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Mi, 22.05.2013

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Rotblaulive.ch: Alles zur Saison des FC Basel: Berichte, Tabellen, Tweets, Videos, Statistiken und Spielszenenanalyse.

Fussball, Schweizer Cup 

15.9.2012, 15:30 Uhr

Schöner leben im Thurgau

15.9.2012, 15:30 Uhr

Ungefährdet übersteht der FC Basel die erste Runde im Schweizer Cup. Der FCB schlägt einen sehr beherzt aufspielenden FC Amriswil mit 6:1. Aber das war nicht das Wichtigste an diesem Nachmittag im Thurgau. Von Philipp Loser

«Es war richtig geil», Heiko Vogel war von der Gastfreundschaft der Thurgauer sehr beeindruckt.

«Es war richtig geil», Heiko Vogel war von der Gastfreundschaft der Thurgauer sehr beeindruckt. (Bild: Keystone)

Gabriel Macedo, Mitte, und Fabian Kreis, zweiter links, von Amriswil lieferten eine beeindruckende Leistung.

Gabriel Macedo, Mitte, und Fabian Kreis, zweiter links, von Amriswil lieferten eine beeindruckende Leistung. (Bild: Keystone)

Goalie Thomas Meier wehrt sich gegen Alex Frei. Der schoss beim 6:1-Sieg sein hundertstes Tor für den FC Basel.

Goalie Thomas Meier wehrt sich gegen Alex Frei. Der schoss beim 6:1-Sieg sein hundertstes Tor für den FC Basel. (Bild: Keystone)

Admir Seferagic (nach seinem ersten Pflichtspieleinsatz), Alex Frei und Fabian Frei verlassen das Tellenfeld nach geschlagener Cup-Schlacht. Naja, Schlacht ist übertrieben. Fabian Frei, ein Frauenfelder, hatte danach auf jeden Fall noch genügend Energie f

Admir Seferagic (nach seinem ersten Pflichtspieleinsatz), Alex Frei und Fabian Frei verlassen das Tellenfeld nach geschlagener Cup-Schlacht. Naja, Schlacht ist übertrieben. Fabian Frei, ein Frauenfelder, hatte danach auf jeden Fall noch genügend Energie f (Bild: Keystone)

Das wär übrigens ein Sonnenschirm von Schützengarten.

Das wär übrigens ein Sonnenschirm von Schützengarten. (Bild: Keystone)

Ein Fest wars, für Alle.

Ein Fest wars, für Alle. (Bild: Keystone)

Vincenzo Maiorana hatte den zweitschönsten Namen der Amriswiler. Geschlagen wurde er nur von Alfonso Santabarbara. Ein Namen, wie erfunden für einen Fussballer.

Vincenzo Maiorana hatte den zweitschönsten Namen der Amriswiler. Geschlagen wurde er nur von Alfonso Santabarbara. Ein Namen, wie erfunden für einen Fussballer. (Bild: Keystone)

Im Thurgau so prominent wie Fussballer: Die bis Ende September noch amtierende Apfelkönigin Janine Schär aus Tägerwilen.

Im Thurgau so prominent wie Fussballer: Die bis Ende September noch amtierende Apfelkönigin Janine Schär aus Tägerwilen.

Man muss sie einfach mögen, diese ersten Runden im Schweizer Cup. Es ist wie richtig, aber eben nur fast. Es ist die Verlierer-Mannschaft, in diesem zu Verlierern so harten Sport (ach, Scotty), die für einmal eine Ehrenrunde dreht, die Welle initiiert, sich richtig, richtig feiern lässt.

Und sie hatten ja auch allen Grund dazu, die Amriswiler. Der Auftritt der jungen Zweitliga-Mannschaft war beherzt, mutig, leidenschaftlich. «Ich bin echt beeindruckt», sagte FCB-Trainer Heiko Vogel nach dem Spiel zu Trainer Olaf Sager und Captain Gabriel Macedo, «und ich bewundere euch für euren Mut. Ihr habt nicht so gespielt, wie ich es erwartet habe.»

Mutig, diese Thurgauer

Und er hatte Recht. Wenn man bedenkt, wie gewisse Mannschaften in der Super League (und auch in der Champions-League-Qualifikation, aber das ist eine andere Geschichte) in der letzten Zeit gegen den FC Basel gespielt haben, da waren die Amriswiler, wir werden hier gerne etwas pathetisch, eine ziemliche Offenbarung. Hintenrein stehen? Möglichst knapp verlieren? Nicht mit diesen jungen Thurgauern. Die wollten tatsächlich ein Tor schiessen, gegen den FCB.

Es war nichts als sehr in Ordnung, dass ihnen das auch gelang. Der eingewechselte Michele Contartese dürfte nach seinem Schuss aus spitzem Winkel in der 74. Minute heute Abend das eine oder andere Schützengarten (Kenner schätzen das Gallus) im Festzelt spendiert bekommen. 

«Richtig geil»

Auch Alex Frei, der beim 6:1-Sieg zweimal getroffen hatte und damit seinen 100sten Treffer für den FCB erzielte, kannte bei der Pressekonferenz nichts als Lob, Lob, Lob. Nicht nur für den fussballerischen Auftritt, sondern auch für das Danach und Drumherum. «Wie ihr hier vor der Presse auftretet – das macht mancher Profi schlechter.»

