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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Widerstand 

26.10.2012, 00:01 Uhr

Allianz gegen Gundeli-Tunnel

26.10.2012, 00:01 Uhr

Der 600 Millionen teure Gundeli-Tunnel hat einen turbulenten Weg vor sich. Das Referendum dagegen kommt garantiert. Ein Komitee will das Projekt versenken. Von Yen Duong

zVg: Gute Lösung oder Schwarzes Loch? Das Projekt für eine Gundeli-Umfahrung wird es schwer haben.

Gute Lösung oder Schwarzes Loch? Das Projekt für eine Gundeli-Umfahrung wird es schwer haben. (Bild: zVg)

Autobahn-Projekte haben es immer schwer, in einer autofeind­lichen Stadt wie Basel erst recht. Noch hat die Regierung nicht mal beschlossen, ob sie den Gundeli-Tunnel tatsächlich will – nicht mal ein definitives Projekt liegt vor. Dennoch ist das Referendum dagegen bereits beschlossene Sache. Ein neu gegründetes Komitee will den rund 1,5 Kilometer langen Tunnel gemäss Informationen der TagesWoche begraben.

Still und leise wurde das «Komitee gegen die Gundeliautobahn» im September aus der Taufe gehoben. Offiziell in Erscheinung treten will es erst in ein paar Wochen. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Politiker Stephan Luethi (SP), Aeneas Wanner (GLP), Michael Wüthrich (Grüne), Emmanuel Ullmann (GLP) und Claude Wyler (CVP). Letzterer ist Präsident der Verkehrskommission sämtlicher Neutralen Quartiervereine in Basel und Vizepräsident des Neutralen Quartiervereins Gundeldingen.

Claude Wyler bestätigt, dass sich das Komitee bereits in den Startlöchern befindet, um das auf 600 Mil­lionen Franken geschätzte Projekt zu verhindern. «Ich bezweifle, dass der Tunnel etwas fürs Gundeli bringt. Er würde zu Mehrverkehr in anderen Quartieren führen – Gross­basel West würde darunter leiden.» ­Zudem brauche das Quartier jetzt eine Verkehrsberuhigung, und nicht erst in 15 bis 25  Jahren, sagt Wyler. Genau daran arbeitet das Bau- und Verkehrsdepartement momentan mit der Quartierkoordination Gundeldingen. Anfang 2013 soll ein Konzept vorliegen, wie das Gundeli unabhängig vom Tunnel vom Verkehr entlastet werden kann.

Pläne aus den 1960er-Jahren

Die Idee, eine Gundeli-Umfahrung zu bauen, ist nicht neu. Sie ist Bestandteil des Bundesbeschlusses zum National­strassennnetz von 1960. Der Masterplan Bahnhof SBB sah eine ­Lösung vor, die heute wegen der Überbauungen entlang der Nauenstrasse nicht mehr möglich ist. Da das grösste Quartier Basels jedoch stark mit dem Durchgangsverkehr zu kämpfen hat, holte das Bau- und Verkehrsdepartement das Projekt vor sieben Jahren wieder aus der Schublade. Vorgesehen ist, dass der vierspurige Tunnel beim Güterbahnhof Wolf (im Bereich der St.-Jakobs-Strasse) beginnt und mit zwei Ausfahrten an die Oberfläche tritt. Die erste Ausfahrt wäre beim Dorenbach-Viadukt auf der Höhe der Pruntrutermatte, die zweite an der Binningerstrasse.

Kantonsingenieur Roger Reinauer sieht im Tunnel eine «gute Lösung» für das Gundeli. «Ich persönlich bin überzeugt, dass das Projekt für das Quartier von grossem Nutzen wäre, zumal es sich bei 33 Prozent des Verkehrs im Gundeli um reinen Durchgangsverkehr handelt.» Mit dem Tunnel und den zusätzlichen flankierenden Massnahmen könne der Verkehr im Quartier um insgesamt 50 Prozent reduziert werden.

Auch wenn die Idee einer Gundeli-Umfahrung aus den 1960er-Jahren stammt, sagt Reinauer: «Es ist kein Projekt aus dem letzten Jahrhundert. Es handelt sich um einen modernen Autobahntunnel, einen unterirdischen, wie er nun auch bei der Osttangente von breiten Bevölkerungskreisen verlangt wird.»

Entscheid Anfang 2013

Der Bund würde sich mit 65 Prozent an den Kosten von vermutlich recht konservativ geschätzten 600 Millionen Franken beteiligen, etwa 200 Millionen Franken müsste Basel-Stadt selber berappen. Für Komiteemitglied und SP-Grossrat Stephan Luethi wäre dies nur Geldverschwendung: «Natürlich würden wir das ­Referendum dagegen ergreifen. Der Tunnel würde mehr Autos anziehen. Die 200 Millionen Franken würden an einem anderen Ort fehlen, etwa beim öffentlichen Verkehr.» Luethi vermutet, dass der Kanton das Projekt nur vorantreiben wolle, weil Bundesgelder im Spiel seien. «Man sollte etwas bauen, weil es sinnvoll ist – und nicht, weil der Bund Geld zur Verfügung stellt.»

