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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

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Die Wochendebatte Braucht es Frauenquoten?

Standpunkte

Portrait Anita Fetz

Ja

Anita Fetz, Basler SP-Ständerätin

Niemand mag Quoten. Alle finden sie unsympathisch. Aber sie sind wirkungsvoll. Das schleckt keine Geiss weg. Das zeigen die Beispiele in Norwegen und Schweden.

Auch die wirtschaftlichen Argumente für Quoten sind bekannt: ­Gemischte Teams mit unterschied­lichen Qualifikationshintergründen und Blickwinkeln sind leistungs­fähiger und innovativer. Firmen mit einer kritischen Masse an Frauen (zirka 30 Prozent) haben eine nachhaltigere Performance. Wichtig ist aber, wie Quoten umgesetzt werden. Nicht für jede Führungsebene ist dieselbe Quote die richtige.

Bei Ausbildungsgängen (auch für Männer in sozialen und pädagogischen Berufen) braucht es klare ­Quotenvorgaben. Dazu sind plan­bare Zeitfenster notwendig. In Führungspositionen von Wirtschaft und Verwaltung braucht es Zielband­quoten, die kontinuierlich erhöht werden und vom bestehenden Frauenanteil ausgehen müssen. Bei ­Verwaltungsräten wiederum braucht es klare Vorgaben, wenn Frauen nicht mit dem Tropfenzähler gesucht ­werden sollen.

Das grösste Missverständnis bei der Quotendebatte ist übrigens, dass damit unqualifizierte Frauen in ­Führungspositionen kämen. Das ist dummes Zeug, wird aber immer wieder unterstellt. Das zweite Missverständnis: Quoten seien starr und hart. Auch das ist dummes Zeug.

Der Begriff «Zielband» meint das­selbe, zeigt aber die Flexibilität.

Männergremien funktionieren oft nach dem Rudelprinzip, die Konflikt- und Dissenskultur hat Optimierungspotenzial. Eine oder zwei Frauen können diese Kultur nicht aufbrechen. Dazu braucht es eine kritische Masse (zirka 30 Prozent). Dort würde ich das Zielband auch ansetzen. Zum Beispiel: Kantonalbank, IWB, Messe oder Universitätsrat sind mit 8 bis 18 Prozent Frauen in den Verwaltungsräten weit davon entfernt, die Struktur ihrer Kundinnen und Studierenden abzubilden.

Portrait Jacqueline Badran

Nein

Jacqueline Badran, Unternehmerin und SP-Nationalrätin

In meiner Firma in der Internet- und IT-Branche sind drei von fünf ­Geschäftsleitungsmitgliedern Frauen. Nicht weil wir Geschlechterquoten hätten, sondern weil die Frauen top-qualifiziert sind für diesen Job. Alle Mütter und Väter bei uns arbeiten Teilzeit. Zudem haben wir vollständig flexible Arbeitszeiten. Unsere Strukturen ermöglichen es, dass beide Geschlechter sich sowohl auf den Job als auch auf Betreuungs- und Haushaltsarbeit konzentrieren können.

Solche Firmenkulturen sind, was unsere Welt braucht, wollen wir in den Führungsetagen mehr Frauen sehen. Quoten helfen da ­wenig. Dies zeigen Befunde aus ­nordischen Ländern, die zwar die Quoten in den Verwaltungsräten ­erfüllen. Aber auf Stufe oberste ­Kader und Geschäftsleitung sind  Frauen ebenso drastisch untervertreten wie in Ländern ohne Quoten.

Damit ist auch das Trickle-down- Argument entkräftet, wonach Quoten automatisch dazu führen, dass man Frauen generell besser fördern würde. Woher also die qualifizierten Frauen nehmen, die sich für einen VR eignen und der Welt zeigen, dass es ganz normal ist, dass Frauen in obersten Führungsetagen sitzen? 

