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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Wochenstopp 

28.9.2012, 00:01 Uhr

Wochenstopp: Edgar Degas

28.9.2012, 00:01 Uhr

Die Fondation Beyeler rückt das nach-impressionistische Werk des Künstlers in den Fokus. Von Karen N. Gerig

© Hamburger Kunsthalle/bpk: Wie so oft: Die Frau im Zentrum (Edgar Degas, «Devant le miroir», 1889).

Wie so oft: Die Frau im Zentrum (Edgar Degas, «Devant le miroir», 1889). (Bild: © Hamburger Kunsthalle/bpk)

Sie denken, Sie haben für dieses Jahr mit Pierre Bonnard und Auguste Renoir genug gesehen von französischen Künstlern des ausgehenden 19. Jahrhunderts? Falsch gedacht, denn nun kommt Edgar Degas! Und das fulminant. Gleich 150 Werke versammelt die Fondation Beyeler für ihre Ausstellung «Edgar Degas», und allesamt stammen sie aus den späten Jahren des Malers.

Sechs Jahrzehnte lang hat Degas, der bei seinem Tod im Jahr 1917 83 Jahre alt und fast blind war, ununterbrochen künstlerisch gearbeitet. Er hat unzählige Gemälde, Zeichnungen und Pastelle hinterlassen, und Museen präsentieren seit Jahrzehnten immer wieder gern sein Werk. Doch die meisten Ausstellungen beschränken sich auf seine impressionistische Phase – ist diese doch ein garantierter Publikumsmagnet.

Zu langweilig, das ein weiteres Mal zu reproduzieren, dachte man sich bei der Fondation Beyeler und suchte einen anderen Ansatz. Den Anstoss bot schliesslich die hauseigene Sammlung: Zwei Degas-Pastelle sind darin zu finden – «Le petit déjeuner après le bain» entstand zwischen 1895 und 1898 und «Trois danseuses» um 1903. Es sind Werke, die die Radikalität und Modernität von Degas’ später Phase unmittelbar erahnen lassen. Der Fokus auf das Spätwerk, auf die Jahre von 1886 bis 1912, lag damit geradezu auf der Hand.

So bieten sich ab diesem Wochenende Darstellungen von Tänzerinnen und weibliche Akte, Jockeys und Pferde, Landschaften und Porträts dem Besucher dar. Alles Motive, die exemplarisch für Degas’ Spätwerk stehen.

Keine nostalgisch schönen impressionistischen Bilder mehr, kein Zeugnis einer verschwundenen Welt, sondern den Maler als Wegbereiter der Moderne will uns die Fondation vorführen. Dazu setzen die Ausstellungsmacher zu einem Zeitpunkt an, an dem sich in Degas’ Werk grundlegende stilistische und inhaltliche Veränderungen abzeichnen. Damals, nach acht Impressionismus-Ausstellungen, mag sich der Künstler gedacht haben: Schluss damit, nun mach ich mein eigenes Ding! Konsequenterweise zog er sich gleich gänzlich aus dem öffentlichen Leben zurück und arbeitete wie ein Besessener für sich allein – das Bild des schwierigen Einzelgängers, das sich damals ausprägte, hat sich bis heute weitgehend gehalten.

Degas konzentrierte sich in seinen späten Jahren obsessiv auf wenige Motive. Immer wieder arrangierte und variierte er diese neu. So hat er mehrere umfangreiche Serien in den unterschiedlichsten Medien geschaffen. Die Fondation Beyeler bezieht in ihre Ausstellung nun alle Techniken und Motive mit ein und versucht aufzuzeigen, wie sich die Einzelwerke nicht nur aufeinander beziehen, sondern sich auch gegenseitig befruchten.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

28.9.2012, 00:01 Uhr

Wochenstopp: Edgar Degas

Text

Text:

  • 17.05.2013 um 14:06
    Bilder gehen wohl doch auf Wanderschaft

    Teile der Sammlung sollen während der Schliessung des Kunstmuseums nun eventuell doch im Ausland zu sehen sein. An einer Medienkonferenz wurde am Freitag sonst vor allem erklärt, aber wenig Neues bekannt gegeben.

  • 08.05.2013 um 16:57
    Immer noch voller Pläne

    Seit 20 Jahren führt Tony Wuethrich seine Galerie an der Vogesenstrasse. Ein Grund zum Feiern.

  • 08.05.2013 um 10:44
    Das Kunstmuseum macht ein Jahr Pause

    Das Kunstmuseum Basel muss wegen Sanierungsarbeiten ab Februar 2015 für ein Jahr seine Türen schliessen. Gemeinsam mit dem Erweiterungsbau soll der aufgefrischte Altbau im März 2016 wiedereröffnet werden.

  • 07.05.2013 um 16:08
    Comixshop
    Zum Artikel: Basler Kult.kino Atelier will expandieren

    Liebe Frau Suess, wie mir gerade offiziell bestätigt wurde: Der Comixshop wird sicher in der Thaterpassage verbleiben – dies auf ausdrücklichen Wunsch der kult.kino-Leute, die dessen Nachbarschaft sehr schätzen, wie Suzanne Schweizer mir soeben versich...

  • 26.01.2013 um 20:14
    Fotostrecke
    Zum Artikel: Ein Auftakt nach Mass

    Lieber Kulturbetrachter, tatsächlich haben wir ansonsten noch keine Klagen erhalten, und bei uns funktionieren die Fotostrecken auch von ausserhalb. Ich leite das Problem aber gerne trotzdem mal an unsere Techniker weiter. Schönen Wochenendrest, Karen ...

  • 23.12.2012 um 14:06
    Heieiei....
    Zum Artikel: 7 Weihnachtsfilme für Stubenhocker

    Lieber Herr Wilhelm, Sie haben recht. Zwar haben wir Edward gefunden, als wir anfingen, die Liste zu erstellen - doch jetzt kommt der Film im Programm tatsächlich nicht mehr vor. Äusserst schade, finde ich. Wir haben den Tipp nun ausgetauscht gegen ein...

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