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TagesWoche

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So, 19.05.2013

Sicherheitsdebatte 

25.9.2012, 18:31 Uhr

Es reicht

25.9.2012, 18:31 Uhr

Die Basler SVP will die anderen Parteien im Wahlkampf wieder übertönen. Darum stellt sie einen ganzen Forderungskatalog auf, der neben einer möglichst effektiven Überwachung auch die Verdrängung von Randständigen und «Asylanten» aus dem Stadtbild bringen soll. Das hat gerade noch gefehlt. Ein Kommentar von Michael Rockenbach

Artwork Hans-Jörg Walter.: Im Visier: Die SVP möchte das Kleinbasler Rheinufer gleich doppelt überwachen lassen – per Video und einem privaten Sicherheitsdienst.

Im Visier: Die SVP möchte das Kleinbasler Rheinufer gleich doppelt überwachen lassen – per Video und einem privaten Sicherheitsdienst. (Bild: Artwork Hans-Jörg Walter.)

michael rockenbach Michael Rockenbach

Man kann den Ärger der SVP ja verstehen.

Sie war es, welche die extrem hohe Kriminalität in Basel – beziehungsweise das Thema – erfunden hat. Schon vor Jahren, als die Delikte noch gar nicht zunahmen. Doch das war der Partei egal. Hauptsache, die Forderung nach mehr Polizei, viel mehr Polizei liess sich mit irgendwelchen aufgebauschten Statistiken rechtfertigen. Und die Ängste in der Bevölkerung bewirtschaften.

Nun schreiben und reden aber plötzlich alle nur noch von der Sicherheit.

Die Basler Zeitung (möglichst häufig, möglichst drastisch, das wäre der SVP ja noch recht.)

Die Linke (möglichst differenziert und eher hilflos, auch damit könnte die SVP noch gut leben.)

Die anderen bürgerlichen Parteien (möglichst scharf, was für die SVP schon sehr viel unangenehmer ist).

So muss sich die Partei nun dagegen wehren, dass ihr das Lieblingsthema «Kriminalität» von der Konkurrenz geklaut wird – ausgerechnet jetzt, kurz vor den Wahlen, dem Showdown vom 28. Oktober.

Darum ist ihr Ärger verständlich. Und ihre Kritik an der bürgerlichen Konkurrenz («scheinheilig!», «unglaubwürdig!»). Dennoch ist ihr Gegenschlag massiv übertrieben.

Ihre neusten  – wenn auch teilweise altbekannten – Forderungen präsentierte die SVP am Dienstagnachmittag an einer Pressekonferenz in der «Schlüsselzunft». Dabei verlangte sie neben mehr Polizei unter anderem:

> eine 24-Stunden-Überwachung des Rheinbords durch einen privaten Sicherheitsdienst

> die Videoüberwachung des Rheinbords und aller anderen Hotspots

> Randständige und Alkoholiker weg vom Centralbahnplatz

> Expressverfahren gegen «kriminelle Asylanten»

> Asylheime nur noch ausserhalb der Quartiere, zentrale Unterkunft für «delinquierende und renitente Asylanten»

> Brechmittel- und Abführmittel zur einfacheren Überführung von Kügelidealern

Das sind alles Massnahmen, die im besten Fall zu einer Verschiebung von Problemen und unliebsamen Nebenerscheinungen führen (wie die Videoüberwachung, der private Sicherheitsdienst am Rheinbord). Und im schlechteren Fall menschenverachtend sind (wie die Vertreibung der Asylsuchenden aus den Quartieren und der Randständigen vom Bahnhof, Brechmittel für Dealer).

Man kann nur hoffen, dass die Basler Bürgerlichen und Mittepolitiker bald wieder zur Vernunft kommen. Und aufhören, sich mit Forderung nach immer mehr Ruhe und Ordnung zu überbieten, sobald der Wahlkampf vorbei ist. Sonst endet der ganze Sicherheitshype in einem Polizeistaat, in dem man nicht einmal mehr gemütlich am Rhein sitzen kann, ohne gleich mehrfach überwacht zu werden.

