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TagesWoche

Tages Woche

Di, 21.05.2013

Frauen in der Politik 

5.10.2012, 00:01 Uhr

Nur bei den Linken gibts mehr Frauen

5.10.2012, 00:01 Uhr

Einige SP-Männer haben aber nicht nur Freude daran, dass es in ihrer Partei eine Geschlechterquote gibt. Von Yen Duong

Grosser Rat BS : Im 100-köpfigen Basler Parlament sitzen derzeit nur 35 Frauen.

Im 100-köpfigen Basler Parlament sitzen derzeit nur 35 Frauen. (Bild: Grosser Rat BS )

Nicht nur in den Chefetagen von Unternehmen sind die Frauen untervertreten, auch in der Politik. Wie gross die Kluft zwischen Mann und Frau ist, zeigt ein Blick auf die Gesamterneuerungswahlen in Basel-Stadt vom 28. Oktober. Unter den 14 Personen, die in die Regierung möchten, befindet sich nur eine Frau: die bisherige Eva Herzog (SP).

Die bürgerlichen Parteien FDP, CVP, SVP und LDP haben es wieder nicht geschafft, eine Frau für die Exekutive aufzustellen (überhaupt wurde noch nie eine bürgerliche Frau in die Basler Exekutive gewählt). Zwar hatten die Freisinnigen 2006 Saskia Frei für die Ersatzwahl von Jörg Schild ins Rennen geschickt, sie verpasste jedoch das absolute Mehr und wurde dann im 2. Wahlgang durch Hanspeter Gass ersetzt.

Seither herrscht bei der FDP punkto Frauenförderung das grosse Schweigen. Als sich im März für die Nachfolge von Hanspeter Gass nur Männer zur Verfügung stellten, gab es keinen Widerstand von seiten der Frauen. Die Freisinnigen haben sich offensichtlich mit dieser Situation abgefunden.

Im Ungleichgewicht stehen auch die Grossratswahlen. Insgesamt 769 Personen wollen ins Basler Parlament, darunter jedoch nur 262 Frauen. Derzeit sitzen im 100-köpfigen Grossen Rat 65 Männer und 35 Frauen. Düster sieht es vor allem in den Fraktionen der SVP und der FDP aus: Jeweils nur eine Frau politisiert dort. Zudem ist bei den Freisinnigen der Frauensitz gefährdet: Ihre einzige Frau, Christine Heuss, tritt nicht mehr zu den Wahlen an. Es ist nicht auszuschliessen, dass die FDP-Fraktion nach den Wahlen ohne Frau dasteht.

Männer kämpfen bei der SP um Nomination

Ganz anders sieht die Situation bei den Linken aus. Dort überwiegt der Frauenanteil. Das 14-köpfige Grüne Bündnis etwa zählt 8 Frauen. Die SP-Fraktion, die insgesamt aus 32 Mitgliedern besteht, 19. Das kommt nicht von ungefähr. Frauen werden bei den Sozialdemokraten spezifisch gefördert. Bei den Genossinnen und Genossen gibt es eine Geschlechterquote von 60 zu 40. Will heissen: Jedes Geschlecht soll mit mindestens 40 Prozent verteten sein.

Die SP-Mitglieder müssen sich bei Nominationen strikt an die Geschlechterquote halten. So kam es bei den Grossratsnominations-Vorwahlen in den sieben verschiedenen SP-Sektionen teils zu Kampfwahlen zwischen Männern. Das passt einigen Männern in der Partei gar nicht. Sie fühlen sich ungerecht behandelt, zumal es mehr interessierte Männer für den Grossen Rat gebe als Frauen. Auf die Frauen müsse man einprügeln, bis sie kandidieren würden – man müsse sie suchen, heisst es in der SP. Bei den Männern jedoch sei dies nicht der Fall. Die wollen immer.

SP-Präsident Martin Lüchinger ist überzeugt, dass die Geschlechterquote sinnvoll ist – auch wenn es schwieriger sei, Frauen für eine Kandidatur zu motivieren. Bei den nächsten Grossratswahlen 2016 soll es mit den Frauen einfacher werden: «Wir haben in der Partei eine sehr aktive Frauengruppe und wir wollen Frauen gezielt fördern. Ich bin zuversichtlich, dass es in vier Jahren leichter wird, Frauen für die Grossratswahlen zu finden.»

