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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 19.06.2013

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Die Wochendebatte Ist der Trainerwechsel des FCB richtig?

Standpunkte

Portrait Michael Martin

Ja

Michael Martin, Mit-Herausgeber der Fussball-Magazine «rotweiss» und «Foot»

Der FCB hat wohl mit heftigen Reaktionen gerechnet, als er die Fussball-Schweiz mit dem Entschluss konfrontierte, sich von Heiko Vogel zu trennen. Keine Frage: Es sind schon unsympathischere Trainer entlassen worden … Womit bis zu einem gewissen Grad das Unverständnis erklärt werden kann, das den Entscheid begleitet. Vogel hatte die Gunst einer wunderbaren FCB-Konstellation genutzt; er passte mit ­seinem Gemüt ideal in die damalige Hochwetterlage, und spätestens als der «kleine» Heiko dem «grossen» Sir Alex Ferguson verschmitzt die Hand reichte, war er «einer von uns» geworden.
Geht man die Sache nüchterner an und sieht in Vogel bei allem Fachwissen nicht zu sehr den Reiz einer eloquenten Antifigur zu anderen, oft «austauschbaren» Trainern, so stellt man fest: Was nützen Sympathie und Identifikationsmerkmale, wenn der wichtigste Angestellte nach dem Rausch das Ruder nicht mehr im Griff hat und keine Trendwende zu erkennen ist? Wer sagt, der FCB habe die Chance verpasst, sich in der Trainerfrage anders zu verhalten, unterschätzt die Dynamik der Branche – in Erfolg wie Misserfolg. Hier kickt Basel nicht anders als der Rest der Welt.
So versiert Vogel das Team betreute, als die Sonne schien, so deutlich war der Vertrauensverlust, als er vor der Aufgabe stand, ein neues Gebilde zu formen und zu führen. Vogel verpasste gegen ein mediokres Team (Cluj) die Champions League, er verstand es nicht, die von ihm mit ins Boot geholten neuen Spieler in ein funktionierendes Gefüge einzubauen, und er reagierte zusehends gereizt ob der sich zuspitzenden Negativentwicklung. All dies färbte auf die Darbietungen des Teams ab. Man stelle sich den Unmut der Fans vor, hätte Christian Gross die jüngsten Leistungen zu verantworten gehabt! Ob Murat Yakins Wahl als Nachfolger richtig war, ist im Unterschied zu Vogels Freistellung nicht heute zu beurteilen. Der Wechsel als solcher jedoch ist absolut nachvollziehbar.

Portrait Roland Suter

Nein

Roland Suter, Theaterintendant und FCB-Fan

Als mich die Meldung erreichte, dass Heiko Vogel als Trainer des FCB entlassen wurde, stockte mein rotblaues Herz und ich atmete ganz tief durch, wie damals in München nach dem 0:7 gegen die Bayern, um mir einzutrichtern: Es gibt wichtigeres als die wundervollste Nebensache der Welt.

Aber wieso, geht es mir immer wieder durch den Kopf, lässt man diesen besonderen Vogel genau jetzt fliegen? Heiko Vogel ist für mich der Inbegriff des neuen FC Basel 1893, dem gelebten Gegenstück zur kommerziellen Hochglanzwelt des Fussballs, wie sie in Madrid, London oder eben München zelebriert wird; erfolgreich und dabei doch auf dem Boden.

Und Heiko Vogel ist einer von uns. Man kann sich durchaus vorstellen, mit ihm ein Bier zu trinken oder gemeinsam in der Muttenzerkurve zu stehen. Er ist ein Kumpeltyp, wie er im Buch steht: Offen, herzlich und schlagfertig, manchmal überbordend, manchmal stinkig, aber immer menschlich und authentisch; kurz: e geile Siech! Und welcher FCB-Trainer hat in den letzten 20 Jahren so mitgefeiert auf dem Barfi, Freudentränen vergossen, als wir seinen Name skandierten, und den Fans immer ehrliche Anerkennung gezollt, wenn sie die Mannschaft zum Sieg gesungen oder unterstützt haben, auch wenn die grottenschlecht spielte? Und auf einmal soll mein FCB vogelfrei sein?