In der Politik haben wir es ­geschafft, dass Frauen im Bundes- oder Regierungsrat eine Selbstverständlichkeit und sogar Frauen­mehr­­heiten nicht mehr ungewöhnlich sind. Ganz ohne Quoten. Ich verstehe die Ungeduld der Frauen. Aber Kulturwandel braucht Zeit. Junge Männer rücken nach, die auf die Betreuungsarbeit nicht verzichten wollen; Kinderbetreuungsstrukturen werden dichter und flexible Arbeitsmodelle zur Norm. In so einem Umfeld können sich auch Frauen jene Qualifikationen holen, die für Verwaltungsratsposten unabdingbar sind.

Der Sache der Gleichstellung ist mehr gedient, wenn Frauen ohne den leisesten Verdacht, ein Quoten-Alibi zu sein, in Verwaltungsräte berufen werden. Oder möchten Sie eine ­Quotenfrau sein?

  1. Sympathie für Quoten

    von Cornelis Bockemühl am 5.10.2012 um 08:47Uhr

    Auch wenn mir die Argumente von Frau Badran sympathischer sind, und obwohl mir die "Reglementierungs-Gläubigkeit" vieler "Linker" sehr unsympathisch ist - irgendwie scheinen mir Frauenquoten dennoch nicht ganz falsch!

    Wir gehen heute ja davon aus, dass wir in einer "Leistungsgesellschaft" leben wo der oder die "Beste" mehr oder weniger automatisch nach oben treibt, quasi wie ein Stück Holz im Wasser. Schaut man aber im realen Leben ohne diesen leicht ideologischen Filter dann sieht man noch sehr viele andere Gründe warum letztlich jemand in einer Führungsposition landet. Viele haben z.B. mit "Seilschaften" zu tun, mit der Art wann und wie jemand seinen Ehrgeiz am rechten Ort zur Geltung bringt, usw. usw.

    Kurz: Quoten müssten so gestaltet sein dass sie in all diesen Fällen dem jeweils untervertretenen Geschlecht den Rückenwind verschaffen der manchmal halt ein wenig zu sehr fehlt! Das sind dann in der Regel noch lange keine "Quoten-Dummchen".
    Direktlink zum Kommentar

  2. Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt...

    von Angelo Rizzi am 5.10.2012 um 10:32Uhr

    Wo ist in Sachen Kinderbetreuung der Unterschied zwischen der Frau, die im Supermarkt an der Kasse sitzt und der Karriere-Frau in der Chefetage? Beide verheiratet, beide zu betreuende Kinder, beide Fulltime-Job. Ist es der Unterschied, dass die eine für die Betreuung ihrer Kinder, für Herd, Waschküche und Haushalt in die Firma und zurück rennt und die andere rennen lässt? Frauen die nach oben wollen, sind ja meistens – wie der Artikel in der heutigen TagesWoche „Mütter in der Warteschlaufe“ zeigt - gegenüber einfacheren Jobs - privilegiert. Genügend Einkommen für Kita und Nanny, Privilegien auch in Sachen Freizeit, Ferien, Parkplatz in der Firma, usw. Dieser Artikel wie auch die Beispiele der interviewten Karrierefrauen machen aus meiner Sicht aber auch deutlich, dass es eine Frau nach oben schaffen kann, wenn sie wirklich will. Diese Frauen sind zurecht Stolz auf ihren Erfolg, gerade weil sie es ohne Quote geschafft haben. Und schliesslich geht es ja darum, die Beste oder den Besten für den jeweiligen Job zu finden - und nicht nur darum, einen Sessel zu füllen...
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  3. desperate housewife

    von Nicole Rohner am 7.10.2012 um 13:14Uhr

    Lieber Quotenfrau in einem spannenden beruflichen Umfeld als gelangweilte Unterforderte, frustrierte Arbeitslose oder verzweifelte Hausfrau.
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  4. Die da oben - wir hier unten