Wenn man einzelne Politiker so reden hört, beginnt man allerdings zu zweifeln, dass sich die Vernunft tatsächlich noch durchsetzen wird. Und dass die Relationen bald wieder  gesehen werden.

Beispiel gefällig? SVP-Vize Eduard Rutschmann, der nach dem tatsächlichen Ansteigen der Delikte im vergangenen Jahr nun selbst einen Vergleich mit Somalia noch für angebracht hält, wie er an der Pressekonferenz vom Dienstag zu verstehen gab.

Basel – kaum besser als ein gescheiterter Staat, der im Bürgerkrieg versinkt. Mit Menschen, die erbärmlich Hunger leiden.

Was soll man dazu noch sagen? Am besten wohl gar nichts mehr.

  1. Schafft endlich Ordnung in diesem Weicheier- Staat!

    von H J Martens am 25.09.2012 um 18:45Uhr

    Die SVP braucht unbedingt 50%!
    Dann könnte man nämlich jedem SVP-Dissidenten rund um die Uhr einen SVP-Aufpasser nachlaufen lassen: Sicherheit total.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Überwachungsstaat

    von Occupy Basel lebt am 25.09.2012 um 19:37Uhr

    Die üblichen Hetzereien gegen schlechter gestellte Bevölkerungsschichen möchte ich hier garnicht erst kommentieren.

    Was für menschenrechts-verletzende Auswirkungen private Sicherheitsfirmen verursachen, sieht man bei den Asylzentren sehr gut.
    Man gibt nicht nur der Polizei immer weitere Rechte welche die Menschenrechte einschränken, nun können sich das sogarnoch private Unternehmen kaufen.

    Die vorgeschlagene Videoüberwachung sollte einem aber mindestens genau so sehr zu denken geben.
    Zuerst am Rheinbord und "allen anderen Hotspots" (sehr schwammig), dann bei allen Kreuzungen, ÖV-Haltestellen und Plätzen, und dann noch in Hinterhöfen und sonst überall wo die Überwachung noch nicht vorhanden ist.

    London ist da ein gutes Vorbild: Pro Tag wird man durchschnittlich 300mal gefilmt von den Kameras welche an jedem Laternenpfahl aufgehängt sind. Dass dabei die Sicherheit nicht mal spürbar verstärkt wurde, ist gut belegt.

    Wem das noch nicht genügend zu denken gibt:
    In der EU gibt es ein Forschungsprogramm zur Vorbeugung von Straftaten - INDECT: Mittels grossflächiger Kameraüberwachung (inkl. Drohnen) und automatischer Auswertung wird nach verdächtigem Verhalten (herumlungern, rennen, schreien, sich in grösseren Gruppen treffen) gesucht. Darauf können via Gesichtserkennung und breiter Datensammlung Profile erstellt werden, und bei genügender Auffälligkeit Personen vorsorglich aus dem Verkehr gezogen werden.

    Youtube-Video dazu:
    www.youtube.com/watch?v=dlq94wCcunI&feature=youtu.be
    Infoseite:
    www.stopp-indect.info/?lang=de

    Orwell lässt grüssen
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  3. Journalismus muss unabhängig sein!

    von Stefan Wüst am 25.09.2012 um 20:57Uhr

    Unterste Schublade, euer Artikel! Ich habe euer Blatt in der Hoffnung abonniert, dass dieses - im Gegensatz zur BaZ, unabhängige Berichte aus einem neutralen Blickwinkel bietet.

    Kaum kommen die Wahlen auf uns zu, zeigt ihr euer wahres Gesicht: Ihr seid der journalistische Arm der Linksparteien, welcher die Parolen 1:1 übernimmt, ohne diese zu hinterfragen!
    Immer nur raus damit, sei es mit eurer interaktiven Karte, welche völlig falsch gewichtet ist (Sicherheit wird nur am Rande erwähnt und ist genau so wichtig, wie das Miteinander zwischen Velos und Autos) oder mit der Auswahl eurer "besten Kommentare" in der Online-Ausgabe, bei denen ihr das Prädikat nur den Kommentaren erteilt, welche euch in den Kram passen. Auf keinen Fall dürfen eure politischen Ansichten in Frage gestellt werden!