Ich masse mir nicht an, den Entscheid des FCB-Vorstands zu kritisieren, denn nur Bernhard Heusler und seine Mannen wissen, was die wahren Beweggründe sind für die Entlassung. Sportliche Argumente können nicht ausschlaggebend gewesen sein, zu sehr leben die Verantwortlichen in den letzten Jahren die FCB-Maxime «Erfolg isch nid alles im Läbe» vor.
Aber als Anhänger der vogelschen Lebensphilosophie – und von Menschen mit Ecken und Kanten – sagt mein rotblaues Herz, dass die Entlassung von Heiko Vogel zum falschen Zeitpunkt erfolgt ist.

  1. Menschlich schade, fachlich richtig

    von Martin Seeger am 19.10.2012 um 11:10Uhr

    Ich gehe mit der Meinung von Michael Martin völlig einig. Natürlich war meine erste Reaktion - wie wohl bei den meisten FCB-Fans - völliges Kopfschütteln, Entrüstung, Enttäuschung über Herrn Heusler und den Vorstand: Nun ist der FCB auch einer jener Clubs, die bei Nichterfolgen einfach den Trainer feuern. Das passte einfach nicht ins Bild, das die Führung dieses Clubs bis anhing abgab.
    Nachdem nun aber immer mehr Details bekannt werden, hat sich mein früherer Eindruck der Vorstandsetage wieder bestätigt: Nicht hektisch, sondern überlegt und zukunftsorientiert. Es nützt nichts - wie auch ich zuerst dachte - die Winterpause abzuwarten, wenn man keine Perspektive sieht und unüberwindbare fachliche Differenzen bestehen. Nach wie vor finde ich allerdings, dass die Kommunikation - bei einem so beliebten Trainer und einem so brisanten Entscheid - für einmal nicht sehr professionell war: Warum hat man nicht offen und klar die fachlichen Gründe (ruhig auch etwas im Detail) und die offenbar bereits seit längerem bestehenden Differenzen genannt? Der Vorstand hätte doch wissen müssen, dass die Fans mit den verwendeten allgemeinen Floskeln nicht zufrieden sein und mit Unverständnis und Wut reagieren würden. So war einem im ersten Moment auch nicht bewusst, dass Heiko Vogel eine eingespielte Mannschaft in Hochform "übernehmen" konnte - und sich einige Leute schon damals fragten, wie er denn in schwierigen Zeiten sein würde.
    Natürlich gehe ich mit Roland Suter einig, dass Heiko Vogel "einer von uns" war - deshalb war der Schock ja auch so gross. Aber ist das die Aufgabe eines Trainers? Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Kumpel sein nicht genügt - Führung ist gefragt und nötig. Es mag in der Privatwirtschaft Betriebe geben, die man mit sehr flachen Hierarchien und kollegialem Verhalten führen kann - sicher aber nicht eine derart heterogene Fussballmannschaft.
    Heiko Vogel kann man für seine Arbeit - schon unter Thorsten Fink - nur danken und ihm nur das Allerbeste wünschen.
    Und Murat Yakin sollte man nun wirklich eine faire Chance geben und ihn nicht am früheren Verhalten von Hakan messen. Murat Yakin mag polarisieren - entscheidend ist seine Kompetenz als Trainer und dass er sicher Herzblut für den FCB mitbringt. Ich glaube nicht, dass er - bei Erfolgen - den Club nach einer/zwei Saisons wechseln wird.
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  2. Ist der Trainerwechsel des FCB richtig?

    von hellwach am 19.10.2012 um 11:11Uhr

    Heiko Vogel ist ohne Zweifel ein sehr sympathischer Mensch und ein versierter Kenner des Fussballs, aber die zunehmende Verunsicherung der Mannschaft zuletzt auf dem Feld war offensichtlich.
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  3. Wieso nur gibt es keine "Schwankend"-Option bei der Wochenfrage?

