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TagesWoche

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Di, 21.05.2013

Grossratswahlen 2012 

28.10.2012, 15:23 Uhr

«Der Druck auf mich war enorm gross»

28.10.2012, 15:23 Uhr

Die Zwischenresultate zu den Grossratswahlen liegen vor. Als Wahlsieger darf sich Martin Lüchinger, Präsident der Basler SP, fühlen, der zuletzt stark in der Kritik stand: Die SP gewinnt wie FDP und LDP einen Sitz. Die SVP holt zwei. Halten können sich die CVP und die Grünliberalen. Das Grüne Bündnis und die EVP verlieren.  Von Yen Duong und Renato Beck

Michael Würtenberg: Nimmt Glückwünsche entgegen: Martin Lüchinger, zuletzt oft attackierter Präsident der Basler SP. Links Fraktionschefin Tanja Soland.

Nimmt Glückwünsche entgegen: Martin Lüchinger, zuletzt oft attackierter Präsident der Basler SP. Links Fraktionschefin Tanja Soland. (Bild: Michael Würtenberg)

SP, SVP, LDP und FDP gehen gemäss Zwischenresultat als Siegerin der Grossratswahlen hervor. SP, FDP und LDP legen um je einen Sitz zu. Die SVP um zwei. Die CVP kommt weiterhin auf acht Sitze im Parlament. Die GLP hat 5 Sitze – genau wie vor vier Jahren (siehe Grafik). Die GLP-Fraktion zählt derzeit jedoch sechs Mitglieder, dies weil Emmanuell Ullmann 2009 von der FDP zur GLP wechselte. Somit verliert die GLP also doch einen Sitz, obwohl sie stabil bleibt. GLP-Präsident David Wüest-Rudin hat sich mehr erhofft, zumal die GLP in der Vergangenheit national immer zulegen konnte. «Wir haben es nicht geschafft, die Mitte, die moderaten Wähler zu mobilisieren.»

Bitter sind die Grossratswahlen für die EVP. Neu hat sie nur noch einen Sitz statt wie bisher 4. Zu den Verlieren gehört auch das Grüne Bündnis, das ebenfalls einen Sitz im Parlament abgeben muss.

Gewonnen hat zudem die Volksaktion gegen zu viele Ausländer, die völlig überraschend zwei Sitze im Parlament bekommt. Sie werden im Grossen Rat isoliert sein. SVP-Chef Sebastian Frehner, der ebenfalls zu den Wahlsiegern gehört, hat keine Lust, Eric Weber in seine Fraktion aufzunehmen. «Für mich kommt das nie im Leben in Frage. Rechts von uns soll es nichts mehr geben.»

Lüchinger erleichtert

Spürbar ist die Erleichterung bei der SP, die mit Abstand stärkste Partei bleibt, im Zwischnresultat sogar noch einen Sitz hinzugewinnt. Besonders stark ist das Ergebnis im Wahlkreis Grossbasel Ost, wo «wir sehr aktiv Wahlkampf betrieben haben», wie SP-Wahlmanager Pascal Pfister sagt. «Wir haben uns super gehalten, haben bewiesen, dass unsere Art Wahlkampf zu betreiben, die richtige war». 

Die SP hatte thematisch einen eher zurückhaltenden Wahlkampf betrieben, versuchte den Status Quo unter dem Motto «Wohne, schaffe, läbe» als Erfolg zu verkaufen. Martin Lüchinger, Präsident der Basler SP, sieht sich in dieser Strategie bestätigt. «Wir sind nicht in Hektik verfallen und haben unser Thema durchgebracht», sagt Lüchinger. Es sei richtig gewesen in der Sicherheitsdebatte nicht «auf den Zug aufzuspringen, wie das die Grünliberalen versucht haben». Punkten konnte die GLP damit tatsächlich nicht, sie verbleibt bei 5 Sitzen.

Lüchinger räumt ein, eine schwierige Zeit hinter sich zu haben: «Der Druck auf mich war enorm». Der Wahlkampf um den Grossen Rat sei seine letzte Chance, habe er nach den Verlusten bei den Nationalratswahlen im letzten Jahr oft gehört: «Doch die Partei hat mich getragen. Wir haben gekämpft, ich habe gekämpft.» Ob er nun das Präsidium weiterführe, sei offen. «Ich bin in meiner Entscheidung völlig frei», sagt er in zuletzt nie gesehener Gelassenheit. Lüchinger war mehrfach Führungsschwäche und Profillosigkeit vorgweworfen worden.

