Peter Sennhauser
Redaktor der TagesWoche
Schnellfahren ist kein Kavaliersdelikt: Das hat die Leserschaft der TagesWoche klar zum Ausdruck gebracht. Auch wenn Nationalrat Markus Lehmann im Diskussionsverlauf kontinuierlich Stimmanteile gewinnen konnte, stand er von Anfang an auf verlorenem Posten: Die umstrittenen Abschnittsgeschwindigkeitskontrollen auf Autobahnen haben gemäss 84 Prozent der Abstimmenden ihre Berechtigung. Sie werden demnach, wie Befürworter Florian Mathys argumentierte, von Autofahrern als fairer empfunden als die punktuellen Radarkontrollen. Einwände gab es zur Datenschutzfrage, weil die AGK jedes Auto erfassen, und an der sofortigen Löschung der Daten gezweifelt werden könnte.

Tempomat, auch im Kopf!
von H J Martens am 12.10.2012 um 12:25UhrWer in den letzten Jahren ein Auto gekauft hat, der findet hocherfreut einen Tempomat vor und benützt diesen um entspannt fahren zu können. Die ständige Überwachung der eigenen Geschwindigkeit ist nur lästig, ausser für ein paar gestresste Bubis, die sich einen Sport daraus machen, 100 Meter früher (bei 60km/h gerade mal sechs Sekunden!) am Ziel zu sein.
Da ich, anders als viele meiner Zeitgenossen, die Polizei nicht für doof halte, unterstelle ich ihr, dass die gebotenen Geschwindigkeitsbegrenzungen im Allgemeinen sinnvoll sind, weil sie auf deren grossen Erfahrungen beruhen. Ausnahmen kommen vor, weil auch die Verkehrspolizei aus Menschen besteht.
Das Gejammer der Gegner beruht, soweit ich sehen kann, nur auf der dumpfen Forderung nach mehr Freiheit - aber bitte ohne Verantwortung.
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Gute Kopfrechner verlangt!
von Jörg Vögeli am 12.10.2012 um 17:07UhrHerr Lehmann, Ihre Einstellung zu Rasern und zu deren Behandlung mit Samthandschuhen deckt sich vollständig mit meiner Meinung.
Aber Ihre Ablehnung der Abschnittstempomessung kann ich gar nicht nachvollziehen. Was haben Autofahrer, die sich an die Tempolimiten halten dabei zu befürchten?
Ihr Beispiel mit dem zuerst zu schnell Fahren und dann mit Abbremsen den „Fehler“ zu korrigieren, braucht gute Kopfrechner! Wenn Sie nämlich zB. im Arisdorftunnel die 1. Hälfte mit 120 km/h fahren und die 2. mit 80 km/h sind Sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 96 km/h gefahren! Damit entgehen Sie zwar den „Abzockern des Staates“ aber Sie sind mitnichten früher zu Hause! Es lohnt sich also auf alle Fälle sich an die Limite zu halten.
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Gute Kopfrechner verlangt
von Markus Lehmann am 13.10.2012 um 14:01UhrJa genau Herr Vögeli, damit ich nie "Kopfrechnen" muss fahre im liebsten mit dem Zug, ohne Stau und Stress und kann erst noch Arbeiten dabei. Gut, ab und an bleibt einer stehen oder man kommt zu spät. Trotzdem bleibe ich dabei, das Meiste was ich an Radarkontrollen beobachte bringt der Verkehrsicherheit herzlich wenig - den staatlichen Kassen aber einiges.
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besser
von giorgio am 13.10.2012 um 15:40UhrAbschnittskontrollen berechnen die Durchschnittsgeschwindigkeit und sind deshalb "gerechter". Selbst wenn man die Maximalgeschwindigkeit kurzzeitig einmal übertrifft macht das nichts oder nicht viel auf den Durchschnitt aus.
Wer aber die ganze Strecke über dem Limit fährt kommt dran.
Das ist gut so, denn dafür sind die Limiten und Bussen ja da.
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Datenschutz
von Barbara Seiler am 14.10.2012 um 16:52UhrDas Erheben von Durchschnittsgeschwindigkeiten halte ich grundsätzlich für eine gute Sache - wenn das mit dem Datenschutz klappt und die Daten der korrekt Fahrenden tatsächlich gleich wieder gelöscht werden.
Die Erfahrung zeigt leider, dass die Versuchung gross ist, einmal erhobene Daten weiter zu verwenden und immer feinere Auswertungen zu erstellen, bis hin zum Fahr- oder sonstigen Verhalten Einzelner.
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Datenschutz
von Florian Mathys am 14.10.2012 um 19:48UhrLiebe Frau Seiler. Tatsächlich wurden in der Versuchsphase sehr viele Daten erhoben - auch solche zum Fahrverhalten der einzelnen Fahrzeuge. Dies mit dem Ziel die Skeptiker von der Wirksamkeit der Abschnittsgeschwindigkeitskontrolle zu überzeugen.