    Und an die Leserschaft und die anderen Kommentatoren (ja, ich meine auch die Frauen unter euch mit der männlichen Form):
    Glaubt ihr, dass so viele Leute ein grösseres Bedürfnis nach Sicherheit haben, weil ihnen das von der bösen SVP und der bösen BaZ eingetrichtert wurde?
    Macht eure Augen auf wenn ihr das nächste Mal nachts durch unsere Stadt spaziert und hört auf, alles totzuschweigen und schönzureden. Es ist kein guter Ausweg aus der Situation!

    Von jetzt an pfeiffe ich auf eure einseitige Berichterstattung, genauso wie auf diese der BaZ. Schade, gibt es in Basel keine anständige Zeitung.
    Mein Abo werde ich in den nächsten Tagen kündigen. Ich bin nicht ber
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  4. Sicherheitsdebatte bei der SVP

    von Sarah Wyss am 26.09.2012 um 00:56Uhr

    Beim Vorstosspaket der SVP spuken wilde Ausrücke in meinem Kopf. Die Forderungen zeigen, dass die SVP eine 2 Klassen Justiz unterstützt und Angst gegen „Fremde“ schürt.
    SVP I: Eine 24-Stunden-Überwachung des Rheinbords durch einen privaten Sicherheitsdienst ==> Die Sicherheitsfrage muss in den Händen des Staates bleiben. Ich wehre mich gegen jegliche Privatisierung im Sicherheitsbereich.
    SVP II: Die Videoüberwachung des Rheinbords und aller anderen Hotspots ==> Bereits jetzt gibt es einige Orte, wo es eine Videoüberwachung gibt. Auch klar ist, dass mit Videoüberwachung keine Verbrechen verhindert werden können. Es können nur die Verbrechen ggf. schneller und/oder einfacher aufgedeckt werden. Als Nichtkrimonlogin wehre ich mich aber gegen einen totalitären Überwachungsstaat. Eine ausgebaute Prävention und sozialere Gerechtigkeit sind wichtige Instrument um langfristig die Kriminalität im Griff zu halten und ihr vorzubeugen.
    SVP III: Randständige und Alkoholiker weg vom Centralbahnplatz ==> Unerwünschte Personen möchte die SVP an den Rand drängen, unsichtbar lassen werden. Ich spreche mich dezidiert dagegen aus. Denn: öffentlicher Raum ist für alle da – nicht nur für diejenigen mit Schlips und Aktenkoffer!
    SVP IV: Expressverfahren gegen «kriminelle Asylanten» ==> Die SVP wirft mit dem Wort Asylanten umher ohne zu differenzieren. Generell kann gesagt werden, dass 95% aller MigrantInnen straffrei bleiben.
    Sind Asylsuchende (solche, jene noch im Verfahren sind, Aufenthaltsstatus N) noch im Verfahren, sollen die Verfahren beschleunigt werden, aber unabhängig davon, ob jemand „kriminell“ war/ist oder nicht. Das Beispiel task force balkan zeigt, dass eine Verfahrensbeschleunigung, und Rechtsschutz möglich ist. Dazu braucht es aber genügend Personal beim BFM. Flüchtlinge (C) oder vorläufig aufgenommen Personen (F) haben laut Bundesverfassung ein Recht in der Schweiz zu sein. Sie sollen genau so behandelt werden, wie alle anderen. Dies gilt auch, wenn sie kriminell sind. Es soll keine Sonderbehandlungen geben. .
    SVP V: Asylheime nur noch ausserhalb der Quartiere, zentrale Unterkunft für «delinquierende und renitente Asylanten» ==> Ich spreche mich dezidiert gegen eine solche „Strategie“ aus. Die Asylunterkünfte sollen auf die ganze Stadt (auf alle Quartiere) verteilt werden. Damit können sogenannte „Ghettos“ verhindert werden, eine schnellere Integration ist möglich. Zudem kann im Zusammenleben mit „fremden Menschen“ die Angst vermindert werden und die Toleranz erhöht werden.
    SVP IV: Brechmittel- und Abführmittel zur einfacheren Überführung von Kügelidealern: ==> Ich weiss juristisch nicht, ob das zu Körperverletzung zählt. Meiner Ansicht nach ist dies nicht erlaubt.
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  5. SVP watches you und zurück ins Mittelalter?

