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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Wahlen BS 2012 

1.10.2012, 11:52 Uhr

Dürr verzichtet auf Nationalratsmandat

1.10.2012, 11:52 Uhr

Baschi Dürr hat sich entschieden: Er verzichtet darauf, die Nachfolge des verstorbenen FDP-Nationalrats Peter Malama anzutreten – und setzt nun voll darauf, in die Basler Regierung gewählt zu werden. Somit wird Daniel Stolz den Sitz von Malama erben. Von Martina Rutschmann und Yen Duong

Michael Würtenberg: FDP-Politiker Baschi Dürr setzt nun ganz auf die Regierungsrats-Karte.

FDP-Politiker Baschi Dürr setzt nun ganz auf die Regierungsrats-Karte. (Bild: Michael Würtenberg)

Er hätte als einer von 200 Auserwählten im Bundeshaus sitzen und von dort aus das Basler Volk vertreten können: Baschi Dürr bekam bei den Wahlen vor einem Jahr am zweitmeisten Stimmen seiner Partei hinter Peter Malama – und wäre jetzt, nach dem Tod des FDP-Nationalrats, sein Nachfolger. Doch Baschi Dürr will nicht. Er will Regierungsrat und -präsident werden. Dass eine gleichzeitige Ausübung beider Ämter in Basel und Bern bei den Basler Wählern nicht gut ankommt, mussten schon einige vor ihm erfahren.

Um die Entscheidung gegen Bern und für Basel mitzuteilen, lud der Regierungsrats-Kandidat am Montag ins Restaurant Brauner Mutz. Sie kamen zahlreich, die Medienvertreter – und hörten sich an, weshalb Baschi Dürr pokert: Unter anderem wegen dieses drohenden Doppelmandats, das er sich – so seine Worte – nicht zutrauen würde, obwohl «eine direkte Vertretung in Bern von Vorteil wäre». Wäre. Wird es aber nicht geben. Die Frage ist: Wird es überhaupt etwas geben?

Der Brückenpfeiler

Diese Frage stellt sich auch Baschi Dürr: «Ich weiss, dass ich mit meiner Entscheidung das Risiko eingehe, weder National- noch Regierungsrat zu werden.» Er sei sich seiner Wahl in die Regierung nicht sicher, auch wenn man das jetzt meinen könnte. Das Rennen sei offen, sehr offen. «Ich werde mich jetzt ausschliesslich auf den Wahlkampf konzentrieren.» Dürr zitierte eine Vertreterin des linken Lagers – indem er wiedergab, was einst SP-Frau Hildegard Fässler sagte: Für eine Brücke brauche es starke Pfeiler – erst dann könne die Brücke geschlagen werden. Dürr sieht sich als Pfeiler.

Um das zu beweisen, müsse er – entgegen den Gewohnheiten der Konkurrenz – nicht zahlreiche Vorstösse einreichen. Sein Wahlkampf-Slogan bringe auf den Punkt, was ihm wichtig sei: «Mehr Mut zur Freiheit».

Die Eigenwerbung

Was auf den Slogan folgte, lässt sich unter «Eigenwerbung» zusammenfassen. Es fielen Ausdrücke wie «liberale Trümpfe» und Sätze wie: «Ich glaube nicht, dass sich die Kriminalität halbieren lässt, indem die Polizei verdoppelt wird.» Dürrs Botschaft: Ich wäre ein guter Nachfolger für den zurückgetretenen Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass, aber auch ein guter Ersatz für den amtierenden Regierungspräsidenten Guy Morin.

Doch da gibt es noch seinen Mitstreiter und Parteikollegen Christophe Haller. Das Ziel ist eine bürgerliche Mehrheit, was aber, wenn das Volk nur einen der FDP-Grossräte in der Regierung will? Rückendeckung von den anderen bürgerlichen Parteien hat Dürr jedenfalls, wie spätestens seit dem Brauner-Mutz-Treff klar ist: Da sassen auch Vertreter von CVP, LDP und der eigenen FDP – und warben für Dürr. Einzig Daniel Stolz fehlte.

Die Frage an ihn wäre: Herr Stolz, werden Sie – als Drittplazierter – die Nachfolge von Peter Malama im Nationalrat antreten? Bei diesem Thema blieb Baschi Dürr still. Diese Frage müsse man Daniel Stolz schon selber stellen, sagte er. Er habe aber keine Hinweise darauf, dass Daniel Stolz das Amt nicht annehmen werde. Stolz bedankt sich denn auch, als die TagesWoche ihm zum neuen Mandat in Bern gratuliert. Aber: Er wolle zuerst mit seinem Arbeitgeber, der Aidshilfe beider Basel, über dieses Thema sprechen, ehe er seinen Entscheid definitiv bekannt gebe. Begeistert scheint der FDP-Präsident nicht gerade zu sein, in die Fussstapfen von Peter Malama treten zu müssen. «Das bringt meinen Zeitplan schon durcheinander», sagt er vorsichtig. Grund: Stolz, derzeit Statthalter des Basler Parlaments, soll in der Legislatur 2013/2014 Grossratspräsident werden. Ein Amt, das ihm offensichtlich gefällt: Anfang 2012 gab er deshalb seinen Verzicht auf eine Regierungsratskandidatur bekannt.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Wo ist der Pfeiler?