Bei Juso-Basel-Chefin Sarah Wyss kommt zur «Freude über den unerwarteten Erfolg – wir waren auf dem Sinkflug» Besorgnis hinzu. Wyss: «Der böse Rechtsrutsch im Grossen Rat mit zwei Sitzgewinnen bei der SVP und Eric Webers VA macht Angst.»

Provisorische Sitzverteilung im Vergleich zu 2008

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Kann man die GLP ganz links ansiedeln?

    von Inaktiver Nutzer um 28.10.2012 um 17:51Uhr

    Ist es nicht eher eine Partei, die ökologisch links, aber wirtschaftlich rechts steht, also irgendwo in der Mitt sein müsste?
    Direktlink zum Kommentar

  2. Der BaZ-Effekt

    von Markus Meury um 28.10.2012 um 21:30Uhr

    Das Resultat der Grossratswahlen mit den Sitzgewinnen von SVP und VA ist wohl das Resultat der Angstkampagne der BaZ: Man trichtert den Leuten ein, wie gefährlich Basel durch die bösen Ausländer geworden sei. Das hat schon vielerorts funktioniert.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

28.10.2012, 15:23 Uhr

«Der Druck auf mich war enorm gross»

Text

Text:

  • 16.05.2013 um 14:57
    Gefährlicher Schulweg

    Die Primarschüler des Bläsischulhauses müssen provisorisch ins Erlenmattquartier. Weil der Schulweg über den Riehenring gefährlich ist, haben Eltern jetzt eine ­Petition lanciert.

  • 08.05.2013 um 17:17
    Aufstand im Schulhaus

    Ein Konflikt zwischen Lehrern und Schulleitung im Gundeli nimmt absurde Formen an.

  • 02.05.2013 um 16:30
    Die perfekte Show

    Der Basler Sicherheitsdirektor bricht nach 100 Tagen im Amt sein Schweigen. Handlungsbedarf sieht er bei den Einbrüchen und Haftplätzen. Den Polizeikorps will Dürr nicht weiter ausbauen, dafür mehr Frauen und Migranten im Korps.

  • 02.05.2013 um 19:58
    Wäsche
    Zum Artikel: Die perfekte Show

    Liebe Frau Isler Das wird künftig der Fall sein. Heute spielte diese Frage an der Pressekonferenz aber eine Rolle, weshalb wir es auch nicht verschweigen. Liebe Grüsse

  • 06.02.2013 um 18:37
    ...
    Zum Artikel: Ein mühsamer Start

    Danke, haben es nun korrigiert.

  • 27.11.2012 um 10:53
    ...
    Zum Artikel: Gestrandete Busse verärgern FCB-Fans

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Text:

  • 18.04.2013 um 16:27
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  • 17.04.2013 um 16:28
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  • 17.04.2013 um 10:53
    Basler Regierung will beitreten

    Eher widerwillig tritt die Basler Regierung dem Hooligan-Konkordat bei. Dabei begründet sie, warum sie das Massnahmenpaket für falsch hält – nicht aber, wieso sie gleichwohl beitritt.

  • 10.05.2013 um 12:06
    Milch und Zucker
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    Ob der Kaffee wirklich besser ist, wenn er mit urbanem Bewusstsein angerührt und rotgrünem Verantwortungsgefühl abgeschmeckt wird? Ich für meinen Teil bevorzuge Milch und Zucker.

  • 31.01.2013 um 15:32
    Greiners Replik
    Zum Artikel: Basel = Apfel, Zürich = Birne

    Schön, Herr Greiner, dass Sie Zeit gefunden haben, Ihre Sicht der Dinge darzulegen. Trotzdem empfiehlt es sich, nochmals den Originaltext, also die Titelgeschichte zu lesen. Der Züri-Vergleich war gewagt, der Rest sollte einem aber genügend zu denken g...

  • 28.01.2013 um 19:14
    Einwände
    Zum Artikel: So haben wir gerechnet

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