    von Michael T am 19.10.2012 um 14:46Uhr

    Ich stimme mit Michael Martin's Argumentationslinie überein, aber würde zu Ende einen anderen Schluss ziehen. Ja, vieles scheint nicht zu stimmen, aber ist der jetzige Zeitpunkt wirklich der richtige für einen solchen Wechsel? Anders rum gefragt, welche Szenarios sind denn denkbar für die nächsten Wochen? Entweder der neue Trainer (egal, welchen Namen er trägt) gewinnt die schwierigen Spiele in Luzern, Zürich und Ungarn und dann ist alles gut. Oder es gibt weiterhin gemixte Resultate und dann heisst es wieder, dass der neue Trainer wieder Zeit braucht (die er ironischerweise erst in der Winterpause bekommen wird). Die dritte Option ist, dass es empfindliche Niederlagen setzt. Und welche Option hat man dann noch?

    Schlussendlich habe ich einfach das Gefühl, dass der Vorstand seinen "Trumpf" ziemlich früh ausgespielt hat. Er hat jetzt die Verantwortung klar an sich gerissen, und jetzt warten wir ab und sehen was geschieht...
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  4. Nein

    von Inaktiver Nutzer am 19.10.2012 um 17:23Uhr

    Ohne die gängigen Argumente nochmals zu wiederholen: Nein.

    Drei Leistungsträger verkauft. Neue Spieler aus anderen Spielkulturen dazugekauft. Alex Frei im Formtief. Trotzdem in der Meisterschaft vorne dabei. International noch immer dabei.

    Seltsame Anspielungen auf „Führungsschwäche“ und „kauft nicht in der Freien Strasse ein, weil er in jeder freien Minute in Deutschland bei seiner Familie ist“.

    Das hier riecht nach Mobbing und ein seltsames Geschmäckle bleibt in der Luft stehen, dass seine guten Freunde aus der Geschäftsleitung Murat Yakin in die Position gehievt haben, bevor er wieder vom Markt ist.

    Fazit: Das Kurzpassspiel im Vorstand ist lausig. Note 2.

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  5. Wer weiss schon, was geschehen ist?

    von Martin Hafen am 19.10.2012 um 19:18Uhr

    So wie ich die Führung des FCB in den letzten Jahren erlebt habe, bin ich überzeugt, dass zwischen der Führung und Trainer Vogel etwas so Schwerwiegendes vorgefallen ist, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. Beide Seiten haben offenbar vereinbart, nicht über diese Vorfälle zu kommunizieren. Die FCB-Führung trägt die Bürde, dass ihr Entscheid nicht nachvollzogen werden kann und sie sich nicht rechtfertigen kann. Sie schützt damit ihren ehemaligen Trainer. Das ehrt sie aus meiner Perspektive.

    Eine Trainerentlassung aus sportlichen Gründen hätte die Führung zum jetzigen Zeitpunkt nie vollzogen. Das wäre aus meiner Sicht auch nicht nachzuvollziehen gewesen.
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  6. Nein und @ Martin Hafen

    von Marianne Känzig am 19.10.2012 um 21:09Uhr

    Herr Hafen, vielleicht schütz auch der Ex-Trainer die FCB-Führung.
    Und Nein, der Trainerwechsel ist nicht richtig. So ist es halt im Fussball?
    Dann tut ES doch einfach nicht.
    Alle haben dahinter gestanden. Die Fans, die Bevölkerung, alle. Ausser der FCB-Führung. Die kann sich ganz plötzlich nicht mit einem Formtief abfinden.
    Hässliche Geschichte. Viel zu viele Ungereimtheiten. Ab jetzt wird die Innerstadt mit einkaufenden Fussballern zugekleistert sein, und die Familien sollen unbedingt vernachlässigt werden. Die Könige, die man wie Könige behandeln muss, wollen wir dann auch nicht vergessen. Man sollte sich wirklich überlegen, ob man mit seinem Ticket diese Art von "so ist es halt im Fussball" unterstützen will.
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  7. trainerwechsel - die wahren fcb-fans sitzen im vorstand