Die Regierung will Anfang 2013 entscheiden, ob sie den Gundeli-Tunnel bauen will. Bis dahin will sich auch Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) nicht in die Karten blicken lassen. Er wolle sich erst positionieren, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen. Nur so viel: «Völlig unbestritten ist, dass im Gundeli eine Verkehrsberuhigung nötig ist – Tunnel hin oder her.» Die Opposition gegen das Projekt bezeichnet er als «verfrüht». 

  1. Ein Tunnel für wen?

    von Meinrad Schmid am 26.10.2012 um 13:10Uhr

    der geplante Tunnel bringt fürs Gundeli keine Entlastung. Warum auch? Die grossen Verkehrsströme aus der Richtung Reinacherstrasse resp. aus Richtung Münchenstein/Reinach und über die Dornacherstrasse aus Richtung Osten sind das Problem. Aus diesen Richtungen wälzt sich der Verkehr durchs Gundeli. Der geplante Autobahnast/resp. Tunnel bringt doch gar nichts!
    Direktlink zum Kommentar

  1. Ein Tunnel für wen?

    von Meinrad Schmid um 26.10.2012 um 13:10Uhr

    der geplante Tunnel bringt fürs Gundeli keine Entlastung. Warum auch? Die grossen Verkehrsströme aus der Richtung Reinacherstrasse resp. aus Richtung Münchenstein/Reinach und über die Dornacherstrasse aus Richtung Osten sind das Problem. Aus diesen Richtungen wälzt sich der Verkehr durchs Gundeli. Der geplante Autobahnast/resp. Tunnel bringt doch gar nichts!
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  2. Denkwürdig

    von Tilmann Schor um 30.10.2012 um 11:59Uhr

    Man denke an die Zukunft und plane 4 Spuren. Wie steht aber es um eine weitere Dimension, der Länge?

    Ein kurzer Maxi-Tunnel führt von der Autobahn direkt an das Mini-Naturschutzgebiet am Dorenbachviadukt, zwar ein vollständig lärmverschmutzes und menschenfeindliches. Immerhin, durch den heute publizierten Plan bleibt der schützenwerte Boden erhalten. Ein Tunnel, hingegen, 1-2 km darüber hinausgeführt, das führte zu weit. Warum eigentlich? Diese Variante käme einer grossräumigem Umfahrung, wie man sie für die Zukunft offen halten muss, gedanklich schon sehr nahe. Gerade für das Dorenbach, wie für anderen Agglos in der Schweiz genauso, wo eine Zunahme des Verkehrslärms zu beklagen ist, wäre der Entwurf eines langen Tunnels das Papier wert. Unter die Erde damit!

    Wenn es also ein Tunnel sein muss, dann käme auch noch eine kürzere als die geplante Tunnel-Länge in Betracht. Etwa eine, welche die Kunsteisbahn mit der Reinacherstrasse verbindet. Denn kleinkariert, wie das Gundeli städtebaulich ist, wäre es damit schon möglich, den 16/15er nach einer Schlaufe am Bahnhof Gundeliausgang via Frobenstrasse zur Dornacherstrasse zu führen, um damit dem Quartier zwei Längsachsen für Velo UND Fussgänger den Raum zurück zu geben, welcher bei unsäglichen Umbau des Boulevards und dem Transitverkehr dank den Shoppingcentern in Allschwil und Dreispitz verloren gegangen ist.

    Falls man am Ende zum Schluss kommen sollte, sich die Kosten für den Bau eines Tunnels zu sparen, dann bleibt zu hoffen, dass die Summe nicht an anderen Orten zum leidigen Öffnen der Schleusen für die Blechlawinen investiert wird. Mit dem Geld könnte man gut und gern Obi und Jumbo einstampfen, sowie verdichtes Wohnen sowie zahlbare Miete für Quartierlädeli fördern.

    PS: Kompliment an die Bildredaktion für die treffende Bildauswahl.
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Informationen zum Artikel

26.10.2012, 00:01 Uhr

Allianz gegen Gundeli-Tunnel

Text

Text:

  • 19.06.2013 um 10:25
    «Nulltoleranz? Blödsinn!»

    Die TagesWoche hat mit Polizeidirektor Baschi Dürr das Video von der Favela-Räumung angeschaut. Im Interview nimmt Dürr ausführlich Stellung und verteidigt den Einsatz weiterhin. Er räumt jedoch auch ein, dass seine Beamten in einzelnen Fällen unnötig hart vorgegangen sind.

  • 14.06.2013 um 13:47
    «Früher hatten Taxichauffeure noch Anstand und Kultur»

    Seit 25 Jahren fährt Rita Hochstrasser in Basel Taxi. Wie sich ihre Berufskollegen zum Teil benehmen, findet die 54-Jährige schlimm. Ein Gespräch mit ihr, geführt vom Congress Center zum Bahnhof SBB und zurück.

  • 13.06.2013 um 15:57
    Die perfekte Schule

    Im Schulhaus St. Johann ist Integration längst Teil des Alltags.

  • 02.05.2013 um 19:58
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    Zum Artikel: Die perfekte Show

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