    von Carmen Kolp am 26.09.2012 um 12:44Uhr

    Der Ideenreichtum der SVP in Ehren. Es kommt mir eher wie ein Brainstorming vor, bei welchem keine Idee gelöscht wurde. Gute Ansätze sind dabei: die zusätzlichen Aufsichtspersonen, ob ein privater Sicherheitsdienst nötig ist sei dahingestellt, begrüsse ich absolut. Bis vor ca. 1 Jahr konnte ich alleine im Kleinbasel nach Hause gehen, ohne Angst (nur Respekt) zu verspüren. Heute ist das anders. Die Strecken, die ich sonst immer entlang gegangen bin, pflastern mehrere Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe. Dieses Angstgefühl ist nicht von SVP, BaZ (lese ich nur gezielt) oder Medienmitteilungen der Polizei implantiert worden, sondern so real wie schlimm. Eine Videoüberwachung verhindert diese Angriffe nicht und bei der Prävention muss angesetzt werden.
    Randständige und Asylanten alle in einen Topf werfen, ist auch keine Lösung. Dann würden wir Zustände wie im Mittelalter mit Stadttoren und -mauern zulassen. Und ich bin mir nicht sicher, ob dann das Thema Velo/Auto/ÖV noch wichtig wäre, oder durch Pferde/Pferdekutschen ersetzt würde...
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  6. Reichlich Unsinn

    von Joël Thüring am 26.09.2012 um 12:57Uhr

    Es wird ja hier in diesen Kommentaren reichlich Unsinn geschrieben. Weshalb man auf das Meiste auch gar nicht eingehen muss.

    Ein Wort zur Unsicherheitspolitikerin Wyss, die ja bekannt dafür ist, dass sie alles Illegale (Volta, Kinderspital, Sans Papiers etc.) unterstützt:

    Wir sprechen in unseren Vorstössen nirgends von einer Zweiklassenjustiz. Weshalb auch? Diese Unterstellung ist schwachsinnig und genau so daneben wie Tanja Solands' Angriff auf die Staatsanwaltschaft und das Negieren von echten Vergewaltigungen.

    Richtig! Sicherheit ist die Kernaufgabe des Staates. Dieses Monopol muss der Staat behalten. Dann setz Dich doch dafür ein, Sarah! Aber ihr wollt nicht mehr, sondern weniger Polizisten und weniger Rechtssicherheit. Im Übrigen lässt das Polizeigesetz es zu, dass private Firmen die Polizei unterstützen (wenn es um die Sicherheit geht).

    Falsch! Videoüberwachung kann Straftaten verhindern. Das sieht man in anderen Ländern bestens. Übrigens kennen wir eine Videoüberwachung auch aus Tram und Bus. Stört dort auch niemanden. Wenn halt Sarah Wyss mit ihren Genossen illegale Aktionen plant, dann muss sie halt damit rechnen, dass es eine Videokamera (wenn eine Anzeige vorliegt) es festhält.

    Falsch! Öffentlicher Raum ist zwar für Alle da - es müssen sich aber auch Alle wohlfühlen. Und wenn eine bestimmte Gruppierung einen Platz übernimmt und besetzt, so wie auf dem Centralbahnplatz, muss die öffentliche Ordnung wiederhergestellt werden.

    Falsch! Die Expressverfahren haben nichts mit den kriminellen Asylanten zu tun. Wir müssen speditiver werden und die Gesuche rascher abwickeln. Unser Kontinent wird von Asylanten überflutet, es hat keinen Platz mehr. Holland machts vor, der Kanton Schwyz hat ein Pilotprojekt lanciert. Weshalb kann man da dagegen sein?

    Falsch! Asylanten müssen nicht in die Quartiere verteilt werden. Dazu besteht über kein Grund. Weshalb auch? Eine zentrale Unterkunft macht viel mehr Sinn und schafft sinnvolle Synergien.

    Falsch! Der Einsatz von Brechmitteln ist auch in anderen Städten und Ländern schon getestet worden. Es ist nur eine von vielen Massnahmen die die SVP ergreifen will.