    von thierry f moosbrugger am 20.10.2012 um 09:58Uhr

    Liebe Fans, die ihr so gerne „Erfolg isch nit alles im Läbe“ singt:
    Der FCB-Vorstand hat gerade in diesen schwierigen Tagen diesen FCB-Merksatz gelebt. Wenn Ihr die Entlassung Vogels auf rein sportlichem Niveau betrachtet, dann nehmt ihr die Fassade des Erfolges oder der Fussballshowbühne als die ganze Realität und zeigt genau die Oberflächlichket, die ihr jetzt dem Vorstand vorgeworfen habt.

    Dass nicht sportliche Gründe zur Entlassung führten, ist sicht- und hörbar gewesen an der Pressekonferenz… für diejenigen, die sich nicht in ihrer Verurteilung suhlen wollten. An den Gesichtern von Bernhard Heusler und Georg Heitz war es sichtbar, ebenso wie zwischen den Zeilen ihrer Aussagen. Es waren Dinge vorgefallen, die auf der menschlichen Ebene lagen.
    Was es wirklich war, von dem hat man bisher nie gehört. Und das zeichnet genau die menschliche Stärke des FCB-Vorstandes aus. Dass er dreckige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit wäscht, nicht im Frühsommer und nicht bei der Entlassung. Er schützte damit den Trainer selber, und er nimmt es in Kauf, von der unwissenden Öffentlichkeit für ihre Fairness dem Trainer gegenüber abgestraft zu werden.
    Das zeugt von Respekt, Loyalität und echter Stärke.
    Kaum ein anderer Vereinsvorstand hätte den Mut gehabt, die menschliche Seite so stark zu gewichten und über den sportlichen Erfolg zu stellen. Und gerade in diesen Tagen zeigte der Vorstand, dass der FCB von einem aussergewöhnlichen Vorstand geleitet wird.
    Diejenigen, welche jetzt den Kurven-Song als Vorwurf gegen den Vorstand wenden, sollten sich fragen, wie stark sie sich selber vom Erfolg blenden lassen und blind geworden sind dafür, etwas anderes als den sportlichen Erfolg als Gradmesser für Anstellungsverhältnisse beim FCB zu sehen.

    Der FCB-Vorstand hingegen zeigten gerade in diesen Tagen, dass er die Werte im Herzen trägt, welche der Song beschwört - Loyalität, Leidenschaft, Fairness.
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  8. zum 2. Mal nein

    von Inaktiver Nutzer am 21.10.2012 um 14:40Uhr

    Danke, Michael Martin, beinahe hätten Sie mich mit Ihrer Argumentation erwischt. Selbstverständlich wollen wir alle wunderbar unterhalten werden und selbstverständlich möchten wir es hier ein wenig wärmer haben als in München.

    Wenn Heiko Vogel mit der Tageskasse verschwunden wäre, wir wüssten es längst und in allen Details. Aber wie in den letzten Tagen auf beinahe heimtückische, subtile Art mit schwammigen Andeutungen der Fokus in Richtung zwischenmenschliches Versagen geschoben wurde, ist unwürdig.

    Es würdigt die Person und die Verdienste Heiko Vogels herab, indem es Platz macht für Mutmassungen und Gerüchte. Und es würdigt die bisherigen Verdienste des Vorstands herab, weil der sich für hoch professionell hält, aber sich nicht mehr so verhält.