Und dann wären wir bereits beim Nicht-Sportlichen, der Essenz dieser ersten Runde im Schweizer Cup. Dass der FCB in der zweiten Hälfte keinen berauschenden Auftritt mehr gezeigt hatte – geschenkt. Dass der erste stehende Ball den Amriswiler den Schwung genommen hatte – spielte keine Rolle. Denn was wir wirklich schätzen an diesen ersten Runden, ist der Ausflug dahin, wo der Fussball und die Welt noch so sind, wie wir sie uns manchmal vorstellen. Engagiert, herzlich, bierselig. Er sei selten so gastfreundlich empfangen worden, sagte Heiko Vogel nach dem Spiel. «In unserem Geschäft ist das überhaupt nicht alltäglich. Das fand ich richtig geil.»

Ja, es war wirklich gastfreundlich im fernen Osten des Landes. Der Kirchturm war beflaggt, die Senioren im benachbarten Altersheim hatten Ausgang, die freiwilligen Helfer an der Zapfstation reichten ein Schützengarten nach dem anderen über den Tresen.

Bratwürste

«Perfekt wäre es», sagte ein entspannter Alex Frei, «wenn wir jetzt noch 22 Bratwürste in den Car geliefert bekämen.» Ohne Senf!, rief Heiko Vogel dazwischen.

In den hinteren Reihen der zu einem Medienzentrum umfunktionierten Turnhalle, strahlten zwei ältere Herren mit einem Helferbadge um den Hals.

«Sön d Bratwörscht barat?», fragte der eine. Der andere: «Sicher. Und no warm!»

 

Ja, es war wirklich schön im Thurgau. Um aber nicht in zu euphorische Höhen abzugleiten, lassen wir als Kontrapunkt das Video stehen. Denn das, das ist auch der Thurgau. 

Schweizer Cup, 1. Runde
FC Amriswil–FC Basel 1:6 (0:4)
Sportplatz Tellenfeld, Amriswil. – 5154 Zuschauer (Vereinsrekord). – SR: Patrick Winter.

Tore: 14. Zoua 0:1 (Vorarbeit: A. Frei), 31. Fabian Frei 0:2 (A. Frei), 32. Zoua 0:3 (P. Degen), 44. Alex Frei 0:4 (Zoua), 74. Contartese (Macedo) 4:1, 84. Alex Frei 5:1 (Seferagic), 90. Salah 6:1 (D. Degen).
Verwarnungen: 79. Cabral.

FC Amriswil: Mirseloski (69. Meier); Kreis, Niklaus, D. Senn, Lang; Macedo, Miljic (65. Sprenger), L. Senn, Maiorana, Santabarbara, Horvath (65. Contartese).
FCB: Vailati; Sauro, Dragovic, Ajeti; P. Degen (83. Voser); Jevtic (64. Salah), Cabral, F. Frei, D. Degen; A. Frei, Zoua (75. Seferagic).

Bemerkungen: Basel ohne Yapi und Vuleta (beide verletzt); Sommer, Park, Streller, Stocker, Diaz, Kovac (nicht im Aufgebot), Pak (U21). – 73. Pflichtspieldebüt für U21-Stürmer Admir Seferagic.

Live-Tweets zum Spiel bei twitter.com

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Informationen zum Artikel

15.9.2012, 15:30 Uhr

Schöner leben im Thurgau

Text

Text:

  • 20.05.2013 um 21:12
    Mit Hängen und Würgen bis zum bitteren Ende

    Fabian Frei ist der beste Basler – und schiesst an die Latte. Ziemlich symptomatisch für diesen verlorenen Cupfinal. Die Spieler in der Einzelkritik.

  • 20.05.2013 um 20:30
    Gegen die Latte

    Der FC Basel verliert einen harzigen Cupfinal nach Penaltyschiessen und hat die erste Chance auf einen Titel in dieser grossartigen Saison vertan. Beklagen muss sich der FCB nicht: GC war über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft.

  • 20.05.2013 um 15:08
    Grasshoppers gewinnen im Elfmeterschiessen

    Der FC Basel ist wieder im Cupfinal. Und wie vor einem Jahr fällt die Entscheidung im Elfmeterschiessen. Und doch ist diesmal alles anders. Am Schluss jubeln die anderen.

  • 13.05.2013 um 08:39
    Grenzgänger
    Zum Artikel: Milliarden aus der Fremde

    Sehr geehrter Herr Wilhelm, Sie weisen auf einen richtigen Punkt hin: In den Daten der Weltbank sind die Geldsendungen der Grenzgänger nicht erfasst. Im Fall der Schweiz machen die Summen der Grenzgänger, die ins Ausland fliessen, einen beträchtlichen ...

  • 29.04.2013 um 18:52
    Treffer...
    Zum Artikel: Fängt das wieder an!

    ... versenkt. Und natürlich korrigiert. Es grüsst aus dem Glashaus: Philipp Loser

  • 24.04.2013 um 11:59
    Speicherplatz
    Zum Artikel: Der Kalte Krieg ist nie vorbei

    Lieber Herr Meyer, Sie haben schon Recht: man soll nicht über jeden Hetzkommentar berichten. Das spezielle in diesem Fall ist der Umgang mit dem Kommentar durch die Gruppe Giardino. Das kann man durchaus aufzeigen, finden wir und opfern dafür gerne etw...

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