Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Interview 

12.10.2012, 00:01 Uhr

«Die unteren Löhne sind ­anzuheben»

12.10.2012, 00:01 Uhr

Soziologieprofessor und Armutsforscher Ueli Mäder über die Gründe, weshalb viele nichts und wenige viel besitzen – und wie mehr Ausgleich geschaffen werden könnte. Von Monika Zech

Keystone/Fabrice Coffrini: Ueli Mäder, Soziologieprofessor und Armutsforscher

Ueli Mäder, Soziologieprofessor und Armutsforscher (Bild: Keystone/Fabrice Coffrini)

Herr Mäder, wie definieren Sie Armut?

Arm ist, wer zu wenig Geld, Anerkennung und Perspektive hat.

In Entwicklungsländern haben viele Menschen nichts zu essen, kein Dach über dem Kopf. Hier muss niemand wirklich Hunger leiden, auch kennen wir keine Slums. Jammern hier die Menschen auf sehr hohem Niveau?

Jammern? «Ich hätte halt in der Schule besser aufpassen müssen, dann stünde ich heute auch besser da.» Das sagte mir eine Mutter von vier Kindern. Sie klagt sich selbst an statt ihren niedrigen Lohn als Verkäuferin. Und das kommt oft vor. Viele Arme strecken sich nach der Decke. Vielleicht sollten sie mehr jammern, und zwar laut! Dass wir in der Schweiz relativ gut leben, ist ja erfreulich. Und dazu sollten wir Sorge tragen. Aber einer Gesellschaft geht es gut, wenn es möglichst allen gut geht.

Viele denken, wer etwas leistet, kommt nach oben. Ist also, wer arm ist, zu faul zum Arbeiten und somit selber schuld?

Bei uns leben etwa eine halbe Million Menschen in Familien von erwerbstätigen Armen, die viel arbeiten und wenig verdienen. Andere sind arm, weil eine Maschine ihre Arbeit ersetzt und der Gewinn privatisiert wird. Wo Wille vorhanden ist, ist nicht immer ein Weg. Leider.

Gibt es einen klassischen Weg in die Armut?

Wer arm aufwächst, hat mehr gesundheitliche und schulische Probleme. Oft leidet auch der Selbstwert. Das beeinträchtigt die Perspektiven.

Wie sind Reiche zu ihrem Reichtum gekommen?

Gut die Hälfte über Erbschaften. Überhaupt profitieren die meisten von der Arbeit, die andere für sie verrichten. Hinzu kommen der eigene Fleiss, die gute Ausbildung und die Netzwerke.

In der Schweiz leben sehr viele sehr Reiche. Laut einer Studie von Ihnen wohnt jeder zehnte Milliardär der Welt hier. Da sollte es eigentlich keine Armen geben in einem so reichen Land. Was läuft falsch?

Ja, bei uns hat ein Prozent der privaten Steuerpflichtigen mehr Nettovermögen als die restlichen 99 Prozent zusammen. Die meisten haben gar keine finanziellen Reserven. Würden die 300 Reichsten allen 50 000 Franken aufs Sparbüchlein überweisen, hätten sie immer noch mehr als genug.

Wer mehrere Millionen oder gar Milliarden besitzt, hat viel mehr, als er je in seinem Leben ausgeben kann. Wie könnten diese Superreichen davon überzeugt werden, sich ein bisschen solidarischer mit dem Rest der Bevölkerung zu zeigen?

Einzelne Reiche fürchten selbst, dass der Arbeitsfriede aufbricht, wenn die soziale Schere weiter auseinander driftet. Sie wollen mehr Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit. Daran lässt sich anknüpfen. Aber wir dürfen das Bewältigen der Armut nicht dem Goodwill der Reichen überlassen.

Was kann/muss die Politik tun?