    von Thomas Duarte am 8.10.2012 um 23:49Uhr

    Frauenquoten in den ChefInnenetagen? Ich sehe nicht, wie man da dagegen sein könnte. Jedenfalls können die öffentlichen und halböffentlichen Führungsgremien gerne mit gutem Vorbild vorangehen!
    Nur etwas fällt mir auf: 78% der erwerbstätigen Männer sind keine Kader und 83.5% der erwerbstätigen Frauen (wenn ich die Statistik richtig lese). Warum jemand keine Kaderfunktion hat, das kann (abgesehen von der Eignung und vom freien Willen) viele Gründe haben, das Geschlecht ist nur einer davon. Andere sind vielleicht eine Behinderung, die Nationalität, die soziale Herkunft, Körpergrösse etc. Es böten sich also noch andere Quoten an.
    Auf dem Tageswoche-Cover macht eine junge Frau eine obszöne Geste. Drunter steht: Jetzt sind wir dran! Aber wozu eigentlich müssen wir 78% Nicht-Kader-Männer uns den Stinkefinger zeigen lassen? Wir sind ja alle auch jetzt nicht grade dran... Und stellvertretend für wen ist sie abgebildet? Für die gut zweieinhalb Prozent Frauen, die bei voller Gleichstellung eine Kaderposition ergattern würden?
    Das alles sind keine Argumente gegen die Quote, bloss erklärt es vielleicht, warum der eine oder die andere auf die Frage etwas unwirsch reagieren könnte.

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  5. Positive Diskriminierung bedingt immer auch eine negative

    von grand_filou am 9.10.2012 um 13:38Uhr

    Mal kurz in die Zukunft geschaut. Es sind in den nächsten 2 Jahren 100 Positionen auf dieser Stufe aufgrund von Pensionierung - Entlassung was auch immer zu haben.

    Wenn man jetzt eine Frauenquote fordert heisst dies, dass diese 100 Positionen um in etwas das Gleichgewicht zu halten von Frauen besetzt werden müssen oder sagen wir zu 98% von Frauen.

    In Anbetracht der Tatsache, dass es tendenziell noch mehr junge Männer gibt, welche dies anstreben müssen diese sich nun um die verbleibenden 2 sitze streiten während sich Frauen auf einen viel grösseren Prozentsatz bewerben dürfen.

    Was kann ich als junger Mann dafür, dass Frauen weniger vertreten sind, wieso sollen meine Chancen gemindert werden? Ist das auch Fairness, Gender Equality?

    Ich würde sagen eine Frauenquote ist eine indirekte Diskriminierung aller jungen aufstrebenden Männer.

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  1. Sympathie für Quoten

    von Cornelis Bockemühl um 5.10.2012 um 08:47Uhr

    Auch wenn mir die Argumente von Frau Badran sympathischer sind, und obwohl mir die "Reglementierungs-Gläubigkeit" vieler "Linker" sehr unsympathisch ist - irgendwie scheinen mir Frauenquoten dennoch nicht ganz falsch!

    Wir gehen heute ja davon aus, dass wir in einer "Leistungsgesellschaft" leben wo der oder die "Beste" mehr oder weniger automatisch nach oben treibt, quasi wie ein Stück Holz im Wasser. Schaut man aber im realen Leben ohne diesen leicht ideologischen Filter dann sieht man noch sehr viele andere Gründe warum letztlich jemand in einer Führungsposition landet. Viele haben z.B. mit "Seilschaften" zu tun, mit der Art wann und wie jemand seinen Ehrgeiz am rechten Ort zur Geltung bringt, usw. usw.

