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TagesWoche

Tages Woche

Di, 21.05.2013

Interview 

14.9.2012, 00:01 Uhr

«Passivrauchen schadet nicht»

14.9.2012, 00:01 Uhr

Der Professor für Präventivmedizin Romano Grieshaber wollte mit «Passiv­rauchen – Götterdämmerung der Wissenschaft» eine Debatte anstossen. Es ist ihm bisher nicht gelungen. Von Martina Rutschmann

Michael Würtenberg: Professor Romano Grieshaber wirft Gesundheitsorganisationen mehr ideologisches als wissenschaftliches Vorgehen im Bereich des Passivrauchens vor.

Professor Romano Grieshaber wirft Gesundheitsorganisationen mehr ideologisches als wissenschaftliches Vorgehen im Bereich des Passivrauchens vor. (Bild: Michael Würtenberg)

Er hat sein Leben der Präven­tion gewidmet. In einem Bereich aber spricht er von «Hysterie»: beim Passivrauchen. Nichtraucher Romano Gries­haber (66) wäre der Erste, der den Kampf dagegen unterstützen würde – wenn es wirklich schädlich wäre. Das ist es seiner Meinung nach aber nicht, wie er in seinem Buch ausführt.

Als Leiter Prävention und Forschung der Deutschen Berufs­genossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten hat er bis zu seiner Pensionierung vor einem Jahr zahlreiche Untersuchungen zur Passivrauchbelastung durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass alles gar nicht so schlimm sei. Anderslautende Studien seien wissenschaftlich nicht haltbar und würden benutzt, um Gesetze wie das angestrebte Gesetz der Schweizer Lungenliga zum «Schutz vor Passivrauchen» zu erlassen, über das die Schweiz am 23. September abstimmt.

Herr Grieshaber, wie viele Zigaretten haben Sie heute schon ­unfreiwillig inhaliert?

Keine.

Würde die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» angenommen, ­wären Sie als Nichtraucher in der Schweiz künftig weniger gefährdet als in Ihrer Heimat: In Deutschland sterben jährlich über 3300 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens, wie eine ­Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums besagt. Sie könnten einer dieser Toten sein.

Das glaube ich kaum. Denn das Risiko, durch Passivrauchen zu erkranken, ist minimal. Es liegt weltweit anerkannt bei einem relativen Risiko von 1,16, was einem Minimalrisiko entspricht. Und auch aus dieser Zahl lässt sich keine ursächliche Beziehung zum ­Passivrauchen ableiten.

Das klingt bei der Schweizer Lungenliga anders. Sie folgt mit ihrer Initiative dem «liberalen Prinzip, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo die Gesundheit Dritter gefährdet ist». Sie aber schreiben in Ihrem Buch, solche Äusserungen – etwa auch der Weltgesundheitsorganisation WHO – seien wissenschaftlich nicht haltbar. Das müssen Sie erklären.

Als wir (die Deutsche Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gast­stätten, Red.) im Jahr 2000 mit ent­sprechenden Forschungen begannen, gingen wir auch noch davon aus, dass Passivrauchen schädlich ist. Daher ­haben uns die eigenen Forschungs­ergebnisse aus dem Gastronomie­bereich – dem Bereich mit der grössten Passivrauchkonzentration – selber überrascht: Demnach treten Herz­infarkte, Lungenkrebs und chronische Lungenerkrankungen bei Kellnern ­sogar weniger häufig auf als bei der Allgemeinbevölkerung. Für unsere Studie haben wir die Krankheiten von sechs Millionen Gewerbetreibenden untersucht. Das hat vor uns so noch niemand getan.

Andere Studien kommen zu einem gegenteiligen Ergebnis: Das Lungenkrebsrisiko sei bei Kellnern höher als bei anderen Arbeitnehmern. Wem soll man nun glauben?