Die Politik muss die Bevölkerung vertreten und sich demokratisch für die soziale Sicherheit engagieren. Aus meiner Sicht sind zunächst vor allem die unteren Löhne anzu­heben und alle Jugendlichen gut auszubilden.

Ueli Mäder ist Professor für Soziologie an der Uni Basel und der Hochschule für Soziale Arbeit.

Zum Tag der Armut, am 17. Oktober, finden auf der ganzen Welt Kundgebungen statt. Auch in Basel, von 16.30 bis 20 Uhr auf dem Claraplatz.

 

  1. Löhne anheben?

    von PWD am 17.10.2012 um 10:35Uhr

    Lieber Ueli Mäder, Löhne anheben ist nicht im Sinn der Wirtschaftskapitäne und deren Manager. Es geht eher in die andere Richtung und die wird noch belohnt. Wenn ein Manager es schafft, den Gewinn zu optimieren, egal auf welchem Buckel, dann kassiert er einen fetten Boni. Der sogenannte "Soziale Frieden" ist schon lange kaputt. Der Aufschrei fällt aber noch auf taube Ohren der Wirtschaftsführer. Erst wenn das Volk aufsteht und sich dies nicht mehr bieten lässt, wird sich etwas ändern. 1920 wurden sogar Schweizer auf offener Strasse erschossen. Dies hat man leider schon vergessen oder verdrängt.
    Direktlink zum Kommentar

  2. In Bildung investieren!

    von Karl Linder am 17.10.2012 um 10:40Uhr

    Wenn man weit weg ist von den Realitäten in den Firmen, und an den Unis zum Thema forscht, dann kommt man zu solchen Lösungen, wie Sie Hr. Mäder vorschlägt. Zum Glück zahlen bei uns die Grossverteiler im Detailhandel vernünftige Löhne (im Gegensatz zum Ausland). Klar, kann an manches kritisieren, aber auch vieles schlecht reden. Wenn wir an den Bedingungen im Übermass schrauben wollen, erhöht sich einfach der Einkaufstourismus nach drüben (gerade durch die Kundschaft der unteren Einkommen). Mit der Konsequenz, dass hier noch weniger Jobs für die Menschen von hier übrig bleiben. Gesamtheitliche Sichtweise wäre hier vorteilhaft, um die Balance zu halten.
    Sinnvoll wäre, anstatt grosse Sozialtransfers als Weisheit letzter Schluss dazustellen, dass wir die Realitäten verändern, indem wir dieses Geld in Bildung investieren, auf allen Ebenen - möglichst früh, auch für Weiterbildung. Dann kann sich auch die Lage jedes Einzelnen verändern / verbessern.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Mindestlöhne jetzt

    von Pascal Pfister am 17.10.2012 um 10:57Uhr

    In einer grünliberalen Welt mag das so sein, Herr Linder. In der Realität sieht es etwas anders aus:
    1. Die Grossverteiler zahlen heute 3800-3900 CHF Mindestlohn. Gegenüber 2700 CHF 1998. Damals startete die Mindestlohn-Kampagne des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Ohne Druck geht leider nicht viel, da muss ich PWD in einem gewissen Sinn recht geben.
    2. Sie schreiben ja selbst, dass Menschen mit tiefen Löhnen ins Ausland einkaufen gehen. Wenn jetzt diese mehr verdienen, dann profitiert eben das lokale Gewerbe davon. Dann gehen die wieder mal hier zum Coiffeur die Haare schneiden, ein Kaffee im Restaurant trinken usw.
    3. Gerechte Löhne sind keine Sozialtransfers. Dies gilt auch für grosse Modeketten und andere Detailisten, die tiefe Löhne zahlen und deren Eigentümer zu den Reichsten gehören.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Nachtrag

    von PWD am 17.10.2012 um 10:57Uhr

    Landesstreik von 1918 bis 1920 in der Schweiz
    www.museums-gesellschaft.ch/streik/

    Direktlink zum Kommentar

  5. Ueli Mäder spricht die Dinge an, wie sie sind.

    von Inaktiver Nutzer am 17.10.2012 um 14:45Uhr

    Dabei spielt es keine Rolle ob er Professor ist, denn er spricht die Dinge an, wie sie sind.

