Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Nobelpreis 

12.10.2012, 11:17 Uhr

EU für Aussöhnung des Kontinents mit Friedensnobelpreis geehrt

12.10.2012, 11:17 Uhr

Mitten in der Finanzkrise ist die Europäische Union für ihre Verdienste um Versöhnung und Integration in Europa mit dem Friedensnobelpreis 2012 ausgezeichnet worden. Der Entscheid des Nobelkomitees in Oslo wurde weltweit begrüsst, stiess aber auch auf Kritik. Von sda

sda: Blumen für EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, überreicht vom norwegischen Botschafter bei der EU Atle Leikvoll

Blumen für EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, überreicht vom norwegischen Botschafter bei der EU Atle Leikvoll (Bild: sda)

"Die Europäische Union und ihre Vorläufer haben mehr als sechs Jahrzehnte zur Verbreitung von Frieden und Aussöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beigetragen", sagte der Vorsitzende des Komitees, Thorbjörn Jagland, am Freitag in Oslo. Die EU habe geholfen, aus einem "Kontinent des Krieges einen Kontinent des Friedens zu machen".

Insbesondere der jahrzehntelangen Feindschaft Deutschlands und Frankreichs sei ein Ende bereitet worden. "Seit 1945 ist die Aussöhnung eine Realität geworden", ein Krieg der beiden Staaten sei heute "undenkbar".

Die europäische Einigung habe auch geholfen, in Spanien, Portugal und Griechenland nach Ende der Militärdiktaturen die Demokratie zu stärken. Einen weiteren Beitrag zum Frieden habe die Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks geleistet.

EU-Vertreter frohlocken

In der EU löste die Preisverleihung begeisterte Reaktionen aus. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bezeichnete die Würdigung in einer spontan anberaumten Medienkonferenz als "grosse Ehre für unsere 500 Millionen Bürger, alle Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen".

Der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy betonte, dass die Union einen durch zwei Weltkriege und den Ost-West-Konflikt gespaltenen Kontinent wieder geeint habe. Damit sei sie "die grösste friedensstiftende Institution, die je in der Weltgeschichte geschaffen wurde".

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel freute sich über die "wunderbare Entscheidung", die unterstreiche, dass der unter grossen Anstrengungen eingeführte und nunmehr kriselnde Euro "mehr ist als nur eine Währung", sagte sie in Berlin.

Menschenrechtler kritisieren

Doch unter die Welle der Gratulationen mischte sich auch leise Kritik. Amnesty International sieht die oft als Bürokratiemonster gescholtene EU durch den Friedensnobelpreis in der Bringschuld: Sie müsse vor allem ihre Rolle im weltweiten Flüchtlingsproblem überdenken.

Die EU schotte ihre Grenzen ab, schicke Flüchtlinge zurück in Länder, in denen sie gefoltert würden, und lasse sie fallen. "Das ist jetzt nicht mehr hinnehmbar", erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Die russische Menschenrechtlerin Swetlana Gannuschkina warf dem Nobelpreis-Komitee "Impotenz" vor. Die Verleihung des Preises an eine staatliche bürokratische Struktur wie die EU sei "lächerlich", sagte sie. Die 70-Jährige war im Vorfeld als mögliche Preisträgerin gehandelt worden.

Verleihung am Todestag Nobels

Die EU wird das Preisgeld des Nobelkomitees voraussichtlich spenden. Die Summe von umgerechnet 1,12 Millionen Franken werde wohl an eine Wohltätigkeitsorganisation weitergereicht, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel.

Offen ist auch noch, wer den Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo für die Gemeinschaft entgegennimmt. Die Kommission habe dem Nobelpreiskomitee vorgeschlagen, die Auszeichnung Barroso und van Rompuy gemeinsam zu überreichen.

2011 hatte sich das Komitee für drei Frauen als Preisträgerinnen entschieden: Die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen teilte sich den Preis mit Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und deren Landsfrau Leymah Gbowee.

Norwegen, das den Friedensnobelpreis verleiht, hat zwei Mal den Beitritt zur EU abgelehnt. Die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaftswissenschaften werden in Schweden verliehen.

  1. Die EU ist mitverantwortlich für den Welthunger

    von Inaktiver Nutzer am 12.10.2012 um 11:25Uhr

    Die EU zerstört, mit ihren Dumping-Lebensmittel, dir örtliche Landwirtschaft in Afrika.

    Und jetzt bekommt die EU auch noch den Friedensnobelpreis. Unglaublich!!!

    Der Friedensnobelpreis ist nichts mehr wert!