Wie Sie und ich leider feststellen müssen, hat dies bei Nationalrat Lehmann und 102 weiteren (bürgerlichen) Nationalräten, welche für die Abschaffung der AGK gestimmt haben, trotzdem nicht geklappt.
Ansonsten gilt: Die Daten von korrekt fahrenden Fahrzeuge werden sofort wieder gelöscht.
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Datenschutz (Replik von Mathys auf Seiler)
von Heinz Müller am 16.10.2012 um 10:16UhrWie schön das klingt: 'Ansonsten gilt: Die Daten von korrekt fahrenden Fahrzeuge werden sofort wieder gelöscht.'
Ja, schön klingt das. Schön naiv. Zumal in einer Zeit, in der man sich noch an die Fichenaffären 1 und 2 erinnert. In einer Zeit auch, in welcher Datenklau mittlerweile nicht mehr nur bei Banken, sondern sogar im staatlichen Nachrichtendienst zu einer höchst attraktiven Einnahmequelle geworden ist.
Was ich persönlich gerne wissen möchte: Nehmen wir mal hypothetisch an, jeder Verkehrsteilnehmer hätte permanent ein 'Live-Tracking-Device' bei sich, sodass ein Grossrechner stets wüsste, wo er/sie wie schnell unterwegs ist. Des weiteren hätte jedes Verkehrsmittel einen von diesem Grossrechner gesteuerten, nicht ausschaltbaren Tempomat, sodass es gar nicht mehr möglich wäre, schneller als erlaubt zu fahren. Und dann würde man feststellen, dass das Leben noch immer lebensgefährlich ist, und noch immer Menschen auf den Strassen zu Tode kommen. Wie würde man dann Leuenbergers 'Vision Zero' weiter voran treiben?
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Datenschutz (@ H. Müller)
von Florian Mathys am 16.10.2012 um 11:31UhrNein, auch mit der Vollüberwachung und - steuerung würden wir nicht alle Verkehrstoten und -verletzten eliminieren. Aber vielleicht tatsächlich jenes Drittel, welches heute auf Kosten der Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit geht - und das wäre ja schon mal etwas, oder?!
Eine Rückfrage erlaube ich mir auch noch: Ich gebe offen zu, dass die Vision Zero, die Sie Moritz Leuenberger zuschreiben, zu 100% auch meine Vision ist. Sollte wir nicht eigentlich alle das Ziel/denTraum/die Vision haben, dass auf den Strassen kein Mensch mehr stirbt?
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Dumme Rechts/Links-Keule
von Cornelis Bockemühl am 17.10.2012 um 08:25UhrIrgendwie vergurkt Herr Lehmann seine Argumentation jetzt auch noch vollends indem er die dumme Rechts/Links-Keule herauszieht! Irgendwie hätte ich mir da ein wenig mehr Substanz erhofft...
Denn ohne diesen Rechts/Links-Unsinn wäre die Frage "wie viel Überwachung wollen wir überhaupt?" ja durchaus brisant und berechtigt - wie sie auch schon von einigen Kommentatoren angesprochen wurde!
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Lehmann'sche Logik?
von Henri Lapin um 12.10.2012 um 08:50UhrWeil Ortsunkundige "zu langsam fahren", sollen keine Geschwindigkeitskontrollen statt finden.
Weil früher 60 km/h galt, soll nun 30 km/h nicht kontrolliert werden.
Weil selbst "Grundanständige" zu schnell fahren, seien die Bussen zu hoch.
Lehmann oh Mann, oh Mann.
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Nochmals zur Fahrprüfung?
von Lisa Degen um 12.10.2012 um 10:35UhrBisher ging ich davon aus, dass jemand, der die Fahrprüfung bestanden hat, auch in der Lage sei, ein Geschwindigkeitsschild zu lesen und die darauf abgebildete Zahl mit dem Tacho zu vergleichen. Aber offenbar haben Herr Lehmanns "grundanständige" Freunde auch ohne solche Fähigkeiten bestanden. Vielleicht sollten sie nochmals ein paar Fahrstunden geniessen?
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Tempomat, auch im Kopf!
von H J Martens um 12.10.2012 um 12:25UhrWer in den letzten Jahren ein Auto gekauft hat, der findet hocherfreut einen Tempomat vor und benützt diesen um entspannt fahren zu können. Die ständige Überwachung der eigenen Geschwindigkeit ist nur lästig, ausser für ein paar gestresste Bubis, die sich einen Sport daraus machen, 100 Meter früher (bei 60km/h gerade mal sechs Sekunden!) am Ziel zu sein.
Da ich, anders als viele meiner Zeitgenossen, die Polizei nicht für doof halte, unterstelle ich ihr, dass die gebotenen Geschwindigkeitsbegrenzungen im Allgemeinen sinnvoll sind, weil sie auf deren grossen Erfahrungen beruhen. Ausnahmen kommen vor, weil auch die Verkehrspolizei aus Menschen besteht.
Das Gejammer der Gegner beruht, soweit ich sehen kann, nur auf der dumpfen Forderung nach mehr Freiheit - aber bitte ohne Verantwortung.
