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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Energiegesetz 

28.9.2012, 13:07 Uhr

Energiewende dürfte Haushalte 20 bis 30 Prozent mehr kosten

28.9.2012, 13:07 Uhr

Durch die Energiestrategie 2050 dürften die Haushalte 20 bis 30 Prozent mehr für Energie bezahlen. Das schätzt der Bundesrat. Die Preise würden aber auch beim Bau neuer Atomkraftwerke (AKW) deutlich steigen, sagte Bundesrätin Doris Leuthard. Von sda

sda: Der Bundesrat will den Stromverbrauch pro Person senken (Symbolbild)

Der Bundesrat will den Stromverbrauch pro Person senken (Symbolbild) (Bild: sda)

Der Preisanstieg wird durch neue Vorschriften und den Zubau bei erneuerbaren Energien verursacht. Bis 2050 müssten rund 30 Milliarden Franken in den Bau neuer Anlagen investiert werden, sagte Energieministerin Doris Leuthard vor den Bundeshausmedien in Bern. Neue AKW würden aber ungefähr gleich viel kosten, sagte sie.

Energie sei heute grundsätzlich günstig, stellte Leuthard fest. Leider motiviere dies die Menschen nicht genug zum Sparen. Der Bundesrat wolle deshalb neue Anreize schaffen. Es müsse sich lohnen, Effizienzmassnahmen zu verwirklichen. Der Bundesrat visiert strengere Vorschriften und auch marktwirtschaftliche Instrumente an.

Grosse Kiste, offene Fragen

Die erneuerbaren Energien will der Bundesrat über beschleunigte Verfahren fördern; die Rekursmöglichkeiten sollen beschränkt werden. Zudem wird die Einspeisevergütung reformiert: Kleine Anlagen sollen nur noch mit einem einmaligen Beitrag gefördert werden. Die Förderbeiträge werden zudem rascher an die Marktpreise angepasst.

Der Bundesrat habe sich am Freitagmorgen zum fünften Mal über die künftige Energiestrategie unterhalten, sagte Leuthard weiter. "Das ist eine grosse Kiste, die der Bundesrat in Angriff nimmt." Es seien noch viele Fragen offen. Die Vorlage mit Änderungen in zehn Gesetzen wird bis Ende Januar in eine Vernehmlassung geschickt.

Mit dem ersten Massnahmenpaket will der Bundesrat den Stromverbrauch deutlich senken. Dazu sollen im Energiegesetz quantitative Ziele festgelegt werden, sagte Leuthard. Demnach soll der Energieverbrauch bis 2035 um 35 Prozent sinken. Der Verbrauch an Treibstoffen und Heizöl soll um 50 Prozent sinken.

Schärfere Vorschriften für Autos

Bei der Mobilität will der Bundesrat über eine Verschärfung der Vorschriften für Neuwagen den Energieverbrauch senken. Statt 130 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer ab Anfang 2013 sollen bis Ende 2020 nur noch 95 Gramm erlaubt sein.

Ausserdem wird diese Regelung nicht mehr nur für Personenwagen gelten, sondern auch für Lieferwagen und leichte Sattelschlepper. Betroffen sind nur neue Fahrzeuge. "Der Bundesrat strebt eine Erneuerung der Fahrzeugflotte an", sagte Leuthard.

Keine neuen Rahmenbewilligungen

Den Atomausstieg will der Bundesrat konkret damit umsetzen, dass er Rahmenbewilligungsgesuche für neue AKW oder für einen Ausbau der bestehenden nicht mehr bewilligen wird.

Das erste Massnahmenpaket genügt voraussichtlich nicht, um die Energie aus den AKW zu ersetzen. Ab 2021 soll deshalb die zweite Etappe der Energiewende beginnen. "Ab dann wollen wir die Förderung kontinuierlich abbauen zugunsten eines mehr lenkenden Systems", sagte Leuthard.

Ab 2021 will der Bundesrat eine Energieabgabe in der Verfassung verankern. Diese soll die heutige Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) und die CO2-Abgabe ablösen.