    Direktlink zum Kommentar

  2. @H.P.B.

    von Phil Boesiger am 12.10.2012 um 11:50Uhr

    Die EU und ihre Vorgängerinstitutionen EG / MU bescheren Mitteleuropa seit immerhin 67 Jahren Frieden. Das hats zuvor in unserer Region nie über einen derart langen Zeitraum gegeben, genau so wenig wie ein geeintes Europa als Ganzes.
    Die Stärke der Institutionen und Regierungen der EU beweisen sich in der aktuellen Krise. Leider hat die EU auch demokratische und strukturelle Defizite, das muss man gar nicht schönreden.
    Wir müssen jedoch stets aufpassen, wenn wir als Eidgenossen mit dem Finger auf die EU zeigen - zum Beispiel auf den brüsseler Verwaltungsapparat. Pro Einwohner hat die Schweiz schon mal 2 x mehr Staatsangestellte. Auch in der Agrarpolitik ist unser Land bei weitem prohibitiver als die EU; die Subventionen in diesem Bereich sind proportional ebenfalls um einiges höher.
    Wir müssen uns eingestehen, dass die Einzelstaaten nach Muster des 19. und 20. Jahrhunderts in Zeiten der heutigen Wirtschaftsblöcke China, Südostasien, USA und BRIC keine Chance mehr haben. Deshalb ist ein EU-Beitritt der Schweiz nur eine Frage der Zeit, ob uns das gefällt oder nicht. Die EU-Richtlinien und Gesetze übernehmen wir bereits heute zu 85%, halt einfach ohne jedes Mitspracherecht.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Zu spät

    von blacksheep am 12.10.2012 um 13:23Uhr

    Hätte man diesen Preis in den Jahren bis ca. 2007 vergeben, wäre das wohl mit einer langen Periode von Frieden & Wohlstand begründet worden und die Medien hätten dem mehr oder weniger zugestimmt und zur Feier des Tages die Erfolgsgeschichte revue passieren lassen.

    Den Preis 2012 zu vergeben ist schlicht und einfach ein Witz. Die EU Länder waren wohl schon lange nicht mehr so zerstritten wie dieses Jahr. Zum Beispiel "Hitlerbart Merkels" in griechischen Zeitungen, "faule Griechen" gestänker in deutschen Zeitungen etc. Und wo die EU Reise hingeht ist ungewisser den je.

    Aber ja, hauptsache die Eurokraten können sich zuprosten.

    Zum Wohl!
    Direktlink zum Kommentar

  4. Schönes Zeichen!

    von Dieter Meier1 am 12.10.2012 um 13:37Uhr

    Wenn man die blutige europäische Geschichte anschaut, kann jeder in Europa froh sein, dass es diesen Staatenbund gibt.
    Der Preis ist ein schönes Zeichen und zeigt den Europäern (zumindest den EU-Mitgliedern), dass es trotz all den Krisen und Kritikern noch etwas gibt auf das sie stolz sein können. Frieden ist unbezahlbar! Und davon profitiert ganz Europa!
    Direktlink zum Kommentar

  1. Die EU ist mitverantwortlich für den Welthunger

    von Inaktiver Nutzer um 12.10.2012 um 11:25Uhr

    Die EU zerstört, mit ihren Dumping-Lebensmittel, dir örtliche Landwirtschaft in Afrika.

    Und jetzt bekommt die EU auch noch den Friedensnobelpreis. Unglaublich!!!

    Der Friedensnobelpreis ist nichts mehr wert!

    Direktlink zum Kommentar

  2. @H.P.B.

    von Phil Boesiger um 12.10.2012 um 11:50Uhr

    Die EU und ihre Vorgängerinstitutionen EG / MU bescheren Mitteleuropa seit immerhin 67 Jahren Frieden. Das hats zuvor in unserer Region nie über einen derart langen Zeitraum gegeben, genau so wenig wie ein geeintes Europa als Ganzes.
    Die Stärke der Institutionen und Regierungen der EU beweisen sich in der aktuellen Krise. Leider hat die EU auch demokratische und strukturelle Defizite, das muss man gar nicht schönreden.
    Wir müssen jedoch stets aufpassen, wenn wir als Eidgenossen mit dem Finger auf die EU zeigen - zum Beispiel auf den brüsseler Verwaltungsapparat. Pro Einwohner hat die Schweiz schon mal 2 x mehr Staatsangestellte. Auch in der Agrarpolitik ist unser Land bei weitem prohibitiver als die EU; die Subventionen in diesem Bereich sind proportional ebenfalls um einiges höher.
    Wir müssen uns eingestehen, dass die Einzelstaaten nach Muster des 19. und 20. Jahrhunderts in Zeiten der heutigen Wirtschaftsblöcke China, Südostasien, USA und BRIC keine Chance mehr haben. Deshalb ist ein EU-Beitritt der Schweiz nur eine Frage der Zeit, ob uns das gefällt oder nicht. Die EU-Richtlinien und Gesetze übernehmen wir bereits heute zu 85%, halt einfach ohne jedes Mitspracherecht.
    Direktlink zum Kommentar

