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Rotblaulive.ch: Alles zur Saison des FC Basel: Berichte, Tabellen, Tweets, Videos, Statistiken und Spielszenenanalyse.

Fussball, Europa League 

4.10.2012, 17:45 Uhr

2:2 gegen den KRC Genk – FCB rettet noch einen Punkt

4.10.2012, 17:45 Uhr

Zwei Tore von Marco Streller haben dem FC Basel in der Europa League gegen KRC Genk einen Punkt gerettet. Die Belgier waren zur Pause 2:0 in Führung gelegen. Beim FCB schieden Alex Frei und Aleksandar Dragovic verletzt aus. Im zweiten Gruppenspiel schlug Videoton überraschend Sporting Lissabon mit 3:0. Von Christoph Kieslich und Amir Mustedanagić

Das Tor, das die Hoffnung zurückbrachte: Marco Streller verwandelt einen Penalty zum 1:2 und traf später auch zum Ausgleich.

Das Tor, das die Hoffnung zurückbrachte: Marco Streller verwandelt einen Penalty zum 1:2 und traf später auch zum Ausgleich. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Immer eine Nasenlänge voraus: Torschütze Jelle Vossen gegen Aleksandar Dragovic, der in der 53. Minute verletzt ausscheidet.

Immer eine Nasenlänge voraus: Torschütze Jelle Vossen gegen Aleksandar Dragovic, der in der 53. Minute verletzt ausscheidet. (Bild: ARND WIEGMANN)

Der FCB im Sturzflug: Zur Pause liegen Philipp Degen und Co. mit 0:2 gegen Genk zurück.

Der FCB im Sturzflug: Zur Pause liegen Philipp Degen und Co. mit 0:2 gegen Genk zurück. (Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

Ganz bitterer Abend für Alex Frei: Erst liess er wieder Chancen liegen, dann zog er sich bei einem Kopfball eine Platzwunde an der Augenbraue zu.

Ganz bitterer Abend für Alex Frei: Erst liess er wieder Chancen liegen, dann zog er sich bei einem Kopfball eine Platzwunde an der Augenbraue zu. (Bild: Keystone/WALTER BIERI)

Die FCB-Verteidigung bekam ihn nicht unter Kontrolle: Jelle Vossen feiert seinen Treffer zum 2:0 für Genk.

Die FCB-Verteidigung bekam ihn nicht unter Kontrolle: Jelle Vossen feiert seinen Treffer zum 2:0 für Genk. (Bild: ARND WIEGMANN)

Der Torschütze zum 1:0 für Genk für einmal gestoppt: Benjamin de Ceulaer im Zweikampf mit Philipp Degen.

Der Torschütze zum 1:0 für Genk für einmal gestoppt: Benjamin de Ceulaer im Zweikampf mit Philipp Degen. (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Die Partie zwischen dem FC Basel und dem KRC Genk ist kein berauschendes Fussballfest gewesen, die erste Heimpartie in der Europa League wird allerdings als ein kurioser Fussballabend in Erinnerung bleiben. Der FCB startete gut in die Partie gegen die Gäste aus Belgien. Zwar fehlten ihm zunächst zwingende Torchancen, aber er diktierte die Partie. Genk zog sich weit zurück, beschränkte sich auf die Defensive und lauerte. Die Taktik ging früh auf, bereits in der 10. Minute und mit dem mehr oder weniger ersten Konter gingen die Gäste entgegen dem Spiel 1:0 in Führung.

«Nicht Fisch, nicht Fleisch» – Stimmen zum Spiel

Mario Been, Trainer des KRC Genk
«Vorher wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen, so wie das Spiel gelaufen ist, ist das 2:2 zu wenig. In der ersten Halbzeit hatten wir kaum Probleme, haben wir kaum Chancen zugelassen. Nach dem Elfmeter – dem ein klares Hands der Basler vorausging – haben wir zu wenig nach vorne gemacht.»

