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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Passivrauchen 

18.9.2012, 14:17 Uhr

Passivrauchen schadet – eine Replik zu den Ansichten von Romano Grieshaber

18.9.2012, 14:17 Uhr

Im Interview mit der TagesWoche verbreite der deutsche Präventivmediziner Romano Grieshaber falsche Informationen über das Passivrauchen, schreibt der Vizedirektor des Schweizerischen Tropen- und Public Health Instituts in Basel, in einer Replik. 
 Ein Kommentar von Nino Künzli

Sascha Schuermann:

(Bild: Sascha Schuermann)

Nino Künzli Nino Künzli

Wir stehen vor der Abstimmung zur Passivrauchinitiative. Diese schlägt für die Schweiz vor, was in acht Kantonen bereits gilt: alle Arbeitsplätze in Innenräumen sollen frei sein von Rauch, also – neu für die andern Kantone – auch jene, für die das Schweizer Gesetz eine Ausnahme erlaubt: die Gastronomie.

Zu entscheiden ist: sollen wir Raucherlokale schützen oder das Personal vor den Folgen des Passivrauchens? Seit 1984 gilt als erwiesen, dass Kinder von Eltern, die zu Hause drinnen rauchen, häufiger an Lungenproblemen leiden; im Jahr 1986 kamen unabhängige Fachgremien nach Würdigung aller bis dato verfügbaren Forschungsarbeiten zum Schluss: Passivrauchen verursacht Lungenkrebs.

Die TagesWoche zitiert im Titel eines Interviews die Aussage eines deutschen Professors für Prävention: «Passivrauchen schadet nicht». Für die Leserschaft diskutiere ich sechs Fragen aus der Sicht eines unabhängigen Wissenschafters mit über 20-jähriger Erfahrung in der Forschung zu Gesundheit und Luftqualität (inklusive Passivrauch).


Wie schafft Wissenschaft Wissen?

Wer die Mittel findet, kann ein Buch schreiben oder kostenfrei auf dem Internet veröffentlichen – alles. Wissenschaft funktioniert nach anderen Gesetzen. Es gehört zum Wissenschaftsbetrieb, dass Ergebnisse der Fachwelt zur Debatte vorgelegt werden müssen. Methoden und Resultate müssen transparent dargelegt und diskutiert werden. Das Manuskript wird an eine unabhängige Fachzeitschrift gesandt. Es folgt ein rigoroser kritischer Begutachtungsprozess durch ExpertInnen. Dies dient der Qualitätssicherung, damit Forschung fachlichen Standards genügt, Stärken und Schwächen der Arbeit transparent dargelegt werden, die Interpretationen den Resultaten entsprechen, und andere Forschungsgruppen die Resultate in einem neuen Experiment belegen oder widerlegen können. Zum Passivrauchen sind in einem halben Jahrhundert mehrere Tausend Facharbeiten nach diesen strengen Kriterien publiziert worden.

Was zeigt die Wissenschaft zum Passivrauchen?

Nach der bisher letzten Gesamtübersicht (2006) der in Fachzeitschriften publizierten Literatur ist sich die Fachwelt einig geworden, dass Passivrauchen eine kausale Ursache ist für viele «Raucherkrankheiten» – solide belegt insbesondere für Lungenkrebs, Herz- und Atemwegserkrankungen. Je mehr man passiv raucht, umso höher ist das Gesundheitsrisiko. Die Forschungsarbeiten wurden von über 150 weltweit anerkannten WissenschafterInnen gesichtet, debattiert, begutachtet und abschliessend beurteilt. Der Bericht ist öffentlich verfügbar. Seit 2006 sind wissenschaftliche Übersichten zu Teilfragen erschienen.