  3. @Phil Boesinger

    von Inaktiver Nutzer um 12.10.2012 um 12:51Uhr

    Dann kann man auch gleich den anderen Wirtschaftsblöcken den Friedensnobelpreis verleihen. Sie sorgen auf die gleiche Art für Frieden. Europa ist nicht EU. Europa ist nicht nur Wirtschaft.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Zu spät

    von blacksheep um 12.10.2012 um 13:23Uhr

    Hätte man diesen Preis in den Jahren bis ca. 2007 vergeben, wäre das wohl mit einer langen Periode von Frieden & Wohlstand begründet worden und die Medien hätten dem mehr oder weniger zugestimmt und zur Feier des Tages die Erfolgsgeschichte revue passieren lassen.

    Den Preis 2012 zu vergeben ist schlicht und einfach ein Witz. Die EU Länder waren wohl schon lange nicht mehr so zerstritten wie dieses Jahr. Zum Beispiel "Hitlerbart Merkels" in griechischen Zeitungen, "faule Griechen" gestänker in deutschen Zeitungen etc. Und wo die EU Reise hingeht ist ungewisser den je.

    Aber ja, hauptsache die Eurokraten können sich zuprosten.

    Zum Wohl!
    Direktlink zum Kommentar

  5. Schönes Zeichen!

    von Dieter Meier1 um 12.10.2012 um 13:37Uhr

    Wenn man die blutige europäische Geschichte anschaut, kann jeder in Europa froh sein, dass es diesen Staatenbund gibt.
    Der Preis ist ein schönes Zeichen und zeigt den Europäern (zumindest den EU-Mitgliedern), dass es trotz all den Krisen und Kritikern noch etwas gibt auf das sie stolz sein können. Frieden ist unbezahlbar! Und davon profitiert ganz Europa!
    Direktlink zum Kommentar

  6. Allgemeine Adelung

    von R Abed um 13.10.2012 um 20:47Uhr

    Ich denke, dass das Problem bei dieser Friedensnobelpreisvergabe die ungewollte Adelung aller möglichen Side effects ist.
    Die deutsch-französischen Beziehungen sind - verglichen mit früheren Jahrhunderten - zugegebenermassen formidabel. Dies darf man auch gerne anerkennen.
    Mit der Vergabe an die EU als Ganzes lobt man aber auch Dinge wie die menschenrechtlich problematische Sicherung der Aussengrenzen mit Frontex, oder die europäische Subventionspolitik und vieles mehr.

    Die Verleihung an Einzelpersonen oder Kleingruppen, welche sich um den Frieden verdient gemacht haben, fände ich sympathischer.
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren

Informationen zum Artikel

12.10.2012, 11:17 Uhr

EU für Aussöhnung des Kontinents mit Friedensnobelpreis geehrt

Text

Text: sda

Aktuell

sda: Blick auf Ljubljana (Archiv)

Schuldenkrise 

Sloweniens Kreditwürdigkeit gesenkt

Slowenien gilt als nächster Kandidat für Hilfen der Euro-Partner. Nun muss das angeschlagene Land einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Die Bonitätswächter von Fitch senken den Daumen. Gegen einen anderen Ratingriesen will Ljubljana nun vor Gericht vorgehen. Von sda. Weiterlesen

sda: Abschussrampen für nordkoreanische Kurzstreckenraketen (Archiv)

Korea-Konflikt 

Kurzstreckenraketen abgefeuert

Nordkorea hat am Samstag drei Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste abgefeuert. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums blieb zunächst unklar, ob es sich dabei um einen Test oder eine Übung handelte.Von sda. Weiterlesen

sda: Ausfuhrschein für Rückerstattung der Mehrwertsteuer (Archiv)

Einkaufstourismus 

Einkaufsboom hält Zöllner auf Trab

Die Einkaufslust der Schweizer in Baden-Württemberg macht deutschen Zollbeamten an den Grenzen jede Menge Arbeit. Denn immer mehr Schweizerinnen und Schweizer wollen sich die Mehrwertsteuer sparen.Von sda. Weiterlesen