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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Gastronomie 

27.10.2012, 08:30 Uhr

Schweizer wollen wieder Beizer sein

27.10.2012, 08:30 Uhr

Nach etlichen Beizenübernahmen in den vergangenen Monaten durch Schweizer wagt mit der Neueröffnung des Gasthofs Neubad ein weiteres Schweizer Paar den Schritt in die selbstständige Gastronomie. Von Martina Rutschmann

Michael Würtenberg: Das Koch-Ehepaar Julie Jaberg Wiegand und Philipp Wiegand wirtet neu im Gasthof Neubad.

Das Koch-Ehepaar Julie Jaberg Wiegand und Philipp Wiegand wirtet neu im Gasthof Neubad. (Bild: Michael Würtenberg)

Sie haben geschnitten, gerührt, gebraten und gewürzt. Stets im Namen grosser Gastronomen. Julie Jaberg Wiegand (30) kochte für Tanja Grandits im «Stucki», ihr Mann Philipp Wiegand (32) stand zuletzt in der Küche des «Schifferhaus». Kennengelernt haben sie sich im «Teufelhof», wo Julie Jaberg nach Jahren im Service eine Kochlehre machte. Ihr Mann war damals bereits ausgelernt – seit ein paar Jahren ist es nun auch sie. Die Sporen sind inzwischen abverdient. Es folgt der nächste Schritt. Und der ist mutig.

«Zeigen, was wir können»

Am 30. Oktober eröffnet das Paar den Gasthof Neubad (Website wird demnächst aufgeschaltet). Das ehemalige «In-Lokal» gehobener Kreise hat drei bewegte Jahre mit Beizerwechseln hinter sich. Davor wirtete dort jahrzentelang die Familie Marx, der das Restaurant seinen guten Ruf verdankt. Diesen wollen Julie Jaberg und Philipp Wiegand wieder herstellen. Mit guter Küche – und Leidenschaft. Und das in einer Zeit, da das Gastgewerbe leidet. Was Julie Jaberg durchaus bewusst ist.

«Wir werden zeigen, was wir können, indem wir unseren grossen Traum verwirklichen», sagt sie. Natürlich mache die Nähe zur französischen und deutschen Grenze den Standort Basel (in ihrem Fall Binningen) zu einem härteren Pflaster, als dies etwa Orte im Mittelland sind. Aber eben: «Wir müssen unsere Gäste überzeugen.» Mit Klassikern wie Entrecote und Forelle, aber auch mit ständig wechselnden Mahlzeiten, «die der Markt gerade hergibt». Das Ganze zu moderaten Preisen.

«Eine der schönsten Branchen»

Das Paar ist bei Weitem nicht allein mit dem Wagnis, eine Beiz zu eröffnen – und neuerdings auch in guter Gesellschaft anderer Schweizer, die den harten Job auf sich nehmen. Vermehrt werden Restaurants in der Region wieder von Schweizern übernommen, auch unter den Teilnehmenden der Wirtekurse sind deutlich mehr als die Hälfte Schweizer. Die Gastronomen des im Juni wiedereröffenten Restaurants «Zum Tell» sind nur ein Beispiel von vielen. Union, Volkshaus, Landgasthof Riehen sind weitere Beispiele, die Liste ist lang.

Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband glaubt, dass die zurückgekehrte Freude am Wirteberuf unter anderem damit zu tun hat, dass «das Gastgewerbe trotz Herausforderungen und der durchschnittlich schlechten Ertragslage noch immer eine der schönsten Branchen ist». Peter Wyss vom «Schützenhaus» stellt fest, dass junge Leute in den vergangenen Jahren wieder vermehrt eine Ausbildung im Gastronomiebereich wählen. «Entsprechend gibt es mehr Fachleute in der Schweiz.»

Nichts desto Trotz: Die Branche ist hart. Julie Jaberg und Philipp Wiegand wissen das. Stören tut es sie aber nicht, schliesslich erfüllen sie sich einen Traum. Und: Das Reservationsbuch ist bereits ein paar Tage vor der Eröffnung schon gut gefüllt.

  • Gasthof Neubad, Neubadrain 4, 4102 Binningen. Telefon: 061 301 34 72

 

 

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

27.10.2012, 08:30 Uhr

Schweizer wollen wieder Beizer sein

Text

Text:

  • 11.05.2013 um 12:32
    Blut an unseren Kleidern

    Gewissheit gibt es nie, dass die Kleider, die man kauft, fair hergestellt wurden. Manchmal wissen nicht einmal die Modeläden, dass sie die Ausbeutung unterstützen – oder sie wollen es nicht wissen. Ein Problem, offensichtlicher denn je.

  • 08.05.2013 um 16:57
    «Die Liberalen müssen pointierter werden»

    Die Präsidentin der Basler LDP, Patricia von Falkenstein, will ihrer Partei in der Öffentlichkeit wieder mehr Gehör verschaffen. Allenfalls auch mit «Polteri»-Methoden – solange es anständig zugeht.

  • 08.05.2013 um 16:15
    Einfamilienhäuser für die Erlenmatt

    Zuerst waren es Mietwohnungen, dann Eigentumswohnungen – nun sollen auf der Erlenmatt Einfamilienhäuser dazu kommen.

  • 10.10.2012 um 22:13
    Bilder
    Zum Artikel: Kein Schiff wird kommen

    Guten Abend Zugegeben, die Bilder sind nicht besonders gut – und das ist mein Verschulden. Mit Sparen hatte es allerdings nichts zu tun, dass ich ohne Fotograf (bei uns arbeiten sehr gute Fotografen, wie man sonst sehen kann) unterwegs war. Sondern mi...

  • 15.08.2012 um 09:01
    Nun ist es Schokolade
    Zum Artikel: «Beschle» verärgert «Frey»-Stammgäste

    Lieber Herr Schmidt Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie mich auf diesen peinlichen Flüchtigkeitsfehler aufmerksam gemacht haben. Selbstverständlich habe ich den Fehler umgehend behoben und aus der Schoggi eine Schokolade gemacht. Gruss, Martina Rutsch...

  • 29.02.2012 um 13:37
    Gundeli-Clique-Vertreter
    Zum Artikel: «E Schwob» im Trommel-Taumel

    Flip567 hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass es sich bei der Gundeli-Clique um eine grosse Clique mit Tambouren UND Pfeifern handelt (was tatsächlich jeder Basler wissen sollte). Die Formulierung im Text war daher vielleicht nicht präzise...

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