    Lustig ist, dass Sarah Wyss nichts zu den weiteren Vorstössen sagt. Ist sie demnach auch für eine bessere Beleuchtung von Parkanlagen, eine Aufstockung der Stawa, ein Handyverbot für kriminelle Asylanten?

    Vermutlich nicht. Sie ist ja Teil der Asyl- und Ausländerindustrie und verdient ihr Geld damit. Sie ist also weder an mehr Sicherheit, noch an einer Verbesserung der Situation interessiert. Im Gegenteil: Sie lebt davon, dass wir hier von Asylgesuchen nur so überschwemmt werden. Und sie hat ein starkes Interesse, dass das auch so bleibt. Schliesslich will sie möglichst viele Personen in unser Land bringen, die dann irgendwann eingebürgert werden und sich für die SP aufstellen lassen können (oder zumindest dann die SP wählen).

    Scheinheilig, Sarah, scheinheilig!
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  7. @ Thüring

    von Alois Karl Hürlimann am 26.09.2012 um 13:46Uhr

    Sie schreiben, dass der Staat das Gewaltmonopol haben müsse. Alle Rechtsstaaten in Europa haben in ihren Verfassungen die Erköörung des Gewaltmonopols durch ihren Staat.
    Indem Ihre Partei "private Sicherheitsdienste", welche im "Auftrag der Polizei" gewisse Quartiere quasi Meter für Meter und Sekunde für Sekunde "überwachen" sollen, fordern, beschreiben Sie eine durchaus eigenartige Definition des Begriffs "Gewaltmonopol durch den Staat". Was sollen diese privaten Sicherheitsdienste überwachen? Bettler, "Kügeli"-Dealer ? Alkoholiker, Outsider usw. ? Und was sollen diese privaten Sicherheitsdienste im Fall unternehmen, wenn sie so einen "Asylanten" auf frischer Tat - welche das immer sein mag - erwischen ? Gewalt anwenden ?
    Die Polizei ist der Verfassung, den Gesetzen, unter anderem auch der Angemessenheit einzusetzender Gewaltmittel verpflichtet. Ob sie diese Verpflichtung genügend einhalten, ob sie ihre Aufgaben einigermassen zufriedenstellend erfüllt, wird auf Grund von Gesetzen jährlich parlamentarisch kontrolliert.
    Private Sicherheitsdienste sind Wirtschaftsunternehmen, welche vor allem der Rendite wegen existieren. Sie werden nicht öffentlich einsehbar kontrolliert, sind ausser ihren Auftraggebern niemandem Rechenschaft schuldig und deshalb eben nicht Polizei, nicht Rechts- oder Justizbevollmächtigte. Im Interesse der Rechtsgleichheit - unabdingare Voraussetzung in einem Rechtsstaat - ist es, um einer Ihrer Hauptbegriffe in Ihrem Kommentar zu verwenden - Unsinn, eine Aufweichung des staatlichen Gewaltmonopols auch nur in Erwägung zu ziehen. Unsinn deshalb, weil "privat" rechtlich gesehen eben den Begriff "Monopol" aushebelt, sobald es um Prävention, Kontrolle, Überwachung und Vollzug geht.

    Im übrigen: Die von Ihrer Partei vorgeschlagenen "Massnahmen", welche die Sicherheit im Alltag der Stadtbevölkerung angeblich verbessern würden, exstieren sowohl im privaten Bereich (Securitas, so genannte "Sicherheitsleute" vor und in Geschäften, Videoüberwachungen usw.) schon lange. In den Großstädten in Großbritannien sind flächendeckende Videoüberwachungen seit einem Jahrzehnt in Betrieb. In den Strafdeliktstatistiken sind sie allerdings nicht als delikteindämmende Präventionen sichtbar geworden. Mit anderen Worten: Sie nützen offensichtlich nicht viel oder wohl eher gar nichts.

