Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Pauschalsteuer 

14.9.2012, 08:05 Uhr

So rasch sind die Reichen nicht weg

14.9.2012, 08:05 Uhr

Ohne Pauschalsteuer verlieren die Kantone reiche Ausländer und wichtige Steuereinnahmen, sagt die Rechte. Eine fragwürdige Behauptung. Doch es gibt noch andere Argumente, pro und contra. In unserer Wochendebatte können Sie selbst mitdsiskutieren. Von Michael Rockenbach

Keystone/ Jean Christophe Bott: Sie werden sich nicht einfach auf und davon machen, die Reichen. Auch wenn die Pauschalbesteuerung in immer mehr Kantonen abgeschafft werden sollte.

Sie werden sich nicht einfach auf und davon machen, die Reichen. Auch wenn die Pauschalbesteuerung in immer mehr Kantonen abgeschafft werden sollte. (Bild: Keystone/ Jean Christophe Bott)

Es ist ein technischer Begriff, der eigentlich ganz harmlos klingt: «Besteuerung nach dem Aufwand». Und doch löst er im ganzen Land viele Diskussionen aus. Aktuell in den beiden Basel und in Bern, wo Linke und Grüne die Abschaffung fordern.

Der Grund für die Aufregung ist klar: In der Debatte um die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer geht es nicht nur um viele Millionen Franken, sondern auch um hehre Prinzipien; um Gerechtigkeit, wie die Linken sagen. Beziehungsweise um niedere Instinkte; um Neid, wie die Rechtsbürger­lichen sagen.

Weit auseinander

Wie weit die beiden Positionen auseinanderliegen, zeigte sich vor Kurzem bei einer interessanten Podiumsdiskus­sion in Muttenz, die von der SP Baselland organisiert und von TagesWoche-Redaktor Philipp ­Loser geleitet worden ist. «Ich will gleich behandelt werden wie alle anderen – auch wie die superreichen Ausländer», stellte SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer gleich zu Beginn klar. «Zudem möchte ich in meinem Kanton keine Superreichen, die hier gar nicht ar­beiten dürfen, sondern produktive Arbeitskräfte.»

«Diese Debatte ist doch geprägt von Missgunst», hielt SVP-Landrat Hans-Jürgen Ringgenberg dagegen. Andere Kantone, andere Länder würden ebenfalls auf das Mittel der Pauschalbesteuerung setzen, um für gute Steuerzahler attraktiv zu sein. «Diesem Wettbewerb müssen wir uns stellen», sagte er. Und Finanzdirektor Adrian Ballmer (FDP) unterstützte ihn. Sein Kanton sei auf die guten Steuerzahler angewiesen, gerade in der jetzigen, finanziell schwierigen Situation. «Darum ist es unfair, Pauschalbesteuerte als Schmarotzer hinzustellen, so wie es leider immer wieder getan wird», sagte er.

Abstimmungen in Baselland und Bern

Ganz ähnliche Bedenken waren auch in anderen, finanziell teilweise etwas besser gestellten Kantonen zu hören. Dennoch haben Zürich, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden die Pauschalsteuer bereits abgeschafft. Kommende Woche wird sich aller Voraussicht nach auch Basel-Stadt per Parlamentsentscheid gegen die weitere Sonderbehandlung reicher Ausländer entscheiden. Danach könnten schon bald auch Baselland und Bern folgen. Dort liegt der Entscheid am Wochenende vom 23. September beim Volk.

Buser widerlegt Gysin

Kompliziert ist die Ausgangslage vor allem im Baselbiet, wo die Regierung – anders als in Basel-Stadt – gegen die Abschaffung ist und das alte Steuersystem mit einem Gegenvorschlag zu retten versucht. So lässt sich vor der Abstimmung wieder einmal wunderbar über die verschiedensten Steuermodelle und Steuergerechtigkeit streiten – wie unter anderem auch die beiden Landräte ­Kathrin Schweizer (SP) und Michael Herrmann (FDP) in unserer Wochendebatte.