  1. 20-30 Prozent mehr für Energie bezahlen

    von Markus Thüer am 28.09.2012 um 18:59Uhr

    Wenn man Leute fragt, wie viel sie denn pro Jahr für Energie bezahlen, weiss es keiner. Das zeigt sehr klar, dass es sich für einen Grossteil der Haushalte um einen unbedeutenden Anteil an den jährlichen Ausgaben handelt. Darum wird es auch kaum jemandem weh tun, wenn die Kosten in 10 oder noch mehr Jahren um 20 bis 30 Prozent steigen sollten. Der Beitrag für Energie ist dann immer noch unbedeutend.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Energiewende kostet - in Spanien schon längst

    von B E Berger am 28.09.2012 um 23:38Uhr

    Ich möchte die Schweizer darauf aufmerksam machen, dass in Spanien schon seit 10 Jahren der Strom 20-30 Prozent teurer ist als bei uns. Und die Spanier verdienen bestimmt nicht mehr als wir. Die Energiewende kostet (Wind/Sonne/Gas statt AKWs) und die Südländer haben nicht gemotzt. Es ist auffallend, dass in der Schweiz praktisch nur jene reklamieren, die in Zukunft kein grosses Geschäft mehr machen!
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  1. "Peak Oil" ist erreicht, ...

    von Inaktiver Nutzer um 28.09.2012 um 18:01Uhr

    und die Energiekosten werden sich von alleine dramatisch erhöhen. Aber wenn ich die aufgehende Lohnschere betrachte, dann wird es einmal mehr die treffen, die sich sowieso alles absparen müssen. Diejenigen, die schon lange keinen Gürtel mehr tragen, weil sie gezwungenermassen auf Hosenträger umgestiegen sind, lachen da nur müde.
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  2. 20-30 Prozent mehr für Energie bezahlen

    von Markus Thüer um 28.09.2012 um 18:59Uhr

    Wenn man Leute fragt, wie viel sie denn pro Jahr für Energie bezahlen, weiss es keiner. Das zeigt sehr klar, dass es sich für einen Grossteil der Haushalte um einen unbedeutenden Anteil an den jährlichen Ausgaben handelt. Darum wird es auch kaum jemandem weh tun, wenn die Kosten in 10 oder noch mehr Jahren um 20 bis 30 Prozent steigen sollten. Der Beitrag für Energie ist dann immer noch unbedeutend.
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  3. Das kommt mir ganz unrealistisch wenig vor!

    von Cornelis Bockemühl um 28.09.2012 um 22:37Uhr

    30% klingt zwar im ersten Moment happig, aber wenn der Zeithorizont bis 2050 geht, dann sind das gerade mal knapp 0.7% pro Jahr: Wenn das wirklich alles sein soll finde ich es noch erstaunlich dass wir so billig weg kommen!

    Selbst wenn ich mal davon ausgehe, dass die Teuerung da dann noch oben drauf kommt. Und wenn ich ebenfalls davon ausgehen dass man im Jahr 2050 unsere heutigen Prognosen nur mit Schmunzeln zur Kenntnis nehmen wird: Was sind Prognosen über das Jahr 2012 schon Wert, die im Jahr 1974 gemacht wurden...

    Eher fragwürdig finde ich es dagegen wenn die Energieabgabe, die immerhin einen wichtigen Spar-Anreiz darstellen soll, erst mal knapp 10 Jahre verschoben wird! Und nicht zu vergessen: Der "Atomausstieg à la Schweiz" soll sogar noch für 20 Jahre auf der langen Bank bleiben!
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  4. Energiewende kostet - in Spanien schon längst

    von B E Berger um 28.09.2012 um 23:38Uhr

    Ich möchte die Schweizer darauf aufmerksam machen, dass in Spanien schon seit 10 Jahren der Strom 20-30 Prozent teurer ist als bei uns. Und die Spanier verdienen bestimmt nicht mehr als wir. Die Energiewende kostet (Wind/Sonne/Gas statt AKWs) und die Südländer haben nicht gemotzt. Es ist auffallend, dass in der Schweiz praktisch nur jene reklamieren, die in Zukunft kein grosses Geschäft mehr machen!
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  5. Eine Verbesserung kostet immer etwas mehr.

    von Inaktiver Nutzer um 29.09.2012 um 14:05Uhr

    Ohne Gefahr, ohne radioaktiven Abfall leben zu können, kann und muss uns doch etwas mehr Wert sein. Deshalb wären auch 50 % aktzeptabel. (ausser für die, die in der Armut leben - diese sollten die Energie kostenlos, also subventioniert erhalten). Wenn es also nur mit 20-30% Mehrkosten zu schaffen ist, dann ist die Wende wirklich kein Problem!!

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28.9.2012, 13:07 Uhr

Energiewende dürfte Haushalte 20 bis 30 Prozent mehr kosten

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Text: sda

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