Die Epidemiologie (Wissenschaft zur quantitativen Erforschung der Risiko-faktoren und Verteilung von Krankheiten, Red.) weltweit berücksichtigt zusätzliche Schadstoffe wie etwa Radon oder Asbest, die nebst Passivrauch vorliegen, nicht. Das wiederum verfälscht das Resultat. Auch nichtstoffliche Faktoren wie Depressionen oder Arbeitslosigkeit wurden bei der Untersuchung, bei der man auf die 3300 Toten kam, nicht einbezogen. Und das, obwohl man damals bereits wusste, dass Depressionen als Ursache für Herzinfakte mindestens so oft in Betracht kommen wie aktives Rauchen. Diese Dinge werden verschwiegen, ­obwohl sie epidemiologisch gar nicht vom Passivrauchen getrennt werden können.

Die Wissenschaft schlampt also?

Ich sag es mal so: Alle Studien zu ­diesem Thema weltweit kranken am selben Dilemma. Sie berücksichtigen nicht alle relevanten Faktoren, die gleichzeitig einwirken.

Der Raucher-Verein «Fümoar» hat also recht, wenn er in Inseraten schreibt, es gebe weltweit keine einzige wissenschaftlich taugliche und gesicherte Studie, die gesundheitliche Schäden durch Passivrauchen nachweise?

Das kann man so sagen, ja.

Die Lungenliga hingegen wirbt für die Initiative, indem sie ­weniger Herzinfarkte und Atemwegserkrankungen voraussagt. Als glaubwürdige Institution hat sie mit solchen Äusserungen viele Stimmende auf sicher.

Das denke ich auch, denn die WHO hat es geschafft, der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, die Gefährdung sei genau so hoch, wie sie es darstellt. Bereits in den Siebzigern hat die WHO eine Gesellschaftsspaltung in Raucher und Nichtraucher ausgerufen. Vor diesem Hintergrund ist die ganze Bewegung mehr pseudoreligiös und weniger wissenschaftlich zu sehen.

Die Gesundheitsbewegung ist Ihrer Meinung nach von Ideologien getrieben, kann damit allein aber keine Gesetze erlassen – weshalb sie Studien vorschiebt, die wissenschaftlich gar nicht haltbar sind?

Es gibt tatsächlich nachweisliche Falschaussagen in diesem Bereich. Der Studie mit den 3300 Toten zum Beispiel fehlt die Datengrundlage. Die ­Daten, die der Studie zugrunde liegen, gibt es nicht. In der Studie ­wurde weder das Alter als eigener ­Risikofaktor noch die vorher erwähnten anderen Faktoren berücksichtigt. Da würde ich schon von Schönfär­berei, wenn nicht sogar von einer ­Fälschung sprechen.

Angenommen, Passivrauchen wäre wirklich so ungefährlich, wie Sie sagen – was würde der Kampf dagegen dann überhaupt bringen?

Dass Passivrauchen überhaupt als Ziel fixiert wird, liegt daran, dass man das Aktivrauchen bei uns noch nicht so ­direkt angehen kann. Der Weg, gegen Raucher vorzugehen, führt also nur über das Passivrauchen. Dazu werden Minimalrisiken aufgeblasen. Das ist gefährlich, denn die echten Risiken werden so nicht mehr bekämpft.

Welches sind die echten Risiken?

Ich denke da etwa an Asbest. Russland liefert Asbestmengen wie nie zuvor. Und in Ländern wie Kanada wird ­Asbest weiterhin eingesetzt. Das heisst, es ist weltweit immer noch Thema Nummer eins. Aber darüber sprechen die Organisationen kaum mehr.

Sie sagen damit indirekt, dass die WHO in vielen Bereichen alles andere als unabhängig arbeitet.

Diese Abhängigkeit wird sehr deutlich bezüglich der Pharmaindustrie. Diese wird weitgehend gefördert, das hat man zuletzt bei der Schweinegrippe gesehen, als öffentlich Panik gemacht und übertrieben wurde. Grosse Mengen an Impfstoff mussten später vernichtet werden. Das Ganze ging damals von der WHO aus, diese kämpft ganz klar auf der Seite der Pharmaindustrie – auch im Kampf gegen die Tabak­industrie. Und das gelingt ihr gut.

Das heisst, Sie prognostizieren für die Abstimmung ein Ja?

Es ist der WHO jedenfalls gelungen, die Ängste der Menschen zu schüren.