    Kurz: Quoten müssten so gestaltet sein dass sie in all diesen Fällen dem jeweils untervertretenen Geschlecht den Rückenwind verschaffen der manchmal halt ein wenig zu sehr fehlt! Das sind dann in der Regel noch lange keine "Quoten-Dummchen".
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  2. Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt...

    von Angelo Rizzi um 5.10.2012 um 10:32Uhr

    Wo ist in Sachen Kinderbetreuung der Unterschied zwischen der Frau, die im Supermarkt an der Kasse sitzt und der Karriere-Frau in der Chefetage? Beide verheiratet, beide zu betreuende Kinder, beide Fulltime-Job. Ist es der Unterschied, dass die eine für die Betreuung ihrer Kinder, für Herd, Waschküche und Haushalt in die Firma und zurück rennt und die andere rennen lässt? Frauen die nach oben wollen, sind ja meistens – wie der Artikel in der heutigen TagesWoche „Mütter in der Warteschlaufe“ zeigt - gegenüber einfacheren Jobs - privilegiert. Genügend Einkommen für Kita und Nanny, Privilegien auch in Sachen Freizeit, Ferien, Parkplatz in der Firma, usw. Dieser Artikel wie auch die Beispiele der interviewten Karrierefrauen machen aus meiner Sicht aber auch deutlich, dass es eine Frau nach oben schaffen kann, wenn sie wirklich will. Diese Frauen sind zurecht Stolz auf ihren Erfolg, gerade weil sie es ohne Quote geschafft haben. Und schliesslich geht es ja darum, die Beste oder den Besten für den jeweiligen Job zu finden - und nicht nur darum, einen Sessel zu füllen...
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  3. Quoten sind Bestandsgrössen. Bestandsgrössen werden nach Wikipedia ...

    von Inaktiver Nutzer um 5.10.2012 um 10:58Uhr

    ... "nicht periodenbezogen, sondern zeitpunktbezogen ("Stichtag") berichtet (Angaben über eine Periode werden auch zu einem Zeitpunkt gemacht, insofern auch "zeitpunktbezogen"), z. B. die Mitarbeiteranzahl oder ein Lagerbestand. Bei diesen Größen ist eine Aggregation durch Summation über die Zeit nicht sinnvoll - vielmehr wird als Aggregationsfunktion z. B. der Mittelwert verwendet. Bei Bestandsgrößen wie „Stück im Lager“ ist es nicht sinnvoll, die verfügbare Anzahl Stück im Lager über verschiedene Perioden aufzusummieren, jedoch über die Periode den Durchschnitt, Minimum oder Maximum zu bilden."

    So gesehen, sind Quoten altes Denken aus einer alten Zeit.
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  4. ???

    von Maya Eldorado um 5.10.2012 um 16:13Uhr

    Interessant wäre, hier den Frauen- und Männeranteil der Ja- und Nein-Stimmenden zu wissen.
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  5. Geschlecht und Gesellschaftsprozess

    von Alois Karl Hürlimann um 5.10.2012 um 22:06Uhr

    Natürlich kann man mit gesetzlich bestimmten Quoten die Zusammensetzung von Verwaltungsräten verändern - bei Aktiengesellschaften, bei Holdings usw. Ob man für Firmenmanagements oder für Kleinunternehmen mit Quoten weiterkommt, mit "Zielband" oder mit "planbaren Zeitfenstern", ist davon praktischerweise, was die effektive, also gestaltende und bestimmende Handlungsebene in wirtschaftlichen Handlungsräumen betrifft, unberüht, ausser man führe dort auch eine starre und kontrollierbare Geschlechterquote ein.

    Man kann die Zusammensetzung von Parlamenten, Regierungen, von Kirchenvorständen oder von Medienredaktionen mit einer geschlechterbestimmten Quote insofern verändern, als es dann von einem bestimmten Zeitpunkt weg, ob das nun richtig (korrekt) tönt oder nicht, Quotenfrauen geben würde, weil die Quote ja Frauenkarrieren in ein bestimmtes Verhältnis zum gesamten Karrierenangebot bringen soll. Die Beispiele für erste Schritte in einer "Zielband"-Quotenregelung, welche Frau Fetz nennt, sind einleuchtend, weil es sich um Einrichtungen handelt, welche dem Staat Regulierungsmöglichkeiten nach heutiger Gesetzgebung einräumen. Diesbezüglich können Quoten Sinn machen.

