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Do, 23.05.2013

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Rotblaulive.ch: Alles zur Saison des FC Basel: Berichte, Tabellen, Tweets, Videos, Statistiken und Spielszenenanalyse.

Fussball, FC Basel 

21.10.2012, 18:34 Uhr

Marco Streller: «Sieben Totalausfälle»

21.10.2012, 18:34 Uhr

Vieles ist anders beim FC Basel: Trainer, Spielsystem, Abwehrchef. Aber etwas ist geblieben: Die Ratlosigkeit, die die Spieler nach einem schlechten Resultat bei der Suche nach den Gründen begleitet. Nach dem 0:1 in Luzern versuchte sich Captain Marco Streller in der Analyse – und wählte deutliche Worte. Von Florian Raz

Freshfocus: Marco Streller (r.) über seinee eigene Leistung gegen Luzern: «Ich hatte kaum Bälle. Und die, die ich hatte, habe ich verloren.»

Marco Streller (r.) über seinee eigene Leistung gegen Luzern: «Ich hatte kaum Bälle. Und die, die ich hatte, habe ich verloren.» (Bild: Freshfocus)

Marco Streller, neues System, ein ehemals aussortierter Spieler als Abwehrchef. Vieles war anders, beim FC Basel ...

... ja, und das hat ja auch hervorragend geklappt (lacht ironisch). Nein. Das war etwas, das wir verändern wollten, um etwas flexibler zu werden. Es ist klar, dass noch nicht alles funktionieren kann. Ich meine, Murat Yakin ist jetzt eine Woche da. Die Drei hinten in der Abwehr haben meiner Meinung nach ein sehr gutes Spiel gemacht. Aber wenn du sieben Totalausfälle vorne dran hast, kannst du nicht gewinnen.

Nach einer wenigstens ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der der FCB mehr Ballbesitz hatte, hat Luzern Ihre Mannschaft nach der Pause überfordert.

Ich weiss nicht, warum das so war. Der Ballbesitz interessiert mich nicht mehr. Ich habe soviel von Ballbesitz gehört ... Aber wir brauchen Punkte. Wir müssen zwingender werden, wir müssen schneller nach vorne spielen, wir dürfen die Bälle nicht so einfach verlieren, wir müssen unsere Chancen nutzen.

«Das ist jetzt ein schwieriger Moment. Und Muri kann nicht zaubern.»

Wie ist die Atmosphäre in der Kabine mit dem neuen Trainer?

Muri kann nicht zaubern. Es ist doch klar, dass er weiss, dass er etwas Zeit braucht, um seine Ideen auf uns zu übertragen. Aber wir brauchen auch Punkte. Jetzt müssen wir erfahrenen Spieler und auch der Trainer, der auch seine Erfahrung hat, vorneweg gehen. Es gibt solche Momente – und das jetzt ist ein schwieriger Moment.

Am Donnerstag geht es bereits in der Europa League weiter mit dem Spiel bei Videoton. Viel Zeit haben Sie nicht, um etwas am Spiel zu ändern.

Es ist gut, dass es schnell weitergeht. Wir sind in der Europa League noch voll im Rennen. Unser Ziel ist es, in diesem Wettbewerb zu überwintern und dazu brauchen wir gegen Videoton vier Punkte, wenn es geht sogar sechs.

Ist es denn wirklich gut, dass es am Donnerstag gleich weitergeht? Hätten Sie nicht lieber mal eine Woche, in der das Team und der Trainer in Ruhe gemeinsam am neuen System arbeiten könnten?

Es wäre sicher besser, wenn wir ein paar Tage mehr zusammen hätten. Aber die haben wir einfach nicht. Es ist eine schwierige Situation, aber es muss weiter gehen.

Sie selbst waren in den letzten Wochen der Aktivposten im Angriff. Heute aber hingen Sie komplett in der Luft.

Das war so. Definitiv. Ich habe nicht viele Bälle bekommen. Und die, die ich bekommen habe, habe ich verloren.