Zurück zu Ihrem Buch: Sie wollten eine Debatte anstossen – bisher haben Sie aber vor allem Aggressionen bis hin zuMord­drohungen geerntet. Woher kommt die Aggression mancher Rauchgegner?

Sie haben recht, in Internetforen schreiben die Leute teilweise sehr ­aggressive Texte über mein Buch und mich. Die Medien hingegen schreiben gar nichts – sie schweigen das Buch tot, weil sie häufig gleichgeschaltet sind mit der Gesundheitsbewegung.

Warum werden Rauchgegner bei diesem Thema so aggressiv?

Das hängt mit der allgemeinen Gesundheitshysterie zusammen. Wahrscheinlich haben viele Menschen wirklich Angst vor dem Passivrauchen.

Haben Sie mit solchen Hass­tiraden gerechnet?

Ja, aber ich bin psychisch stabil (lacht).

Widersprüche bei diesem Thema sind offensichtlich unerwünscht. Warum eigentlich, eine Auseinandersetzung könnte doch allen-falls bedeuten, dass es keine Gesetze zum «Schutz vor Passivrauchen» braucht – sofern Sie recht haben?

Das Bewusstsein in der Bevölkerung ist ein anderes, egal, was die Studien ergeben. Das lässt sich nicht so einfach ändern. Die Politik ist auch froh darum, denn sie braucht Verbote, um den Bürger zu steuern – genauso, wie die Religion Verbote braucht. Und dabei spielt es auch keine Rolle, etwas aufzublasen und in den Bereich der Eigenverantwortung vorzudringen.

Die Initianten der Volksinitiative sagen genau das Gegenteil, nämlich: Dritte müssten vor Passivrauch, dem sie unfreiwillig – also nicht eigenverantwortlich – ausgesetzt seien, geschützt werden.

Wenn Passivrauchen wirklich ­schädlich wäre, würde auch ich für das ­Gesetz kämpfen.

Sie schreiben, durch eine Gesetzesänderung würden keine Krankheitsfälle durch Passivrauchen verhindert. Woher wissen Sie das?

Das können Sie schon am relativen ­Risiko des Passivrauchens ablesen. Das relative Risiko von 1,16 stellt ein Gesamtrisiko aus allen möglichen Faktoren dar, bisher ist es aber niemandem gelungen, das Passivrauchen davon abzutrennen.

Wenn es nach Ihrer Theorie geht, stimmt der Begriff Passivrauchen nicht, da er impliziert, dass jemand raucht – und Rauchen unbestrittenermassen schädlich ist.

Das Wort kommt aus dem Dritten Reich, schon die Nazis sind das sogenannte Passivrauchen angegangen und das Wort ist bis heute geblieben.

Die Gegner der Initiative fordern das Volk auf, vernünftig zu bleiben. Sie weisen auf «gravierende Folgen» für Gewerbe und Wirtschaft hin. Als langjähriger Leiter Prävention und Forschung der deutschen Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten konnten Sie entsprechende Folgen für das Gastgewerbe beobachten. Sind die Ängste der Schweizer ­Initiative-Gegner berechtigt?

Keine Frage. Die WHO bestreitet zwar, dass Rauchverbote wirtschaftliche Folgen haben. Aber schauen Sie nach Irland, England, Frankreich. Auch in Deutschland mussten Tausende Kneipen schliessen – obwohl das Gesetz in Deutschland längst nicht so streng ist wie das, welches sich die Lungenliga für die Schweiz wünscht.

Werfen wir noch einen Blick über den Atlantik in die USA, wo man als Raucher häufig verachtend­ ­angeschaut wird, sofern man überhaupt dazu kommt, eine ­Zigarette anzuzünden. In anderen gesellschaftlichen Bereichen folgt der Westen heute weniger den USA als früher. Beim Rauchen schon?

Die Entwicklung geht in diese Richtung, wenn man beobachtet, wie verbissen Gesundheitsorganisationen kämpfen. Ich fürchte, dass als nächstes auch bei uns Rauchverbote in Wohnungen und Autos gefordert werden.