Eine besonders interessante Übersicht (2010) sei hier erwähnt. Nach genau definierten und streng standardisierten Methoden der Cochrane Library wurden 50 wissenschaftliche Arbeiten zu den Auswirkungen von Rauchverboten in der Gastronomie analysiert. Das von der Tabakindustrie unabhängige Forschungsteam kommt zum Schluss, dass die Abnahme der Herzinfarkte nach Einführung von Rauchverboten wissenschaftlich am besten gesichert ist, und dass diese Abnahme eine ursächliche Folge der gesetzlichen Regelung ist.

«Experiment» Passivrauch-Initiative: Was sind die Folgen?

Nehmen wir an, das Leben lasse sich zweimal leben und Forschende könnten dies experimentell nutzen. Im ersten Versuch – dem «Nein-Experiment» – lassen wir 20'000 Angestellte in Raucherlokalen arbeiten und ansonsten ihr ganz normales reales Leben führen. Dies ist in 11 Kantonen der Schweiz der status quo bei einem Nein zur Passivrauch-Initiative. Im zweiten Versuch – dem «Ja-Experiment» – lassen wir die genau gleichen 20'000 Angestellten ab 2013 in rauchfreien Lokalen arbeiten, wie das im grössten Teil der Westschweiz und im Kanton St. Gallen der Fall ist.

Wir lassen die Angestellten ansonsten ihr identisches und ganz normales Leben führen, so dass sich die «Experimente Nein» und «Ja» also nur durch einen einzigen Faktor unterscheiden: dem Passivrauchen während der Arbeit. Alle anderen relevanten Faktoren sind absolut identisch.

Das perfekte Experiment lässt sich zwar nicht durchführen. Das heute vorhandene Wissen lässt aber gesicherte Aussagen zum Ausgang der zwei Experimente zu: Im «Nein-Experiment» wird passiv geraucht – deshalb wird es in den kommenden Jahren bei den 20’000 Angestellten auf jeden Fall mehr Raucherkrankheiten geben als im «Ja-Experiment». Schwangeres Personal wird im «Nein-Experiment» weniger schwere Säuglinge gebären als die werdenden Mütter im «Ja-Experiment» – denn Passivrauchen schädigt das heranwachsende Kind. Die Lebenserwartung der 20'000 Angestellten ist im «Ja-Experiment» länger. Wie viele Krankheitsfälle es genau sein werden, hängt von der Dauer der Anstellung und der Konzentration des Rauchs ab. Der Schaden ist in keinem Fall Null.

Basierend auf diesen Fakten unterstützen die Ärzteschaft und über 50 Gesundheitsorganisationen das «Ja-Experiment», obwohl es gegen ihre eigenen finanziellen Interessen geht. Aktiv und passiv Rauchende sterben nicht einfach «gesund und glücklich» einige Jahre früher als die Nichtraucher. Raucherkrankheiten sind oft von langer Dauer, chronisch, hartnäckig und oft schwerwiegend. Sie können die Lebensqualität über viele Jahre massiv einschränken und haben einschneidende Konsequenzen für die Patienten, die Familien, die Arbeitgeber und das Gesundheitswesen. Raucherkrankheiten füllen die Wartezimmer und Kassen der Ärzteschaft, Ligen, Spitäler, und Heime. Auch die Pharmaindustrie verdient mit.

Wie unterscheidet man Experten von «Experten»?

Die Tabakindustrie investiert seit Jahrzehnten hohe Summen, um bei der Bevölkerung Zweifel zu säen über die Schädlichkeit von Rauchen und Passivrauchen. Eine bewährte Taktik ist dabei, einen «Expertenstreit» zu konstruieren. Die Laien sollen den Eindruck bekommen, dass die Fachwelt uneinig sei, denn solange die Fakten unklar sind, brauchen wir keine Gesetze.

Unabhängige WissenschafterInnen nehmen am Wissenschaftsbetrieb teil. Sie führen Forschungsprojekte durch, debattieren Resultate an wissenschaftlichen Konferenzen, schreiben Fachartikel, die sie an Fachzeitschriften zur Begutachtung und Publikation einreichen und beteiligen sich am Diskurs.