Die Hoffnung beim FCB war sicher, dass die Mannschaft nach dem Trainerwechsel eine Reaktion zeigt. Jetzt haben Sie gegen den Zweitletzten der Super League gespielt – und eine Reaktion haben eigentlich nur die Luzerner gezeigt.

Das habe ich auch so gesehen.

Haben Sie dafür eine Erklärung?

Nein, die habe ich nicht. Leider nicht. Aber ich hoffe, dass wir sie noch finden.

Sie sagen eigentlich jedes Wochenende, dass es vorwärts gehen müsse, dass der FCB Punkte brauche ...

... das ist richtig ...

... an welchem Punkt steht der FCB denn jetzt? Die Meisterschaft werden Sie ja kaum bereits abschreiben?

Nein, um Gotteswillen. Aber wir dürfen uns nicht immer darauf verlassen, dass wir stets so viele Punkte aufholen, wie wir das in der Vergangenheit gemacht haben, dass wir irgendwann in einen Lauf kommen und dann nicht mehr aufzuhalten sind. Das muss man sich auch wieder erarbeiten. Derzeit geht es ja nicht einmal darum, extrem schön zu spielen. Sondern darum, Spiele zu gewinnen. Im Moment ist es halt eher etwas umgekehrt. Dass wir immer versuchen, im Ballbesitz zu bleiben, aber nichts Konstruktives kommt. Und das müssen wir schleunigst ändern.

«Wer den Ball hatte, war die ärmste Sau.»

War es denn besonders mutig von Murat Yakin, gleich in seinem ersten Spiel das Spielsystem umzustellen?

Er hat sich ja schon Gedanken gemacht, warum er das tut. Er wollte die Defensive stabilisieren, weil er das Gefühl hatte, dass das Zusammenspiel zwischen Innen- und Aussenverteidigern in der Vergangenheit nicht ideal war. Und an den Drei hinten drin ist es heute nicht gelegen.

Aber wenn es gegen vorne hätte gehen sollen, betraf der angestrebte Überraschungsmoment eher den Basler, der den Ball hatte. Weil er nicht wusste, wen er wie hätte anspielen sollen.

Ich habe das auch ein wenig so beobachtet. Der, der den Ball hatte, war die ärmste Sau. Wir haben unser Hauptaugenmerk in dieser Woche sicher auf die Defensive gelegt. Ich denke, dass wir uns in den kommenden Wochen eher um die Offensive kümmern werden.

Waren die Umstellungen und die Rückholaktion von Kovac also nicht einfach ein Ausrufezeichen, das der Trainer setzen wollte, um zu zeigen: Hallo, jetzt bin ich der Chef?

Nein, das glaube ich nicht. Die Spieler, die frisch in die Mannschaft gekommen sind, haben sich ja auch nie etwas zuschulden kommen lassen, sie waren immer anständig Es ist oft so im Fussball, dass die, die eigentlich aussortiert waren, plötzlich noch einmal eine Chance erhalten.

Aber ein Fortschritt war dieses Spiel in Luzern nicht. Oder sehen Sie das anders?

Nein. Das war definitiv kein Fortschritt. Aber das kann man doch nach einer Woche doch gar nicht erwarten. Da muss man uns auch ein wenig die Zeit geben, die wir eigentlich nicht haben.

Das klingt kompliziert.