    Allerdings beginnt für mich die Fragwürdigkeit der Argumentation von Frau Fetz dort, wo sie von "Abbildung der Struktur" der Kundschaft von Kantonalbanken,energieunternehmen oder der Universität schreibt, welche mit den heutigen Verwaltungsratsverteilungen nicht gewährleistet sei.
    Fragwürdig ist die Ebene, die Frau Fetz anspricht: Verwaltungsräte haben mit der aktiven Geschäftsführung, mit alltäglichen Entscheidungen, mit der Personalsituation in Unternehmungen (und, beispielsweise, auch an Schulen) aktiv nichts zu tun. Sie sind Aufsichts- und Kontrollorgane. Sie können Renditeziele formulieren, sie können die Geschäftsführung kritisieren. Aber dies findet im Normalfall nicht alltäglich operativ statt.

    Im Beitrag von Frau Badran ist von der operativen Struktur einer Firma die Rede. Kein Wunder, sie ist, wenn ich richtig informiert bin, Unternehmerin. Ihre Erfahrung hat damit zu tun, etwas in einer gewissen Sparte der Wirtschaft zu schaffen, Ideen umzusetzen, sinnvolle kreative Arbeit zu erfinden, einzurichten und zu organisieren.

    Meines Erachtens geht es in der Quotendiskussion seit längerem nicht sosehr um Strukturen des Arbeitsmarktes oder um die Arbeitswelt an sich, sondern um eine sehr ideologisierte Einschränkungsbemühung auf Bekanntes, Gewohntes, gerade auch gegenüber Machtstrukturen, welche seit mindestens 20 Jahren in der konkreten Wirtschaft, vor allem in deren kreativen Gebieten, mehr und mehr in Frage gestellt werden. Wie sieht die Arbeitswelt in 20 oder in 50 Jahren in Europa aus ? Wie wird diese Arbeitswelt dannzumal beispielsweise finanziert ? Welche Kriterien werden für die Bildung und die Ausbildung in den Vordergrund rücken ?

    In Auflösung begriffen ist - was im Zusammenhang mit geschlechtsbezogenen Quoten durchaus eine Rolle spielt - die seit dem frühen 19. Jahrhundert hochgepriesenen "Familie" als der Kernzelle der Gesellschaft.
    Fragen über Fragen.
    Ob geschlechterspezifische Quoten in der sich überall in starker Veränderungsbewegung befindlichen soziokulturellen Verhältnissen und dem sich wandelnden Begriff und sozialen Sinn namens "Arbeit" in quantitativer und qualitativer Hinsicht einen "Schub" auf "Gerechtigkeit für beide Geschlechter" verschaffen können ?

    Oder ob es sich dabei njcht eher um einen "Kampf" handelt, der gestern bereits stattgefunden hat, sich allerdings quasi überlebt hat, weil andere Lebensfragen in durchaus nicht in ein für allemal regulierbare Verhältnisse, sondern in weit grundätzlichere und beide Geschlechter umfassende Prozesse gesellschaftlicher Veränderungen geführt haben ?

    Immerhin finde ich es beruhigend, dass beide Standpunktvertreterinnen in der gleichen Partei, nämlich der SP, politisieren. Vermutlich drücken die beiden Faruen auch so etwas wie ein Generationenproblem aus. Es spricht für die SP, dass solcherlei in ihrer Mitgliedschaft offensichtlich kontrovers diskutiert wird.