Im Internet zugängliche Suchmaschinen zeigen, wer zu welchen Themen Fachartikel schreibt und wer die Forschung finanziert. Zahl und Qualität der Publikationen gelten als wichtigster objektiver Leistungsausweis, um die Expertise zu bewerten. Wer bei uns im Forschungsfach der Epidemiologie doktoriert, muss bis zur Promotion mindestens drei eigene Publikationen in englischsprachigen Fachzeitschriften vorweisen. Bei der Berufung von Professoren sind die Publikationen ebenfalls von zentraler Bedeutung um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Das Internet gibt Auskunft über wissenschaftliche Leistungsausweise. PubMed ist die renommierteste Suchmaschine der weltweiten Gesundheitsforschung – eine Art «Google», in welchem alle in den wichtigen medizinischen Fachzeitschriften publizierten Arbeiten erfasst werden. Gibt man zum Beispiel die drei typischen Englischen Begriffe für «Passivrauchen» ein, erscheinen 5’616 Einträge (14.9.2012). Die Eingabe «Grieshaber R» liefert 16 Einträge. Eine der Arbeiten hat er  selbst geschrieben (Erstautor). Bei den anderen war er Mitautor. Einige weitere deutschsprachige Arbeiten findet man in anderen Suchmaschinen.
Nach einem Fachartikel zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Passivrauchen sucht man vergeblich. Grieshaber hat seine in der TagesWoche angepriesene Studie an sechs Millionen Gewerbetreibenden nie publiziert. Warum nicht? Widersprüchliche Forschungsresultate sind in Fachzeitschriften sehr willkommen, da sie die wissenschaftliche Debatte stimulieren. Als Leitungsmitglied einer Fachzeitschrift würde ich mit grosser Freude eine so riesige Studie begutachten lassen, um sie veröffentlichen zu können. Sie fände grosses Interesse bei WissenschafterInnen.

Wozu das Theater …?

Bei der Passivrauchinitiative geht es um die Abwägung zwischen den zwei erwähnten Optionen: Mit dem Nein schützen wir Raucherlokale, mit dem Ja das Personal. Alles Weitere ist medial orchestrierte Politik. In der TagesWoche wird Grieshaber mit der Aussage vorgestellt, er habe «zahlreiche Untersuchungen zur Passivrauchbelastung durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass alles gar nicht so schlimm sei». PubMed bestätigt dies nicht. Weiter liest man, dass Grieshaber eine Debatte anstossen wolle, und dass in dieser Forschung keine Widersprüche erwünscht seien. Die wissenschaftliche Debatte begann schon vor einem halben Jahrhundert – kontrovers, öffentlich und den Kriterien wissenschaftlicher Integrität verpflichtet. Wo Wissenschafter die Antworten nicht kennen stellen sie gerne Fragen. Das Thema Passivrauchen wirft viele Fragen auf, deren Aufarbeitung von Interesse ist. Die Liste der Fragen wäre lang: Was sind die finanziellen Verbindungen zwischen Tabakindustrie, Gastronomie, dem Verein Fümoar oder den Medien? Wer klärt ab, welche Wissenschafter für welche Mission bezahlt werden? Ist es von Bedeutung, dass die Tabakindustrie im Vorstand von Grieshabers langjährigem Arbeitgeber – der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) – vertreten ist? Warum distanziert sich der Arbeitgeber BGN öffentlich von seinem Buch und seinen Aussagen? 


… und wer trägt die Verantwortung?

Unhaltbar ist Grieshabers Antwort auf die Schlussfrage des Fotografen im Interview, der als Vater von vier Kindern wissen will, ob er nun wieder drinnen rauchen könne: «Wir haben Berufstätige und keine Kinder untersucht, insofern rate ich Ihnen, den Einfluss von Passivrauchen auf Kinder in anderen Studien zu suchen.» Eine solide und sehr umfangreiche Forschung belegt, dass Passivrauch während und nach der Schwangerschaft das Kind schädigt. Insbesondere ist Passivrauchen in der frühen Kindheit eine anerkannte Ursache des plötzlichen Kindstodes – eines der dramatischsten Ereignisse für junge Eltern! Es gehört zur Verantwortung von Medizinern, diese Auskunft zu erteilen.

