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TagesWoche

Tages Woche

So, 26.05.2013

Mythische Orte am Oberrhein 

27.9.2012, 08:39 Uhr

Die Rache des Mephisto

27.9.2012, 08:39 Uhr

Ob die Faust-Figur, der heilige Trudpert oder das keltische Belchensystem: Das Münstertal hat allerlei zu bieten an mythische Orten. Es gibt gar Potenzial für die Entstehung neuer Mythen, wenn auch aus unerfreulichem Anlass. Von Noëmi Kern

Mythische Orte im Münstertal.

Mythische Orte im Münstertal. (Bild: Noëmi Kern)

Das Zentrum der Städtchens Staufen.

Das Zentrum der Städtchens Staufen. (Bild: Noëmi Kern)

Im obersten Stock soll Dr. Fausts Studierzimmer gewesen sein.

Im obersten Stock soll Dr. Fausts Studierzimmer gewesen sein. (Bild: Noëmi Kern)

«Staufen darf nicht zerbrechen»: Dieser Riss ist noch einer von den harmloseren.

«Staufen darf nicht zerbrechen»: Dieser Riss ist noch einer von den harmloseren. (Bild: Noëmi Kern)

Ehemalige Klosterkirche von St. Trudpert

Ehemalige Klosterkirche von St. Trudpert (Bild: Noëmi Kern)

Kapelle über dem Grab des heiligen Trudpert.

Kapelle über dem Grab des heiligen Trudpert. (Bild: Noëmi Kern)

Auf dem Belchen: Hier war die Sicht noch in Ordnung (im Hintergrund der Feldberg)…

Auf dem Belchen: Hier war die Sicht noch in Ordnung (im Hintergrund der Feldberg)… (Bild: Noëmi Kern)

… doch bald wusste man nur noch dank der Tafeln, was man von dort aus sehen kann.

… doch bald wusste man nur noch dank der Tafeln, was man von dort aus sehen kann. (Bild: Noëmi Kern)

Alle kennen Goethes «Faust» aus der Schulzeit. Der Mann, der sich mit dem Teufel Mephisto einliess, mit ihm eine Wette schloss. Die historische Figur Dr. Faust, ein Alchimist, verbrachte einen Teil seines Lebens in Staufen im Breisgau – und verstarb dort auch, als sein Studierzimmer in die Luft flog.

Bald nach diesem Ereignis seien Stimmen laut geworden, so erzählte Thomas Coch, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Breisgau-Süd, die mutmassten, ob dieses Ereignis nun wohl die Rache des Mephisto sei, der Faust nicht besiegen konnte. Heute ist Staufen ein Pilgerort für Faust-Fans.

Für eine weitere Geschichte ist Staufen in den letzten Jahren bekannt geworden: Im Rahmen von Bohrungen im Zuge einer Erdwärmesondierung quoll der Untergrund durch das hineingepumpte Wasser auf. Staufen wurde um fast einen halben Meter angehoben. Dies führte zu grossen Rissen in den Hausmauern.

Fantastische Aussicht trotz Nebel

Der Höhepunkt des Tages war der Belchen, zumindest aus geographischer Sicht, mit seinen 1415 Metern Höhe. Der Belchen bildet zusammen mit der Belchenfluh im Schweizer Jura und der Grand Ballon im Elsass ein Dreieck, das sogenannte Belchensystem. Es diente den Kelten wohl zur Orientierung in der Landschaft, indem sie den Sonnenstand mit den geographischen Gegebenheiten in Verbindung brachten.

Ein Dreiländereck der Berge gewissenmassen: Auch die Kelten waren also, wenn man so will, tri-«national» ausgerichtet.

«Alle Belchen einen sich als Ausflugsziel, jeder bietet hervorragende Aussicht auf die umliegenden Berge, ins Rheintal und, vor allem im Herbst, auf das Nebelmeer», schreibt Edith Schweizer in ihrem Buch «Mythische Orte am Oberrhein». Am Mittwoch ist leider weder das eine noch das andere zu sehen: Der Nebel nimmt jede Sicht auf die Umgebung. Schade!

Wie es da oben wäre ohne Nebel, lässt Thomas Coch durchblicken: Seine Beschreibung eines Sonnenaufgangs auf dem Belchen an klaren Tagen, wenn man die Alpen sieht, macht Lust, einmal auf den Belchen zurückzukehren und dieses Ereignis mitzuerleben. Vorerst muss die Fantasie die verdeckte Aussicht hervorzaubern.