    Wenn das Ausbildungsbürgertum in eloquentem Diskurs die Dinge erörtert und sich dabei wohlwollend auf die Schulter tätschelt, wird kein einziges Problem gelöst.

    Wer ganze Bevölkerungsschichten gebetsmühlenartig wiederholt als «bildungsfern» abkanzelt und diskreditiert, darf sich nicht wundern, wenn diese Schichten sich nicht mehr an der Gesellschaft beteiligen. Denn in diesem Zusammenhang bedeutet «bildungsfern» nicht «ungebildet», sondern «zur Bildung nicht fähig».

    Wer heute immer noch behauptet, in diesem Land gäbe es Chancengleichheit, der hat entweder selbst von der Ungleichheit profitiert, oder ist Bildungspolitiker.

    Wenn Bürgerliche fordern, dass mehr Eigeninitiative einzubringen sei, dann sollen sie dafür sorgen, dass man von seiner Arbeit leben kann, und zwar ohne Transferzahlungen. Erst dann kann man auch die finanziellen Mittel aufbringen, um sich weiterzubilden. Bis das eintrifft, hilft nur der Mindestlohn

    Und zuletzt noch dies: Es stimmt, man kann aus einem Esel kein Springpferd machen, auch wenn man noch so oft übt. Aber beide stehen in einem Stall und bekommen genug zu fressen.
    Direktlink zum Kommentar

  6. Armutszeugnis

    von Roland Stucki am 17.10.2012 um 17:30Uhr

    Wenn man in einer Gesellschaft lebt, 8 Stunden arbeitet und einen Lohn erhält mit dem man nicht leben kann und auf der anderen Seite Leute hat die ebenfalls 8 Stunden oder vielleicht sind es auch doppelt soviele Stunden arbeiten und Dutzende von Millionen Franken erhalten (nicht verdienen) ist das ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft und über kurz oder lang ist sie zum scheitern verurteilt. Die Vergangenheit hat uns das immer wieder gezeigt, leider hat sich aber nie was verändert und es wird sich auch nie was ändern. Solange der Mensch existiert wird sich daran nichts ändern. Ich glaube das geht auch nicht der Mensch ist ein duales Wesen, wenn er einatmet muss er auch ausatmen sonst stirbt er. Vielleicht muss arm und reich, gut und böse, oben und unten etc. sich einfach die waage halten dass es funktioniert.
    Direktlink zum Kommentar

  7. @Pascal Pfister

    von Karl Linder am 17.10.2012 um 19:12Uhr

    Nicht, dass Sie jetzt versuchen, mich falsch zu interpretieren: Ich war auch für diese Erhöhung der Mindestgehälter, wie dies von Coop + Migros vollzogen wurde, und dazu braucht es auch Druck. Diese Jobs müssen aber erst geschaffen werden und sich auch rechnen am Markt, sonst sind Forderungen dann Papiertiger. Die Sozialpartnerschaft ist ein wichtiger Baustein in unserer Gesellschaft, zu dem wir Sorge tragen sollten. Was ich sagen wollte ist aber: Es hat noch Mancher, der an Unis schöne Theorien schreibt, kein Geld selber erwirtschaften müssen. Es würde bestimmt den Horizont erweitern, selber zu erfahren, was es heisst, Umsatz zu generieren, um eine Arbeitsstelle bezahlen zu können, auch für Professoren.
    Direktlink zum Kommentar

  8. "Umsatz generieren"? "Um eine Arbeitsstelle bezahlen zu können"?