Heiko Vogel, Trainer des FCB
«Wir haben uns mit Moral und Willen zurückgekämpft und die verletzungsbedingten Verluste mit Bravour gemeistert. Vom Investment her hätte die Mannschaft noch mehr verdient gehabt als den einen Punkt. Ich kann ihr nur ein Kompliment machen, weil sie gut gespielt hat. Der 3:0-Sieg von Videoton gegen Sporting überrascht mich schon - es zeigt, dass die Ungarn nicht zu unterschätzen sind.»

Yann Sommer, Torhüter des FCB
«Letztendlich können wir froh sein über diesen Punkt. Wir müssen uns an der eigenen Nase packen und die individuellen Fehler minimieren. Beim 0:1 zögere ich statt durchzuziehen. Es gibt nun mal Phasen, die sind nicht Fisch und nicht Fleisch.»

Die Höhepunkte des Spiels auf sf.tv

Die Basler Abwehr sah in der Szene überhaupt nicht gut aus – und das ist noch nett ausgedrückt: Mohamed Salah verfolgte Benjamin De Ceulaer nicht richtig, der konnte aus knapp 25 Metern einen feinen Pass auf Jelle Vossen spielen und der musste nicht mal mehr eingreifen.

Der Ball kullerte erst an Alexander Dragovic, dann am stolpernden Vossen und letztlich auch noch an Yann Sommer vorbei ins Tor. Weder Dragovic, noch Sommer gaben in der Situation eine gute Figur ab: Der Verteidiger blieb stehen, in der Hoffnung, dass sei Torhüter den Ball aufnimmt, dieser zögerte einen Moment zu lang und perfekt war die Slapstick-Einlage – sehr zur Freude der Belgier.

Der Charakter der Partei veränderte sich nicht: Der FCB versuchte das Spiel zu machen, Genk beliess es bei der Verteidigungsarbeit. Es gab keinen Zweifel welche Mannschaft auf dem Feld die bessere ist. Der FCB generierte aber aus seinen Vorteilen keine zwingenden Torchancen, war auf den letzten Metern nicht präzise und entschlossen genug. 

Nach einer halben Stunde erhöhten die Basler den Druck, erarbeitete sich ein paar Möglichkeiten und hätte in dieser Phase eigentlich einen Elfmeter erhalten müssen. Thomas Buffel wehrte in der 32. Minute eine Hereingabe mit dem Ellbogen ab. Der Pfiff blieb aber aus. Fast im direkten Gegenzug traf der KRC Genk zum 2:0.

Zweiter Schuss, zweites Tor

Mit dem zweiten Torschuss der Belgier erhöhten sie ihre Führung in der 35. Minute. So überraschend der Treffer war, so schön war er auch. Die Belgier luchsten Marco Streller den Ball ab, spielten einen hohen Ball in die Mitte, Dragovic schlug ein Luftloch und was dann folgte war hohe Fussballkunst: Eine Kombination über drei Stationen mit jeweils einer Berührung bis zum Hackenpass auf Jelle Vossen. Der Stürmer netzte von der Strafraumgrenze überlegt und platziert unten rechts ein.

Der FCB bäumte sich zwar auf, ging aber mit leeren Händen in die Kabine. Er lag 0:2 hinten, und zu allem Überfluss fiel auch noch Torjäger Alex Frei aus. Er hatte sich in der 42. Minute bei einem Kopfball eine klaffende Platzwunde zugezogen, er versuchte zwar mit Kopfverband weiter zu spielen, musste aber noch vor dem Pausenpfiff aufgeben. Frei bleibt zurzeit wirklich nichts erspart.

Die zweite Halbzeit begann für den FCB nicht besser, als die erste aufgehört hatte. Kaum fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel nach dem Torjäger auch noch der Abwehrchef aus: Aleksandar Dragovic blieb unglücklich im Rasen hängen und schied verletzt aus. Erste Diagnose: Aussenbanddehnung am linken Knöchel.

Stockers grosser Auftritt

Die Mannschaft gab aber nicht auf: Während Genk sich immer weiter zurückzog, bemühte sich der FCB das Spiel zu machen. Die Spieler rannten und ackerten, der letzte finale Pass wollte und wollte aber nicht gelingen. Das Spiel plätscherte in der Folge  ohne sehenswerten Angriff oder Torschuss vor sich hin – bis zur 70. Minute und dem Auftritt von Valentin Stocker.

