gute Position im kommenden eidgenössischen Verteilkampf. Die Basler SP-Finanzdirektorin Eva Herzog mischt ganz vorne mit.

  • 09.05.2013 um 16:45
    TagesWoche vom 10. Mai: Die Themen

    Unterschätzte Hilfe – weltweit schicken Migranten über 500 Milliarden Dollar in ihre Heimat. Die neue Präsidentin der Basler Liberalen, Patricia von Falkenstein, sagt, wie sie ihrer Partei mehr Gehör verschaffen will. Dies und weitere Themen in der TagesWoche vom 10. Mai im Abo oder an Ihrem Kiosk.

  • 08.05.2013 um 18:27
    Eine Reise durch die neuen, globalen Geldflüsse

    Migranten schicken jedes Jahr weit über 500 Milliarden Dollar in ihre Heimat – Tendenz seit dem Jahr 2000 enorm steigend. Diese Gelder übertreffen die Summe der Entwicklungshilfe reicher Länder bei weitem. Die TagesWoche zeigt, wie sich die Geldflüsse verändern.

  • 27.09.2012 um 21:26
    Fonzi trainiert
    Zum Artikel: Fonzi trainiert

    Heute Abend ist der Helikopter schon sehr zielgerichtet geflogen.

  • 20.08.2012 um 16:11
    TagesWoche im Gundeli
    Zum Artikel: «Basel ist ein Paradies – eigentlich»

    Lieber Anton, Du bist ja nicht der einzige, der sich beklagt, weil die TagesWoche-Redaktion nicht ins Quartier – in diesem Fall ins Gundeli – kommt. Eigentlich hätten wir uns gern mal auf dem Tellplatz gezeigt, mussten uns aber auf fünf Standorte b...

  • 19.08.2012 um 21:01
    Versteckt?
    Zum Artikel: Weder Hügel der Reichen noch Luxus-Probleme

    Lieber Herr oder Frau Misch Masch, Das einzig Versteckte hier sind Sie hinter Ihrem Pseudonym. Wir nutzen das Angebot des Kaffeemobils, zahlen für die Dienstleistung und erleben bei unseren Quartier-Halten immer wieder, wie der freundliche Service un...

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