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TagesWoche

Tages Woche

Di, 18.06.2013

Bahnhof SBB 

21.9.2012, 00:01 Uhr

Voll blau, diese Lösung

21.9.2012, 00:01 Uhr

Im Basler Bahnhof ist alles zu eng. Ein Problem, das die SBB mit einer neuen Passerelle lösen wollen – aber erst 2018. Fürs Erste solls ein bisschen Farbe auch tun. Von Michael Rockenbach

: «Umlaufende Leiste», in Blau: So wollen die SBB die Probleme im engen, allzu engen Bahnhof Basel lösen.

«Umlaufende Leiste», in Blau: So wollen die SBB die Probleme im engen, allzu engen Bahnhof Basel lösen.

Reisen ist wunderbar. Pendeln schrecklich. Vor allem im Bahnhof Basel, wo alles viel zu eng ist – die Eingangshalle, der Aufgang, die Passerelle, die Abgänge zu den Gleisen. Das führt zu dichtem Gedränge, zu Staus und immer wieder auch zu Rencontres.

Das wäre vielleicht alles nicht so schlimm, wenn die Zugpas­sagiere ähnlich stauerprobt wären wie die Autofahrer. Doch das sind sie nicht. Sie sind tatsächlich so, na ja, dass sie noch immer an Sprüche glauben wie «Der Kluge reist im Zuge». Entsprechend gross ist der Frust im Basler Bahnhof. Und häufig auch die Wut. Pendler berichten von vielen bösen Wortwechseln. Und wahrscheinlich, sagen sie, käme es auch immer wieder zu Keilereien, wenn in dem ganzen Gehetze nur etwas mehr Zeit bliebe, ehe auch der nächste Zug schon wieder weg sei.

Nun versprechen die SBB allerdings Besserung: 2018 wollen sie im Westflügel des Bahnhofs möglicherweise eine zweite Passerelle bauen. Und da bis dahin recht viel Zeit vergeht, sind auch Sofortmassnahmen geplant. «Kundenfreundliche Grossbahnhöfe» heisst das vielversprechende Projekt, das für neun Millionen Franken in Basel lanciert wird.

Unter anderem werden dabei die Abgänge von der Passerelle zu den Gleisen «mittels blauer Farbgebung und einer zusätzlich umlaufenden blauen Leiste» noch mehr hervorgehoben, was dem ­Reisenden eine «bessere Orientierung bietet», so die SBB. Ihr Versprechen: ein «rascherer Kundenfluss». Doch um das zu glauben, muss man wohl schon etwas blauäugig sein. Oder ganz schön blau.

  1. Vollblau, diese Lösung

    von Gaby Burgermeister am 22.09.2012 um 18:12Uhr

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ausser dass es schade ist um das viele Geld. Denn mit den neun Millionen Franken für die "Sofortmassnahmen" in Basel werden keine (Roll-)Treppe und kein Perron breiter. Und kaum war die Halle von allem Mobiliar leer geräumt, das da so im Weg herum stand (Billettautomaten, Telefonkabinen usw.), wurde sie auch schon wieder als Werbestandort missbraucht. Auch oben auf der Passerelle stehen zur abendlichen Stosszeit Promotoren im Weg herum, die den Kundenfluss behindern, indem sie Gratismuster verteilen. Mit Kunden meinen die SBB wohl weniger die Bahnkunden als Firmen, die dafür bezahlen, dass sie zur besten Tageszeit (fast hätte ich geschrieben: Sendezeit) ihre Produkte bewerben dürfen. Damit sind die neun Millionen dann auch schnell wieder amortisiert, nicht?
    Direktlink zum Kommentar

  2. Bahnof SBB, Verkehrsführung

    von Schang am 24.09.2012 um 07:36Uhr

    Man sollte dringend den Platz vor dem Bahnhof neu gestalten. Wenn ich vom Tram aussteige und zur Schalterhalle gehen will, setze ich mich grösster Gefahr aus. Ich verstehe eigentlich nicht, warum das (immer noch) so sein soll.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Wenn schon Farbe, dann richtig!

    von Kulturbetrachter Basel am 24.09.2012 um 08:56Uhr

    In der Kleinkinderziehung hat man das Prinzip entwickelt, seiner Spielgruppe einen Namen, ein Symbol oder/und eine Farbe zu geben, damit Kleinkinder sich orientieren können, ohne des Lesens mächtig zu sein.

    Man könnte sich das wie folgt vorstellen:

    Sagen wir mal, man will nach Bern um 17.Uhrungrad auf Gleis 5

    Nun ist es bekanntlich sehr eng um diese Uhrzeit, eigentlich schon ein klassisches Drüggede!