Die Frage der Verantwortung lässt sich auch bei der Passivrauch-Initiative stellen. Kommt das Nein werden die Folgen des genannten «Nein-Experiments» eintreten. Wer ist verantwortlich für die bei den rund 20'000 Angestellten in den kommenden Jahren auftretenden Raucherkrankheiten?

Eine journalistische Aufarbeitung dieser Frage wäre ebenfalls von Interesse. Ist es die Tabakindustrie, die das Produkt verkauft? Sind es die Gastwirte, die sich persönlich für Raucherlokale entscheiden? Sind es jene die dort rauchen?

Wahrscheinlich kennen die Juristen die Antwort, denn der Schweizer Gesetzgeber hat zynisch vorgesorgt: Das Personal ist selber schuld – denn laut Gesetz muss es für die Arbeit im Raucherlokal schriftlich einwilligen. Wo erfahren wir, in welcher Sprache diese Einwilligungen geschrieben werden und was dort genau steht?

Es sei daran erinnert, dass in der Gastronomie vor allem Frauen und MigrantInnen arbeiten – aus aller Herren Länder, zu mageren Löhnen. Sie werden jedes Formular unterschreiben. Einen Job zu haben ist viel wichtiger als der abstrakte Gedanke an die Gesundheit in fernen Jahren! Die Frage bleibt: Sollen wir Raucherlokale schützen oder das Personal?

Biografische Angaben zu Nino Künzli

  1. Wozu braucht es da Wissenschaft?

    von Urs Peter Schmidt am 18.09.2012 um 17:40Uhr

    Als gebranntes, oder vielmehr verrauchtes Kind, das in einer Familienwohnung aufgewachsen ist, in der täglich 50 Zigaretten verdampft wurden, brauche ich keine wissenschaftliche Untersuchung, um zu wissen, dass Zigarettenrauch schädlich ist. Die Erfahrung reicht mir.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Passivrauch und Störche - besteht ein Zusammenhang?

    von Ben Palmer am 18.09.2012 um 22:02Uhr

    Nino Künzli sagt:
    "Das [...] unabhängige Forschungsteam kommt zum Schluss, dass die Abnahme der Herzinfarkte nach Einführung von Rauchverboten wissenschaftlich am besten gesichert ist, und dass diese Abnahme eine ursächliche Folge der gesetzlichen Regelung ist."
    Wo gibt es denn in der Schweiz eine signifikante Abnahme? Die Sterbezahlen der Statistikämter sprechen eine andere Sprache. Z. B. Zunahmen in Basel, Bern, Graubünden, Gesamtschweiz, Zunahme 5%.

    Kennen Sie die Mär von den Geburtenzahlen und der Anzahl Störche? Wo ist beim Passivrauch der leiseste Beweis, dass nicht die Störche die Passivrauchtoten verursachen?
    Direktlink zum Kommentar

  3. Peinlich!

    von Phil Boesiger am 18.09.2012 um 22:24Uhr

    Liebe Raucherlobbyisten

    Hört bitte auf, Eure Sucht in irgendeiner Weise rechtfertigen zu wollen. Vor allem belastet das Wort "Freiheit" nicht; Eure Sucht ist eine Abhängigkeit, das genaue Gegenteil von Freiheit. Euer Rauch belästigt Nichtraucher. Wer anderen für den eigenen "Genuss" die Luft verpestet, ist ganz einfach ein rücksichtsloser Rüpel.

    Es aber ginge auch neben-, respektive miteinander. Dafür müsstet Ihr Eure Sucht einfach vor dem öffentlichen Lokal oder in einem unbedienten Fumoir zelebrieren. Schon wäre ein Nebeneinander problemlos möglich. Ich kenne übrigens einige Raucher mit Anstand - wären alle so, bräuchte es keine Verbote und Gesetze.