  1. Motivation?

    von Phil Boesiger am 10.10.2012 um 11:21Uhr

    Quoten jeder Art lehne ich strikt ab. Frauenquoten, Quoten für Junge, Behinderte, Secundos, Schwule, Raucher, Staatsangestellte - es gäbe viele Ansätze, nicht nur das Geschlecht, und alle sind falsch.
    Wenn ich lese, dass gewisse Leute für eine Grossratskandidatur erst mal "motiviert" werden mussten - mit welcher Motivation werden diese im Falle einer Wahl wohl ihre Sitzungen durchstehen? Hier sollte man dieselbe Regel beachten wie im Arbeitsleben: man darf oder muss Leute unterstützen, aber man kann niemanden motivieren; die Motivation muss jede(r) selbst mitbringen. Wenn ich im Job einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin erst motivieren muss, dann motiviere ich sie / ihn höchstens zum Verlassen des Unternehmens!
    Direktlink zum Kommentar

  2. Motivation

    von Pascal Pfister am 10.10.2012 um 14:42Uhr

    Das Thema ist eigentlich mehr, dass sich die meisten Männer viel schneller eine Kandidatur zutrauen. Das heisst, dass man eher Frauen (aber auch Männer) machnmal dazu motivieren muss, sich zuzutrauen, dass die Herausforderungen meistern können, die ein solches Amt mit sich bringt. Es hat auf jeden Fall eine Menge guter Frauen auf der SP-Liste, die sehr motiviert sind. Neue und Bisherige. Immerhin stehen ein paar gute Grossrätinnen nicht mehr zur Wahl. Es gilt ein paar Grande Dame zu ersetzen.
    Direktlink zum Kommentar

  1. Na und?

    von Maya Eldorado um 10.10.2012 um 09:39Uhr

    Fragt mal die Frauen, warum sie sich nicht zur Wahl stellen. Vielleicht gefällt auch vielen die Art nicht, wie Politik gemacht wird.
    Quoten kann man sich wohl wünschen. Aber diese durchsetzen, finde ich den falschen Weg. Wir wohnen immerhin noch in einer Demokratie, wo der/die Einzelne frei sein soll in seinen/ihren Entscheidungen.
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  2. Motivation?

    von Phil Boesiger um 10.10.2012 um 11:21Uhr

    Quoten jeder Art lehne ich strikt ab. Frauenquoten, Quoten für Junge, Behinderte, Secundos, Schwule, Raucher, Staatsangestellte - es gäbe viele Ansätze, nicht nur das Geschlecht, und alle sind falsch.
    Wenn ich lese, dass gewisse Leute für eine Grossratskandidatur erst mal "motiviert" werden mussten - mit welcher Motivation werden diese im Falle einer Wahl wohl ihre Sitzungen durchstehen? Hier sollte man dieselbe Regel beachten wie im Arbeitsleben: man darf oder muss Leute unterstützen, aber man kann niemanden motivieren; die Motivation muss jede(r) selbst mitbringen. Wenn ich im Job einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin erst motivieren muss, dann motiviere ich sie / ihn höchstens zum Verlassen des Unternehmens!
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  3. Motivation

    von Pascal Pfister um 10.10.2012 um 14:42Uhr

    Das Thema ist eigentlich mehr, dass sich die meisten Männer viel schneller eine Kandidatur zutrauen. Das heisst, dass man eher Frauen (aber auch Männer) machnmal dazu motivieren muss, sich zuzutrauen, dass die Herausforderungen meistern können, die ein solches Amt mit sich bringt. Es hat auf jeden Fall eine Menge guter Frauen auf der SP-Liste, die sehr motiviert sind. Neue und Bisherige. Immerhin stehen ein paar gute Grossrätinnen nicht mehr zur Wahl. Es gilt ein paar Grande Dame zu ersetzen.
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Informationen zum Artikel

5.10.2012, 00:01 Uhr

Nur bei den Linken gibts mehr Frauen

Text

Text:

  • 16.05.2013 um 14:57
    Gefährlicher Schulweg

    Die Primarschüler des Bläsischulhauses müssen provisorisch ins Erlenmattquartier. Weil der Schulweg über den Riehenring gefährlich ist, haben Eltern jetzt eine ­Petition lanciert.

  • 08.05.2013 um 17:17
    Aufstand im Schulhaus

    Ein Konflikt zwischen Lehrern und Schulleitung im Gundeli nimmt absurde Formen an.

  • 02.05.2013 um 16:30
    Die perfekte Show

    Der Basler Sicherheitsdirektor bricht nach 100 Tagen im Amt sein Schweigen. Handlungsbedarf sieht er bei den Einbrüchen und Haftplätzen. Den Polizeikorps will Dürr nicht weiter ausbauen, dafür mehr Frauen und Migranten im Korps.

  • 02.05.2013 um 19:58
    Wäsche
    Zum Artikel: Die perfekte Show

    Liebe Frau Isler Das wird künftig der Fall sein. Heute spielte diese Frage an der Pressekonferenz aber eine Rolle, weshalb wir es auch nicht verschweigen. Liebe Grüsse

  • 06.02.2013 um 18:37
    ...
    Zum Artikel: Ein mühsamer Start

    Danke, haben es nun korrigiert.

  • 27.11.2012 um 10:53
    ...
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