    1.) Der Reisende schaut im Vorraum auf die Anzeigetafel, sieht Bern, Gleis fünf, mit gelber Farbe und einer Schnecke ausgeschrieben.
    2.) Nun folgt er der gelben Farbmakierung auf dem Fussboden. Da alle sowieso nur noch in ihre Handydisplays glotzen, ist dies die natürliche Haltung des Pendlers. Wer schlecht sieht, schaltet die Handycamera ein!
    3.) Nun läuft er in sein Handy glotzend so lange dem Strich nach, bis er die gelbe Schnecke sieht.
    4.) Die gelbe Schnecke auf dem Boden, weist ihn darauf hin, dass er das Ziel fast erreicht hat.
    5.) Nun schaut er noch einmal nach oben und sieht am gelbumrandeten Kasten statt der Bahnhofsuhr (welche er ja schon auf seinem IPone hat)
    auf das Schneckensymbol in der Mitte und betritt die Rolltreppe.

    Fertig!


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  1. Vollblau, diese Lösung

    von Gaby Burgermeister um 22.09.2012 um 18:12Uhr

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ausser dass es schade ist um das viele Geld. Denn mit den neun Millionen Franken für die "Sofortmassnahmen" in Basel werden keine (Roll-)Treppe und kein Perron breiter. Und kaum war die Halle von allem Mobiliar leer geräumt, das da so im Weg herum stand (Billettautomaten, Telefonkabinen usw.), wurde sie auch schon wieder als Werbestandort missbraucht. Auch oben auf der Passerelle stehen zur abendlichen Stosszeit Promotoren im Weg herum, die den Kundenfluss behindern, indem sie Gratismuster verteilen. Mit Kunden meinen die SBB wohl weniger die Bahnkunden als Firmen, die dafür bezahlen, dass sie zur besten Tageszeit (fast hätte ich geschrieben: Sendezeit) ihre Produkte bewerben dürfen. Damit sind die neun Millionen dann auch schnell wieder amortisiert, nicht?
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  2. Bahnof SBB, Verkehrsführung

    von Schang um 24.09.2012 um 07:36Uhr

    Man sollte dringend den Platz vor dem Bahnhof neu gestalten. Wenn ich vom Tram aussteige und zur Schalterhalle gehen will, setze ich mich grösster Gefahr aus. Ich verstehe eigentlich nicht, warum das (immer noch) so sein soll.
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  3. Wenn schon Farbe, dann richtig!

    von Kulturbetrachter Basel um 24.09.2012 um 08:56Uhr

    In der Kleinkinderziehung hat man das Prinzip entwickelt, seiner Spielgruppe einen Namen, ein Symbol oder/und eine Farbe zu geben, damit Kleinkinder sich orientieren können, ohne des Lesens mächtig zu sein.

    Man könnte sich das wie folgt vorstellen:

    Sagen wir mal, man will nach Bern um 17.Uhrungrad auf Gleis 5

    Nun ist es bekanntlich sehr eng um diese Uhrzeit, eigentlich schon ein klassisches Drüggede!

    1.) Der Reisende schaut im Vorraum auf die Anzeigetafel, sieht Bern, Gleis fünf, mit gelber Farbe und einer Schnecke ausgeschrieben.
    2.) Nun folgt er der gelben Farbmakierung auf dem Fussboden. Da alle sowieso nur noch in ihre Handydisplays glotzen, ist dies die natürliche Haltung des Pendlers. Wer schlecht sieht, schaltet die Handycamera ein!
    3.) Nun läuft er in sein Handy glotzend so lange dem Strich nach, bis er die gelbe Schnecke sieht.
    4.) Die gelbe Schnecke auf dem Boden, weist ihn darauf hin, dass er das Ziel fast erreicht hat.
    5.) Nun schaut er noch einmal nach oben und sieht am gelbumrandeten Kasten statt der Bahnhofsuhr (welche er ja schon auf seinem IPone hat)
    auf das Schneckensymbol in der Mitte und betritt die Rolltreppe.

    Fertig!


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Informationen zum Artikel

21.9.2012, 00:01 Uhr

Voll blau, diese Lösung

Text

Text:

  • 18.06.2013 um 14:57
    Ein gefährlicher Entscheid, auch für Basel

    Der Nationalrat will schon gar nicht erst auf die «Lex USA» eintreten. Nun könnte es für mehrere Schweizer Banken bald einmal eng werden – unter anderem für die Basler Kantonalbank.

  • 18.06.2013 um 06:36
    Richter Rosa steht plötzlich selbst in der Kritik

    Die Staatsanwaltschaft zu weich, die Strafen zu tief: Bis jetzt urteilte der Baselbieter Strafgerichtspräsident Enrico Rosa immer nur über andere. Nun gerät er selbst unter Druck, wegen der GPK.

  • 17.06.2013 um 18:10
    So soll Basels neues Musikzentrum aussehen

    Das Problem schien unlösbar. Doch nun glaubt die Casino-Gesellschaft doch noch eine Lösung für ihren maroden Musiksaal gefunden zu haben – dank des Architekturbüros Herzog & de Meuron.

  • 29.05.2013 um 10:51
    @lukasromer
    Zum Artikel: Mann in Rhein gestossen – Zeugen gesucht

    Lieber Lukas Romer. Ich danke für den durchaus berechtigten Hinweis. Wir verfahren in solchen Fällen so, dass wir die Artikel aktualisieren und das auch kenntlich machen, sobald sich etwas Neues ergibt. Auf diese Weise kann auch verhindert werden, dass...

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
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    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

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