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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Herbstmesse 

27.10.2012, 18:25 Uhr

Mäss isch, rieseli-riesel, bimmeli-bimm!

27.10.2012, 18:25 Uhr

Mistwetter!, werden andere sagen. Oder sogar noch schlimmere Wörter verwenden. Wir dagegen meinen: Das war der perfekte Start für die Herbstmesse. Von Michael Rockenbach und Hans-Jörg Walter

Gleichzeitig mit der Herbstmesse begann der Winter.

Gleichzeitig mit der Herbstmesse begann der Winter. (Bild: hansjoergwalter.com)

Ein grauer Tag, aber: Es ist ja alles so schön bunt hier…

Ein grauer Tag, aber: Es ist ja alles so schön bunt hier… (Bild: hansjoergwalter.com)

Hunger!

Hunger! (Bild: hansjoergwalter.com)

Nichts für Weicheier

Nichts für Weicheier (Bild: hansjoergwalter.com)

Tradition an der Mäss: Die Sesselbahn

Tradition an der Mäss: Die Sesselbahn (Bild: hansjoergwalter.com)

Der Anfang, wunderbar, wie immer. Mit dem Mässglöggli auf dem Martinsplatz, dem wahrscheinlich bewegendsten Nullereignis im Jahreslauf der Stadt, wenn nicht sogar des ganzen Landes. Unten auf dem Platz stehen dutzende, ja hunderte verzückte Menschen, junge, alte und ganz alte, und sie alle schauen gebannt nach oben, zum Kirchenturm, wo der Glöckner einen Handschuh zum Fenster hinausstreckt. Der Rest ist Tröten und Bimmeln.

Tatsächlich - Tröten!

Das Volk unten ist verzückt.

Und schliesslich ertönen sogar die Kirchenglocken. Ein Wunder!

Guy Morins Gedichtli

Sehr speziell auch, was sich zuvor schon auf dem Platze zugetragen haben soll. Regierungspräsident Guy Morin referierte über die Messe, ihre historischen Wurzeln und religiösen Hintergründe.

Eine zweifellos sehr lehrreiche Rede, die wir aber leider verpasst haben. Eine sechsjährige Augen- und Ohrenzeugin versicherte uns aber glaubhaft, der Teil über die Sabine und den heiligen Martin sei etwas lang gewesen, dafür habe der Mann (also der gute Guy, nicht der heilige Martin) zum Schluss ein sehr schönes Gedichtli aufgesagt: «S isch Mäss, s isch Mäss, bimmeli-bimm.» (Oder so). Sehr speziell, wenn auch nicht unbedingt ein Wunder in Zeiten des Wahlkampfes. Da lassen sich Politiker noch ganz anderes einfallen, als Kindervärsli aufzusagen. (Singen, Witze erzählen, Märli über Basel erfinden, «die gefährlichste Stadt der Welt».)

Das nächste wahre Wunder gibt es dafür auf dem Münsterplatz. Dort gelangt man mir nichts, dir nichts in der ersten Gratis-Viertelstunde aufs Riesenrad, ohne abgedrängt, bedroht oder sogar verprügelt zu werden. Wann hat es das in dieser Rappenspalterei-Republik je schon gegeben? Wahrscheinlich noch nie. Wahrscheinlich war ja auch das Wetter noch nie schlechter. Schon bald geht der Regen in Schnee über. S isch Mäss, s isch Mäss, rieseli-riesel.

Über der kleinen Stadt

Wir sind begeistert, geniessen den Blick von ganz, ganz oben und merken, wie klein die Stadt eigentlich ist. Für einen Auswärtigen mag das eine banale Feststellung geben. Für einen Basler ist es schon fast eine bahnbrechende Erkenntnis. Denn was gibt es schöneres, als Basel, als d Mäss?