Dabei könnte man sich auch einmal ganz nüchtern die Frage stellen, was den einzelnen Kantonen mit dem Wegfall der Pauschalsteuer tatsächlich verloren geht. In einem Punkt widerlegen sich die Befürworter gleich selbst. Die Pauschalbesteuerten seien im Baselbiet auch fürs Gewerbe wichtig, weil sie hier regelmässig einkaufen würden, ­erzählte Hans Rudolf Gysin (FDP), alt Nationalrat und alt Gewerbedirektor, am vergangenen Sonntag im «Salon Bâle» von Telebasel.

Zwei Tage später widerlegte ihn ausgerechnet sein Nachfolger an der Spitze der Wirtschaftskammer, Christoph Buser. «Die Betroffenen (...) leben nur wenige Tage im Jahr im Baselbiet – eigentlich sind sie auf der ganzen Welt zu Hause», schrieb er in einem Gastbeitrag in der «Basler Zeitung» unter dem alarmistischen Titel «Die Jagd auf Reiche hat begonnen».

Ein Gehen und Kommen

Umso weniger dramatisch sind die Erfahrungen, die Zürich seit Abschaffung der Pauschalbesteuerung gemacht hat. Der von den Bürgerlichen angekündigte Verlust bei den Steuereinnahmen blieb jedenfalls aus. Und die Finanz­direktion hat eine einfache Erklärung dafür: Einzelne reiche Ausländer sind zwar weggezogen, ihre schönen Wohnungen und Häuser blieben aber nicht leer. Dort sind nun andere Reiche eingezogen, die ihr Einkommen und ihr Vermögen ganz normal versteuern – und damit in der Regel mehr zahlen als die Vorgänger.

Ähnlich wird es wohl auch in Basel laufen. Und in Baselland, falls das Volk dort die SP-Inititative «Schluss mit Steuerprivilegien» annimmt. In der ­Finanzdirektorenkonferenz geht man nämlich davon aus, dass die schicken Wohnungen und Häuser der weggezogenen Pauschalbesteuerten höchstens in den entlegenen Gebieten länger leer stehen würden. Das heisst in Kantonen wie dem Wallis oder Graubünden.

So könnte man eigentlich ganz ­gelassen über das Geschäft mit dem harmlosen Namen «Besteuerung nach dem Aufwand» abstimmen. Zumindest in der ­Region Basel.

 

Zahlen und Fakten
In der Schweiz gibt es rund 5500 Pauschalbesteuerte, die rund 670 Millionen Franken Steuern zahlen (Stand Ende 2010). Ein beträchtlicher Anteil lebt in der Waadt (1400), in den ­beiden Basel sind es eher wenige. Im Baselbiet gibt es 16 Personen, die auf diese Weise rund 1,7 Millionen Franken Staats- und Gemeindesteuern zahlen. In Basel-Stadt 17; sie zahlen 2,31 Millionen Franken Steuern (2009) – das sind 0,15 Prozent der gesamten Einnahmen aus den Einkommens- und Vermögenssteuern. Die Basler Regierung spricht darum von einer «geringen fiskalischen Bedeutung» und plädiert für die ­Abschaffung; in der nächste Woche wird der Grosse Rat darüber befinden. Die Baselbieter Regierung will die Pauschalbesteuerten ­dagegen keinesfalls verlieren und setzt sich darum für den Gegenvorschlag zur Abschaffungsinitiative der SP ein. Demnach sollten die Steuern neu nach dem Siebenfachen der Wohnkosten berechnet werden (heute: nach dem Fünffachen). Die minimale Bemessungsgrundlage soll zudem beim Einkommen von 200 000 auf 400 000 Franken und beim Vermögen von 3,07 Millionen auf 6,155 Millionen Franken erhöht werden. Für eine sinngemässe ­Lösung hat sich auch der Nationalrat ausgesprochen. Die Kantone können aber auch abweichende Bestimmungen erlassen. ­Und auf dieser Ebene ist die Pauschalsteuer weiter unter Druck.
Zürich, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden haben sie ­bereits abgeschafft, nun wird am 23. September in Baselland und Bern darüber abgestimmt. Vom umstrittenen System profitieren können bis jetzt Ausländer, die in der Schweiz nicht erwerbstätig sind. Die Höhe ihrer Steuern wird nicht nach dem Einkommen und Vermögen bemessen, ­sondern aufgrund der Lebenskosten; festgelegt werden diese nach den Wohnkosten. Die Befürworter bezeichnen das System als einfach. Bei weltweit tätigen Unternehmern, Künstlern oder Sportlern sei es für die Schweizer Steuerverwaltungen nur schwer möglich, einen Überblick über ihr Einkommen und Vermögen zu gewinnen.