Und wer kommt nach den Rauchern dran? Die Übergewichtigen? Die Menschen, die Alkohol ­trinken? Die Autofahrer?

Das ist eine gute Frage. Wenn Sie die Toten, die durch Rauchen, Ernährung und Alkohol entstanden sind, zusammenrechnen, kommen Sie auf mehr Menschen, als wirklich gestorben sind – das heisst, es gibt offenbar nur diese Todesursachen. Und die sind alle aus dem Bereich der Eigenverantwortung. Alles andere wird ausgeklammert.

Gesund lebende Menschen sind also unsterblich?

(lacht) Dieser Eindruck wird von Gesundheitsorganisationen, Medizin und Presse vermittelt, ja. Wahrscheinlich kommen Übergewichtige als Nächstes dran. Wenn Sie weniger rauchen, nehmen Sie zu. Und etwa die Diabetesrate ist bei dickeren Menschen höher. Der Kampf gegen ungesunde Ernährung ist ja bereits in vollem Gang.

Wie sieht unsere Welt in ein paar Jahrzehnten aus, wenn es keine Raucher und keine übergewich­tigen Menschen mehr gibt?

So weit habe ich noch nicht nachgedacht. Doch die Gefahr besteht, dass die Ansichten der Gesundheitsapostel überleben. Ich lebe dann nicht mehr.

Eigentlich wäre das Gespräch hier zu Ende, doch eine Frage gab es noch – und zwar von Seiten des Fotografen, seines Zeichens vierfacher Vater und Raucher. Er fragt: Bisher ging ich zum Rauchen immer auf den Balkon. Darf ich ab sofort drinnen rauchen?

Wir haben Berufstätige und keine Kinder untersucht, insofern rate ich Ihnen, den Einfluss von Passivrauchen auf Kinder in anderen Studien zu suchen. Eines aber kann ich Ihnen sagen: Die meisten Menschen meines ­Alters sind in Raucherhaushalten ­aufgewachsen – und sehr viele davon leben noch, teilweise sogar sehr gut.

 

Experte für Gesundheitsschutz

Er hat noch nie eine Zigarette geraucht, denn er weiss: Rauchen ist schädlich. Passivrauchen hingegen bezeichnet Romano Grieshaber als weniger gefährlich, als bisher angenommen. Bis zu seiner Pensionierung vor einem Jahr leitete er die Abteilung ­Prävention und Forschung der deutschen Berufsgenossenschaft ­Nahrungsmittel und Gaststätten.

Er ist Professor für Angewandte Prävention und Gesundheitsförderung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, war Vorstandsmitglied der Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin, Mitglied der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit und Vorstandssprecher des Kompetenzzentrums für interdisziplinäre Prävention der Universität Jena. Grieshaber ist Humanmediziner und Leiter der «Erfurter Tage», einer arbeitsmedizinischen Fachtagung zum Thema Atemwegerkrankungen.

Sein Buch «Passivrauchen – Götterdämmerung der Wissenschaft» ­erschien im März 2012 bei der Verlagsgesellschaft Publikom Z in Kassel. Grieshaber lebt mit seiner Frau in der Nähe von Heidelberg.

  1. Grieshaber

    von andi bauböck am 14.09.2012 um 01:10Uhr

    Die Medien stellen sich im Bezug auf den Herren Grieshaber keinesfalls tot. Sie haben bereits vor 4 Jahren aufgedeckt, dass der Herr Doktor ein von der Tabaklobby geschwängerter Provokateur ist und seine "Studien" absolut nicht haltbar sind: www.sueddeutsche.de/wissen/rauchverbot-gequassel-fuer-den-qualm-1.572268
    Und siehe als Aussendung auch hier: www.dguv.de/inhalt/presse/hintergrund/passivrauchen/index.jsp
    Direktlink zum Kommentar

