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TagesWoche

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Mi, 19.06.2013

Nachfolge von Malama 

23.9.2012, 00:18 Uhr

Die Gedanken sind woanders

23.9.2012, 00:18 Uhr

Die Anteilnahme am Tod von Peter Malama ist gross. Baschi Dürr und Daniel Stolz sind in tiefer Trauer. Über die Zukunft als mögliche Nachfolger von Malama im Nationalrat möchten sie nicht nachdenken. Von Yen Duong

Keystone: Wer die Nachfolge von Peter Malama im Nationalrat antreten wird, ist noch offen. In Frage kommen Daniel Stolz und Baschi Dürr.

Wer die Nachfolge von Peter Malama im Nationalrat antreten wird, ist noch offen. In Frage kommen Daniel Stolz und Baschi Dürr. (Bild: Keystone)

Peter Malama hat den jahrelangen Kampf gegen seine Krebskrankheit verloren. In der Nacht auf den 22. September 2012 ist der 51-jährige Gewerbedirektor und FDP-Nationalrat gestorben. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Mit Malama verliert Basel einen seiner bekanntesten und profiliertesten Politiker. Die Trauer und Anteilnahme sind gross. Auf Malamas Facebook-Seite sprechen etliche ihr Beileid aus. «Basel verliert einen starken Menschen, einen willensstarken und prägnanten Politiker, mit dem ich gerne um Lösungen gerrungen habe. Er wird uns fehlen!», schreibt beispielsweise ein Facebook-Kollege.

Malama wurde 2001 Direktor des gewichtigen Gewerbeverbandes Basel-Stadt. Damals war er in Basel noch ein Unbekannter. Doch dies sollte sich rasch ändern. Unermüdlich setzte sich Malama für das Gewerbe ein, kein Aufwand war ihm zu gross, wenn es um die Interessen seines Verbandes ging. Vor allem die Schaffung von Lehrstellen war ihm ein wichtiges Anliegen. So war er der Initiant der Basler Berufs- und Bildungsmesse. 2005 schaffte der Ökonom den Sprung in den Grossen Rat und machte sich innert kürzester Zeit auch als Politiker einen Namen. 2007 wurde der Oberst im Generalstab schliesslich in den Nationalrat gewählt, weshalb er zwei Jahre später aus dem Basler Parlament zurücktrat.

In Basel beliebt, in Bern weniger

Peter Malama war ein engagierter, leidenschaftlicher Politiker und Gewerbedirektor – ein fleissiger Schaffer, immer auf Achse, hyperaktiv schon fast. Nicht selten eckte er mit seinem Tatendrang aber auch an. Während er in Basel zu den einflussreichsten Köpfen gehörte, hatte er in Bern als Nationalrat einen schweren Stand. In der FDP-Fraktion war sein Rückhalt minim, wie er 2010 erleben musste. Er kandidierte als Nachfolger von Hans-Rudof Merz für den Bundesrat und scheiterte.

Malama war kein Ideologe, stets hatte er ein offenes Ohr für andere Meinungen, war kompromissbereit und lösungsorientiert. Der frühere Marathonläufer liebte die Inszenierung, war ein leidenschaftlicher Redner, ein Gentleman. Sein Verhalten den Medien gegenüber erreichte Kult-Status: Seine Aussagen diktierte er wie ein Lehrer. «DER GE-WERBE-VER-BAND IST DER AN-SICHT, DASS.... Sind Sie jetzt nachgekommen mit dem Schreiben? Oder soll ich nochmals anfangen?»

Wer seine Nachfolge im Nationalrat antritt, ist offen. Erster Nachfolger von Malama – der bei den Nationalratswahlen 2011 14'115 Stimmen erreichte – ist FDP-Grossrat Baschi Dürr mit 4588 Stimmen. Doch Dürr kandidiert derzeit für die Regierung. Zweitnachrückender wäre FDP-Präsident Daniel Stolz mit 4277 Stimmen.

Malama hat immer den Kontakt zur Partei gesucht

Sowohl Stolz als auch Dürr möchten sich momentan nicht mit dieser Frage auseinandersetzen. «Das werden wir alles noch sehen. Meine Gedanken sind jetzt bei der Familie», sagt Stolz. Ähnlich äussert sich Dürr: «Was die Nachfolge der diversen Ämter von Peter Malama anbelangt, ist jetzt gewiss nicht der Moment, darüber nachzudenken. Vielmehr gelten die Gedanken seiner Witwe und seinen drei halbwüchsigen Kindern, die Mann und Vater verloren haben.»

Beide sind zutiefst betroffen über den Tod ihres Parteikollegen. «Es fällt mir sehr schwer, von ihm Abschied nehmen zu müssen. Er war immer unglaublich engangiert und hat alles mit Herzblut gemacht. Sein Lachen wird mir fehlen. Wir haben eng zusammengearbeitet», sagt Stolz. Malama habe immer den Kontakt zu seiner Partei gesucht und Rat geholt. Das sei alles andere als selbstverständlich.

Und auch Dürr hat nur warme Worte für den verstorbenen Parteikollegen: «Wir verlieren einen guten Kameraden, einen begnadeten Volksvertreter und einen Politiker mit einem nachweisbaren Erfolgsausweis. Sein Enthusiasmus und seine Energie waren so legendär wie ansteckend. Ich bin traurig, dass Peter Malama tot ist.»

 

Leidenschaftlicher Redner, Politiker mit Herzblut und Humor – wie seine Kampagne zur Wiederwahl in den Nationalrat zeigt:

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Weder Stolz noch Dürr, aber ...

    von Fritz Hochhuth um 23.09.2012 um 09:34Uhr

    Der etwas farblos wirkende Stolz hat nicht die die Ausstrahlungskraft, den Biss und den Witz, die wir von Malama kannten. Ihn konnte man auch als nicht-FDP-Wähler für das Engagement schätzen, das er für Lehrlinge und auch für grüne Anliegen einbrachte.
    Aber wenigstens scheint Stolz ein besonnener und friedlicher Mensch zu sein. Anders ist das bei dem mit viel unbegründeten Sendungsbewusstsein ausgestatteten Baschi Dürr, "dem Margaret Thatcher der Basler FDP". Im Gegensatz zum pragmatischen und zu alle Seiten hin offenen Malama, ist Dürr ein erz-neoliberaler Ideologe wie sonst nur noch Markus Somm in diesen Breiten einer ist: Unsoziale Söhne aus reichem Hause, die den Sozialstaat hassen und am liebsten völlig schleifen und verkaufen würden.
    Liebe Basler, wählt Dürr bitte NICHT in die Regierung, denn dann rückt er für Malama in den Nationalrat nach und dort kann er eindeutig weniger Schaden anrichten.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Hinweis

    von Samuel Rink um 23.09.2012 um 12:13Uhr

    Malama war nicht nur Oberleutnant sondern Oberst! Für die Generalstabsschule muss man mindestens Hauptmann sein.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Hinweis

    von Dienstchef Online um 23.09.2012 um 12:28Uhr

    Herzlichen Dank, Herr Rink. Wir haben es angepasst.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

23.9.2012, 00:18 Uhr

Die Gedanken sind woanders

Text

Text:

  • 19.06.2013 um 10:25
    «Nulltoleranz? Blödsinn!»

    Die TagesWoche hat mit Polizeidirektor Baschi Dürr das Video von der Favela-Räumung angeschaut. Im Interview nimmt Dürr ausführlich Stellung und verteidigt den Einsatz weiterhin. Er räumt jedoch auch ein, dass seine Beamten in einzelnen Fällen unnötig hart vorgegangen sind.

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