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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 18.05.2013

Editorial 

19.10.2012, 00:01 Uhr

Und schon tickt die nächste Zeitbombe

19.10.2012, 00:01 Uhr

Tiefe Steuern, wenig Transparenz: Unser Land ist ein Paradies für Rohstoffhändler. Ihr Geschäft ist so umstritten wie lukrativ. Der Schweiz droht bald neuer Ärger. Von Remo Leupin

Nach dem Ärger mit dem Bankgeheimnis droht der Schweiz neues Un­ge­mach. Wie­der ist die hie­­­sige Steuerpraxis Stein des An­­stos­ses. Wieder geht es um viel Geld, das im Ausland am Fiskus vorbei­geschleust wird. Und wieder ist eine Branche involviert, die namhaft zum Reichtum unseres Landes beiträgt: der Roh­stoffhandel.

Rund ein Viertel des globalen Handels mit Öl, Kaffee, Baumwolle oder seltenen Metallen wird von der Schweiz aus abge­wickelt. Ein Geschäft, das sich nicht nur für die Multis lohnt, die von Steuerdeals pro­­­fi­tieren, sondern auch für unser Land. Allein im letzten Jahr betrugen die Verkaufserlöse für Rohstoffe, die von der Schweiz aus im Ausland gehandelt wurden, über 760 Mil­liar­den Franken; die Branche trägt mit einer Wertschöpfung von über drei Prozent markant zur hiesigen Wirt­schafts­leistung bei und übertrifft damit sogar den Tourismus und den Maschinenbau.

Das Geschäft, das vor allem in den Steueroasen Genf und Zug blüht, ist der EU schon lange ein Dorn im Auge. Seit Jah­ren droht Brüssel mit Massnahmen gegen die hiesigen Holdingsteuer­gesetze, durch welche dem Ausland Fiskal­einnahmen in Milliardenhöhe ent­gehen. Doch es geht um mehr als Geld. Um­stritten sind auch die Geschäftspraktiken der Firmen, die oft direkt an der Rohstoff­gewinnung beteiligt sind. Entwick­lungs­hilfe­orga­ni­­sationen werfen den Multis Kor­rup­tion, Menschenrechts­verlet­zungen und Umweltzerstörung in Drittweltländern vor.

Inzwischen wächst der Druck auch in Bundesbern. Verschiedene politische Vor­stösse fordern mehr Transparenz im Roh­stoff­sektor. Und auch der Bundesrat inte­res­siert sich für die Prak­tiken der Branche. Ein Ex­per­tengutachten steht kurz vor dem Ab­­schluss; was laut Insidern noch fehlt, sind Empfeh­lun­gen an den Bundesrat, ob sich schärfere Vor­schrif­ten aufdrängen oder nicht.

Für Kritiker wie den ehemaligen Tessiner FDP-Ständerat Dick Marty ist die Antwort klar Ja: «Ich habe das Gefühl, wir sitzen auf einer Zeitbombe.»

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Informationen zum Artikel

19.10.2012, 00:01 Uhr

Und schon tickt die nächste Zeitbombe

Text

Text:

  • 16.05.2013 um 15:30
    TagesWoche vom 17.5.: Die Themen

    Arm dran: Trotz Volljob zu wenig Geld – vor allem Frauen sind betroffen; André Dosé sorgt sich um die Zukunft der Schweiz; Immobilien Basel-Stadt: Rendite ist das oberste Ziel; Peter Schneider: Warum wir heucheln; Dan Browns neuer Roman «Inferno» – eine Kritik… Dies und weitere Themen in der TagesWoche vom 17. Mai – als App, im Abo und am Kiosk.

  • 16.05.2013 um 14:47
    Politik mit der Angstkeule

    Wird die Mindestlohn-Initiative angenommen, steigt die Arbeitslosigkeit, warnen die Arbeitgeber. Wirklich?

  • 08.05.2013 um 16:30
    Seltene Käfer und andere Besetzer

    Armin Coray fahndet auf dem Areal des besetzten Schützenhauses in Allschwil nach Erdbockkäfern – wie schon in den 1980er-Jahren bei der besetzten «Alten Stadtgärtnerei» im St. Johann. Dort ist der seltene Käfer seit dem Parkbau verschwunden.

  • 25.04.2013 um 09:53
    Betr.: «Laienkritik»
    Zum Artikel: Fragwürdige Farbfläche

    Vielen Dank für Ihre Kritik! Auf den «Goldenen Schnitt» kann man tatsächlich verzichten… Aber vielleicht schauen Sie sich einmal ein paar ältere Art-Kataloge bezüglich Cover und Innenseiten an – da wird einiges klar.

  • 05.04.2013 um 10:55
    Druck in der Ostschweiz
    Zum Artikel: Keine TagesWoche im Briefkasten

    Sehr geehrte Frau Burgermeister Grund für den Druck der TagesWoche in der Ostschweiz ist das spezielle Format unserer Zeitung: Beim Start unseres Projekts vor einem Jahr war Zehnder Druck in Wil (SG) die einzige Firma in der Schweiz, die unser Format ...

  • 28.03.2013 um 13:21
    Betr.: «Geier» und «deutsche Überheblichkeit»
    Zum Artikel: Spiel mit dem Feuer

    Sehr geehrte Herren «Anti Mainstream und «Angelo Rizzi». Ich gebe Ihnen im Namen unseres Autors gerne eine Antwort. Staaten in Not ziehen Spekulanten an, das zeigte sich vor drei Jahren etwa im Fall von Griechenland. Besonders beliebt sind Währungsspek...

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