  2. Mir wird übel

    von Christoph M Suter am 14.09.2012 um 01:37Uhr

    Jetzt kommt schon um 01:00 Uhr so ein aggressiver Antiraucher und unterbreitet den Lesern der TagesWoche einen uralten Artikel von Dietmar Jazbinsek aus der SZ. Dieser Dietmar Jazbinsek ist in der Bundesrepublik Deutschland als Raucherhasser in eingeweihten Kreisen bestens bekannt. Und zu dem DGUV-Unsinn können die Leser unter nachfolgendem Link die offenen Briefe an die DGUV, von Prof. Dr.-Ing. habil. em. Günter Ropohl und Prof. Dr. med. Romano Grieshaber selber lesen und sich eine eigene Meinung bilden.
    www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001106
    (siehe unter der Rubrik «Kommentare)

    Direktlink zum Kommentar

  3. Passivrauchen

    von Nadine Rohner am 15.09.2012 um 15:57Uhr

    Dass wir seit ca. 20 Jahren nun definitiv dem Höhepunkt einer Verbotsphase entgegen gehen, dürfte sich der logisch denkende Mensch immer klarer werden. Verbotswellen wie sie seit Jahrhunderten immer wieder ansteigen und danach ins andere Extrem kippen. Das hat ausschliesslich mit Macht zu tun. Alles aufzuzählen - mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit. Spätestens als Grosseltern einen Enkelhüte-Kurs hätten absolvieren, Restaurants abgetrennte Räume für VegetarierInnen hätten bieten sollen, damit diese nicht den Tiermord auf dem Teller am Nachbartisch hätten mitansehen müssen, ja da dämmerte es doch dem einen oder andern. Nicht verwunderlich, dass solches schnell wieder vom Tisch war. Die Glaubwürdigkeit einer Lungenliga & Co wäre arg ins rutschen gekommen. Denn da geht es ja darum die Gesundheit zu schützen. Gesundheit schützen, die der RaucherInnen, der PassivraucherInnen .... aber wo bleibt der Schutz der Lungen der kleinen und kleinsten Kinder im Veloanhänger der umweltbewussten Eltern auf Augenhöhe der Auto-Abgase, wo derjenige der Babys in den tiefliegenden Kinderwagen, im Buggy? Warum setzt sich die Lungenliga da nicht ein? Hier begänne früheste Frühprävention ... Hier können scheinbar Macht und Verbote nicht so deutlich manifestiert und ausgelebt werden.

    Denn um Macht und Bevormundung geht es letztendlich wie seit Jahrhunderten, so auch im 19. Jahrhundert wie der Auszug aus der Geschichte des Rauchens www.geschichte-des-rauchens.de/Rauchen.htm von Egon Caesar Conte Corti (*1886, †1953) belegt:
     
    "Erst in höchster Staatsnot fiel am 19. März 1848 das Berliner Rauchverbot. Als das Volk die Opfer des Barrikadenkampfes auf den Schlossplatz brachte und sich anschickte, das Schloss zu stürmen, gelang es dem jungen Fürsten Lichnowsky, sich Gehör zu verschaffen. Er versicherte der wütenden Menge, Seine Majestät habe alles Militär zurückgezogen und sich dem Schutz der Bürger anvertraut, alle Forderungen seien bewilligt. Auf die Nachfrage, ob wirklich alles bewilligt sei, soll Fürst Lichnowsky geantwortet haben: „Ja, alles meine Herren.“ - „Ooch det roochen?“ - „Ja, auch das Rauchen.“ - „Ooch im Tiergarten?“ - „Ja, auch im Tiergarten darf geraucht werden, meine Herren.“ Damit soll es dem Fürsten gelungen sein, die Menschen zu beruhigen, so dass sie alsbald „heiter gestimmt“ den Platz verließen und fortan wieder rauchten, wo es ihnen beliebte."
    Bin mal gespannt, welcher Fürst dannzumal die aktuellen Rauchverbote aufheben wird und hoffe, dass ich im Hinblick auf mein doch schon fortgeschrittenes Alter, 40 bis 60 Zigaretten pro Tag rauchend und kerngesund wenigstens noch ein klein wenig davon profitieren darf ..... 