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Gute Kopfrechner verlangt!
von Jörg Vögeli um 12.10.2012 um 17:07UhrHerr Lehmann, Ihre Einstellung zu Rasern und zu deren Behandlung mit Samthandschuhen deckt sich vollständig mit meiner Meinung.
Aber Ihre Ablehnung der Abschnittstempomessung kann ich gar nicht nachvollziehen. Was haben Autofahrer, die sich an die Tempolimiten halten dabei zu befürchten?
Ihr Beispiel mit dem zuerst zu schnell Fahren und dann mit Abbremsen den „Fehler“ zu korrigieren, braucht gute Kopfrechner! Wenn Sie nämlich zB. im Arisdorftunnel die 1. Hälfte mit 120 km/h fahren und die 2. mit 80 km/h sind Sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 96 km/h gefahren! Damit entgehen Sie zwar den „Abzockern des Staates“ aber Sie sind mitnichten früher zu Hause! Es lohnt sich also auf alle Fälle sich an die Limite zu halten.
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"Grundanständig" ist...
von ThommyW um 12.10.2012 um 18:03Uhrsich einfach mal an die signalisierte Höchstgeschwindigkeit zu halten, das wäre doch was. Und wenn man zu schnell gefahren ist, einfach mal zahlen, weil man ja "grundanständig" ist, Herr Lehmann.
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Gute Kopfrechner verlangt
von Markus Lehmann um 13.10.2012 um 14:01UhrJa genau Herr Vögeli, damit ich nie "Kopfrechnen" muss fahre im liebsten mit dem Zug, ohne Stau und Stress und kann erst noch Arbeiten dabei. Gut, ab und an bleibt einer stehen oder man kommt zu spät. Trotzdem bleibe ich dabei, das Meiste was ich an Radarkontrollen beobachte bringt der Verkehrsicherheit herzlich wenig - den staatlichen Kassen aber einiges.
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besser
von giorgio um 13.10.2012 um 15:40UhrAbschnittskontrollen berechnen die Durchschnittsgeschwindigkeit und sind deshalb "gerechter". Selbst wenn man die Maximalgeschwindigkeit kurzzeitig einmal übertrifft macht das nichts oder nicht viel auf den Durchschnitt aus.
Wer aber die ganze Strecke über dem Limit fährt kommt dran.
Das ist gut so, denn dafür sind die Limiten und Bussen ja da.
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Kontrolle des Tempos
von André Albrecht um 14.10.2012 um 11:45UhrAls Fotograf bin ich jährlich tausende von Kilometern mit dem Auto unterwegs. Ich sehe nicht ganz ein, was diese Diskussion um Geschwindigkeits-Kontrollen soll? Wer sich an die Limiten hält, hat nicht das Geringste zu befürchten, ob jetzt Durchschnitt oder punktuell gemessen wird. Dass manchmal die Messungen an den "falschen" Orten erfolgen,mag stimmen. Aber auch hier gibt es keine Bussen, wenn man sich an die Limiten hält. Seit ich oft mit Navigation fahre, sehe ich, wie wenig schneller man am Ziel ist, wenn man ein paar km/h schneller fährt. Das "lohnt" sich nur, wenn man wirklich ein paar Stunden wesentlich schneller fahren kann. In der Schweiz spart man zum Beispiel auf der A1 höchstens ein paar Minuten, wenn man zwischen Bern und Zürich schneller fährt als erlaubt. Dafür nimmt man Bussen, mehr Stress und allenfalls Ärger mit anderen Fahrern in Kauf. Es lohnt sich nicht. Dass die Kontrollen vor allem da sind, um die Regierungskassen zu füllen, mag zum Teil stimmen, aber eben: auch das funktioniert nur, wenn man über den Limiten fährt.
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Datenschutz
von Barbara Seiler um 14.10.2012 um 16:52UhrDas Erheben von Durchschnittsgeschwindigkeiten halte ich grundsätzlich für eine gute Sache - wenn das mit dem Datenschutz klappt und die Daten der korrekt Fahrenden tatsächlich gleich wieder gelöscht werden.
Die Erfahrung zeigt leider, dass die Versuchung gross ist, einmal erhobene Daten weiter zu verwenden und immer feinere Auswertungen zu erstellen, bis hin zum Fahr- oder sonstigen Verhalten Einzelner.
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Datenschutz
von Florian Mathys um 14.10.2012 um 19:48UhrLiebe Frau Seiler. Tatsächlich wurden in der Versuchsphase sehr viele Daten erhoben - auch solche zum Fahrverhalten der einzelnen Fahrzeuge. Dies mit dem Ziel die Skeptiker von der Wirksamkeit der Abschnittsgeschwindigkeitskontrolle zu überzeugen.
Wie Sie und ich leider feststellen müssen, hat dies bei Nationalrat Lehmann und 102 weiteren (bürgerlichen) Nationalräten, welche für die Abschaffung der AGK gestimmt haben, trotzdem nicht geklappt.
Ansonsten gilt: Die Daten von korrekt fahrenden Fahrzeuge werden sofort wieder gelöscht.
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