    Kriminalität, Gewaltverbrechen, Outsider"unwesen" existiert vielmehr, seit es Menschen gibt, was schon mit Kain und Abel in talmudischer, christlicher und islamischer Überlieferung usw. beschrieben wurde. Es gibt dagegen kein "letztes" griffiges "Konzept".
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  8. Sicherheitsdebatte

    von Margot am 26.09.2012 um 14:17Uhr

    Die Sicherheitsdebatte hat das Niveau "shitstorm im Wasserglas". Basel in Bezug auf Sicherheit mit Somalia zu vergleichen offenbart in erschreckender Weise die Wohlstandsverwahrlosung in unseren Breitengraden.
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  1. Schafft endlich Ordnung in diesem Weicheier- Staat!

    von H J Martens um 25.09.2012 um 18:45Uhr

    Die SVP braucht unbedingt 50%!
    Dann könnte man nämlich jedem SVP-Dissidenten rund um die Uhr einen SVP-Aufpasser nachlaufen lassen: Sicherheit total.
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  2. Renitent

    von Cornelis Bockemühl um 25.09.2012 um 18:45Uhr

    Ist ein Ausländer, der einem Polizisten widerspricht, schon "renitent"?
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  3. Asylanten

    von jonas ryser um 25.09.2012 um 18:49Uhr

    Die SVP hat nicht nur das mächtige Aufbauschen des Themas Kriminalität erfunden, sondern auch den Begriff "Asylant". Deshalb sollten die Medien diesen Begriff nicht einfach unreflektiert verwenden, korrekt muss es "Asylsuchende/r" heissen.
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  4. Politik der Verdrängung

    von Thommen_63 um 25.09.2012 um 18:53Uhr

    Die SVP profitiert davon, dass sie Politik mit den Symptomen macht, während die übrige Politik es schon längst aufgegeben hat, die Verbindung zu den Verursachern zu halten! Viele Probleme haben ihre Ursachen, nicht nur ihre Folgen! Wer keinen Zugang zur Vergangenheit hat, hat auch keine Zukunft. Auch die SVP nicht!
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  5. Ach Michael,...

    von Nein danke um 25.09.2012 um 18:56Uhr

    ...schau mich gefälligst an wenn ich mit dir rede. Inwiefern sind dir Randständige (nervenaufreibende Bettler/Alkoholiker/Junkies) denn sympathisch?

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  6. Herr Rockenbach.

    von René Reinhard um 25.09.2012 um 18:56Uhr

    Die beste "Wahlhilfe" die Sie für "ER" leisten konnten, ist, ihn überhaupt zu erwähnen.

    Er wird sich darüber "diebisch" freuen.

    Ich denke um mehr geht es ihm, wie seinen skrupellosen Gesinnungsgenossen, nicht - noch nicht.
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  7. Bahnhof

    von Stefan Heimers um 25.09.2012 um 19:14Uhr

    Ich wünsche mir die Müsterli- und Flyerverteiler weg vom Bahnhof, die stören mich mehr als die Randständigen.
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  8. Ach, Nein Danke...

    von René Reinhard um 25.09.2012 um 19:15Uhr

    "(nervenaufreibende Bettler/Alkoholiker/Junkies)" müssen einem ja nicht unbedingt sympathisch sein. Keineswegs. Es gibt übrigens, ausser den Genannten, noch andere beliebte Feindbilder. Aber muss man denn gleich damit "liebäugeln" oder gar klammheimlich und freudig darauf hoffen, die Scheiterhaufen wieder anzünden zu dürfen oder Öfen abermals in Betrieb nehmen zu können?

    Tatsächlich: Es "Reicht"!
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  9. "Brech und Abführmittel"...