    von René Reinhard am 17.10.2012 um 20:31Uhr

    „Im Schweisse Deines Angesichtes sollst Du Dein Brot - beim Sozialamt holen. „ „Dass manche Schweizer weniger Lohn erhalten als Sozialhilfebezüger, womit in der Kritik meist Ausländer gemeint sind, zeigt eigentlich keinen Missstand bei der Sozialhilfe - sondern einen, bei den Löhnen.“
    Quelle: www.brainworker.ch/Arbeit/loehne/working_poor.htm

    Und: „Kutzner, Stefan; Mäder, Ueli; Knöpfel, Carlo (Hg.) (2004): Working poor in der Schweiz: Wege aus der Sozialhilfe, Zürich: Rüegger“. Usw. Usf.

    Trotz meines Vorbehaltes zum „ewig währenden Tag der Armut“, hat der "Herr Professor", nebst einigen anderen hier nicht aufgeführten, seinen Horizont schon 1991 (Armut im Kanton Basel-Stadt), ganz sicher aber 2004 erweitert.

    Direktlink zum Kommentar

  9. Und er sprach die Worte:

    von Maya Eldorado am 17.10.2012 um 20:46Uhr

    Hokus pokus fidibus! Die untersten Löhne sind anzuheben!
    - - - - - - - -
    Solange der Weltwirtschaft der rote Teppich ausgerollt wird, wird sich am Grundproblem nichts ändern. Wenn diese Löhne steigen, steigen auch die Preise. Gewonnen wird dadurch im Grunde genommen nichts oder kaum etwas.
    Solange die Weltwirtschaft und die global handelnden Geldinstitute nicht vom erhabenen Thron geholt werden, wird sich grundsätlich nichts ändern, sondern alles mehr oder weniger seinen Lauf nehmen.
    Solange die Staaten in der globalen Weltwirtschaft und deren Wachstum die Lösung sehen, wird sich grundlegend nichts ändern. Die Schere arm - reich wird sich immer weiter öffnen. Solange man zulässt, dass mit den Nahrungsmitteln an der Börse gehandelt wird, wird sich am Welthunger nichts ändern.

    Ueli Mäder ich sage Ihnen, solange niemand den Mut hat an den Grundfestungen dieser Machtinstrumente zu rütteln, können sie proklamieren was sie wollen. Grundlegend wird sich nichts ändern.
    Direktlink zum Kommentar

  1. 17. Oktober ?

    von René Reinhard um 14.10.2012 um 16:47Uhr

    Statt die "prekären Zustände" zu ändern, gedenkt man ihrer - alle Jahre wieder von Neuem!
    Direktlink zum Kommentar

  2. Löhne anheben?

    von PWD um 17.10.2012 um 10:35Uhr

    Lieber Ueli Mäder, Löhne anheben ist nicht im Sinn der Wirtschaftskapitäne und deren Manager. Es geht eher in die andere Richtung und die wird noch belohnt. Wenn ein Manager es schafft, den Gewinn zu optimieren, egal auf welchem Buckel, dann kassiert er einen fetten Boni. Der sogenannte "Soziale Frieden" ist schon lange kaputt. Der Aufschrei fällt aber noch auf taube Ohren der Wirtschaftsführer. Erst wenn das Volk aufsteht und sich dies nicht mehr bieten lässt, wird sich etwas ändern. 1920 wurden sogar Schweizer auf offener Strasse erschossen. Dies hat man leider schon vergessen oder verdrängt.
    Direktlink zum Kommentar