Weiter zum  Büchsenschiessen. Die Kinder wollen zwar nicht wirklich, weil sie dafür schon zu alt seien, wie sie sagen. Mir egal. Mäss ist Tradition und da gehört Büchsenwerfen ganz einfach dazu. Ebenso egal ist mir, dass die Kinder fast alle Bälle daneben werfen. Wenn mich meine Erinnerung nicht sehr täuscht, sind auch diese Fehlschüsse Tradition. Früher gabs danach einfach noch Tränen und Vorwürfe, heute nur noch Vorwürfe.

Einfach wunderbar, diese Messe!

Vor allem heute, wenn man selbst auf dem nächstem Klassiker, dem Kettenkarusell, rasch und gewaltlos zu einem freien Platz kommt.

Und das beste ist: Nach dieser kleinen Tour mit dem Karussell sind alle so durchgefroren, dass wir uns bereits nach knapp einer Stunde wieder auf den Heimweg machen können. Ohne Proteste.

So sind wir am ersten Messetag richtig günstig weggekommen. Das nächste Wunder. Das grösste wohl.

PS: Sparsame Männer, aufgepasst! Die Erfahrung zeigt, dass Frauen und Töchter gerne vorgeben, sie würden gerne nach Hause gehen, weil sie angeblich so extrem kalt hätten, dann aber bald einmal in einem Laden verschwinden, um sich aufzuwärmen - angeblich. Und schon ist dieser Messeauftakt fast  noch teurer als alle bisherigen. Und, doppelt aufgepasst: Morgen droht die gleiche Gefahr - trotz Sonntag. Denn es ist kalt, bitterkalt und Sonntagsverkauf. Eine fatale Mischung.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

27.10.2012, 18:25 Uhr

Mäss isch, rieseli-riesel, bimmeli-bimm!

Text

Text:

  • 20.05.2013 um 20:30
    Gegen die Latte

    Der FC Basel verliert einen harzigen Cupfinal nach Penaltyschiessen und hat die erste Chance auf einen Titel in dieser grossartigen Saison vertan. Beklagen muss sich der FCB nicht: GC war über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft.

  • 20.05.2013 um 15:08
    Grasshoppers gewinnen im Elfmeterschiessen

    Der FC Basel ist wieder im Cupfinal. Und wie vor einem Jahr fällt die Entscheidung im Elfmeterschiessen. Und doch ist diesmal alles anders. Am Schluss jubeln die anderen.

  • 18.05.2013 um 09:45
    So sind sie wunderbar, die Politiker

    Die offiziellen Wahlplakate sind derart langweilig, dass sie dem einen oder anderen physisch wehtun. Zum Glück gibts aber nun eine Alternative – dank unseren Lesern.

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

  • 14.04.2013 um 10:15
    «Ungenügend»
    Zum Artikel: Weg mit euch Versagern! Oder doch nicht?

    Liebe Frau Bühlmann. Danke für den Tipp. Ich werde die Studie gerne auf der Rückseite des Artikels anhängen. Sehr passend zum Thema (Bewerten, Abwerten, was ist in dieser Beziehung sinnvoll und gerechtfertigt, was eher nicht?) scheint mir übrigens auch...

Bild

Bild:

  • 14.05.2013 um 09:07
    Schiessplatz geräumt

    Um sechs Uhr früh wurde der Schiessplatz in Allschwil geräumt. Die Besetzer wurden überrascht.

  • 09.05.2013 um 12:20
    Das Business mit den Milliarden der Migranten

    Gigantisch sind die Summen, die Migranten jedes Jahr in ihre Heimatländer schicken. Gigantisch sind auch die Verdienstmöglichkeiten für die Geldtransfer-Firmen. In Basel floriert das Geschäft: Allein in den letzten sechs Wochen haben drei neue Überweisungs-Büros im St. Johann eröffnet.

  • 02.05.2013 um 17:45
    Die Stadt wird zum Bauernhof

    Eine junge Gärtnergeneration holt die Lebensmittelproduktion zurück in die Stadt.

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