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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Mythische Orte am Oberrhein 

28.9.2012, 10:03 Uhr

Schmusen und Schmausen

28.9.2012, 10:03 Uhr

Von Breisach über Bollenberg nach Basel: Am Donnerstag wurde die Tour wirklich grenzüberschreitend. Hüben wie drüben wurden wir mit Leckerbissen verwöhnt, mythischen wie kulinarischen. Zur Nachahmung empfohlen. Von Noëmi Kern

Um das Breisacher Münster gibt es viele Mythen und Legenden.

Um das Breisacher Münster gibt es viele Mythen und Legenden. (Bild: Noëmi Kern)

Der Hochaltar im Breisacher Münster (1525)

Der Hochaltar im Breisacher Münster (1525) (Bild: Noëmi Kern)

Malerische Landschaft im Weinbaugebiet im Elsass.

Malerische Landschaft im Weinbaugebiet im Elsass. (Bild: Noëmi Kern)

Heilig-Kreuz-Kapelle bei Orschwihr

Heilig-Kreuz-Kapelle bei Orschwihr (Bild: Noëmi Kern)

Der Chor der Schäferkapelle

Der Chor der Schäferkapelle (Bild: Noëmi Kern)

Die Schäferkapelle im Schäfertal

Die Schäferkapelle im Schäfertal (Bild: Noëmi Kern)

Ein Gang ins Münster lohnt sich immer wieder.

Ein Gang ins Münster lohnt sich immer wieder. (Bild: Noëmi Kern)

Und auch die Krypta ist einen Besuch wert.

Und auch die Krypta ist einen Besuch wert. (Bild: Noëmi Kern)

Am 21. Juni scheint bei Sonnenaufgang die Sonne durch dieses Fenster. Darunter befand sich wohl ein Marienaltar.

Am 21. Juni scheint bei Sonnenaufgang die Sonne durch dieses Fenster. Darunter befand sich wohl ein Marienaltar. (Bild: Noëmi Kern)

Unglücklich verliebt zu sein ist nicht schön. Glücklich verliebt zu sein, aber trotzdem nicht zusammen sein zu dürfen, auch nicht. So erging es im 16. Jahrhundert dem Künstler des Hochaltars im Breisacher Münster HL (seine Initialen sind im Altar verewigt, seine Identität ist nicht abschliessend geklärt) und seiner Geliebten Maria. Die beiden waren zwar ein Liebespaar, doch Marias Vater wünschte sich einen anderen Schwiegersohn.

Einige Jahre später bekam er dann den Auftrag, den Hochaltar für das Breisacher Münster fertigen. Er schöpfte neue Hoffnung auf eine Verbindung mit Maria und hielt erneut bei ihrem Vater um ihre Hand an. Dieser wollte seine Tochter trotz des bedeutenden Auftrags nicht mit dem Künstler vermählen – es sei denn, er baue einen Altar, der höher sei als die Kirche. Not macht erfinderisch: HL baute einen Altar (Fertigstellung 1525), dessen Spitze sich nach vorne neigt. Wäre sie aufgerichtet, würde sie das Münster um über einen Meter überragen. Nun musste der Vater sein Versprechen halten, und HL und Maria fanden doch noch zusammen.

Schlemmen im Elsass

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Im Elsass – in der Auberge aux Vieux Pressoir in Bollenberg – gabs ein üppiges Mittagessen. Zwei Stunden brauchten wir, um das vorzügliche 6-gängige Menü zu verputzen. Da kommt ein Verdauungsspaziergang durch die Rebberge gerade recht. Auch das Wetter meinte es gut mit uns. Von den Hängen sah man über die Rheinebene zum Schwarzwald und Jura hinüber. Langsam beginnt auch die Laubfärbe. Die Weinlese ist in vollem Gange. Ein Ausflug am nächsten schönen Wochenende lohnt sich also.

Der Spaziergang führte uns zur Heilig-Kreuz-Kapelle – auch Chapelle des Sorcières genannt – bei Orschwihr. Die Kapelle war früher ein beliebter Wallfahrtsort, um den sich zahlreiche Legenden ranken. Vermutlich war es früher einmal ein Kultort. Heute wird jeweils vom 14. auf den 15. August das sogenannte Haxafir (Hexenfeuer) veranstaltet, ein grosses Volksfest.

Danach gings weiter zur Schäfertalkapelle in Soultzmatt, nur einer von mehreren mythischen Orten in nächster Umgebung. Hier soll ein Schäfer wegen der Trockenheit um Wasser für seine Herde gebetet haben. Maria kam ihm zu Hilfe und liess eine Quelle hervorsprudeln.

Schon mal vormerken

Schliesslich führte der Weg noch in die Krypta des Basler Münsters. Diese ist so ausgerichtet, dass zur Sommersonnwende am 21. Juni das Sonnenlicht bei Sonnenaufgang (zirka 5:30 Uhr) genau durch das kleine Fenster fällt und – so vermutet man – den Marienaltar, der unter dem Fenster stand, traf. Bis es zum nächsten Mal so weit ist, dauert es noch. Wenn das Ereignis aber jetzt schon im Kalender vermerkt ist, kann man das bei der Ferienplanung berücksichtigen.

  • Alle erwähnten Orte und ihre Umgebung bergen noch viel mehr interessante Geschichten und Kunstwerke, die einen Besuch lohnenswert machen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

28.9.2012, 10:03 Uhr

Schmusen und Schmausen

Text

Text:

  • 31.12.2012 um 15:56
    «Ein bisschen klöpfen muss es schon»

    «The same procedure as every year» fordert nicht nur die alte Miss Sopie von ihrem Butler James im Sketch «Dinner for one». Auch wir haben alle unsere jahrelangen Silvesterbräuche und -rituale. Das zeigt ein Besuch im Zauberlädeli.

  • 24.12.2012 um 15:00
    Machs doch selber!

    Die Kreativ-Abteilung der TagesWoche ist auch am Heiligabend aktiv. Hans-Jörg «Fonzi» Walter hat Geschenkpapier designt. Verwenden kann es jeder, der einen Drucker zur Verfügung hat.

  • 21.12.2012 um 20:19
    O du fröhliche Heilsarmee

    Die Heilsarmee ist wieder unterwegs. Anders als ihre Berner ESC-Kollegen haben die Basler weniger Hürden zu überwinden, damit sie singen dürfen.

  • 16.08.2012 um 09:26
    Korrektur
    Zum Artikel: Andere Uni, andere Sitten

    Liebe Frau Bockemühl, ihr Kommentar hat mich auf einen Fehler im Text aufmerksam gemacht: Es handelt sich um eine Zunahme der Möbilität um durchschnttlich 1,4 Prozent pro Jahr seit 2005. Viel ist das freilich auch dann nicht... Selbstverständli...

  • 03.08.2012 um 09:49
    Kein Velofahrerbashing
    Zum Artikel: Ein Schild für die Katz

    Guten Tag Herr Boesiger, um Velofahrerbashing geht es der TagesWoche keineswegs. (Ich bin selber Velofahrerin und finde solche Verkehrssituationen lästig.) Es ging uns vor allem darum, einen Augenschein von der Siuation am Blumenrain zu nehmen und die...

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