  • Weiterer Tipp: Besuch des Klosters St. Trudpert und der Grabeskapelle, Münstertal. Interessant ist die Gründungsgeschichte des Klosters sowie die architektonische Geschichte der Klosterkirche.

 

 

 

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Und wieder ein schöner Artikel...

    von Daniel Hage um 27.09.2012 um 15:40Uhr

    Dazu ZWEI Anmerkungen :
    1. es sind nicht drei Belchen im Dreiland sondern genaugenommen FÜNF !
    und gleich drei davon finden sich in den Vogesen- neben dem von Ihnen angesprochenen Grand Ballon auch der Petit ballon und vor allem der Ballon d alsace !
    von LETZTEREM aus sieht man am Mittsommertag (21 Juni) ÜBER den gipfel des kleinen Belchen die sonne aufgehen, , Vom Ballon d Alsace aus sieht man auch und zwar gleich 2x im Jahr (März und vor wenigen tagen im September) während der tag und nachtgleiche die sonne über dem Schwarzwälder Belchen aufgehen Und ebenfalls vom Ballon d Alsace aus
    sieht man am 22 DEZEMBER (kürzester Tag des Jahres-Winterbeginn) über der Belchenfluh im Jura die Sonne aufgehen-
    SO sind die Verhältnisse !
    Wenn Sie dies bildlich auf einer Karte dargestellt sehen möchten dann suchen sie mal in einem der Basler Antiquariate oder Archive nach dem Buch "Die REGIO-Landschaft am Oberrhein- eine Kulturgeschichte in Bildern von anno 1986 von dem Freiburger Fotograph Leif Geiges (Bilder) und dem in Basel bestens bekannten Hanns U. Christen (Text)
    - es lohnt sich! (DuMont - Verlag)
    2.) Im selben Buch weiss Christen auch dass sich der Dr. Faust nicht nur in Staufen aufhielt- sondern mindestens einmal auch in Basel.
    Es muss ein- heute nicht mehr auffindabares oder Verlorengegangenes-Tagebuch des mit faust Zeitgenössischen Basler Parrers Johannes gast gegeben haben- noch Peter Ochs bediente sich vor Zweihundert Jahren desselben...Gemäss diesem Tagebuch soll nach Fausts Unnatürlichem Tode welcher sich schnell herumsprach eben dieser Pfarrer Gast vom "de Fausto Negromantico"- dem "Schwarzkünstler Faust" geschrieben haben und ausserdem davon dass dieser einst bei einem Gastmahl in Basel habe Vögel auftischen lassen die es weit und breit nicht gab...
    An solchen Begebenheiten kann man ablesen wie Eng "Mythische Orte UND Begebenheiten" in unserer Regio zusammenhängen !
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

27.9.2012, 08:39 Uhr

Die Rache des Mephisto

Text

Text:

  • 31.12.2012 um 15:56
    «Ein bisschen klöpfen muss es schon»

    «The same procedure as every year» fordert nicht nur die alte Miss Sopie von ihrem Butler James im Sketch «Dinner for one». Auch wir haben alle unsere jahrelangen Silvesterbräuche und -rituale. Das zeigt ein Besuch im Zauberlädeli.

  • 24.12.2012 um 15:00
    Machs doch selber!

    Die Kreativ-Abteilung der TagesWoche ist auch am Heiligabend aktiv. Hans-Jörg «Fonzi» Walter hat Geschenkpapier designt. Verwenden kann es jeder, der einen Drucker zur Verfügung hat.

  • 21.12.2012 um 20:19
    O du fröhliche Heilsarmee

    Die Heilsarmee ist wieder unterwegs. Anders als ihre Berner ESC-Kollegen haben die Basler weniger Hürden zu überwinden, damit sie singen dürfen.

  • 16.08.2012 um 09:26
    Korrektur
    Zum Artikel: Andere Uni, andere Sitten

    Liebe Frau Bockemühl, ihr Kommentar hat mich auf einen Fehler im Text aufmerksam gemacht: Es handelt sich um eine Zunahme der Möbilität um durchschnttlich 1,4 Prozent pro Jahr seit 2005. Viel ist das freilich auch dann nicht... Selbstverständli...

  • 03.08.2012 um 09:49
    Kein Velofahrerbashing
    Zum Artikel: Ein Schild für die Katz

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