OpenData
28.9.2012, 09:23 Uhr
Rankings allein schaffen keine Verbesserung
28.9.2012, 09:23 UhrDie Offenlegung von bestehendem Datenmaterial könnte das Gesundheitswesen verbessern. Rankings aus isolierten Datensätzen dagegen bewirken noch gar nichts, meinen Experten. Von Peter Sennhauser

Hannes Gassert, Luzi Rageth, Martin Denz, André Golliez und Marcos Garcia diskutieren in der «Mitte» den Umgang mit Gesundheitsdaten. Nicht im Bild: TagesWoche-Redaktor David Bauer. (Bild: Peter Sennhauser)
Die wöchentliche Veröffentlichung einer Rangliste der Spitäler in England aufgrund der Anzahl Spitalinfektionen – Infektionen von Patienten mit in der Klinik resistent gewordenen Erregern – bringe keine qualitative Verbesserung. Darüber waren sich die Experten am OpenData-Panel in der «Mitte» weitgehend einig.
Das Podium zur Eröffnung der «Hackdays», an denen Fachleute, Hacker und Kommunikationsexperten mit Gesundheitsdaten versuchen wollen, das darin steckende Wissen zu visualisieren und zu interpretieren, war sich auch weitgehend einig, dass Datenmaterial verfügbar sein sollte: Transparenz schafft Qualitätssicherung und Wettbewerb.
Nicht in allen Punkten stimmten sich Dr. Marcos García Pedraza, Biotech-Unternehmer und Startup-Coach, Dr. Luzi Rageth, Geschäftsleiter der Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie, André Golliez, Experte für Open Data und IT im öffentlichen Sektor, Berater und Unternehmer, Dr. med. Martin Denz, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Telemedizin und eHealth und unser eigener David Bauer, Redaktor bei der TagesWoche, in der Frage überein, woher die Daten stammen sollten, respektive wer sie verwalten wird. Mit der Moderation von Hannes Gassert von Opendata.ch kristallisierte sich aber zumindest die einhellige Meinung heraus, dass die Patienten selber als Verursacher auch die Inhaber der Daten sein sollten. Bei ihnen müsste man sie abholen und mit Aufstellungen und Kombinationen Interpretationen erarbeiten können.
Dass dazu grundlegende Umdenkprozesse im Schweizer Gesundheitswesen vonnöten sein werden, war wiederum eine einhellige Meinung. Denn derzeit handle es sich um einen «Dampfer, von dem niemand weiss, wohin er fährt», sagte Martin Denz. Aber vielleicht liege das ja auch im Interesse der Politik.


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