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TagesWoche

Tages Woche

Di, 21.05.2013

Regierungswahlen BS 

1.10.2012, 14:49 Uhr

Selbst ist der Ey-Mann

1.10.2012, 14:49 Uhr

Der Liberale Christoph Eymann (61) ist zusammen mit Carlo Conti der dienstälteste Regierungsrat. Er ist Erziehungsdirektor und sein oberstes Credo ist Eigenverantwortlichkeit – verbunden mit Rücksichtnahme. Von Urs Buess

Er ist der Doyen der Regierung und hat unzählige Wahlkämpfe hinter sich: für den Bürgergemeinderat, für den Grossen Rat, für den Nationalrat und nun zum vierten Mal für den Regierungsrat: Christoph Eymann schaut dem Wahltag gelassen entgegen. Entsprechend locker und souverän geht er auf die Anliegen ein, welche ihm die TagesWoche vorlegt.

Die Angst vieler TagesWoche-LeserInnen vor steigenden Mieten versteht er, sagt aber auch, dass hier der Handlungsspielraum der Regierung beschränkt sei. Man könne allenfalls darauf hinwirken, dass neue Areale für Überbauungen zur Verfügung gestellt werden, wo für mittelständische Familie Wohnraum entstehen kann. Im weiteren unterstützt er die Forderung vieler Leute, dass Quartierstrassen zu Wohn- und Spielstrassen umgewandelt werden, damit Kinder auch Platz haben, um sich auszutoben. Er lobt seinen sozialdemokratischen Regierungskollegen Hans-Peter Wessels, dass er in dieser Hinsicht sehr viel geleistet habe. Vater Eymann ist glücklich, dass in der Nähe seiner Wohnung solche Spielstrassen bestehen, und er hat keine Angst, dass seinen Kindern dort etwas zustösst. Er habe schon mitbekommen, dass seine Kinder auch mal mit nassen Schwämmen Windschutzscheiben von rücksichtslos durchfahrenden Autos «putzen oder so» und diese auf diesem Weg zur Raison bringen.

Überhaupt setzt Christoph Eymann sehr stark auf Eigenverantwortlichkeit und Rücksichtnahme – nicht nur bei seinen Kindern. Dann etwa, wenn es darum geht, Abfall nicht einfach liegen zu lassen, sich im erlaubten Rahmen Freiräume zu suchen und so weiter. Trotzdem: Alles kann die Politik nicht einfach den Indivduen überlassen. Es gehe nicht an, dass man sich vor gewissen Orten in der Stadt hüten müsse. Der Staat müsse dafür sorgen, dass man sich in der ganzen Stadt angstfrei bewegen könne. Nötigenfalls mit einer Aufstockung des Polizeicorps.  

Als besorgter Stadtvater würde er gern jenen mittelständischen Familien helfen, die gerade so viel verdienen, dass sie kein Anrecht auf Krankenkassenprämienverbilligungen, Mietzinsvergünstigungen oder Stipendien haben. Sie bräuchten am ehesten Steuererleichterungen, sagt er. Und als besorgter Familienvater verrät er, dass er seine 16-jährige Tochter auch mal nachts um zwei von einem Fest abholt, wenn sie es wünscht.

Unser Wahlkampf

Wir konfrontieren Christoph Eymann mit den gleichen zehn Fragen wie die anderen zwölf Regierungskandidaten (der wilde Kandidat Chrigel Fisch wollte nicht mit uns reden). Es sind jene zehn Fragen, die sich bei unseren Gesprächen mit den Menschen in den Quartieren und der Stadtgemeinde Riehen als die drängendsten herausgestellt haben.

Sämtliche Berichte über unsere kleine Reise durch die verschiedensten Welten von Basel-Stadt finden Sie in unserer interaktiven Karte «Ab in die Quartiere».

Alle Videointerviews mit den Regierungskandidaten werden ab Anfang Oktober in regelmässiger Abfolge veröffentlicht.

  1. Stille Tragödie

    von Marianne Känzig am 1.10.2012 um 21:58Uhr

    Bei jeder Wahl wieder diese stille Tragödie. Die Wiederwahl von Herrn Eymann. Aus meiner Sicht wird er nur gewählt, weil keine Alternative zur Verfügung steht.
    Sonst müssten wir ja unsere Stimme den FDP oder gar SVP/GLP-Kandidaten (Frauen hat's da keine, glaube ich) geben. Dann halt Eymann und Morin. Wirklich tragisch.
    Ich habe mir tatsächlich das ganze Interview angetan, nur um festzustellen, dass der Mann immer noch nichts zu sagen hat, geschweige denn, etwas zu bewegen.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Leider wohl mehr "Rahmen" als "Freiräume"!

    von Cornelis Bockemühl am 2.10.2012 um 07:43Uhr

    Nach meiner Wahrnehmung ist Herr Eymann wohl eher der Mann des "erlaubten Rahmens" als der Freiräume! Die Geschichte mit diesem "zu erfolgreichen" PPP-Fach am Münsterberg-Gymnasium hat das für mich wieder einmal vortrefflich illustriert.