    PS zur Gesundheit und damit z.B. zur Ölpest im Karton. Recycling ist gut für das Gewissen und die Umwelt. Schlicht und umweltfreundlich kommen sie daher, die Recycling-Kartons, in denen Reis, Nudeln oder Tiefkühlfisch im Supermarkt liegen. Hergestellt werden die Packungen aus dem bunten Gemisch, das wir selbst vorher zum Papiercontainer getragen haben: bedruckte Zettel, Magazine, Kataloge und Zeitungen. Vor allem Letztere haben es in sich: In den Druckfarben von Zeitungspapier finden sich relativ große Mengen an Mineralölverbindungen: Mosh ("mineral oil saturated hydrocarbons") und Moah ("mineral oil aromatic hydrocarbons") heißen die Substanzgruppen, die den Öl-Chemikalien-Cocktail dominieren. Über die Wiederverwertung des Altpapiers gelangen sie auch in Lebensmittelkartons, und von dort dünsten sie ins Essen aus. Mit der Zeit steigt die Konzentration dieser Stoffe immer weiter. Krebserregende Substanzen können darunter sein; andere Kohlenwasserstoffe verursachten im Tierversuch Entzündungen der Leber oder Schäden an den Lymphknoten. Lebensmittel in Kartonverpackungen, in vielen Ländern längst verboten!

    Dann Konservierungsmittel in unserer täglichen Nahrung „mindestens haltbar bis ....“ bis 2, 3 Jahre. Dann all das was unser Obst, unser Gemüse so makellos macht, etc. etc.  eine gesundheitliche Zeitbombe, man weiss es längst ....

    Woher der Krebs wirklich kommt, wird man es je wissen ....



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  4. Passend dazu

    von andi bauböck am 15.09.2012 um 16:15Uhr

    www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Bis-in-die-Zwanzigerjahre-rauchte-niemand-in-Restaurants/story/15646105

    Der Historiker und Wissenschaftler Proctor erklärt, wie die Tabakindustrie die Wissenschaft und die öffentliche Meinung manipuliert: Lesenswert!
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  1. Grieshaber

    von andi bauböck um 14.09.2012 um 01:10Uhr

    Die Medien stellen sich im Bezug auf den Herren Grieshaber keinesfalls tot. Sie haben bereits vor 4 Jahren aufgedeckt, dass der Herr Doktor ein von der Tabaklobby geschwängerter Provokateur ist und seine "Studien" absolut nicht haltbar sind: www.sueddeutsche.de/wissen/rauchverbot-gequassel-fuer-den-qualm-1.572268
    Und siehe als Aussendung auch hier: www.dguv.de/inhalt/presse/hintergrund/passivrauchen/index.jsp
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  2. Mir wird übel

    von Christoph M Suter um 14.09.2012 um 01:37Uhr

    Jetzt kommt schon um 01:00 Uhr so ein aggressiver Antiraucher und unterbreitet den Lesern der TagesWoche einen uralten Artikel von Dietmar Jazbinsek aus der SZ. Dieser Dietmar Jazbinsek ist in der Bundesrepublik Deutschland als Raucherhasser in eingeweihten Kreisen bestens bekannt. Und zu dem DGUV-Unsinn können die Leser unter nachfolgendem Link die offenen Briefe an die DGUV, von Prof. Dr.-Ing. habil. em. Günter Ropohl und Prof. Dr. med. Romano Grieshaber selber lesen und sich eine eigene Meinung bilden.
    www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001106
    (siehe unter der Rubrik «Kommentare)

    Direktlink zum Kommentar

  3. Mir wird übel

    von andi bauböck um 14.09.2012 um 02:56Uhr

    Jetzt kommt schon um zwei Uhr nachts, der Herr Suter vom militanten "Netzwerk Rauchen" und verbreitet seine Propaganda. Auch der Herr Rohpohl ist ein militanter Raucher und Laie, dessen unwissenschaftliche Pamplethe noch keiner einzigen wissenschaftlichen Betrachtung stand gehalten haben.

