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TagesWoche

Tages Woche

Di, 21.05.2013

Bürgerliche Regierungsratskandidaten 

15.10.2012, 13:22 Uhr

Gewappnet für die nächste Krise

15.10.2012, 13:22 Uhr

Die bürgerlichen Regierungsratskandidaten rechnen mit schwierigen Zeiten für Basel und setzen auf eine «sichere Zukunft». Sie treten jetzt bereits in den Funktionen auf, die sie nach den Wahlen gern hätten. Von Martina Rutschmann

Hans-Jörg Walter: Wollen die Regierung auf den Kopf stellen: Regierungsratskandidaten Christoph Eymann, Baschi Dürr, Christophe Haller und Carlo Conti.

Wollen die Regierung auf den Kopf stellen: Regierungsratskandidaten Christoph Eymann, Baschi Dürr, Christophe Haller und Carlo Conti. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Sie haben eine Vision. Christoph Eymann (LDP) und Carlo Conti (CVP) sollen Erziehungs- und Gesundheitsdirektor bleiben, Christophe Haller (FDP) soll den zurückgetretenen Parteikollegen Hanspeter Gass als Sicherheitsdirektor ablösen und Baschi Dürr (FDP) soll das Präsidialdepartement vom Grünen Guy Morin übernehmen. Knapp zwei Wochen vor den Wahlen demonstrierten die zwei Bisherigen und die beiden Neuen vor den Medien, wie gut diese Rollen ihrer Ansicht nach zu ihnen passen würden.

Wunsch-Regierungsratspräsident Dürr äusserte sich generell zu bürgerlichen Begehrlichkeiten, Wunsch-Sicherheitschef Haller beschränkte sich auf sein Wunsch-Dossier und plädierte für mehr Sicherheit und Polizisten. Die Alteingessesen kamen dann zu Wort, wenn ihre langjährige Erfahrung gefragt war und es um die Vergangenheit ging.

Mehr als um diese ging es beim ersten gemeinsamen Wahlkampf-Auftritt der LDP-, FDP- und CVP-Regierungsratskandidaten aber um die Zukunft – diese ist Wahlkampfthema der Gruppe. «Jetzt die Zukunft sichern», heisst der Slogan. Damit begann auch das Gespräch, angeführt vom «Präsidenten» Baschi Dürr: «Es wird zu wenig über die Zukunft gesprochen.» Zu Unrecht. Diese stehe auf wackeligen Beinen.

Sparen – und mehr Geld ausgeben

Noch gehe es Basel relativ gut, die wirtschaftliche Zukunft werde aber schwieriger als die Gegenwart, so die Prophezeiung. Darum gelte: Ausgaben bremsen. Es könne nicht sein, dass der Kanton immer mehr Geld ausgebe. Dieser Wille steht im Widerspruch zu Christophe Hallers Forderung, mehr Polizisten auf die Strasse zu schicken. Auf die Frage: «Wo soll gespart werden, wenn bei der Sicherheit mehr ausgegeben wird?», wusste der Kandidat allerdings keine befriedigende Antwort, nur das: «Das weiss ich jetzt noch nicht.»

Eine derartige Antwort hätten sich die Bisherigen zu ihren Dossiers nicht erlauben können, schliesslich sitzen sie bei ihren Themen fest im Sattel. So war es kaum verwunderlich, dass Eymann die Universität und die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit als seine Schwerpunkte nannte, während Carlo Conti anhand der Pharmaindustrie «die Symbiose aus Wissenschaft und Wirtschaft als Grundpfeiler des Wohlstandes» nannte.

Was die jetzige Regierung falsch gemacht hat und die Wunsch-Regierung besser machen könnte, wollte keine der vier so direkt sagen. Es fielen Schlagworte wie «Verkehrsanbindung», konkrete Kritik aber blieb aus. Schliesslich wolle man nicht in ein «politisches Lagerdenken» verfallen, sondern müsse auch über den «parteipolitischen Schatten» hüpfen können. Daher war es nicht mehr als konsequent, dass Baschi Dürr zusammenfassend sagte, die neue Regierung müsse die Attraktivität des Kantons für die Bereiche Wohnen, Leben und Arbeiten stärken. Oder wie die SP sagen würde: «Wohne, schaffe, läbe».

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Keine Baselbieter Verhältnisse!

    von Reto Weibel um 16.10.2012 um 09:46Uhr

    Die Antwort von Christoph Haller auf die Frage, wo dann gespart werden sollte, um das Budget für die Sicherheit zu erhöhen, ist typisch für bürgerliche VertreterInnen, die keine Ahnung von der Finanzpolitik haben. Wo dies hinführt sieht man im Kanton Baselland, wo jahrelang Steuern gesenkt wurden und man sich nie überlegt hat, wo man sparen tut.

    Für eine vernünftige und nachhaltige Finanzpolitik - SP wählen und Eva Herzog, Christoph Brutschin, Hanspeter Wessels und Guy Morin im Amt bestätigen, dass Basel auch in Zukunft schwarze Zahlen schreibt und kein finanzielles Waterloo erlebt.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

15.10.2012, 13:22 Uhr

Gewappnet für die nächste Krise

Text

Text:

  • 11.05.2013 um 12:32
    Blut an unseren Kleidern

    Gewissheit gibt es nie, dass die Kleider, die man kauft, fair hergestellt wurden. Manchmal wissen nicht einmal die Modeläden, dass sie die Ausbeutung unterstützen – oder sie wollen es nicht wissen. Ein Problem, offensichtlicher denn je.

  • 08.05.2013 um 16:57
    «Die Liberalen müssen pointierter werden»

    Die Präsidentin der Basler LDP, Patricia von Falkenstein, will ihrer Partei in der Öffentlichkeit wieder mehr Gehör verschaffen. Allenfalls auch mit «Polteri»-Methoden – solange es anständig zugeht.

  • 08.05.2013 um 16:15
    Einfamilienhäuser für die Erlenmatt

    Zuerst waren es Mietwohnungen, dann Eigentumswohnungen – nun sollen auf der Erlenmatt Einfamilienhäuser dazu kommen.

  • 10.10.2012 um 22:13
    Bilder
    Zum Artikel: Kein Schiff wird kommen

    Guten Abend Zugegeben, die Bilder sind nicht besonders gut – und das ist mein Verschulden. Mit Sparen hatte es allerdings nichts zu tun, dass ich ohne Fotograf (bei uns arbeiten sehr gute Fotografen, wie man sonst sehen kann) unterwegs war. Sondern mi...

  • 15.08.2012 um 09:01
    Nun ist es Schokolade
    Zum Artikel: «Beschle» verärgert «Frey»-Stammgäste

    Lieber Herr Schmidt Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie mich auf diesen peinlichen Flüchtigkeitsfehler aufmerksam gemacht haben. Selbstverständlich habe ich den Fehler umgehend behoben und aus der Schoggi eine Schokolade gemacht. Gruss, Martina Rutsch...

  • 29.02.2012 um 13:37
    Gundeli-Clique-Vertreter
    Zum Artikel: «E Schwob» im Trommel-Taumel

    Flip567 hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass es sich bei der Gundeli-Clique um eine grosse Clique mit Tambouren UND Pfeifern handelt (was tatsächlich jeder Basler wissen sollte). Die Formulierung im Text war daher vielleicht nicht präzise...

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