Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

Musikunterricht 

5.10.2012, 00:01 Uhr

Ewig lange Warteliste

5.10.2012, 00:01 Uhr

Kinder, die an den Basler Musikschulen ein Instrument erlernen wollen, müssen sich zuerst einmal in Geduld üben. Das Warten dauert oft mehrere Jahre. In Riehen ist eine Verbesserung in Sicht, in Basel nicht. Von Matthias Oppliger

Artwork: Hans-Jörg Walter: Basler Kinder die ein Instrument erlernen wollen, müssen sich oft jahrelang gedulden.

Basler Kinder die ein Instrument erlernen wollen, müssen sich oft jahrelang gedulden. (Bild: Artwork: Hans-Jörg Walter)

Wer ein richtiger Schweizer oder eine richtige Schweizerin ist, soll ein Instrument beherrschen. Dies ist eine mögliche Interpretation der deutlichen Annahme des Jugendmusik­för­derungs-Artikels vom 23. September.

Allerdings müssen musizierfreudige Kinder im Kanton Basel-Stadt vor ihrer ersten Instrumentallektion eine grosse Hürde überwinden: die ewig lange Warteliste. Gerade bei den sogenannten Modeinstrumenten Klavier, Gitarre und Schlagzeug kann diese Warterei Jahre dauern.

Die beiden Kinder der Riehener Einwohner­rätin Franziska Roth (SP) zum Beispiel mussten je rund drei Jahre warten, bis sie einen Platz an der ­Musikschule erhielten. «Nach jeweils zwei Jahren des Wartens habe ich eine private Lösung zur Überbrückung gesucht», sagt Roth. Wer sein Kind nicht in eine der teuren privaten Musik­schulen schicken will, dem vermittelt die Musikschule in Riehen einen Musikstudenten, der sich so etwas dazuverdient.

Mit faulen Tricks zum Kurs

Trotz vorhandenen Übergangslösungen sieht Roth Handlungsbedarf, denn zur Umgehung der langen Wartelisten haben sich einige Tricks eingebürgert. Zum Beispiel kann heute ein Kind ­bereits mit drei Jahren – quasi auf ­Vorrat – für einen Instrumentalkurs angemeldet werden. So kann das Kind dann pünktlich zu Beginn der Primarschule auch den Unterricht an der Musikschule antreten.

Ein anderer Trick besteht darin, das Kind nicht direkt für das gewünschte, sondern vorerst für ein weniger populäres ­In­strument anzumelden – um dann nach einiger Zeit «festzustellen», dass das Kind doch lieber Gitarre spielen möchte. Wer bereits an der Musikschule ist, wird bei der Platzvergabe bevorzugt behandelt. Doch Tricks anwenden kann nur, wer diese auch kennt. Das sei ungerecht, meint Ein­wohner­rätin Roth.

Ein neues Anmeldeverfahren soll Abhilfe schaffen

Auch die für Jugendmusikfragen zuständige Gemeinderätin Maria Iselin (LDP) sieht in den langen Warte­listen ein Problem, das «gelöst werden muss». Deshalb werde noch diesen Herbst im Einwohnerrat über ein neu gestaltetes Anmeldeverfahren abgestimmt. Diese Abstimmung ist Teil der Verhandlungen über den Leistungsauftrag «Bildung und Familie», der auch die jährlichen Subventionen an die Musikschule Riehen umfasst. Organisatorisch untersteht diese zwar – wie auch die Musikschule Basel – der Musik-Akademie Basel, ­finanziell getragen wird die Schule in Riehen aber vollumfänglich von der Gemeinde Riehen.

Das neue Anmeldeverfahren sieht vor, die untere Alterslimite anzuheben.Zusätzlich soll die Anmeldung mit einem verbindlichen Beratungsgespräch verknüpft werden. Beide Massnahmen haben zum Ziel, die erwähnten Tricksereien künftig zu verhindern.
Zusätzlich zum angepassten Anmeldeverfahren sollen in Riehen auch die Subventionen von aktuell 1,8 Millionen Franken um rund 350 000 Franken erhöht werden. Mit dem Geld sollen 80 zusätzliche Musikschulplätze geschaffen werden. «Dies wird sich zweifelsohne positiv auf die Warteliste auswirken», ist Iselin überzeugt.