    Aber nein, leider versuchen viele Raucherlobbyisten, das eigene Suchtverhalten mit pseudowissenschaftlichen und an den Haaren herbeigezogenen Rechtfertigungsversuchen schönzureden. Ganz wie der berühmte Alkoholiker, der "schon morgen damit aufhören könnte" oder wie der Junkie mit seinem garantiert letzten Schuss. Habt Ihr das wirklich nötig?
    Steht doch einfach dazu - Ihr seid nikotinabhängig und das ist eine gesundheitliche Gefahr für alle, die Eurem Rauch ausgesetzt sind. Vor allem aber belästigt es die Nichtraucher.

    Ich wünsche mir Raucher, die rücksichtsvoll handeln. Ihr dürft rauchen, bis Eure Lungen schwarz und die Raucherbeine blau sind, das ist Eure Sache. Aber habt wenigstens den Anstand, uns Nichtraucher nicht auch noch unsere Atemluft zu verpesten.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Passivrauch und Störche - besteht ein Zusammenhang?

    von Ben Palmer am 18.09.2012 um 22:39Uhr

    Nino Künzli sagt:
    "Was sind die finanziellen Verbindungen zwischen Tabakindustrie, Gastronomie, dem Verein Fümoar oder den Medien?"

    Ein Wissenschaftler, der keine besseren Argumente hat, als eine Verschwörungstheorie? Für wen arbeitet er denn, wer bezahlt sein Salär?
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  5. Passivrauchen schadet

    von Nino am 19.09.2012 um 12:32Uhr

    Gerne informiere ich über den Geldgeber: wie bei den meisten Professuren in der Schweiz wird mein Lohn von der Universität finanziert. Für die Forschungsprojekte bewirbt man sich bei Institutionen die Forschung finanzieren - z.B. der Schweizerische Nationalfonds. Egal wer bezahlt: was wir herausfinden/publizieren wird nicht mit den Geldgebern abgesprochen, da wir unabhängige Wissenschaft betreiben. Von Verschwörungen ist nicht Rede - Infos sind ja öffentlich zugänglich. z.B. ist dieser link recht interessant da aus der Schweiz:
    www.prevention.ch/rapportd.pdf
    Mit bestem Gruss Nino

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  6. Verschwörungstheorien

    von Martin Hafen am 19.09.2012 um 12:43Uhr

    Der Verdacht, dass die Tabakindustrie aktiv Einfluss auf politische Prozesse nimmt, hat nichts mit einer Verschwörungstheorie zu tun. Wie die nachfolgende, auf dem Internet verfügbare wissenschaftliche Publikation zeigt, ist dieser Einfluss gerade in der Schweiz besonders stark:

    Lee C-Y, Glantz S. "The tobacco industry's successful efforts to control tobacco policy making in Switzerland" (January 1, 2001). Center for Tobacco Control Research and Education. Tobacco Control Policy Making: International. Paper Swiss2001

    Freundliche Grüsse

    Martin Hafen
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  7. Das Timing des Grieshaber-Pamphlets ist suspekt

    von Arzt1 am 19.09.2012 um 12:47Uhr

    Die meisten Wissenschaftler würden ein Pamphlet wie den Artikel von Romano Grieshaber nur ignorieren. Es ist dem international renommierten Epidemiologen Prof. Künzli hoch anzurechnen, dass er sich die Zeit nahm, einen sachlichen Kommentar zu schreiben. So erfährt der Leser, dass Grieshaber seine angebliche Studie nie veröffentlicht hat. Interessant wäre, ob er sie Fachkollegen gar nicht vorgelegt hat oder weshalb sie zurückgewiesen wurde: wegen methodischer Fehler oder Beauftragung durch die Tabakindustrie? Die hatte auch vor der Abstimmung über die FCTC der WHO Enstrom und Kabat gekauft, die sich als Institut für Präventivmedizin und ihre Geldgeber als Center of Indoor Air Research tarnten, bis man herausfand, dass sie von der Tabakindustrie bezahlt waren, um ihre manipulierte Studie genau vor der Abstimmung bei der UNO mit großem Getöse in die Medien zu bringen.
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  1. Wozu braucht es da Wissenschaft?

