Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Konzert 

20.10.2012, 15:45 Uhr

Kurzweil ist nur ein Name

20.10.2012, 15:45 Uhr

Als Musiker der Avantgarde hat John Cale seine Spuren von The Velvet Underground bis John Cage hinterlassen. Der ordentliche Rock hingegen gehört nicht zu seinen überzeugendsten Domänen, wie sein Konzert in der Kaserne Basel offenbarte. Von Andreas Schneitter

Die Bratsche liess John Cale am Freitagabend zuhause....

Die Bratsche liess John Cale am Freitagabend zuhause.... (Bild: Alex Preobrajenski)

...stattdessen gab es Rock mit Gitarre und E-Piano.

...stattdessen gab es Rock mit Gitarre und E-Piano. (Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

(Bild: Alex Preobrajenski)

Als John Cale vor sieben Monaten seinen Siebzigsten feiern durfte und die Laudationes dazu in den Feuilletons erschienen, dominierten Überschriften wie diejenige der Süddeutschen Zeitung: «Radikal vielseitig». Cale, der grosse Avantgardist, war hochkulturell schon in den Sechziger Jahren bei John Cages «Vexations» dabei und ebenso in der jüngeren Gegenwart mit einer Installation an der Biennale Venedig. In der Rockmusik, seiner anderen Bühne, ist sein Name eng mit Lou Reed, Andy Warhol und The Velvet Underground verbunden, jener unermesslich wegweisenden Band aus dem New York der Sechziger Jahre, bei denen er die Bratsche spielte, die dem kruden Sound eine unheimlich irre, bedrohliche Drone-Ästhetik verlieh, Jahre vor Punk.

Ach ja, Punk: Auch da sass er wortwörtlich an den Hebeln, bevor sich das Genre überhaupt erst gebildet hat, als Produzent von Platten der Stooges und von Patti Smith.

Man muss diese immense Reputation von John Cale vor Augen halten, um sein Konzert in der grossen, doch spärlich gefüllten Halle der Kaserne Basel einordnen zu können. Vor wenigen Wochen hat er ein neues Studioalbum veröffentlicht, «Shifty Adventures In Nookie Wood», sein erstes seit sieben Jahren, das er nun mit einer Tour spazieren fährt. Es ist nicht sein bestes, was auch nicht weiter problematisch ist. Doch etwas enttäuschend ist die Form, die Cale zur aktuellen Umsetzung gewählt hat: das Rock-Quartett. Drei höchst solide Sessionmusiker an Gitarre, Schlagzeug und Bass, die weich-virtuose tiefe Läufe und dürr-düstere Rockriffs spielen können, während Cale mit seiner markig dröhnenden Stimme am E-Piano durchs Set singt. «Kurzweil» steht prominent auf seinem Synthesizer. Der Name des Herstellers, aber auch eine Verheissung fürs Konzert? Man wird sehen.

Anfangsspannung

Der Anfang mit «Captain Hook» gerät sehr eindringlich, wenn auch ohne den flirrenden Irrsinn, mit dem das Stück auf seiner Liveplatte «Sabotage» 1979 eine ausgezeichnete Kontur gewann. Auch das nachfolgende, nervös-minimalistisch gehaltene «Bluetooth Swings» sowie eine mit viel Soul geladene Version von «Hey Ray» halten die Spannung hoch. Den Bruch gibt es, als Cale sich seinem neuen Album zuwendet. In «Scotland Yard» und «I Wanna Talk 2 U» dominieren die sperrigen Phasen, aus denen im hausbackenen Rock-Set jedoch kaum ein Reiz strahlt, «December Rain» verdickt die schwere Suppe mit elektronischen Beats und einem dunklen, jedoch für einmal monotonen Gesang.

Da ist das Konzert mittlerweile knapp eine Stunde alt, und die Sperrigkeit gegen jeden Variationsreichtum und gegen das Ausloten der Arrangementmöglichkeiten, mit denen Cale etwa auf «Paris 1919» so zu brillieren vermochte, verschleppt die Dynamik des Sets zusehends. Erst als Cale selbst zur Gitarre greift und das trockene Riff von «Helen Of Troy» anspielt, gewinnt das Konzert wieder an Fahrt und sein Gesang an Bissigkeit, allerdings zerrinnt der Song auch hier gegen Ende in einer minutenlangen, repetitiven und zusehends drögen Rockstampferei. Noch einmal bäumt sich die Stimmung ungeahnt auf, kurz vor Schluss mit den Discofanfaren des Synthesizers von «Satellite Walks» und einem herrlich lakonischen Gesang, dann endet das Konzert nach knapp zwei Stunden ziemlich abrupt.

Keine Zugabe, kein «Venus In Furs», kein Moment, in dem er doch noch die Bratsche hervorholt. Vor fünf Jahren, als Cale das letzte Mal in der Kaserne Basel zu Gast war, überwältigte er mit psychedelischem Furor und einer experimentierhungrigen Band, die grosse Bereitschaft zu collagierten Soundstrukturen an den Tag legte. Diesmal hat er die Rocker mitgenommen. Auch die machten ihre Sache ordentlich. Aber das Ordentliche war kaum je die Königsdisziplin von John Cale.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

20.10.2012, 15:45 Uhr

Kurzweil ist nur ein Name

Text

Text: Andreas Schneitter

  • 23.05.2013 um 15:27
    Wochenendlich in der Republik Saugeais

    Wirtschaftszentrum der Republik Saugeais ist eine Räucherkammer für Würste. Hin da.

  • 23.05.2013 um 14:27
    «Das gefällt euch, Ihr Nazis?»

    Der «Hassias» Serdar Somuncu predigt den Hass, damit die Menschen wieder lieben lernen. Hinter der vulgären Maske des Allesdiffamierer steckt ein grosser Humanist.

  • 16.05.2013 um 17:12
    Höllenfeuer und Übermenschen

    Mit «Inferno» schickt Dan Brown den Symbologen Robert Langdon erneut auf Schnitzeljagd durch europäische Kulturmetropolen. Sein Konzept nutzt sich jedoch langsam ab.

Aktuell

sda: Georges Moustaki auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2008 (Archiv)

Todesfall 

Sänger Georges Moustaki ist tot

Der französische Sänger und Komponist Georges Moustaki ist tot. Der berühmte Chansonnier, Schöpfer von Welterfolgen wie «Milord», starb am Donnerstagmorgen im Alter von 79 Jahren, wie aus seinem Umfeld verlautete. Von sda. Weiterlesen

sda: Barbara Frey, Intendantin des Schauspielhauses Zürich

Theater 

Viel Klassik am Schauspielhaus Zürich

Klassische Stoffe, darunter ein fünfteiliger Schwerpunkt Schweiz, dominieren den Spielplan 2013/2014 am Schauspielhaus Zürich. Daneben gibt es aber auch aktualitätsbezogene zeitgenössische Projekte - für Erwachsene wie für Jugendliche.Von sda. Weiterlesen