    von H J Martens um 1.10.2012 um 12:37Uhr

    Für eine Brücke brauche es starke Pfeiler und der Pfeiler braucht einen klaren Standort.
    Da bleibt noch viel Handlungsbedarf für PR, aber Baschi ist ja in besten Händen.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

1.10.2012, 11:52 Uhr

Dürr verzichtet auf Nationalratsmandat

Text

Text:

  • 16.06.2013 um 17:03
    «Vor der Räumung herrschte Kaiseraugst-Stimmung»

    BastA!-Grossrat Urs Müller hat die Räumung des Gezi-Parks beobachtet. Er bestätigt Medienberichte, wonach die Demonstranten friedlich waren und die Polizei brutal. Die Basler Delegation musste den Stadtteil verlassen, weil es heute noch gefährlicher werden könnte.

  • 16.06.2013 um 10:10
    «Wichtig ist, dass wir überhaupt etwas tun»

    Die malische Armee misshandelt Kinder in Kriegsgefangenschaft, zeigt eine Untersuchung von «Amnesty International». Einer, der sich seit Jahrzehnten für das Land engagiert, ist der Basler Hartmann P. Koechlin.

  • 13.06.2013 um 12:41
    «Hesch gseh, ich bi im Färnseh koh»

    Der lokale TV-Sender Telebasel feiert heute Samstag ­seinen 20. Geburtstag. Zum Erfolg trägt das ­Portemonnaie von uns allen bei.

  • 16.06.2013 um 17:33
    Sehr geehrter Herr Buschweiler
    Zum Artikel: «Vor der Räumung herrschte Kaiseraugst-Stimmung»

    Ich möchte Ihnen sicher nichts unterstellen, hege aber die Vermutung, dass Sie den Artikel nicht aufmerksam gelesen haben. Die Rede ist vom Polizeieinsatz in Istanbul – nicht von jenem auf dem Messeplatz. Urs Müller befindet sich nämlich, wie bereits i...

  • 04.06.2013 um 13:18
    Lieber Marco M II
    Zum Artikel: Das letzte Aufbäumen

    Das zuständige Architekturbüro möchte die neuste Visualisierung des Turms den Medien erst zur Verfügung stellen, wenn das Projekt abgesegnet ist. Hier http://www.morger-dettli.ch/projekte/180 kann man das Modell aber bereits sehen. Herzlich, Martina R...

  • 04.06.2013 um 11:56
    Lieber Marco M
    Zum Artikel: Das letzte Aufbäumen

    Sie haben recht, die Bilder auf der von Ihnen angegebenen Website sind noch aktueller als das Bild, das wir derzeit noch online haben. Wir tauschen es so bald wie möglich gegen die neuere Visualisierung aus. Vielen Dank für den Hinweis, Martina Rutsch...

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Text:

  • 19.06.2013 um 10:25
    «Nulltoleranz? Blödsinn!»

    Die TagesWoche hat mit Polizeidirektor Baschi Dürr das Video von der Favela-Räumung angeschaut. Im Interview nimmt Dürr ausführlich Stellung und verteidigt den Einsatz weiterhin. Er räumt jedoch auch ein, dass seine Beamten in einzelnen Fällen unnötig hart vorgegangen sind.

  • 14.06.2013 um 13:47
    «Früher hatten Taxichauffeure noch Anstand und Kultur»

    Seit 25 Jahren fährt Rita Hochstrasser in Basel Taxi. Wie sich ihre Berufskollegen zum Teil benehmen, findet die 54-Jährige schlimm. Ein Gespräch mit ihr, geführt vom Congress Center zum Bahnhof SBB und zurück.

  • 13.06.2013 um 15:57
    Die perfekte Schule

    Im Schulhaus St. Johann ist Integration längst Teil des Alltags.

  • 02.05.2013 um 19:58
    Wäsche
    Zum Artikel: Die perfekte Show

    Liebe Frau Isler Das wird künftig der Fall sein. Heute spielte diese Frage an der Pressekonferenz aber eine Rolle, weshalb wir es auch nicht verschweigen. Liebe Grüsse

  • 06.02.2013 um 18:37
    ...
    Zum Artikel: Ein mühsamer Start

    Danke, haben es nun korrigiert.

  • 27.11.2012 um 10:53
    ...
    Zum Artikel: Gestrandete Busse verärgern FCB-Fans

    Lieber Herr Mathys Es geht nicht um den kaputten Scheibenwischer, sondern darum, wie die Busse der BVB nach einem FCB-Spiel fahren. Die BVB möchten dies ja immerhin ändern, so belanglos ist die Sache für sie also doch nicht. Eine Top-Story ist es v...

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