Eine gewaltige Verbesserung also? «Eine Verbesserung schon, aber nicht der grosse Wurf», urteilt Franziska Roth. So sei ungewiss, ob es den ­privaten Musikschulen gelingen wird, die ganze Nachfrage aufzufangen, wenn im Zuge der Schulharmonisierung Musiklektionen an der Volksschule gestrichen werden. Zudem ist die Annahme der Vor­lage nicht gesichert: «Von bürgerlicher Seite erwarte ich Widerstand.»

Gleiche Probleme in Basel, jedoch keine Lösung in Sicht

Prekärer noch als in Riehen, ist die Situation in Basel. Obwohl an der Musikschule Basel genau die gleichen Probleme bestehen – lange Warte­listen, die mit Tricks ­umgangen werden –, sind keine Änderungen in Sicht. Im letzten Herbst wurde im Gros­sen Rat zwar der mit jährlich 13 Millionen Franken dotierte Subventionsvertrag mit der Musikschule erneuert, Vorschläge für einen verbesserten Zugang zum Musikunterricht wurden aber keine gemacht.

Verpasste man damals eine ­Chance? Der Direktor der Musik-Akademie Basel, Stephan Schmidt, ist nicht dieser Meinung. «Wir sind uns des Problems bewusst. Wenn sich eine Möglichkeit der Verbesserung abzeichnen sollte, werden wir sicher unseren Beitrag leisten.» Letzlich erfülle die Musik-Akademie jedoch einfach ­einen politischen und gesellschaftlichen Auftrag, sagt Schmidt. Sprich: Verbesserungsvorschläge vorzubringen, wäre eigentlich Aufgabe der Politiker.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Ewig lange Warteliste

    von Iris Gerig um 8.10.2012 um 15:53Uhr

    Bin froh, dass dieses Thema aufgegriffen wird. Genau dieselbe Situation habe ich unlängst bei meiner Enkelin festgestellt.
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren

Informationen zum Artikel

5.10.2012, 00:01 Uhr

Ewig lange Warteliste

Text

Text:

  • 24.05.2013 um 20:01
    Transparenz-Gegner aufgeschreckt

    Zwei Wochen vor der Abstimmung haben sich nun auch die Gegner der Transparenz-Initiative organisiert. Sie wurden wohl von der Professionalität der Befürworterkampagne überrascht.

  • 23.05.2013 um 14:09
    Konflikte scheut er nicht

    Thomi Jourdans Kandidatur für den Baselbieter Regierungsrat scheint aussichtslos. Genau das spornt ihn an.

  • 21.05.2013 um 16:21
    Novartis zieht Einsprache zurück

    Die Novartis hat einen grossen Teil der Zwischennutzungen im Hafen blockiert. Nun hat der Pharmakonzern seine Einsprache gegen die Öffnung der Klybeckhalbinsel zurückgezogen.

  • 05.04.2013 um 21:05
    @Michel Steiner
    Zum Artikel: Randständige führen durch ihr Basel

    Lieber Herr Steiner Vielen Dank für die Präzisierung. Ich habe den Text entsprechend angepasst. Ihnen noch einen schönen Abend. Freundliche Grüsse Matthias Oppliger (am Dienstpult)

  • 27.03.2013 um 08:58
    @Maya Eldorado
    Zum Artikel: Novartis verhindert Zwischennutzungen

    Das für die Zwischennutzungen vorgesehene Gelände grenzt an ein Areal der Novartis. Als Anwohner haben sie deshalb das Recht, gegen ein Baugesuch Einspruch zu erheben.

  • 30.01.2013 um 15:01
    @Matthias Schweizer
    Zum Artikel: Sozialarbeiter auf Abruf

    Sehr geehrter Herr Schweizer Vielen Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass Sie diesen Artikel doch noch durch eine Stellungnahme der ABS ergänzen. Für die Beantwortung meiner Fragen habe ich Ihnen zwei Tage zur Verfügung gestellt. Ein Zeitfenst...

Aktuell

Michael Würtenberg: Da hatten sie noch auf verlorenem Posten gekämpft: Zelglihofbauer Daniel Wiedmer und Markus Chrétien, Geschäftsführer der Solarspar im Sommer 2012.

Erneuerbare Energie 

Solaranlage eingeweiht

Vor einem Jahr berichtete die TagesWoche über den gescheiterten Kampf um eine grosse Solarstromanlage in Sissach. Dann vollzog die Elektra Sissach überraschend eine Kehrtwende. Heute Freitag nimmt Bauer Daniel Wiedmer die 230 000 Franken teure Anlage in Betrieb.Von Matieu Klee. Weiterlesen

1