    Der Sport geht weiter. Aber am Ende dieses Spiels gehen nur Verlierer vom Platz. Ach ja: Das Spiel endete 0:1. Ein Eigentor brachte die Entscheidung.
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  9. Ist der Trainerwechsel des FCB richtig?

    von Gino Günzburger am 22.10.2012 um 18:28Uhr

    Wer das Interview mit Heiko Vogel in der Tageeswoche gelesen hat, kann sich eigentlich nur noch einen Reim auf seine Entlassung machen. Heiko Vogel erklärt die teils schwachen Leistung korrekt und so müsste sie auch der Vorstand des FCB, den man meines Erachtens oft etwas "sozialromantisch" verklärt anschaut, sehen. Meine Erklärung ist die, dass "man" eigentlich Murat Yakin schon nach Finks plötzlichem Abgang hätte haben wollen. doch das ging nicht weil Heiko Vogel mit seiner Mannschaft zu erfolgreich war und Murat Yakin nicht ohne grössere Probleme aus seinem Vertrag in Luzern herauszuholen war. Nachdem auf die neue Saison hin die Mannschaft trotz der übermüdeteten Neueinkäufe schwächer ist als letztes Jahr, sind die Erfolge (verständlicherweise) ausgeblieben und jetzt hat der Vorstand die Möglichkeit auf seine Art zu reagieren, zudem ja Yakin auch "frei" ist. Wer wo einkauft, kann ja nicht ernsthaft ein Kriterium sein ......
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  10. Heiko - Murat 1:0

    von Walter Meier am 23.10.2012 um 11:25Uhr

    Nach 50 Jahren FCB-Fan stellen sich mir zu diesem Wechsel vor allem die Frage nach dem Zeitpunkt: War der Wechsel jetzt richtig, nötig, wünschenswert?
    Die Lage des FCB in der Nationalliga A - oh, pardon, "Super" League - schien mir nicht sehr beunruhigend, auch wenn das Gekicke teilweise eher zum Spielen auf dem Handy als zum Mitfiebern aufforderte. Das war auch früher oft so. Die Ungeduld siegte, ein neuer Trainer musste her. Ich kreide das dem Vorstand nicht an, weil ich die genauen Umstände, die zum Entscheid führten, nicht kenne.
    Nun kommt Muri zurück, in meinen Augen der beste FCB-Verteidiger der letzen 50 Jahre - trotz Michaud, Mundschin, Majstorovic und Abraham. Seine Eignung als Trainer hat er aber nicht wirklich und dauerhaft bewiesen, vielleicht auch weil er (noch?) gegen das Image des selbstherrlichen Frauenlieblings, Golfspielers, Beaus und nicht eben Trainingsfleissigten zu kämpfen hat. Man muss ihm eine Chance zur Verbesserung geben.
    Was ich aber nicht begreife: Wie kann jemand glauben, dass eine derartige Umkrempelung der Aufstellung und des Systems einer bereits verunsicherten, im Vergleich zum Vorjahr qualitativ schwächer besetzten Mannschft zum Erfolg führt. Nur ein für mich nicht nachvollziehbares Beispiel: Die Defensive soll gestärkt werden und Sauro, der sich langsam zum sicheren Wert und Chef entwickelt, wird aus dem Team entfernt. Das ist weder eine sinnvolle Strafmassnahme wofür auch immer noch eine Motivationsspritze für den Spieler noch eine Stärkung der Mannschaft.
    Hat Muri die Vorgänge in seinem Kopf höher als die Interessen des Teams eingeschätzt? Oder glaubte er in unerklärlicher Naivität, eine unerwartete Aufstellung würde den Gegner so überraschen, dass er zur hilflosen Beute würde?
    Ich hoffe all dies ist nicht der Fall. Aber meine zurückhaltende Zuversicht vor dem Luzern-Spiel könnte sich sehr rasch zu kopfschüttelndem Unverständnis und Ärger wandeln. Ich hoffe Roland Suter bekommt nicht recht.
    WM
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  1. Menschlich schade, fachlich richtig