Stocker – der einer der aktivsten, aber dadurch auch einer der Spieler mit den meisten Fehlpässen war – sprang im Strafraum hoch, nahm eine Hereingabe an, legte sie an Kalidou Koulibaly vorbei. Der Genk-Verteidiger versuchte mit einer akrobatischen Einlagen den Ball wegzuschlagen, traf aber Stocker. Der Schiedsrichter entschied korrekterweise auf Penalty, übersah allerdings ein Hands von Stocker bei der Ballannahme zuvor. Marco Streller störte der umstrittene Entscheid des Schiedsrichters nicht: Der Kapitän versenkte den Elfer souverän zum 1:2.

Beflügelt vom Anschlusstor

Der Anschlusstreffer beflügelte den FCB nochmals, aber allen Bemühungen zum Trotz wirkte es nicht so, als ob der Heimmannschaft der Ausgleich gelingen würde. Der Abend wäre aber nicht so kurios und umstritten gewesen, wäre da nicht noch der Treffer in der 84. Minute gefallen, einer der für Diskussionen sorgte. Marco Streller stieg nach einem Kopfball höher als die gesamte Genk-Verteidigung und köpfte zum 2:2 ein. Zum Glück des FCB ahndete der Schiedsrichter den Einsatz von Streller nicht: Der Stürmer hatte sich vor dem klar auf den Verteidiger vor sich gestützt und sich einen deutlichen Voreil verschafft.

Letztlich war der Ausgleich mehr als das Glück des Fleissigen. Die Partie gegen den KRC Genk war für den FCB wieder nicht der erhoffte Befreiungsschlag, die Mannschaft hat aber Moral bewiesen und nie aufgegeben. Der FCB hat verdient einen Punkt gewonnen, aber mit Dragovic und Frei auch zwei wichtige Teamstützen verloren. Für Dragovic, der nächste Woche auch zur Nationalmanschaft will, wird es eng bis Sonntag und dem Heimspiel in der Liga gegen Servette. Ebenso für den ramponierten Alex Frei.

Europa League, Gruppe G, 2. Runde
FC Basel–KRC Genk 2:2 (0:2)
St.-Jakob-Park. – 14‘023 Zuschauer. – SR Bülent (Türkei).

Tore:
10. De Ceulaer 0:1 (spielt einen Pass in die Tiefe, Dragovic verlässt sich auf Sommer und umgekehrt – und der Ball trudelt – ohne dass der heranstürmende Vossen noch dran gewesen wäre – über die Linie).
38. Vossen 0:2 (nachdem Dragovic ein Luftloch schlägt, dann spielen Kumordzi, Vossen und De Cuelaer die Chance prima aus, topft Torjäger Vossen überlegt mit rechts und flach aus 16 Metern ein und erwischt Sommer auf dem falschen Fuss).
70. Streller 1:2 (sicher verwandelter Penalty nach Foul von Koulibaly an Stocker auf eine Streller-Flanke).
84. Streller 2:2 (Kopfball aus sechs Metern auf sechsten Corner von Fabian Frei).

Verwarnungen: 12. Dragovic (Foul), 15. Tshimanga (Foul), 25. P. Degen (Foul), 69. Koulibaly (Foul).

FC Basel (4-4-2): Sommer; P. Degen, Sauro, Dragovic (53. Schär), Park; Salah, Cabral, Diaz (70. F. Frei), Stocker; A. Frei (46. Zoua), Streller. – Reserve: Vailati (Tor), Steinhöfer, Voser, D. Degen.
KRC Genk (4-1-4-1): Van Hout; Fernandez, Nadson, Koulibaly, Tshimanga; Ngongca; Buffel (67. Nwanganga), Kumordzi (86. Plet), Gorius, De Ceulaer (76. Hamalainen); Vossen.

Bemerkungen: FCB ohne Yapi (wieder fit, aber noch nicht im Kader); Genk ohne Simaeys, Joseph-Monrose (beide verletzt), Barda (Aufbau). – Alex Frei scheidet zur Halbzeit mit Platzwunde an der Augenbraue aus. – 53. Dragovic scheidet mit Verletzung am linken Sprunggelenk aus.