  3. In Bildung investieren!

    von Karl Linder um 17.10.2012 um 10:40Uhr

    Wenn man weit weg ist von den Realitäten in den Firmen, und an den Unis zum Thema forscht, dann kommt man zu solchen Lösungen, wie Sie Hr. Mäder vorschlägt. Zum Glück zahlen bei uns die Grossverteiler im Detailhandel vernünftige Löhne (im Gegensatz zum Ausland). Klar, kann an manches kritisieren, aber auch vieles schlecht reden. Wenn wir an den Bedingungen im Übermass schrauben wollen, erhöht sich einfach der Einkaufstourismus nach drüben (gerade durch die Kundschaft der unteren Einkommen). Mit der Konsequenz, dass hier noch weniger Jobs für die Menschen von hier übrig bleiben. Gesamtheitliche Sichtweise wäre hier vorteilhaft, um die Balance zu halten.
    Sinnvoll wäre, anstatt grosse Sozialtransfers als Weisheit letzter Schluss dazustellen, dass wir die Realitäten verändern, indem wir dieses Geld in Bildung investieren, auf allen Ebenen - möglichst früh, auch für Weiterbildung. Dann kann sich auch die Lage jedes Einzelnen verändern / verbessern.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Mindestlöhne jetzt

    von Pascal Pfister um 17.10.2012 um 10:57Uhr

    In einer grünliberalen Welt mag das so sein, Herr Linder. In der Realität sieht es etwas anders aus:
    1. Die Grossverteiler zahlen heute 3800-3900 CHF Mindestlohn. Gegenüber 2700 CHF 1998. Damals startete die Mindestlohn-Kampagne des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Ohne Druck geht leider nicht viel, da muss ich PWD in einem gewissen Sinn recht geben.
    2. Sie schreiben ja selbst, dass Menschen mit tiefen Löhnen ins Ausland einkaufen gehen. Wenn jetzt diese mehr verdienen, dann profitiert eben das lokale Gewerbe davon. Dann gehen die wieder mal hier zum Coiffeur die Haare schneiden, ein Kaffee im Restaurant trinken usw.
    3. Gerechte Löhne sind keine Sozialtransfers. Dies gilt auch für grosse Modeketten und andere Detailisten, die tiefe Löhne zahlen und deren Eigentümer zu den Reichsten gehören.
    Direktlink zum Kommentar

  5. Nachtrag

    von PWD um 17.10.2012 um 10:57Uhr

    Landesstreik von 1918 bis 1920 in der Schweiz
    www.museums-gesellschaft.ch/streik/

    Direktlink zum Kommentar

  6. Ueli Mäder spricht die Dinge an, wie sie sind.

    von Inaktiver Nutzer um 17.10.2012 um 14:45Uhr

    Dabei spielt es keine Rolle ob er Professor ist, denn er spricht die Dinge an, wie sie sind.

    Wenn das Ausbildungsbürgertum in eloquentem Diskurs die Dinge erörtert und sich dabei wohlwollend auf die Schulter tätschelt, wird kein einziges Problem gelöst.

    Wer ganze Bevölkerungsschichten gebetsmühlenartig wiederholt als «bildungsfern» abkanzelt und diskreditiert, darf sich nicht wundern, wenn diese Schichten sich nicht mehr an der Gesellschaft beteiligen. Denn in diesem Zusammenhang bedeutet «bildungsfern» nicht «ungebildet», sondern «zur Bildung nicht fähig».

    Wer heute immer noch behauptet, in diesem Land gäbe es Chancengleichheit, der hat entweder selbst von der Ungleichheit profitiert, oder ist Bildungspolitiker.

    Wenn Bürgerliche fordern, dass mehr Eigeninitiative einzubringen sei, dann sollen sie dafür sorgen, dass man von seiner Arbeit leben kann, und zwar ohne Transferzahlungen. Erst dann kann man auch die finanziellen Mittel aufbringen, um sich weiterzubilden. Bis das eintrifft, hilft nur der Mindestlohn

    Und zuletzt noch dies: Es stimmt, man kann aus einem Esel kein Springpferd machen, auch wenn man noch so oft übt. Aber beide stehen in einem Stall und bekommen genug zu fressen.
    Direktlink zum Kommentar