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  6. Dumms Züüg!

    von Angelo Rizzi um 6.10.2012 um 10:58Uhr

    Vielleicht sollte Frau Fetz wieder einmal eine mentale „Datenträgerbereinigung“ durchführen. Denn die Zeiten, wo für einen Chefsessel mindestens der „Hauptmann“ im Militär erforderlich war, sind vorbei. Soviel zur „Rudelbildung“ in der Chefetage und Männer-Seilschaften. Die heutige Generation der männlichen Führungsriege tickt doch ganz anders, in Familie und Beruf. Sie ist offener, kommunikativer und partnerschaftlicher als die 68er Generation. Zudem kann man tagtäglich erfahren, dass in diesem oder jenem Unternehmen Frauen an der Spitze sind. Und das ganz ohne Quoten. Zählt man Bundeskanzlerin Casanova dazu, dann besteht das Schweizer Bundesratsgremium zu 50% aus Frauen. Und das ganz ohne Quoten. Während all diejenigen Frauen, die es dank Fleiss, Referenzen und guten Zeugnissen und im „Kampf“ gegen -zig Bewerberinnen immerhin in die „Laminat-Abteilung“ geschafft haben, sollen also die Akademikerinnen einen Persilschein für die Teppichetage erhalten?
    Übrigens: Ich dachte bisher immer, der Begriff „Dummes Zeug“, wie Frau Fetz zwei mal gebraucht, sei das Attribut von SVP-Nationalrat Giezendanner, der „Dumms Züüg“ immer dann hervorholt, wenn er keine Argumente mehr hat….

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  7. desperate housewife

    von Nicole Rohner um 7.10.2012 um 13:14Uhr

    Lieber Quotenfrau in einem spannenden beruflichen Umfeld als gelangweilte Unterforderte, frustrierte Arbeitslose oder verzweifelte Hausfrau.
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  8. @ Nicole Rohner: Lieber überforderte Quotenfrau in ...

    von Inaktiver Nutzer um 7.10.2012 um 23:39Uhr

    einem unbekannten beruflichen Umfeld? Im Dschungel an Legenden stricken? Kaffee trinken mit anderen Burnout-Opfern? Händchenhalten mit der Sozialarbeiterin? Oder einfach die Fantasie einer verzweifelten Hausfrau, die am Montagabend nicht mehr weiss, wie sie ihrem Mann ausweichen kann? Sie sollten sich weiterbilden; nicht halluzinieren.
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  9. Braucht es Frauenquoten

    von Alfred Ritter um 8.10.2012 um 23:36Uhr

    Nein, braucht es definitiv nicht. Frau Badran hat sehr ausgewogen argumentiert. Wenn dann Männer auch Kinder gebären, können wir das Thema wieder aufnehmen.
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  10. Die da oben - wir hier unten

    von Thomas Duarte um 8.10.2012 um 23:49Uhr

    Frauenquoten in den ChefInnenetagen? Ich sehe nicht, wie man da dagegen sein könnte. Jedenfalls können die öffentlichen und halböffentlichen Führungsgremien gerne mit gutem Vorbild vorangehen!
    Nur etwas fällt mir auf: 78% der erwerbstätigen Männer sind keine Kader und 83.5% der erwerbstätigen Frauen (wenn ich die Statistik richtig lese). Warum jemand keine Kaderfunktion hat, das kann (abgesehen von der Eignung und vom freien Willen) viele Gründe haben, das Geschlecht ist nur einer davon. Andere sind vielleicht eine Behinderung, die Nationalität, die soziale Herkunft, Körpergrösse etc. Es böten sich also noch andere Quoten an.
    Auf dem Tageswoche-Cover macht eine junge Frau eine obszöne Geste. Drunter steht: Jetzt sind wir dran! Aber wozu eigentlich müssen wir 78% Nicht-Kader-Männer uns den Stinkefinger zeigen lassen? Wir sind ja alle auch jetzt nicht grade dran... Und stellvertretend für wen ist sie abgebildet? Für die gut zweieinhalb Prozent Frauen, die bei voller Gleichstellung eine Kaderposition ergattern würden?
    Das alles sind keine Argumente gegen die Quote, bloss erklärt es vielleicht, warum der eine oder die andere auf die Frage etwas unwirsch reagieren könnte.

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