    Lustig ist ja, dass sich der Herr Grieshaber fragt, warum noch keine Diskussion in Gang getreten ist. Der Grieshaber weiß doch selbst ganz genau, dass seine Desinformationskampagnen nichts wert sind. (außer das Honorar. welches er von einer gewissen Industrie einegsteckt hat).
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  4. Passives einatmen von krebserregenden Stoffen verursacht Krebs

    von Nino um 14.09.2012 um 11:25Uhr

    Papier ist ja geduldig - und das internet sowieso...
    Auch vor der Pensionierung hat sich Herr Grieshaber nie einen Namen gemacht als Forscher zum Thema... Unter >3000 wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Passivrauchen stammt keine einzige Arbeit von ihm. Die unabhängigen Forscher sind sich schon seit vielen Jahren einig dass Passivrauchen Raucherkrankheiten verursacht - zum Beispiel Lungenkrebs. Diese Beurteilung beruht nicht auf der einen oder anderen Studie sondern der Sichtung der gesamten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz. Es geht nicht um Götter oder Glauben sondern um Wissenschaft, die Wissen schafft... Noch immer gilt "...und sie bewegt sich doch..."
    Nino Künzli

    PS: Eigentlich logisch dass Passivrauch krebs erzeugt: wer regelmässige krebserregende Stoffe einatmet hat ein höheres Risiko für Lungenkrebs, sei dies nun Passivrauch, Radon oder Asbest. Deshalb ist Asbest in der Schweiz verboten. Deshalb unternehmen wir zB beim Hausbau viel zur Einschränkung der Radonbelastung. Und deshalb sind die so einfachen und weltweit bewährten Einschränkungen des Passivrauchens an allen Arbeitsplätzen - auch im Gastgewerbe - so erfolgreich. Eigentlich eine sehr faire Sache, die Arbeitenden vor Raucherkrankheiten zu schützen.
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  5. Datenabgleich

    von FrankV um 14.09.2012 um 12:25Uhr

    Wer das Buch von Prof. Griehaber gelesen hätte, wüsste, dass der Professor zunächst nichts anderes gemacht hat, als die Zahlen der DKFZ Studie mit den 3301 Passivrauch-Toten mit den realen Krankheitsdaten der Krankenkassen, auf die er Zugriff hatte, abzugleichen...mit dem Ziel die Aussagen über die Schädlichkeit von Passivrauch zu bestätigen. Dabei hat er aber erhebliche Diskrepanzen festgestellt, die ihn dazu veranlasst haben die diversen Studie(n) zu hinterfragen. Mit der Bemühung hier einfach nur Aufklärung herbeizuführen ist er auf unglaubliche Ignoranz, Gegenwehr und Diffamierung gestoßen. Das hat ihn nach seiner Pensionierung dazu veranlasst, dieses Buch zu schreiben, da er sonst berufliche Nachteile hätte fürchten müssen.

    Das Buch ist von den Inhalten her absolut schlüssig und nachvollziehbar und äusserst lesenswert...falls man sich wirklich sachlich und wertfrei für das Thema interessieren sollte und nicht einer verblendeten Antiraucher-Ideologie hinterher rennt.
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  6. Da haben Sie recht

    von Christoph M Suter um 14.09.2012 um 13:29Uhr

    @FrankV: Glauben Sie mir, dass interessiert Herr Prof. Dr. med. et phil. Nino Künzli einen feuchten Kehricht. Er glaubt an die WHO und ihren ausgerufenen «War on Tobacco» und die angestrebte «rauchfreie Welt». Da darf auch mal eine grosse Heiterkeit auslösende «COSIBAR Studie» - mit ihren um 3 Jahre verjüngten Kellnern - vom Stapel gelassen werden. Der Zweck heiligt ja schliesslich die Mittel. Dazu kommt mir ein Zitat des Tabakkontroll-Aktivisten Professor Dr. med. Michael Siegel aus Boston, Massachusetts (USA) in den Sinn:

    [Zitat]
    «The scientific standards of the tobacco control movement are rapidly crumbling. And the ethical standards don't seem to be that far behind.»