    von Daniel Hage um 25.09.2012 um 19:30Uhr

    ...zur einfacheren Überführung von Renitenten NICHT-SVP-Wählern ???
    Ganz Einfach Man baue an einem Samstagmorgen auf dem Marktplatz eine grosse Leinwand auf und spiele darauf in einer Endlosschleife diese sog.
    "Pressekonferenz" dieser ESSS VAAAUUUHHH PPPEEEHHH und vor allem Namentlich die Auslassungen dieses Herrn Rutschmann... Ach nein- lieber nicht... SO VIEL Räumkräfte um das ganze Erbrochene (Rausgekotzte !) dann fortzuspülen bringt das anständige Basel ja gar nicht auf !
    Es gab einmal eine Deutschen Künstler Jüdischen Glaubens Namens Max Liebermann, der anno 1933 angsichts der vor seinem Haus Stadtfindenden NS-Umzüge die heute legendären Worte ausspie :
    "Ich KANN gar nicht Soviel FRESSEN-wie ich KOTZEN MÖCHTE" !
    Sollte es heute ganz normalen, braven Basler Bürgern angesichts DIESER definitiv NICHT in das Souverän-Freie BASEL gehörenden SVP ganz genau so gehen- So kann ICH als Nachbar mit Deutscher Staatsangehörigkeit Sie nur allzu gut Verstehen !
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  10. Überwachungsstaat

    von Occupy Basel lebt um 25.09.2012 um 19:37Uhr

    Die üblichen Hetzereien gegen schlechter gestellte Bevölkerungsschichen möchte ich hier garnicht erst kommentieren.

    Was für menschenrechts-verletzende Auswirkungen private Sicherheitsfirmen verursachen, sieht man bei den Asylzentren sehr gut.
    Man gibt nicht nur der Polizei immer weitere Rechte welche die Menschenrechte einschränken, nun können sich das sogarnoch private Unternehmen kaufen.

    Die vorgeschlagene Videoüberwachung sollte einem aber mindestens genau so sehr zu denken geben.
    Zuerst am Rheinbord und "allen anderen Hotspots" (sehr schwammig), dann bei allen Kreuzungen, ÖV-Haltestellen und Plätzen, und dann noch in Hinterhöfen und sonst überall wo die Überwachung noch nicht vorhanden ist.

    London ist da ein gutes Vorbild: Pro Tag wird man durchschnittlich 300mal gefilmt von den Kameras welche an jedem Laternenpfahl aufgehängt sind. Dass dabei die Sicherheit nicht mal spürbar verstärkt wurde, ist gut belegt.

    Wem das noch nicht genügend zu denken gibt:
    In der EU gibt es ein Forschungsprogramm zur Vorbeugung von Straftaten - INDECT: Mittels grossflächiger Kameraüberwachung (inkl. Drohnen) und automatischer Auswertung wird nach verdächtigem Verhalten (herumlungern, rennen, schreien, sich in grösseren Gruppen treffen) gesucht. Darauf können via Gesichtserkennung und breiter Datensammlung Profile erstellt werden, und bei genügender Auffälligkeit Personen vorsorglich aus dem Verkehr gezogen werden.

    Youtube-Video dazu:
    www.youtube.com/watch?v=dlq94wCcunI&feature=youtu.be
    Infoseite:
    www.stopp-indect.info/?lang=de

    Orwell lässt grüssen
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

25.9.2012, 18:31 Uhr

Es reicht

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 09:45
    So sind sie wunderbar, die Politiker

    Die offiziellen Wahlplakate sind derart langweilig, dass sie dem einen oder anderen physisch wehtun. Zum Glück gibts aber nun eine Alternative – dank unseren Lesern.

  • 16.05.2013 um 16:26
    Nicht schon wieder!

    Auf dem Land hängen immer und überall Wahlplakate. Das nervt. Und animiert zu einer Kunstaktion, welche die Politiker nicht unbedingt gut aussehen lässt.

  • 15.05.2013 um 19:40
    Ein ganz knapper Entscheid gegen die Schweizerdeutsch-Quote

    Sie wollte eine bessere Durchmischung in den Basler Schulen erreichen, scheiterte mit ihrem stark umstrittenen Vorstoss aber ganz knapp. Immerhin hat Sibylle Benz (SP) aber einiges ausgelöst – auch am Mittwoch im Grossen Rat.

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

  • 14.04.2013 um 10:15
    «Ungenügend»
    Zum Artikel: Weg mit euch Versagern! Oder doch nicht?

    Liebe Frau Bühlmann. Danke für den Tipp. Ich werde die Studie gerne auf der Rückseite des Artikels anhängen. Sehr passend zum Thema (Bewerten, Abwerten, was ist in dieser Beziehung sinnvoll und gerechtfertigt, was eher nicht?) scheint mir übrigens auch...

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