    von Martin Seeger um 19.10.2012 um 11:10Uhr

    Ich gehe mit der Meinung von Michael Martin völlig einig. Natürlich war meine erste Reaktion - wie wohl bei den meisten FCB-Fans - völliges Kopfschütteln, Entrüstung, Enttäuschung über Herrn Heusler und den Vorstand: Nun ist der FCB auch einer jener Clubs, die bei Nichterfolgen einfach den Trainer feuern. Das passte einfach nicht ins Bild, das die Führung dieses Clubs bis anhing abgab.
    Nachdem nun aber immer mehr Details bekannt werden, hat sich mein früherer Eindruck der Vorstandsetage wieder bestätigt: Nicht hektisch, sondern überlegt und zukunftsorientiert. Es nützt nichts - wie auch ich zuerst dachte - die Winterpause abzuwarten, wenn man keine Perspektive sieht und unüberwindbare fachliche Differenzen bestehen. Nach wie vor finde ich allerdings, dass die Kommunikation - bei einem so beliebten Trainer und einem so brisanten Entscheid - für einmal nicht sehr professionell war: Warum hat man nicht offen und klar die fachlichen Gründe (ruhig auch etwas im Detail) und die offenbar bereits seit längerem bestehenden Differenzen genannt? Der Vorstand hätte doch wissen müssen, dass die Fans mit den verwendeten allgemeinen Floskeln nicht zufrieden sein und mit Unverständnis und Wut reagieren würden. So war einem im ersten Moment auch nicht bewusst, dass Heiko Vogel eine eingespielte Mannschaft in Hochform "übernehmen" konnte - und sich einige Leute schon damals fragten, wie er denn in schwierigen Zeiten sein würde.
    Natürlich gehe ich mit Roland Suter einig, dass Heiko Vogel "einer von uns" war - deshalb war der Schock ja auch so gross. Aber ist das die Aufgabe eines Trainers? Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Kumpel sein nicht genügt - Führung ist gefragt und nötig. Es mag in der Privatwirtschaft Betriebe geben, die man mit sehr flachen Hierarchien und kollegialem Verhalten führen kann - sicher aber nicht eine derart heterogene Fussballmannschaft.
    Heiko Vogel kann man für seine Arbeit - schon unter Thorsten Fink - nur danken und ihm nur das Allerbeste wünschen.
    Und Murat Yakin sollte man nun wirklich eine faire Chance geben und ihn nicht am früheren Verhalten von Hakan messen. Murat Yakin mag polarisieren - entscheidend ist seine Kompetenz als Trainer und dass er sicher Herzblut für den FCB mitbringt. Ich glaube nicht, dass er - bei Erfolgen - den Club nach einer/zwei Saisons wechseln wird.
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  2. Ist der Trainerwechsel des FCB richtig?

    von hellwach um 19.10.2012 um 11:11Uhr

    Heiko Vogel ist ohne Zweifel ein sehr sympathischer Mensch und ein versierter Kenner des Fussballs, aber die zunehmende Verunsicherung der Mannschaft zuletzt auf dem Feld war offensichtlich.
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  3. Wieso nur gibt es keine "Schwankend"-Option bei der Wochenfrage?

    von Michael T um 19.10.2012 um 14:46Uhr

    Ich stimme mit Michael Martin's Argumentationslinie überein, aber würde zu Ende einen anderen Schluss ziehen. Ja, vieles scheint nicht zu stimmen, aber ist der jetzige Zeitpunkt wirklich der richtige für einen solchen Wechsel? Anders rum gefragt, welche Szenarios sind denn denkbar für die nächsten Wochen? Entweder der neue Trainer (egal, welchen Namen er trägt) gewinnt die schwierigen Spiele in Luzern, Zürich und Ungarn und dann ist alles gut. Oder es gibt weiterhin gemixte Resultate und dann heisst es wieder, dass der neue Trainer wieder Zeit braucht (die er ironischerweise erst in der Winterpause bekommen wird). Die dritte Option ist, dass es empfindliche Niederlagen setzt. Und welche Option hat man dann noch?

