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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Kunstpreis 

21.9.2012, 10:07 Uhr

Das Verhältnis von Worten und Taten

21.9.2012, 10:07 Uhr

Im Museum moderner Kunst in Wien wurde am Donnerstag einer der Baloise Kunstpreise übergeben: Die Museumsdirektorin freute sich über eine Installation von Alejandro Cesarco. Die Zukunft des Preises allerdings ist ungewiss. Von Karen N. Gerig

©theArtist: Alejandro Cesarcos Installation «The Streets were...» ist dem Genre des Kriminalromans gewidmet - und fordert auch dem Betrachter kriminalistisches Gespür ab.

Alejandro Cesarcos Installation «The Streets were...» ist dem Genre des Kriminalromans gewidmet - und fordert auch dem Betrachter kriminalistisches Gespür ab. (Bild: ©theArtist)

Jedes Jahr seit 13 Jahren, wenn das Comittee der «Art Basel» die Galerien ausgewählt hat, die im Sektor «Art Statements» eine junge künstlerische Position präsentieren dürfen, beginnt die Arbeit für die Jury der Baloise, aus den Ausgewählten ihrerseits die besten zwei Positionen herauszupicken und diesen den Baloise-Kunstpreis zu überreichen. Diese Arbeit sei keine leichte gewesen, versicherte Karola Kraus, Jurymitglied und Direktorin des Museum moderner Kunst und Stiftung Ludwig (Mumok) in Wien am Donnerstag.

In der Jury sass die Wiener Museumsdirektorin, weil ihr Museum seit sieben Jahren jeweils eines der Werke erhält, die an der Art ausgesucht werden. Das andere Werk geht seit 13 Jahren an die Hamburger Kunsthalle.

Am Donnerstag nun war es wieder soweit: Karola Kraus durfte eine Ausstellung eröffnen, die ohne die Baloise nicht möglich geworden wäre. Der Künstler, der 2011 an den «Art Statements» ausgezeichnet wurde, ist Alejandro Cesarco. Der in New York lebende Urugayer macht es dem Betrachter nicht einfach – und auch der Journalistin nicht, die sich den Titel seines ausgezeichneten Werkes zu merken versucht: «The streets were dark with something more than night or the closer I get to the end the more I rewrite the beginning» heisst die Installation aus Fotografie, Text und Ton.

Wir kürzen es nun frech ab und nennen es fortan «The streets», sonst kommen wir nirgendwo hin. «The streets» jedenfalls nimmt sich des Genres der Detektivgeschichte an, und auch der Betrachter braucht etwas kriminalistisches Gespür, um der komplexen Installation gerecht zu werden. Inspririert von den Grossen der Konzeptkunst wie Lawrence Weiner oder Marcel Broodthaers, greift er auch gerne auf Zitate literarischer Grössen oder Filmikonen wie Hitchcock oder Godard zurück.

Grundsätzlich geht es in Cesarcos Oeuvre immer um die Beziehung zwischen Wort und Bild, zwischen Sagbarem und Sichtbaren. Diese muss der Betrachter aber selbst ergründen, der Künstler liefert nur das Gerüst dazu.

Ungewisse Zukunft

Dass ein Kunstpreis einer Versicherung an ein derart sperriges Werk geht, mag überraschen. Doch er ist verdient, und Karola Kraus, deren Museum über eine grosse Sammlung von Konzeptkunst verfügt, darf sich zurecht freuen. Doch schliesslich hat sie bei der Wahl auch kräftig mitgeholfen, wie sie gesteht.

Wielange das Mumok noch in den Genuss von Baloise-Kunstpreisträgern kommt, steht hingegen in den Sternen. Zwar ist der Kunstpreis an sich bei der Konzernspitze um Verwaltungsratspräsident Andreas Burckhardt keineswegs umstritten – man schätze diese Form des Kultursponsorings sehr. Doch man müsse sich auch überlegen, ob eventuell bei den beschenkten Museen einmal ein Wechsel anzudenken sei, sagt Burckhardt. Und das könnte das Mumok ebenso wie die Hamburger Kunsthalle betreffen, die ja bereits seit Anbeginn dabei ist.

Erschwerend aber kommt hinzu, dass die «Art Basel» im Moment die Zusammenarbeit mit der Baloise überdenkt, die seit den ersten «Art Statements» den Sektor unterstützt. Schon vor einem halben Jahr war zu hören, dass das Engagement der Baloise fast vor seinem Ende gestanden wäre – kurzfristig entschied sich die Kunstmesse noch um und verlängerte den Vertrag mit dem regionalen Partner bis ins Jahr 2013. Was nachher kommt, das weiss allerdings niemand.

  • Wer zufällig nach Wien reist, kann Alejandro Cesarcos Installation im Mumok noch bis zum 13. Januar 2013 ansehen gehen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

21.9.2012, 10:07 Uhr

Das Verhältnis von Worten und Taten

Text

Text:

  • 17.05.2013 um 14:06
    Bilder gehen wohl doch auf Wanderschaft

    Teile der Sammlung sollen während der Schliessung des Kunstmuseums nun eventuell doch im Ausland zu sehen sein. An einer Medienkonferenz wurde am Freitag sonst vor allem erklärt, aber wenig Neues bekannt gegeben.

  • 08.05.2013 um 16:57
    Immer noch voller Pläne

    Seit 20 Jahren führt Tony Wuethrich seine Galerie an der Vogesenstrasse. Ein Grund zum Feiern.

  • 08.05.2013 um 10:44
    Das Kunstmuseum macht ein Jahr Pause

    Das Kunstmuseum Basel muss wegen Sanierungsarbeiten ab Februar 2015 für ein Jahr seine Türen schliessen. Gemeinsam mit dem Erweiterungsbau soll der aufgefrischte Altbau im März 2016 wiedereröffnet werden.

  • 07.05.2013 um 16:08
    Comixshop
    Zum Artikel: Basler Kult.kino Atelier will expandieren

    Liebe Frau Suess, wie mir gerade offiziell bestätigt wurde: Der Comixshop wird sicher in der Thaterpassage verbleiben – dies auf ausdrücklichen Wunsch der kult.kino-Leute, die dessen Nachbarschaft sehr schätzen, wie Suzanne Schweizer mir soeben versich...

  • 26.01.2013 um 20:14
    Fotostrecke
    Zum Artikel: Ein Auftakt nach Mass

    Lieber Kulturbetrachter, tatsächlich haben wir ansonsten noch keine Klagen erhalten, und bei uns funktionieren die Fotostrecken auch von ausserhalb. Ich leite das Problem aber gerne trotzdem mal an unsere Techniker weiter. Schönen Wochenendrest, Karen ...

  • 23.12.2012 um 14:06
    Heieiei....
    Zum Artikel: 7 Weihnachtsfilme für Stubenhocker

    Lieber Herr Wilhelm, Sie haben recht. Zwar haben wir Edward gefunden, als wir anfingen, die Liste zu erstellen - doch jetzt kommt der Film im Programm tatsächlich nicht mehr vor. Äusserst schade, finde ich. Wir haben den Tipp nun ausgetauscht gegen ein...

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