    von Urs Peter Schmidt um 18.09.2012 um 17:40Uhr

    Als gebranntes, oder vielmehr verrauchtes Kind, das in einer Familienwohnung aufgewachsen ist, in der täglich 50 Zigaretten verdampft wurden, brauche ich keine wissenschaftliche Untersuchung, um zu wissen, dass Zigarettenrauch schädlich ist. Die Erfahrung reicht mir.
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  2. Die Wahrheit ist doch....

    von FrankV um 18.09.2012 um 20:59Uhr

    ...Sie wissen es doch gar nicht, Herr Prof. Künzli !!!

    Die Wissenschaftler können bis heute noch nicht einmal sagen, warum nicht ALLE Raucher an den typischen "Raucherkrankheiten" versterben. Nein, es sind je nach Land, und wenn man den Zahlen der Gesundheitsorganisationen der einzelnen Länder Glauben schenken darf, 0,1% bis 0,7% der erwachsenen RAUCHENDEN Bevölkerung (Raucher stellen rund 30% der Gesamtbevölkerung dar) die pro Jahr an den Folgen des Tabakkonsums sterben sollen (in Deutschland z.B. "geschätzte" 130.000 Todesfälle auf 20.000.000 Raucher). Ich will das nicht verharmlosen, aber es sind erstmal nur Zahlen. Bei den Passivrauchern "schätzt" die DKFZ-Tabakkontrolle in Deutschland 3301 Passivrauchtote auf 82.000.000 Gesamtbevölkerung, das sind 0,004 % der Bevölkerung, und die mögliche Schädlichkeit von Passivrauch ist noch nicht einmal empirisch belegt sondern rein epidemiologisch (auf Häufungen und Schätzungen basierend). Und wenn man dann noch davon ausgeht, dass 75% der Gastronomieangestellten selber rauchen, wen wollen Sie denn dann eigentlich "schützen"? Um das zu berechnen muss ich kein Professor sein.

    Fakt ist doch, jeder der aktiv raucht, weiß selbstbestimmt, dass er ein gewisses Risiko eingeht, jeder der als Gast eine Raucherkneipe betritt, weiß ebenso selbstbestimmt, dass dort geraucht wird, und jeder der sich als Angestellter einer Raucherkneipe gesundheitlich beeinträchtigt fühlt kann seinen Job in die mittlerweile überaus umfangreiche Nichtrauchergastronomie verlageren, freie Stellen gibt es mehr als genug, das ist Fakt.

    Die Zahlen von Prof. Grieshaber basierend auf Krankenkassendaten in Gegenüberstellung zu den 3301 Passivrauchtoten von der DKFZ-Tabakkontrolle passen einfach nicht zusammen. Seine "Studie" ist das aktuell veröffentlichte Buch von ihm, sehr lesenswert übrigens.

    Also versuchen sie doch bitte nicht, den Professor in Misskredit zu bringen, weil er ein anderes Forschungsergebniss erhalten hat wie Sie, das Argument er würde angeblich von der Tabakindustrie unterstützt zieht doch auch nicht, denn wer bezahlt Sie für Ihre Opposition? Sie haben doch auch eine Lobby, welche Sie und Ihre Forschungen finanziert.

    Es muss jetzt Schluss sein mit dieser unsäglichen Bevormundung, die Menschen sind weitgehend selbst für Ihre Gesundheit verantwortlich. Die Wissenschaft hat die Aufgabe aufzuklären, das dies aber in eine regelrechte DIskriminierung von Rauchern mündet ist in einem demokratisch liberalen Staat schlecht auszuhalten. Und ein Raucher, der 30 Jahre lang 20 Zigaretten täglich geraucht hat, also bis heute 219.000 Zigaretten insgesamt und sich dabei bester Gesundheit erfreut, wie die meisten Raucher, kann es wohl verständlicherweise sehr schwer verstehen, warum er in seiner Stammkneipe wie ein Hund vor die Tür geschickt werden soll.