    Schlussendlich habe ich einfach das Gefühl, dass der Vorstand seinen "Trumpf" ziemlich früh ausgespielt hat. Er hat jetzt die Verantwortung klar an sich gerissen, und jetzt warten wir ab und sehen was geschieht...
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  4. Nein

    von Inaktiver Nutzer um 19.10.2012 um 17:23Uhr

    Ohne die gängigen Argumente nochmals zu wiederholen: Nein.

    Drei Leistungsträger verkauft. Neue Spieler aus anderen Spielkulturen dazugekauft. Alex Frei im Formtief. Trotzdem in der Meisterschaft vorne dabei. International noch immer dabei.

    Seltsame Anspielungen auf „Führungsschwäche“ und „kauft nicht in der Freien Strasse ein, weil er in jeder freien Minute in Deutschland bei seiner Familie ist“.

    Das hier riecht nach Mobbing und ein seltsames Geschmäckle bleibt in der Luft stehen, dass seine guten Freunde aus der Geschäftsleitung Murat Yakin in die Position gehievt haben, bevor er wieder vom Markt ist.

    Fazit: Das Kurzpassspiel im Vorstand ist lausig. Note 2.

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  5. Wer weiss schon, was geschehen ist?

    von Martin Hafen um 19.10.2012 um 19:18Uhr

    So wie ich die Führung des FCB in den letzten Jahren erlebt habe, bin ich überzeugt, dass zwischen der Führung und Trainer Vogel etwas so Schwerwiegendes vorgefallen ist, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. Beide Seiten haben offenbar vereinbart, nicht über diese Vorfälle zu kommunizieren. Die FCB-Führung trägt die Bürde, dass ihr Entscheid nicht nachvollzogen werden kann und sie sich nicht rechtfertigen kann. Sie schützt damit ihren ehemaligen Trainer. Das ehrt sie aus meiner Perspektive.

    Eine Trainerentlassung aus sportlichen Gründen hätte die Führung zum jetzigen Zeitpunkt nie vollzogen. Das wäre aus meiner Sicht auch nicht nachzuvollziehen gewesen.
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  6. Guten Flug, Vogel Heiko!

    von Angelo Rizzi um 19.10.2012 um 20:21Uhr

    Rechtzeitig zu Winterbeginn hat man Vogel Heiko ziehen lassen, damit er im Süden überwintern kann. Zu seiner eigenen Sicherheit hat man ihn mit einem äusserst grosszügigen, goldenen Fallschirm ausgestattet. Mancher Specht oder manche Schwalbe wären glücklich, würden sie so weich landen, wie Vogel Heiko, wenn man sie aus dem Nest bugsiert. Hinter vorgehaltener Hand wird sogar gemunkelt, dass ihm eine nette Dame als Proviant sogar noch ein paar „Genussscheine“ zugesteckt haben soll…
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  7. Nein und @ Martin Hafen

    von Marianne Känzig um 19.10.2012 um 21:09Uhr

    Herr Hafen, vielleicht schütz auch der Ex-Trainer die FCB-Führung.
    Und Nein, der Trainerwechsel ist nicht richtig. So ist es halt im Fussball?
    Dann tut ES doch einfach nicht.
    Alle haben dahinter gestanden. Die Fans, die Bevölkerung, alle. Ausser der FCB-Führung. Die kann sich ganz plötzlich nicht mit einem Formtief abfinden.
    Hässliche Geschichte. Viel zu viele Ungereimtheiten. Ab jetzt wird die Innerstadt mit einkaufenden Fussballern zugekleistert sein, und die Familien sollen unbedingt vernachlässigt werden. Die Könige, die man wie Könige behandeln muss, wollen wir dann auch nicht vergessen. Man sollte sich wirklich überlegen, ob man mit seinem Ticket diese Art von "so ist es halt im Fussball" unterstützen will.
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  8. Vertrauen

    von Eva Kaiser um 20.10.2012 um 07:53Uhr

    Altes Thema: Wieviel Vertrauen kann mein der gewählten Führung entgegenbringen? Und wenn das Vertrauen fehlt, wo liegt das Problem? Bei der Führung? Oder bei mir, weil ich verlernt habe, Entscheidungen denen zu überlassen, die mit ihrer täglichen Auseinandersetzung näher dran sind?

