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TagesWoche

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Do, 23.05.2013

Agrarpolitik 

26.9.2012, 13:37 Uhr

Nationalrat will mehr Geld für Investitionen der Bauern

26.9.2012, 13:37 Uhr

In der Agrarpolitik hat der Nationalrat einen Systemwechsel auf den Weg gebracht. Er hiess am Mittwoch ein neues Direktzahlungssystem ohne ineffiziente Tierbeiträge gut. Dafür will die grosse Kammer den Vierjahres-Kredit um 160 Millionen Franken aufstocken. Von sda

sda: Wie weiter in der Agrarpolitik?

Wie weiter in der Agrarpolitik? (Bild: sda)

Im zweiten Teil der Agrardebatte stand das Herzstück der Agrarpolitik 2014-2017 auf dem Programm: Die Abschaffung der tierbezogenen Beiträge zu Gunsten von Flächenbeiträgen.

Der Bundesrat schlug diesen Wechsel vor, weil die Tierbeiträge die Bauern zur Haltung von mehr Kühen animiert, die den Milchsee weiter füllen. Widerstand leisteten vor allem die SVP und CVP. Der Nationalrat folgte schliesslich dem Bundesrat mit 100 zu 80 Stimmen.

Zielgerichtetere Zahlungen

Dem neuen Gerüst des Direktzahlungssystems mit sieben Beitragsarten stimmte der Nationalrat mit nur geringfügigen Änderungen zu. Die einzelnen Beiträge sind nach den Zielen für die Landwirtschaft in der Verfassung benannt und sollen damit zielgerichteter eingesetzt werden.

Der Bundesrat hatte geplant, die Bauern mit 13,67 Milliarden Franken zu subventionieren - das ist ungefähr gleich viel wie in den letzten Jahren. Dieser Zahlungsrahmen sei auf das neue Konzept abgestimmt, sagte Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Er wehrte sich gegen eine Erhöhung wie auch gegen eine Verteilung stärker zu Gunsten der ökologischen Zahlungen.

Die grosse Kammer zeigte sich aber grosszügiger: Eine hauchdünne Mehrheit von 88 zu 85 Stimmen bei 2 Enthaltungen will 160 Millionen Franken mehr ausgeben, als der Bundesrat vorschlägt.

Vorgesehen ist das zusätzliche Geld für Investitionskredite und -beiträge. Damit könnten die Bauern an ihren Betrieben die Änderungen vornehmen, welche die neue, ökologischere Agrarpolitik verlange, sagte Markus Ritter (CVP/SG).

Für weiteres Gentech-Moratorium

Im Rahmen der Agrardebatte beschloss der Nationalrat zudem, das Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bis Ende 2017 zu verlängern - gegen den Widerstand von grösseren Teilen der FDP und SVP.

Über das dicke Agrardossier debattierte der Nationalrat an zwei Sitzungstagen. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte der Nationalrat Dutzende Anträge zur Produktion- und Absatzförderung und zum Marktschutz behandelt, wobei er in mehreren Nebenpunkten zu Gunsten der Bauern abwich.

Kritisiert wird die Agrarvorlage vor allem von der SVP. Aus ihrer Sicht sollte das Direktzahlungssystem stärker auf die einheimische Produktion ausgerichtet sein. Die SVP wollte die Vorlage zurückweisen, scheiterte aber.

Mehrheitlich abgelehnt wurden aber auch Anträge der Ratslinken und der Grünliberalen, die das Tierwohl, den Umweltschutz und soziale Aspekte stärker gewichten wollten.

Das Geschäft geht nun an den Ständerat, der es in einer der nächsten Sessionen behandeln wird.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Falsche Anreize beseitigen

    von Adreng um 26.09.2012 um 17:45Uhr

    Die Argumentation von Aebi, Bauern, die mehr Kühe hätten, müssten mehr Geld bekommen, weil der Aufwand grösser ist, zeigt, dass es hier im Gegensatz zu gewissen Behauptungen nicht um produzierende Landwirtschaft geht. Bei einer solchen wäre bei einer grösseren Menge auch der Ertrag grösser - und somit der Bedarf nach Subventionen kleiner. Wenn unproduktive Bauern umso mehr Geld wollen, je mehr Aufwand sie für eine unproduktive Tätigkeit haben, zeigt, dass das System aus dem Ruder gelaufen ist und zu absurden Fehlanreizen geführt hat. Die überfällige Abschaffung der Tierbeiträge ist aber nur ein erster Schritt. Die Rinderhaltung hat eine sehr schlechte Ökobilanz (Ausstoss von Methan, Energieverschwendung, importiertes Kraftfutter). Konsequenterweise sollte sie deshalb nicht nur nicht speziell gefördert werden, sondern es sollte - analog zu Steuern auf fossile Brennstoffe - eine Steuer auf die Rinderhaltung oder den Milch- und Rindfleischkonsum geben. Immerhin weisen gemäss der Entscheidung des Nationalrates die Anreize nicht mehr genau in die falsche Richtung.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

26.9.2012, 13:37 Uhr

Nationalrat will mehr Geld für Investitionen der Bauern

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Text: sda

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