    (Die wissenschaftlichen Standards der Tabak-Kontroll-Bewegung sind in raschem Verfall. Und die ethischen Standards scheinen dem dicht zu folgen.)
    [Zitat Ende]

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

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  7. FrankV.

    von andi bauböck um 14.09.2012 um 13:54Uhr

    Auch der FrankVossen. ist aus dem "Netzwerk Rauchen" allseiits bekannt (viele gibts sa drinnen ja nicht). Lustig wie die militanten Raiucher hier so tun, als ob es zu diesem Thema noch Diskussionsbedarf gäbe...
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  8. Gesunder Menschenverstand

    von kathrin b um 14.09.2012 um 14:21Uhr

    Wo Fanatismus und Ideologien herrschen, da hat der gesunde Menschenverstand leider keine Chance mehr. Schlüsselpunkt ist für mich der letzte Absatz, die letzte Antwort: Niemand kann bestreiten, dass unsere Generation (babyboomer) überwiegend in Raucherhaushalten gross geworden ist, und keine Generation vor uns ist so gesund alt geworden oder auf dem besten Weg dazu wie wir. Aber wenn Gefühle und Emotionen wie Angst im Spiel sind, dann kann man darüber leider nicht sachlich diskutieren. Schade!
    Direktlink zum Kommentar

  9. @ kathrin

    von andi bauböck um 14.09.2012 um 15:33Uhr

    Es gab in dieser Generation bkanntlich auch den größten Krieg der Geschichte. Da diese Menschen heute sehr alt werden, war also deiner Meinung nach der 2. Weltkrieg gesund.

    Aber du sagst es ja schon selbst: Wenn Gefühle im Spiel sind (und Nikotinsucht ist eine psychische Störung), dann kann mit Rauchern sowieso nicht diskutieren.
    Direktlink zum Kommentar

  10. @andi

    von kathrin b um 14.09.2012 um 17:23Uhr

    Vor dem Kommentieren doch bitte genau lesen: Babyboomer sind lange nach dem Krieg geboren, in den 50er-Jahren, und wir reden hier nicht über die Raucher, sondern über das Passivrauchen. Und über den gesunden Menschenverstand versus Polemik!
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Informationen zum Artikel

14.9.2012, 00:01 Uhr

«Passivrauchen schadet nicht»

Text

Text:

  • 11.05.2013 um 12:32
    Blut an unseren Kleidern

    Gewissheit gibt es nie, dass die Kleider, die man kauft, fair hergestellt wurden. Manchmal wissen nicht einmal die Modeläden, dass sie die Ausbeutung unterstützen – oder sie wollen es nicht wissen. Ein Problem, offensichtlicher denn je.

  • 08.05.2013 um 16:57
    «Die Liberalen müssen pointierter werden»

    Die Präsidentin der Basler LDP, Patricia von Falkenstein, will ihrer Partei in der Öffentlichkeit wieder mehr Gehör verschaffen. Allenfalls auch mit «Polteri»-Methoden – solange es anständig zugeht.

  • 08.05.2013 um 16:15
    Einfamilienhäuser für die Erlenmatt

    Zuerst waren es Mietwohnungen, dann Eigentumswohnungen – nun sollen auf der Erlenmatt Einfamilienhäuser dazu kommen.

  • 10.10.2012 um 22:13
    Bilder
    Zum Artikel: Kein Schiff wird kommen

    Guten Abend Zugegeben, die Bilder sind nicht besonders gut – und das ist mein Verschulden. Mit Sparen hatte es allerdings nichts zu tun, dass ich ohne Fotograf (bei uns arbeiten sehr gute Fotografen, wie man sonst sehen kann) unterwegs war. Sondern mi...

  • 15.08.2012 um 09:01
    Nun ist es Schokolade
    Zum Artikel: «Beschle» verärgert «Frey»-Stammgäste

    Lieber Herr Schmidt Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie mich auf diesen peinlichen Flüchtigkeitsfehler aufmerksam gemacht haben. Selbstverständlich habe ich den Fehler umgehend behoben und aus der Schoggi eine Schokolade gemacht. Gruss, Martina Rutsch...

  • 29.02.2012 um 13:37
    Gundeli-Clique-Vertreter
    Zum Artikel: «E Schwob» im Trommel-Taumel

    Flip567 hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass es sich bei der Gundeli-Clique um eine grosse Clique mit Tambouren UND Pfeifern handelt (was tatsächlich jeder Basler wissen sollte). Die Formulierung im Text war daher vielleicht nicht präzise...

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