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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Editorial 

21.9.2012, 00:01 Uhr

Höchste Zeit, über «Rheinhattan» nachzudenken

21.9.2012, 00:01 Uhr

Verschiedene Grossprojekte haben schlimme Furchen ins Stadtbild gegraben. Jetzt setzt Basel mit «Rheinhattan» zu einem neuen grossen Wurf an – kann das gutgehen? Von Remo Leupin

Es sollte augenzwinkernd-jovial herüberkommen, aber der vorwurfsvolle Unterton war nicht zu überhören. «Rheinhattan», meinte ein leitender Mitarbeiter des Baudepartements kürzlich am Rand einer Debatte zur Stadtentwicklung, «ihr von der TagesWoche habt diesen unmög­lichen Begriff in die Welt gesetzt.»

Der Chefbeamte lag falsch. Die NZZ wars vor gut einem Jahr. Seither zählt «Rhein­hattan» zum Standardvokabular, wenn es um das geplante trinationale Quartier am Basler Hafen («3Land-Projekt») geht, dessen Mittelpunkt die mit Hochhäusern überbaute Klybeck­insel sein soll. Die Skepsis gegenüber dem Vorhaben ist gross, vor allem in Kleinhüningen und im Kly­beckquartier. Von Gigantismus und Grössenwahn ist die Rede. Anwohner befürchten, dass ein neues Schickimicki-Viertel entsteht und Wohnungen bald unbezahlbar werden.

Bislang ist es den Behörden nicht gelungen, diese Ängste zu entkräften, und Aufwertungsprojekte wie Volta West im ­St. Johann oder die Überbauung Erlenmatt geben dem Unbehagen Nahrung: Es wird wohl Jahre dauern, bis in diesen toten Vierteln neues Leben erwacht.

Doch was sind die Alternativen? Die Be­völ­kerung wächst, Wohnraum wird knapp, und auf In­dustrie­- und Hafenarealen eröffnen sich neue Nut­­zungsmöglichkeiten. Wie können diese Gebiete aufgewertet werden, ohne dass kalte Glas- und Betonburgen entstehen?
In unserer Titelgeschichte sind wir solchen Fragen nachgegangen und haben auch einen Blick in die Vergan­genheit geworfen. Unser Fazit: Je grösser die Pro­jekte waren, desto grösser war auch die Wahrscheinlichkeit von Fehlentwicklungen und desto kleiner ist die ­Chance, Bausünden zu korrigieren.

Das gilt auch für das Hafenprojekt. Es handle sich erst um eine «Test­planung», sagen die Behörden, in den Jahrzehnten bis zur Umsetzung werde sich noch vieles verändern. Mag sein. Doch die Weichen sind gestellt – und am kommenden Dienstag wird schon der nächste Meilenstein ge­setzt: Dann werden Vertreter von Basel, Weil am Rhein und Hunin­gue den Masterplan zum «3Land-­Projekt» unterschreiben. Höchste Zeit, eine Denkpause einzulegen, den Expertenkreis zu öffnen und auch die Einwohner ins Boot zu holen.

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Informationen zum Artikel

21.9.2012, 00:01 Uhr

Höchste Zeit, über «Rheinhattan» nachzudenken

Text

Text:

  • 13.06.2013 um 15:47
    TagesWoche vom 14. Juni: Die Themen

    Harmos – die ungeliebte Schulreform; Heiner Flassbeck: Die Schweiz muss mutiger werden; Spitalneubau: Es formt sich Widerstand; Petite Camargue: 21 Minuten bis ins Paradies … Dies und mehr in der TagesWoche vom 14. Juni.

  • 13.06.2013 um 12:00
    Schule im Reformkoller

    Die Schulreform Harmos zerrt an den ­Nerven aller. Lehrer und Eltern sind frustriert. Und auch bei den Schulhaus­umbauten harzt es.

  • 09.06.2013 um 14:51
    Das Unbehagen siegt

    Eine klare Mehrheit des Stimmvolks sagt Ja zu den dringlichen Massnahmen im Asylbereich, die die Verfahren beschleunigen sollen. Damit werden auch einige heikle Verschärfungen ins Gesetz überführt, die die Rechte der Flüchtlinge markant beschneiden.

  • 28.05.2013 um 14:24
    Betr.: Journalismus ohne Respekt und Anstand
    Zum Artikel: Wohnen hinter dem bekanntesten Fenster der Stadt

    Sehr geehrter Herr Krähenbühl Wir haben diese Sache intern diskutiert. Ich denke, dass es sich hier um einen Grenzfall handelt. Aufgrund der Prominenz Ihrer Wohnung sowie der offensiven Suche nach einem Nachmieter auf Immobilienplattformen und in sozi...

  • 25.04.2013 um 09:53
    Betr.: «Laienkritik»
    Zum Artikel: Fragwürdige Farbfläche

    Vielen Dank für Ihre Kritik! Auf den «Goldenen Schnitt» kann man tatsächlich verzichten… Aber vielleicht schauen Sie sich einmal ein paar ältere Art-Kataloge bezüglich Cover und Innenseiten an – da wird einiges klar.

  • 05.04.2013 um 10:55
    Druck in der Ostschweiz
    Zum Artikel: Keine TagesWoche im Briefkasten

    Sehr geehrte Frau Burgermeister Grund für den Druck der TagesWoche in der Ostschweiz ist das spezielle Format unserer Zeitung: Beim Start unseres Projekts vor einem Jahr war Zehnder Druck in Wil (SG) die einzige Firma in der Schweiz, die unser Format ...

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