LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Interview 

12.10.2012, 00:01 Uhr

«Als Europäer muss man auf vieles verzichten»

12.10.2012, 00:01 Uhr

Der Basler Archäologe Bernhard Kolb hat jahrelang in der jordanischen Wüstenstadt Petra gegraben. Von Geneviève Lüscher

DANISH SIDDIQUI: Der Basler Archäologe Bernhard Kolb grub in der in der jordanischen Wüstenstadt Petra einen nabatäischen Palast aus.

Der Basler Archäologe Bernhard Kolb grub in der in der jordanischen Wüstenstadt Petra einen nabatäischen Palast aus. (Bild: DANISH SIDDIQUI)

Bernhard Kolb legte mit seinem Team in Petra einen nabatäischen Palast frei; jetzt arbeitet er in Basel an der wissenschaftlichen Auswertung und Publikation der Resultate – Fernziel ist die Habilitation.

Agatha Christie war da und hat Petra in einem Krimi verewigt, und auch Indiana Jones ist durch die rote Wüstenstadt geritten. Ist es für einen Schweizer Archäologen nicht speziell, an einem solchen Ort zu arbeiten?

Doch, natürlich ist es das. Als Europäer muss man auf vieles verzichten, sei das nun im Alltag oder in der archäologischen Arbeit. Unsere Bequemlichkeit wird auf eine harte Probe gestellt – aber es tut gut! Und was Indiana Jones betrifft, so dürfte klar sein, dass das mit der Archäologen­realität nichts zu tun hat.

Wie sieht die Archäologenrealität in Petra denn aus?

Die ganze Grabungsequipe wohnt in einem sehr einfachen Haus, in kleinen Zimmern, dem ehemaligen Hotel übrigens, das Agatha Christie in ihrem Krimi erwähnt hat. Warmes Wasser gibts nur, wenn der Generator läuft. In den ersten Jahren musste man zum Telefonieren eine halbe Stunde ins Dorf fahren, heute, mit den kabellosen Verbindungen, ist das besser. Aber noch immer gilt: Was man in der Schweiz vergessen hat – Toner, Batterien, Papier – kann man nicht einfach kaufen gehen.

Und das Klima?

Die Arbeit draussen ist für uns Schreibtischtäter jedes Mal eine harte Umstellung: die Hitze am Tag, die Kälte in der Nacht. Dann gibts Sandstürme und heftige Gewitterregen. Da die Felsen nackt sind, bilden sich innert weniger Minuten reissende Bäche und Flüsse. Das sind sehr eindrückliche und bisweilen gefährliche Naturerlebnisse. Aber gerade die Nähe und Intensität der Natur hat etwas sehr Schönes, Archaisches.

Haben Sie Arabisch gelernt?

Ein wenig, für den Kontakt mit den einheimischen Beduinen reicht es. Wobei zu sagen ist, dass diese ausserordentlich sprachgewandt sind. Sie müssen ja mit Touristen aus aller Welt kommunizieren, denen sie Pferde oder Kamele vermieten und Souvenirs verkaufen. Neuerdings organisieren sie sogar mehrtägige Trekkings in die Felswüste rund um Petra.

Was haben Sie und Ihr Team in Petra erforscht?

Einen nabatäischen Palast, also das private Wohnhaus einer sehr vermögenden Familie, die im ersten Jahrhundert nach Christus lebte. Das Spannende daran war die Architektur. Besonders die luxuriöse Ausstattung der Innenräume, von der in der Ausstellung im Antikenmuseum einiges zu sehen sein wird, zeigt Einflüsse aus Ägypten und Griechenland.

Sie scheinen die Nabatäer zu bewundern!

Man muss wissen, dass die Nabatäer jahrhundertelang als Nomaden herumzogen und dann eines Tages beschlossen, mitten in der Felswüste eine Stadt zu bauen. Für die Architektur haben sie Elemente aus den umgebenden Kulturen übernommen, daraus aber etwas ganz Eigenes geschaffen. Ich finde das eine ausserordentliche Kulturleistung! Auch in der Töpferei sind sie neue Wege gegangen und haben so dünnwandiges Geschirr produziert, wie es sonst kaum bekannt ist.

Ist Scheich Ibrahim, der Entdecker Petras aus Basel, bei den Einheimischen ein Begriff?

Und wie! Er ist fast ein Lokalheld, aber nicht nur in Petra, auch in Amman, bei den Leuten, die mit dem Tourismus oder der Archäologie zu tun haben. Man rechnet ihm hoch an, dass er fliessend Arabisch sprach, sich wie ein Einheimischer kleidete, einen wallenden Bart trug und den Koran kannte – sich also bemühte, nicht wie ein Fremder aufzutreten. Dass er ein Schweizer war, weiss hingegen kaum jemand, aber das ist ja auch nicht so wichtig.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Interview, Archäologie

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Petra – Vom Zeltlager zur antiken Metropole Weiterlesen

Der Basler Scheich im Wüstensand Weiterlesen

Basel erwartet Petra Weiterlesen

Oder spenden Sie
einen eimaligen
Betrag

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

12.10.2012, 00:01 Uhr

«Als Europäer muss man auf vieles verzichten»

Text

Text: Geneviève Lüscher

  • 12.10.2012 um 00:01
    «Als Europäer muss man auf vieles verzichten»

    Der Basler Archäologe Bernhard Kolb hat jahrelang in der jordanischen Wüstenstadt Petra gegraben.

  • 12.10.2012 um 00:01
    Der Basler Scheich im Wüstensand

    Scheich Ibrahim alias Johann Ludwig Burckhardt reiste vor 200 Jahren in den Orient. Er entdeckte Petra, Abu Simbel und unternahm sogar eine Pilgerreise nach Mekka. Timbuktu, das Ziel seiner Expedition, erreichte er aber nie. Zwei Ausstellungen in Basel befassen sich aktuell mit ihm.

  • 12.10.2012 um 00:01
    Petra – Vom Zeltlager zur antiken Metropole

    Das Antikenmuseum Basel eröfffnet am 23. Oktober 2012 eine Ausstellung zur Felsenstadt Petra. Diese wurde vom Basler Scheich Ibrahim in Jordanien entdeckt.

Aktuell

sda: Blick in den Ständeratssaal im Bundeshaus in Bern (Archiv)

Politik 

Ständerat heisst IS-Verbot gut

Die Organisationen Al-Kaida, Islamischer Staat und verwandte Organisationen sollen in der Schweiz mit einem dringlichen Gesetz verboten werden. Der Ständerat hat am Donnerstag die dafür nötige Rechtsgrundlage des Bundesrats einstimmig angenommen. Von sda. Weiterlesen

sda: Schweizer Früchte werden in Russland gut verkauft (Symbolbild)

Sanktionen 

Moskau verdächtigt die Schweiz

Russland will sichergehen, dass das russische Embargo auf Nahrungsmittel aus der EU nicht via Schweiz umgangen wird. Moskau fordert deshalb von der Schweiz die Verkaufszahlen ihrer Exporte nach Russland. Von sda. Weiterlesen

ALESSANDRO DELLA BELLA: Eine Dunkelkammer im Idyll: Häusliche Gewalt findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Häusliche Gewalt 

Wie öffentlich darf ein Frauenhaus sein?

Häusliche Gewalt ist weit verbreitet. Doch weil sie hinter verschlossenen Türen stattfindet, bekommt die Öffentlichkeit wenig davon mit. Fachpersonen diskutieren nun einen Ansatz, der dies ändern will – und die Gesellschaft in die Pflicht nimmt.Von Jacqueline Beck. Weiterlesen