 
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Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Die erste internationale Saison auf dem Sofa

    von Kulturbetrachter Basel um 5.10.2012 um 10:11Uhr

    Über Jahre haben wir uns grün und blau geärgert, dass wir ins "G" verscheucht wurden, weil die liebe UEFA unsere Plätze besetzte.
    Vergangenes Jahr haben wir uns geschworen, dass wir diese "Ersatztickets" nicht mehr nehmen werden.
    Ein weiser Entschluss!
    Das erste Tor sah ich daheim auf meinem grossen Bildschirm, während draussen der Regen an meine Scheiben prasselte und der Käse im Raclette bruzelte. Gott sei Dank hatte ich noch nichts im Mund, sonst hätte ich mich schon verschluckt! Es war gemütlich, daheim auf meinem Sofa und entgegen meiner Gewohnheiten, habe ich die Flasche Cure D` Attalens dann vollständig geleert um dieses Spiel schmerzfrei zu überstehen.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

4.10.2012, 17:45 Uhr

2:2 gegen den KRC Genk – FCB rettet noch einen Punkt

Text

Text:

  • 22.05.2013 um 14:03
    Randale gab es dort, wo sie erwartet wurden

    Von einem «schwarzen Tag» ist die Rede nach Ausschreitungen in der Berner Innenstadt im Vorfeld des Cupfinals. Eine Aufarbeitung des Pfingstmontags und ein Augenzeugenbericht.

  • 20.05.2013 um 07:05
    Der vergessene Cup-Sieg

    Cup, Cupfinal, Cupsieg – der Pfingstmontag naht, wenn der Rekord-Titelhalter GC und der elfmalige Cupgewinner FC Basel aufeinandertreffen. 100 Jahre nachdem der FCB seinen ersten Cup gewonnen hat, ein Erfolg den heute niemand mehr auf der Rechnung hat.

  • 20.05.2013 um 07:00
    Es ist Erntezeit

    Der Cupfinal vom Pfingstmontag (16.00 Uhr) ist der Auftakt der Woche der Entscheidung für den FC Basel und die Grasshoppers: Die beiden dominierenden Mannschaften dieser Saison machen die Titelträger untereinander aus.

  • 17.04.2013 um 17:47
    Josef Zindel
    Zum Artikel: Sion gegen FCB – mehr Kompetenz im Cup geht fast nicht

    Wir werden unser Möglichstes tun. Versprochen.

  • 15.04.2013 um 12:20
    Die englischen Wochen, die auch an der TagesWoche nicht spurlos vorbeigehen
    Zum Artikel: Eine bemerkenswerte Assistquote – die FCB-Einzelkritik

    In der Tat, so ist, da muss man gar nicht lange drum herum reden. Danke der aufmerksamen Leserschaft. Der Einwechselkuddelmuddel ist korrigiert – das ist halt schon eine feine Sache an diesem Internet.

  • 11.04.2013 um 12:22
    Basel geht in M unten
    Zum Artikel: Wie ich mich in Middlesbrough mitschuldig gemacht habe

    Ich möchte meinen geschätzten Wegbegleiter und damaligen BaZ-Kollegen Raz daran erinnern, dass in dunkler Vorahnung schon nach dem 3:1 für M. der Titel angepasst wurde in «Basel geht in Middlesbrough unter». Sollte ich dabei tatsächlich etwas Unflätige...

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Text:

  • 22.05.2013 um 18:57
    Kommissär Hunkeler braucht eine neue Beiz

    Das Restaurant Milchhüsli soll im Herbst seine Türen wieder öffnen. Allerdings nicht mehr als urchige Beiz, sondern als Café – «von Studierenden für Studierende». Hinter der geplanten Eröffnung steht die Studierendenorganisation Skuba.

  • 21.05.2013 um 12:50
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    Es war mein erstes Buch, es war mein erster Urs Widmer-Roman – und «Im Kongo» hat mich verändert. Für immer. Ein Dankeschön zum 75. Geburtstag von Urs Widmer.

  • 21.05.2013 um 06:30
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