 

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Zürich hat's vorgemacht

    von Chriss Graf um 20.09.2012 um 17:13Uhr

    Im Kanton Zürich hat es sich gezeigt, dass die durch die neuen gesetzlichen Steuerbestimmungen weggezogenen, durch andere Reiche ersetzt wurden. Kaum eine Liegenschaft ist also wie anfangs befürchtet, leer geblieben. Die Steuereinnahmen sind seither gestiegen, nicht wie anfangs vermutet gesunken. In der oben aufgeführte Statistik fehlt leider das Gesamtvermögen der 5'500 Pauschal-besteuerten.
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren

Informationen zum Artikel

14.9.2012, 08:05 Uhr

So rasch sind die Reichen nicht weg

Text

Text:

  • 23.05.2013 um 14:05
    Müll aus Sicht der Politik und Wissenschaft

    Die einen profilieren sich mit dem Abfall auf den Strassen, die anderen versuchen es wenigstens begrifflich unter Kontrolle zu bringen.

  • 23.05.2013 um 12:00
    Weg mit dem Müll – bloss wie?

    Endlich einen Erfolg im Kampf gegen das Littering: Das erwarten alle. Die Hoffnungen auf Bussen erfüllen sich aber schon mal nicht. Nun braucht es eine Alternative.

  • 20.05.2013 um 20:30
    Gegen die Latte

    Der FC Basel verliert einen harzigen Cupfinal nach Penaltyschiessen und hat die erste Chance auf einen Titel in dieser grossartigen Saison vertan. Beklagen muss sich der FCB nicht: GC war über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft.

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

  • 14.04.2013 um 10:15
    «Ungenügend»
    Zum Artikel: Weg mit euch Versagern! Oder doch nicht?

    Liebe Frau Bühlmann. Danke für den Tipp. Ich werde die Studie gerne auf der Rückseite des Artikels anhängen. Sehr passend zum Thema (Bewerten, Abwerten, was ist in dieser Beziehung sinnvoll und gerechtfertigt, was eher nicht?) scheint mir übrigens auch...

Aktuell

sda: KKJPD-Präsident Hans-Juerg Kaeser:

Asylwesen 

Kantone unterstützen die Revision

Die Kantone stehen hinter der Revision des Asylgesetzes, über die am 9. Juni abgestimmt wird. Damit würden die Verfahren beschleunigt und die Kantone entlastet. Die Änderungen, die seit Anfang Jahr in Kraft sind, erhöhten zudem die Glaubwürdigkeit des Asylsystems. Von sda. Weiterlesen

sda: Polizisten auf dem Bundesplatz

Freihandelsabkommen 

Chinas Premier Li in Zürich gelandet

Die Berner Kantonspolizei sichert den Besuch des chinesischen Premierministers Li Keqiang in Bern mit einem Grossaufgebot. Das Bundeshaus ist abgesperrt und wenn tibetische Aktivisten dort Parolen rufen, werden sie sofort abgeführt.Von sda. Weiterlesen

1