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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

Birsfelden 

26.9.2012, 14:45 Uhr

Falsche Hoffnungen und faule Ausreden

26.9.2012, 14:45 Uhr

Birsfelden wartet immer noch auf einen Termin für die Wahl des Gemeindepräsidiums. Womöglich bis zum St. Nimmerleinstag. Von Monika Zech

Hans-Jörg Walter: In Birsfelden regiert derzeit ein Vizepräsident.

In Birsfelden regiert derzeit ein Vizepräsident. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Ach, wie gut und zufrieden es sich doch leben liess in Birsfelden, als der Gemeinderat noch der alte war und alle, die in selbigem sassen, sich gegenseitig so gern hatten. Aber leider gilt auch in Birsfelden die direkte Demokratie. Doch was kann man von einem Volk erwarten, das sich mehr für den Ziischtigskrimi interessiert als für die harte Arbeit der regierenden Ziischtigsrunde?

Es kam wie es immer kommt, wenn man Unqualifizierte mitbestimmen lässt: Die Wahlen im Frühling endeten bekanntlich in einem Desaster. Das Volk wählte eine Frau in den Gemeinderat, die gemäss demjenigen, der ihr Platz machen sollte, eigentlich gar nicht hätte gewählt werden dürfen. Fertig wars mit der Ruhe und dem friedlichen Leben in Birsfelden: Journalisten – stets gierig nach Skandalen – schrieben plötzlich über die Gemeinde, man las von Anschuldigungen und Dementis, selbst die ständig überlasteten Gerichte mussten sich mit Birsfelden auseinandersetzen.

Bis das Volk vergisst?

Dann, nachdem das Gericht und die neu gewählte Frau sich entschieden hatten, hoffte man, nun werde alles wieder gut. Der Gemeinderat könne sich dienstags wieder ungestört seinen Aufgaben widmen und das Volk müsse nur noch bestimmen, wen es denn gerne auf dem präsidialen Stuhl hätte. Doch weil die neu gewählte Frau ebenfalls gerne darauf sitzen würde und derjenige, der ihn besetzt, ihn nicht räumen möchte, geht das Theater wieder von vorne los.

Bevor man das Volk für die Präsidiumswahl zur Urne bemühe, wolle man ganz sicher sein, dass das Ganze beschwerdefrei ablaufen könne, heisst es offiziell (siehe Hintergrund des Artikels). Einerseits ist das aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate verständlich, andererseits wird man den Verdacht nicht ganz los, dass dahinter eine Absicht steckt. Vielleicht hoffen diejenigen, die die neu gewählte Frau als möglichen Störenfried in der bisher so gemütlichen Ziischtigsrunde betrachten, darauf,  dass das Volk schlicht und einfach vergisst, dass es eigentlich noch einen Gemeindepräsidenten oder eine Gemeindepräsidentin wählen dürfte.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Die Posse um Birsfelden, ...

    von Inaktiver Nutzer um 26.09.2012 um 20:16Uhr

    ist keine Posse um eine Frau. Die Posse dreht sich um einen ehemaligen SVP-Gemeinderat (dessen verballhornter Nachname in den frühen siebziger Jahren ein grobes Schimpfwort unter der Birsfelder Dorfjugend war) und seinen Busen-Freund, den Gemeindepräsidenten ad interim. Die wirkliche Frage in dieser Komödie ist: Warum wählen selbst gestandene Sozialdemokraten in der Gemeindepräsidentenwahl CVP?
    Direktlink zum Kommentar

  2. Warum nicht Klartext Herr Rallo?

    von Michael Przewrocki um 27.09.2012 um 12:06Uhr

    Es ist Claude Zufferey gemeint. Er wohnte an der gleichen Strasse. Wie Claude heute-wohl dank grünem Licht vom emsigen Parteiguru-war ich früher noch viel lauter und durfte ein paar schöne Uebernamen mitnehmen. So what? Ist es nicht einfach mit der Präsidentenwahl? Es wird gewartet bis auch Frau Meschberger ihre Stelle angetreten hat. Mit Radau kann man keinen Blumentopf gewinnen. Dank an alle Politiker welche sich fürs Gemeinwohl zerreissen.
    Direktlink zum Kommentar

  3. @ Przewrocki: Walter Märki ...

    von Inaktiver Nutzer um 27.09.2012 um 18:45Uhr

    wohnte sogar im selben Haus wie der Gemeindepräsident ad interim, und weiss deshalb nur zu gut, was es heisst, viel mit ihm zu tun zu haben. Vielleicht ist Märki deshalb so ruhig geraten.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

26.9.2012, 14:45 Uhr

Falsche Hoffnungen und faule Ausreden

Text

Text:

  • 23.05.2013 um 15:50
    In Gottes Namen gegen Grundrechte

    Der religiöse Fanatismus macht auch vor der Schule nicht halt. Und beschäftigt immer wieder Behörden und Justiz.

  • 21.05.2013 um 14:10
    Unsere Ente des Tages

    Das ist garantiert keine Zeitungsente: Eine Ente hat den Brunnen am Rümelinsplatz zu ihrem persönlichen Swimmingpool umfunktioniert.

  • 16.05.2013 um 15:34
    Jeder Franken zählt

    In der Regel äussern sich Politiker und Experten in endlosen Debatten zum Thema Mindestlohn. Hier erzählen drei Frauen über ihr Leben mit einem Lohn, der nirgends hinreicht.

  • 16.05.2013 um 22:59
    Absolut
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Fritz Hochhuth Nach 14 Stunden am Computer sitzen schaffe ich es kaum mehr, so viele Buchstaben zu lesen. Aber ich habe es doch getan, weil uns doch die Chefs und andere kompetente Leute immer sagen, wie wichtig die Hege und Pflege unserer Comm...

  • 15.04.2013 um 23:11
    merkwürdiges Rechtsverständnis
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @fm70: Ich glaube nicht, dass ich ein merkwürdiges Rechtsverständnis habe. Aber aufgrund seltsamer Artikel wie des Wegweisugsartikels kann es durchaus vorkommen, dass in der Öffentlichkeit schlafende Personen von Polizeipatrouillen mehr oder weniger un...

  • 15.04.2013 um 17:41
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    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

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