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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Herzstück-Projekt 

18.10.2012, 11:49 Uhr

Eine Absage für Basel

18.10.2012, 11:49 Uhr

Auf dem Terminplan des Grossen Rates Basel-Stadt und dem Landrat Baselland stand für Anfang Januar eine gemeinsame Sitzung zum «Herzstück»-Projekt. Diese findet nun aber doch nicht statt, die Ratskonferenz Baselland hat das Treffen abgesagt. Von Noëmi Kern

Nils Fisch: Nicht so schnell! Die Ratskanzlei hat momentan kein Interesse an einem Treffen zwischen Landrat und Grossem Rat zum Thema S-Bahn-Herzstück.

Nicht so schnell! Die Ratskanzlei hat momentan kein Interesse an einem Treffen zwischen Landrat und Grossem Rat zum Thema S-Bahn-Herzstück. (Bild: Nils Fisch)

Es geht um eines der wichtigsten Projekte der Region: Eine neue S-Bahn-Linie soll in Basel den Bahnhof SBB und den Badischen Bahnhof mit einem 4,5 Kilometer langen Stadttunnel verbinden und so durchgängige Verbindungen in der Region ermöglichen. Am Projekt S-Bahn-Herzstück beteiligt ist nicht nur der Kanton Basel-Stadt, sondern auch Baselland. Da ist Zusammenarbeit gefragt.

Anfang 2013 hätte nun ein Treffen zwischen Landrat und Grossem Rat stattfinden sollen, mit dem Ziel, dass sich die Parlamente der beiden Basler Halbkantone austauschen können über ihre Vorstellungen zum Projekt. Eine Auslegeordnung von verschiedenen Möglichkeiten hätte es werden sollen. Nun sagte jedoch die Ratskonferenz Baselland das Treffen ab, wie Grossratspräsident Daniel Goepfert (SP) am Mittwochmorgen zu Beginn der Parlamentssitzung mitteilte.

Die offiziellen Gründe für die Absage kennt Goepfert zwar nicht, diese wurden ihm von der Baselbieter Ratskonferenz schlicht nicht mitgeteilt. Jedoch hat Goepfert eine Vermutung: «Ich denke, man will eine Präjudiz schaffen im Hinblick auf die Fusionsinitiative.» Im Kanton Baselland löse die Initiative grössere Spannungen aus als in der Stadt, so Goepfert, jeder wolle klar Stellung für oder gegen eine mögliche Fusion beziehen. Deswegen werde zurzeit alles vor dem Hintergrund der Fusionsinitiative betrachtet.

Goepfert ist enttäuscht von der Absage. Trotzdem glaubt er, dass die Sache «S-Bahn-Herzstück» durch das geplatzte Treffen keinen Schaden nehmen wird. «Und auch die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt- und Landkanton ist dadurch nicht gefährdet.»

Angst vor zu viel Nähe

Auch Landratspräsident Jürg Degen (SP) bedauert die Absage. «Ich hätte gerne ein Zeichen gesetzt und finde es daher schade, dass das Treffen nicht zustande kommt.» Er holt jedoch noch etwas mehr aus und erklärt, wie es überhaupt zum Vorschlag eines Treffens gekommen ist: «Daniel Goepfert und ich wollten nach meiner Wahl im Frühjahr etwas machen, um ein Zeichen zu setzen auf politischer Ebene», sagt Degen. Schliesslich seien sie auf die Idee einer Zusammenkunft zu einem Verkehrsthema gekommen, zum Beispiel das S-Bahn-Herzstück.

Beide hätten aber zuerst abklären wollen, wie der politische Rückhalt in beiden Kantonen sei. «Basel war halt einfach etwas schneller als wir und Goepfert hat das Treffen schon bekanntgemacht im Grossen Rat, bevor ich die Rückmeldungen aller Fraktionen hatte», sagt Degen.

Vor den Herbstferien sei dann klar gewesen, dass eine knappe Mehrheit der Fraktionen nicht an einer Zusammenkunft der beiden Parlamente interessiert sei. «Ich habe nicht weiter nach den Gründen geforscht», sagt Degen, «sondern diesen Entscheid akzeptiert und Goepfert abgesagt.» Er hat allerdings die gleiche Vermutung wie Goepfert: «Das hängt wohl mit der ganzen Fusionsdebatte zusammen. Da will man sich in den Fraktionen nicht positionieren.»

Kein Interesse bei Fusionsskeptikern

Kein Interesse am Treffen mit Basel-Stadt hätten jene Fraktionen gehabt, die auch gegenüber der Fusionsinitiative eher skeptisch eingestellt seien, sagt Degen. Da wolle man wohl nicht zu viel Nähe zum Stadtkanton demonstrieren.

Ein Scheitern des Herzstück-Projekts bedeute die Absage allerdings nicht, betont auch Degen. Das Projekt werde keineswegs infrage gestellt: «Die Fraktionspräsidenten haben zugesichtert, dass sie mit den Fachkommissionen der beiden Räte weiterhin zusammenarbeiten wollen», sagt Degen.

Doch auch wenn beide Parlamentspräsidenten betonen, dass weder das Bahnprojekt noch die gute Zusammenarbeit durch die Absage gefährdet würden: ein wirklich gutes Licht auf die viel gelobte Partnerschaft wirft diese Aktion nicht.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Bürgerliche Lippenbekenntnisse

    von Lisa Mathys um 19.10.2012 um 09:57Uhr

    Die Fraktionen, die dieses Treffen ablehnen, sind von jenen Parteien, die sich mit Initiativen für eine sog. "bessere Zusammenarbeit" schmücken, nicht wahr!? Klar, wenn man das Herzstück bespricht, nimmt man quasi die Fusion vorweg. Wie lächerlich!
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

18.10.2012, 11:49 Uhr

Eine Absage für Basel

Text

Text:

  • 31.12.2012 um 15:56
    «Ein bisschen klöpfen muss es schon»

    «The same procedure as every year» fordert nicht nur die alte Miss Sopie von ihrem Butler James im Sketch «Dinner for one». Auch wir haben alle unsere jahrelangen Silvesterbräuche und -rituale. Das zeigt ein Besuch im Zauberlädeli.

  • 24.12.2012 um 15:00
    Machs doch selber!

    Die Kreativ-Abteilung der TagesWoche ist auch am Heiligabend aktiv. Hans-Jörg «Fonzi» Walter hat Geschenkpapier designt. Verwenden kann es jeder, der einen Drucker zur Verfügung hat.

  • 21.12.2012 um 20:19
    O du fröhliche Heilsarmee

    Die Heilsarmee ist wieder unterwegs. Anders als ihre Berner ESC-Kollegen haben die Basler weniger Hürden zu überwinden, damit sie singen dürfen.

  • 16.08.2012 um 09:26
    Korrektur
    Zum Artikel: Andere Uni, andere Sitten

    Liebe Frau Bockemühl, ihr Kommentar hat mich auf einen Fehler im Text aufmerksam gemacht: Es handelt sich um eine Zunahme der Möbilität um durchschnttlich 1,4 Prozent pro Jahr seit 2005. Viel ist das freilich auch dann nicht... Selbstverständli...

  • 03.08.2012 um 09:49
    Kein Velofahrerbashing
    Zum Artikel: Ein Schild für die Katz

    Guten Tag Herr Boesiger, um Velofahrerbashing geht es der TagesWoche keineswegs. (Ich bin selber Velofahrerin und finde solche Verkehrssituationen lästig.) Es ging uns vor allem darum, einen Augenschein von der Siuation am Blumenrain zu nehmen und die...

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