  7. Armutszeugnis

    von Roland Stucki um 17.10.2012 um 17:30Uhr

    Wenn man in einer Gesellschaft lebt, 8 Stunden arbeitet und einen Lohn erhält mit dem man nicht leben kann und auf der anderen Seite Leute hat die ebenfalls 8 Stunden oder vielleicht sind es auch doppelt soviele Stunden arbeiten und Dutzende von Millionen Franken erhalten (nicht verdienen) ist das ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft und über kurz oder lang ist sie zum scheitern verurteilt. Die Vergangenheit hat uns das immer wieder gezeigt, leider hat sich aber nie was verändert und es wird sich auch nie was ändern. Solange der Mensch existiert wird sich daran nichts ändern. Ich glaube das geht auch nicht der Mensch ist ein duales Wesen, wenn er einatmet muss er auch ausatmen sonst stirbt er. Vielleicht muss arm und reich, gut und böse, oben und unten etc. sich einfach die waage halten dass es funktioniert.
    Direktlink zum Kommentar

  8. @Pascal Pfister

    von Karl Linder um 17.10.2012 um 19:12Uhr

    Nicht, dass Sie jetzt versuchen, mich falsch zu interpretieren: Ich war auch für diese Erhöhung der Mindestgehälter, wie dies von Coop + Migros vollzogen wurde, und dazu braucht es auch Druck. Diese Jobs müssen aber erst geschaffen werden und sich auch rechnen am Markt, sonst sind Forderungen dann Papiertiger. Die Sozialpartnerschaft ist ein wichtiger Baustein in unserer Gesellschaft, zu dem wir Sorge tragen sollten. Was ich sagen wollte ist aber: Es hat noch Mancher, der an Unis schöne Theorien schreibt, kein Geld selber erwirtschaften müssen. Es würde bestimmt den Horizont erweitern, selber zu erfahren, was es heisst, Umsatz zu generieren, um eine Arbeitsstelle bezahlen zu können, auch für Professoren.
    Direktlink zum Kommentar

  9. "Umsatz generieren"? "Um eine Arbeitsstelle bezahlen zu können"?

    von René Reinhard um 17.10.2012 um 20:31Uhr

    „Im Schweisse Deines Angesichtes sollst Du Dein Brot - beim Sozialamt holen. „ „Dass manche Schweizer weniger Lohn erhalten als Sozialhilfebezüger, womit in der Kritik meist Ausländer gemeint sind, zeigt eigentlich keinen Missstand bei der Sozialhilfe - sondern einen, bei den Löhnen.“
    Quelle: www.brainworker.ch/Arbeit/loehne/working_poor.htm

    Und: „Kutzner, Stefan; Mäder, Ueli; Knöpfel, Carlo (Hg.) (2004): Working poor in der Schweiz: Wege aus der Sozialhilfe, Zürich: Rüegger“. Usw. Usf.

    Trotz meines Vorbehaltes zum „ewig währenden Tag der Armut“, hat der "Herr Professor", nebst einigen anderen hier nicht aufgeführten, seinen Horizont schon 1991 (Armut im Kanton Basel-Stadt), ganz sicher aber 2004 erweitert.

    Direktlink zum Kommentar

  10. Und er sprach die Worte:

    von Maya Eldorado um 17.10.2012 um 20:46Uhr

    Hokus pokus fidibus! Die untersten Löhne sind anzuheben!
    - - - - - - - -
    Solange der Weltwirtschaft der rote Teppich ausgerollt wird, wird sich am Grundproblem nichts ändern. Wenn diese Löhne steigen, steigen auch die Preise. Gewonnen wird dadurch im Grunde genommen nichts oder kaum etwas.
    Solange die Weltwirtschaft und die global handelnden Geldinstitute nicht vom erhabenen Thron geholt werden, wird sich grundsätlich nichts ändern, sondern alles mehr oder weniger seinen Lauf nehmen.
    Solange die Staaten in der globalen Weltwirtschaft und deren Wachstum die Lösung sehen, wird sich grundlegend nichts ändern. Die Schere arm - reich wird sich immer weiter öffnen. Solange man zulässt, dass mit den Nahrungsmitteln an der Börse gehandelt wird, wird sich am Welthunger nichts ändern.