    Ein wenig mehr liberalen Geist und Sinn für Eigenverantwortlichkeit würde ich Herrn Eymann jedenfalls vor allem gerne wünschen - nicht nur im Sinne von "Gewerbefreiheit", sondern vor allem da wo Freiheit auch wirklich etwas bewegt!
    Direktlink zum Kommentar

  1. Stille Tragödie

    von Marianne Känzig um 1.10.2012 um 21:58Uhr

    Bei jeder Wahl wieder diese stille Tragödie. Die Wiederwahl von Herrn Eymann. Aus meiner Sicht wird er nur gewählt, weil keine Alternative zur Verfügung steht.
    Sonst müssten wir ja unsere Stimme den FDP oder gar SVP/GLP-Kandidaten (Frauen hat's da keine, glaube ich) geben. Dann halt Eymann und Morin. Wirklich tragisch.
    Ich habe mir tatsächlich das ganze Interview angetan, nur um festzustellen, dass der Mann immer noch nichts zu sagen hat, geschweige denn, etwas zu bewegen.
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  2. Leider wohl mehr "Rahmen" als "Freiräume"!

    von Cornelis Bockemühl um 2.10.2012 um 07:43Uhr

    Nach meiner Wahrnehmung ist Herr Eymann wohl eher der Mann des "erlaubten Rahmens" als der Freiräume! Die Geschichte mit diesem "zu erfolgreichen" PPP-Fach am Münsterberg-Gymnasium hat das für mich wieder einmal vortrefflich illustriert.

    Ein wenig mehr liberalen Geist und Sinn für Eigenverantwortlichkeit würde ich Herrn Eymann jedenfalls vor allem gerne wünschen - nicht nur im Sinne von "Gewerbefreiheit", sondern vor allem da wo Freiheit auch wirklich etwas bewegt!
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  3. Wohnraum

    von Claudia Geisser um 2.10.2012 um 12:03Uhr

    Wir hatten in Basel in den 70-er Jahren mehr als 200000 Einwohner. Das heisst, dass wir Wohnraum hatten für mehr als 200000 Einwohner. Warum sollte der Wohnraum jetzt nicht reichen, wo es nur 192 000 Einwohner hat? Geht es darum, mehr zu bauen? Oder die Preise in die Höhe zu jagen? Diese Angstmache ist einfach blöd, und ich hoffe, dass niemand darauf reinfällt!

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Informationen zum Artikel

1.10.2012, 14:49 Uhr

Selbst ist der Ey-Mann

Text

Text:

  • 16.05.2013 um 15:44
    «Das hilft nicht nur der Pharma»

    Die Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren setzen im Steuerstreit mit der EU auf die Einführung von Lizenzboxen – und handeln damit ganz im Sinne von Basels Finanzdirektorin Eva Herzog.

  • 09.05.2013 um 16:45
    TagesWoche vom 10. Mai: Die Themen

    Unterschätzte Hilfe – weltweit schicken Migranten über 500 Milliarden Dollar in ihre Heimat. Die neue Präsidentin der Basler Liberalen, Patricia von Falkenstein, sagt, wie sie ihrer Partei mehr Gehör verschaffen will. Dies und weitere Themen in der TagesWoche vom 10. Mai im Abo oder an Ihrem Kiosk.

  • 08.05.2013 um 18:27
    Eine Reise durch die neuen, globalen Geldflüsse

    Migranten schicken jedes Jahr weit über 500 Milliarden Dollar in ihre Heimat – Tendenz seit dem Jahr 2000 enorm steigend. Diese Gelder übertreffen die Summe der Entwicklungshilfe reicher Länder bei weitem. Die TagesWoche zeigt, wie sich die Geldflüsse verändern.

  • 27.09.2012 um 21:26
    Fonzi trainiert
    Zum Artikel: Fonzi trainiert

    Heute Abend ist der Helikopter schon sehr zielgerichtet geflogen.

  • 20.08.2012 um 16:11
    TagesWoche im Gundeli
    Zum Artikel: «Basel ist ein Paradies – eigentlich»

    Lieber Anton, Du bist ja nicht der einzige, der sich beklagt, weil die TagesWoche-Redaktion nicht ins Quartier – in diesem Fall ins Gundeli – kommt. Eigentlich hätten wir uns gern mal auf dem Tellplatz gezeigt, mussten uns aber auf fünf Standorte b...

  • 19.08.2012 um 21:01
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    Zum Artikel: Weder Hügel der Reichen noch Luxus-Probleme

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