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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Tramunfall in Münchenstein 

25.10.2012, 10:39 Uhr

Der Tramführer hat einen Fehler gemacht

25.10.2012, 10:39 Uhr

Die Untersuchung des Tramunfalls in Münchenstein ist abgeschlossen. Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST kommt in ihrem Bericht zum Schluss, dass der Fehler beim Tramführer lag. Von Matthias Oppliger

Renato Beck: Die Unfalluntersuchung kommt zum Schluss: Der Tramführer war schuld.

Die Unfalluntersuchung kommt zum Schluss: Der Tramführer war schuld. (Bild: Renato Beck)

Die BLT hat die Ergebnisse der Untersuchung des schweren Tramunfalles vor knapp einem Jahr in Münchenstein veröffentlicht. Am 3. November 2011 war kurz vor Mitternacht in der Nähe der Haltestelle Münchenstein Dorf ein Tram entgleist und gegen eine Hauswand geprallt. In der Folge wurde die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST mit einer Untersuchung beauftragt. Der Bericht liegt nun vor und gibt Aufschluss über den genauen Hergang des Unfalls.

Demnach sei das Tram von Münchenstein in Richtung Arlesheim unterwegs gewesen, die Weiche der Wendeschlaufe nach Münchenstein Dorf jedoch auf «ablenken» eingestellt gewesen. In der Wendeschlaufe darf ein Tram höchstens mit 10 km/h unterwegs sein, der Tramführer beabsichtigte aber geradeaus zu fahren und fuhr folglich zu schnell (55 km/). Seinen Irrtum bemerkte er zu spät und fuhr trotz eingeleiteter Schnellbremsung mit knapp vierfacher Geschwindigkeit in die Wendeschlaufe. Das Tram entgleiste und raste über die Strasse in die Wand eines Wohnhauses.

Versagen des Tramführers

Die SUST kommt zum Schluss, dass alle Systeme des Trams einwandfrei funktioniert haben. Folglich habe der Tramführer versagt, heisst es im Bericht. Bei der BLT wiederum hat man bereits im Januar verschiedene Massnahmen umgesetzt, die die Sicherheit an der besagten Stelle erhöhen sollen. So wurde beispielsweise ein Warnsystem installiert, dass dem Tramführer akustisch mitteilt wenn die Weiche auf «ablenken» eingestellt ist. Wird diese Warnung nicht quittiert, erfolgt ein automatisch ausgelöstes Schnellbremsmanöver.

Der verantwortliche Wagenführer arbeite weiterhin bei der BLT, teilte das Transportunternehmen der Nachrichtenagentur sda mit. Er sei ein langjähriger, pflichtbewusster Mitarbeiter. Er fahre seit dem Unfall aber keine Trams mehr.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Zu schräg!

    von Wahrsager um 25.10.2012 um 23:03Uhr

    Was bei Portraits wirken soll nun auch bei Unfallbildern: Unwirklich schräge Szene. Früher waren es die schwarzen Ränder, heute-- Videodrehs mit digitalen Spiegelreflexkamera: schnelle Portrait-Schwenks und Zoomins.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Den Letzten beissen die Hunde!

    von H J Martens um 26.10.2012 um 10:14Uhr

    Das so oft bemühte „menschliche Versagen“ liegt nicht selten im Versagen des Konstrukteuers und nicht des Operateuers!
    Nämlich ist es eine glatte Überforderung, von einem intelligenten Menschen zu erwarten, dass er so zuverlässig wie ein Roboter funktioniert.
    Wie es aussieht hat der Fahrer nicht unbedingt das Vor- und Hauptsignal übersehen, sondern „nur“ den Schalter verwechselt. Klar, auch ein Fehler!
    Die getroffene Massnahme (aus dem Bericht zitiert): „Die Fahrstrasse nach Dornach wird automatisch gestellt. Der Wagenführer muss keine Freigabe mehr manuell erwirken.“ beweist meiner Meinung nach, dass die Schalter für die Weichen einfach unpraktisch angeordnet waren, so dass dieser Fehler voraussehbar war.
    Mein Fazit: „Es geht doch!“ Nämlich eine fehlerkritische Anlage ergonomisch = menschengerecht zu gestalten.
    Der Fahrer tut mir leid, er muss das ausbaden.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

25.10.2012, 10:39 Uhr

Der Tramführer hat einen Fehler gemacht

Text

Text:

  • 19.06.2013 um 10:25
    «Nulltoleranz? Blödsinn!»

    Die TagesWoche hat mit Polizeidirektor Baschi Dürr das Video von der Favela-Räumung angeschaut. Im Interview nimmt Dürr ausführlich Stellung und verteidigt den Einsatz weiterhin. Er räumt jedoch auch ein, dass seine Beamten in einzelnen Fällen unnötig hart vorgegangen sind.

  • 17.06.2013 um 20:14
    Neues Video von der Favela-Räumung

    Die TagesWoche erhielt neues Filmmaterial von der Räumung des Messeplatzes am Freitagabend zugespielt. Das Video zeigt, dass viele der Partyteilnehmer vom harten Einschreiten der Polizei überrascht wurden. Die Warnung per Megafon erreichte offenbar bei weitem nicht alle Anwesenden.

  • 16.06.2013 um 14:15
    Wie das «Favela»-Video entstanden ist

    Das Video der TagesWoche zur Räumung der illegalen Party vor der Art auf dem Messeplatz sorgte schweizweit für Aufsehen. Es löste auch Kritik aus.

  • 02.06.2013 um 10:18
    @Karl Buschweiler
    Zum Artikel: Basler Krisenstab aufgeboten

    Lieber Herr Buschweiler Besten Dank für den Hinweis, ich habe den Text entsprechend angepasst. Ihnen noch ein schönes Wochenende. Freundliche Grüsse Matthias Oppliger

  • 01.06.2013 um 17:00
    @Pat Mächler
    Zum Artikel: Basler Krisenstab aufgeboten

    Lieber Herr Mächler Vielen Dank fürs genaue Lesen. Wenn das Wasser bis zum Hals steht, fehlt manchmal die Zeit für Detailfragen ;) (obwohl Grammatik natürlich kein Detail ist). Gruss Matthias Oppliger

  • 05.04.2013 um 21:05
    @Michel Steiner
    Zum Artikel: Randständige führen durch ihr Basel

    Lieber Herr Steiner Vielen Dank für die Präzisierung. Ich habe den Text entsprechend angepasst. Ihnen noch einen schönen Abend. Freundliche Grüsse Matthias Oppliger (am Dienstpult)

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