    Ueli Mäder ich sage Ihnen, solange niemand den Mut hat an den Grundfestungen dieser Machtinstrumente zu rütteln, können sie proklamieren was sie wollen. Grundlegend wird sich nichts ändern.
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren

Informationen zum Artikel

12.10.2012, 00:01 Uhr

«Die unteren Löhne sind ­anzuheben»

Text

Text:

  • 23.05.2013 um 15:50
    In Gottes Namen gegen Grundrechte

    Der religiöse Fanatismus macht auch vor der Schule nicht halt. Und beschäftigt immer wieder Behörden und Justiz.

  • 21.05.2013 um 14:10
    Unsere Ente des Tages

    Das ist garantiert keine Zeitungsente: Eine Ente hat den Brunnen am Rümelinsplatz zu ihrem persönlichen Swimmingpool umfunktioniert.

  • 16.05.2013 um 15:34
    Jeder Franken zählt

    In der Regel äussern sich Politiker und Experten in endlosen Debatten zum Thema Mindestlohn. Hier erzählen drei Frauen über ihr Leben mit einem Lohn, der nirgends hinreicht.

  • 16.05.2013 um 22:59
    Absolut
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Fritz Hochhuth Nach 14 Stunden am Computer sitzen schaffe ich es kaum mehr, so viele Buchstaben zu lesen. Aber ich habe es doch getan, weil uns doch die Chefs und andere kompetente Leute immer sagen, wie wichtig die Hege und Pflege unserer Comm...

  • 15.04.2013 um 23:11
    merkwürdiges Rechtsverständnis
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @fm70: Ich glaube nicht, dass ich ein merkwürdiges Rechtsverständnis habe. Aber aufgrund seltsamer Artikel wie des Wegweisugsartikels kann es durchaus vorkommen, dass in der Öffentlichkeit schlafende Personen von Polizeipatrouillen mehr oder weniger un...

  • 15.04.2013 um 17:41
    Zürich hilft…
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @othmar.buchs Zürich würde vielleicht schon helfen, wenn es könnte. Aber offenbar ist auch Zürich ziemlich ausgebucht, weil viele Gäste und Angestellte der Baselworld in Zürich übernachten. Ist ja für die weitgereisten Menschen auch nur ein Vorort von ...

Aktuell

sda: Viele Badende im Neuenburgersee bei Yverdon (Archiv)

Wasserqualität 

Unbeschwertes Baden in Europas Gewässern

Die Flüsse, Seen und Meere in Europa verfügen über eine gute Wasserqualität und laden ein zum Bad. Bei 94 Prozent sind die Werte passabel bis ausgezeichnet, wie aus dem entsprechenden EU-Bericht hervorgeht.Von sda. Weiterlesen

sda: Eine Honigbiene labt sich am Nektar einer Blüte. (Archiv)
1

Bienensterben 

Insektizid-Verbot erst ab Dezember

Angesichts des Bienensterbens haben die EU und die Schweiz Einschränkungen für drei Insektizide beschlossen. Im Kampf um ein Millionengeschäft kann die Industrie in der Schweiz bereits einen Erfolg verbuchen: Das Verbot gilt erst ab Dezember. Von sda. Weiterlesen1 Kommentar

sda: Gewalt in der Ehe (Themenbild - gestellte Szene)

Häusliche Gewalt 

Oft ist Alkohol im Spiel

Häusliche Gewalt und Alkohol treten oft gemeinsam auf: Fast jede zweite Frau, die Opfer von häuslicher Gewalt wird, gibt einen problematischen Alkoholkonsum in der Beziehung an. In einem Viertel der Fälle hat ein Beziehungspartner zum Zeitpunkt der Tat getrunken. Von sda. Weiterlesen

1