Ja, aber so ist es. Yakin kann auch nicht alles sofort ändern. Und das muss er auch nicht. Es war ja nicht alles schlecht unter Heiko Vogel – im Gegenteil. Aber Yakin hat jetzt einfach ein paar andere Ideen. Und um die umzusetzen, brauchen wir halt ein wenig Zeit. Mehr kann ich Ihnen auch nicht sagen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Ein Totalausfall war der Trainer

    von Kulturbetrachter Basel um 21.10.2012 um 20:57Uhr

    Das er die zwei Lampenberger zusammen aufstellen würde, war so klar wie Klosbrühe! Darauf hätte ich wetten können.
    Die heutige Spielposition von Steinhöfer erinnerte mich an ein längst vergessenes Spiel in Lissabon. Da standen wir oben in der Kurve und trauten unseren Augen nicht, als Papa Malik Ba als rechter Verteidiger eingesetzt wurde. Es war grausam und eine Fehlbesetzung sondergleichen. Gross machte dies nur um uns zu zeigen, wie toll Zanni doch auf dieser Position spielen kann.
    Heute wollte der Trainer uns wohl beweisen, wie toll ein Degen auf dieser Position spielen könnte, wenn nicht Steinhöfer dort gestochert hätte.

    Mein ganzes Mitgefühl galt Steinhöfer und Sommer.

    Und immer dieses blöde Murigequake. Diese dümmliche Annäherung von allen Seiten um zu betonen, dass man sich ja kennt.
    Und Vogel warf man Distanzlosigkeit vor... pfffffff

    Direktlink zum Kommentar

  2. ich gehe davon aus, dass auch Patron und Doyen Moritz Suter ...

    von Inaktiver Nutzer um 21.10.2012 um 21:06Uhr

    seinen Stumpen im Spiel hatte. Was dabei herauskommt, wenn er eingreift, wissen wir aus jüngster Vergangenheit.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Kommentar

    von Lukas Romer um 21.10.2012 um 21:27Uhr

    Gar keine Lust mehr, zu diesem Thema noch einen Kommentar abzugeben.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

21.10.2012, 18:34 Uhr

Marco Streller: «Sieben Totalausfälle»

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 00:01
    Der Chef und sein Zuträger

    Der eine sorgt mit schnellem Antritt für Aufsehen und geht mit Torchancen bisweilen etwas gar verschwenderisch um. Der andere verrichtet seine Arbeit schon fast still und leise. Mohamed Salah und Mohamed Elneny bestimmen den Puls des FC Basel mit. Im Cupfinal gegen die Grasshoppers wird Salah allerdings gesperrt fehlen.

  • 17.05.2013 um 06:08
    «Jetzt soll mal der Schär hinten bleiben»

    Fabian Frei hat einen Lauf. Beim 2:0 gegen Lausanne schiesst er beide Tore – und am Pfingstmontag dürfte er erstmals in seiner Karriere einen Cupfinal bestreiten.

  • 17.05.2013 um 00:01
    Miezekatzen, Testläufer und ein auf die Probe gestellter Werbespruch

    Fabian Frei und Valentin Stocker erledigten Arbeit und Vorarbeit des Toreschiessens. Andere konnten die Kräfte für den Cupfinal schonen. Die Einzelkritiken zum 2:0 des FC Basel gegen Lausanne.

  • 16.05.2013 um 18:35
    Eishockey
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Herr Hochhuth, glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass nicht eine halbe lokale Geschichte weniger geschrieben wurde wegen dieses Eishockey-Artikels? Der Text kommt über Agentur, der Dienstchef (der sowieso Dienst schieben muss) hat ihn von d...

  • 13.05.2013 um 18:51
    Das mit der Tribüne
    Zum Artikel: Constantin kehrt mit dem Stahlbesen

    Meist sitzt das von ihnen angesprochene Problem ja nicht auf der Tribüne, sondern dirigiert (das Team) und desavouiert (den Trainer) von seinem Stammplatz neben der Ersatzbank aus.

  • 13.05.2013 um 17:13
    Seldwyla
    Zum Artikel: Das Ende eines Clublokals – Stadt stellt Italiener auf die Strasse

    Weil die Stadt Basel eine leere Immobilie wollte, wird der bisherige Mieter rausgeworfen. Und jetzt sucht die Stadt Basel einen Zwischennutzer, weil sie gerne einen Mieter für ihre leere Immobilie hätte. Warum dreht sich bei mir plötzlich alles im Kopf?

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