    Ich habe nicht viel mit de FCB zu tun. Aber dass ein Vorstand und eine Geschäftsleitung auch einmal gute Gründe hat, verborgen einen Entscheid vorzubereiten und dann auch für die eigene Basis überraschend zu kommunizieren, dafür habe ich grosses Verständnis. Mir imponiert in diesem Zusammenhang der offensichtliche Wille, nicht zuzulassen, dass die Leistungen von Heiko Vogel kleingeredet werden. Je besser dies gelingt, desto besser wird sein Start mit einer neuen Mannschaft sein. Und das ist ja wohl das, was alle FCB-Fans ihm wünschen.
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  9. trainerwechsel - die wahren fcb-fans sitzen im vorstand

    von thierry f moosbrugger um 20.10.2012 um 09:58Uhr

    Liebe Fans, die ihr so gerne „Erfolg isch nit alles im Läbe“ singt:
    Der FCB-Vorstand hat gerade in diesen schwierigen Tagen diesen FCB-Merksatz gelebt. Wenn Ihr die Entlassung Vogels auf rein sportlichem Niveau betrachtet, dann nehmt ihr die Fassade des Erfolges oder der Fussballshowbühne als die ganze Realität und zeigt genau die Oberflächlichket, die ihr jetzt dem Vorstand vorgeworfen habt.

    Dass nicht sportliche Gründe zur Entlassung führten, ist sicht- und hörbar gewesen an der Pressekonferenz… für diejenigen, die sich nicht in ihrer Verurteilung suhlen wollten. An den Gesichtern von Bernhard Heusler und Georg Heitz war es sichtbar, ebenso wie zwischen den Zeilen ihrer Aussagen. Es waren Dinge vorgefallen, die auf der menschlichen Ebene lagen.
    Was es wirklich war, von dem hat man bisher nie gehört. Und das zeichnet genau die menschliche Stärke des FCB-Vorstandes aus. Dass er dreckige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit wäscht, nicht im Frühsommer und nicht bei der Entlassung. Er schützte damit den Trainer selber, und er nimmt es in Kauf, von der unwissenden Öffentlichkeit für ihre Fairness dem Trainer gegenüber abgestraft zu werden.
    Das zeugt von Respekt, Loyalität und echter Stärke.
    Kaum ein anderer Vereinsvorstand hätte den Mut gehabt, die menschliche Seite so stark zu gewichten und über den sportlichen Erfolg zu stellen. Und gerade in diesen Tagen zeigte der Vorstand, dass der FCB von einem aussergewöhnlichen Vorstand geleitet wird.
    Diejenigen, welche jetzt den Kurven-Song als Vorwurf gegen den Vorstand wenden, sollten sich fragen, wie stark sie sich selber vom Erfolg blenden lassen und blind geworden sind dafür, etwas anderes als den sportlichen Erfolg als Gradmesser für Anstellungsverhältnisse beim FCB zu sehen.

    Der FCB-Vorstand hingegen zeigten gerade in diesen Tagen, dass er die Werte im Herzen trägt, welche der Song beschwört - Loyalität, Leidenschaft, Fairness.
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  10. Die Wahrheit liegt auf dem Platz

    von Stephan Moor um 20.10.2012 um 13:26Uhr

    Wer die Spiele des FCB in dieser Saison gesehen hat, wusste " es ist eine Frage der Zeit". Es war die Mannschaft, die versucht hat das Steuer rumzureissen und wenigstens noch ein Unentschieden herauszuholen. Von der Bank kam wenig.
    Und natürlich ist es schade um diesen Paradiesvogel unter den Trainern mit seinem märchenhaften Aufstieg. Aber er wirkte zunehmend überfordert und hat es versäumt auch mal zu sagen, dass war heute einfach Sch...
    Pro Michel Martin
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