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  3. Passivrauch und Störche - besteht ein Zusammenhang?

    von Ben Palmer um 18.09.2012 um 22:02Uhr

    Nino Künzli sagt:
    "Das [...] unabhängige Forschungsteam kommt zum Schluss, dass die Abnahme der Herzinfarkte nach Einführung von Rauchverboten wissenschaftlich am besten gesichert ist, und dass diese Abnahme eine ursächliche Folge der gesetzlichen Regelung ist."
    Wo gibt es denn in der Schweiz eine signifikante Abnahme? Die Sterbezahlen der Statistikämter sprechen eine andere Sprache. Z. B. Zunahmen in Basel, Bern, Graubünden, Gesamtschweiz, Zunahme 5%.

    Kennen Sie die Mär von den Geburtenzahlen und der Anzahl Störche? Wo ist beim Passivrauch der leiseste Beweis, dass nicht die Störche die Passivrauchtoten verursachen?
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  4. Peinlich!

    von Phil Boesiger um 18.09.2012 um 22:24Uhr

    Liebe Raucherlobbyisten

    Hört bitte auf, Eure Sucht in irgendeiner Weise rechtfertigen zu wollen. Vor allem belastet das Wort "Freiheit" nicht; Eure Sucht ist eine Abhängigkeit, das genaue Gegenteil von Freiheit. Euer Rauch belästigt Nichtraucher. Wer anderen für den eigenen "Genuss" die Luft verpestet, ist ganz einfach ein rücksichtsloser Rüpel.

    Es aber ginge auch neben-, respektive miteinander. Dafür müsstet Ihr Eure Sucht einfach vor dem öffentlichen Lokal oder in einem unbedienten Fumoir zelebrieren. Schon wäre ein Nebeneinander problemlos möglich. Ich kenne übrigens einige Raucher mit Anstand - wären alle so, bräuchte es keine Verbote und Gesetze.

    Aber nein, leider versuchen viele Raucherlobbyisten, das eigene Suchtverhalten mit pseudowissenschaftlichen und an den Haaren herbeigezogenen Rechtfertigungsversuchen schönzureden. Ganz wie der berühmte Alkoholiker, der "schon morgen damit aufhören könnte" oder wie der Junkie mit seinem garantiert letzten Schuss. Habt Ihr das wirklich nötig?
    Steht doch einfach dazu - Ihr seid nikotinabhängig und das ist eine gesundheitliche Gefahr für alle, die Eurem Rauch ausgesetzt sind. Vor allem aber belästigt es die Nichtraucher.

    Ich wünsche mir Raucher, die rücksichtsvoll handeln. Ihr dürft rauchen, bis Eure Lungen schwarz und die Raucherbeine blau sind, das ist Eure Sache. Aber habt wenigstens den Anstand, uns Nichtraucher nicht auch noch unsere Atemluft zu verpesten.
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  5. Passivrauch und Störche - besteht ein Zusammenhang?

    von Ben Palmer um 18.09.2012 um 22:39Uhr

    Nino Künzli sagt:
    "Was sind die finanziellen Verbindungen zwischen Tabakindustrie, Gastronomie, dem Verein Fümoar oder den Medien?"

    Ein Wissenschaftler, der keine besseren Argumente hat, als eine Verschwörungstheorie? Für wen arbeitet er denn, wer bezahlt sein Salär?
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  6. Alle Register ziehen

    von Christoph M Suter um 18.09.2012 um 22:58Uhr

    Der Herr Professor Dr. Dr. Nino Künzli zieht nochmals alle Register vor dem 23. September 2012. Die Generaldirektorin der WHO, Margarete Chan, wird es ihm verdanken - und erst recht die Lungenliga. Seine Replik liest sich, wie der Text der FCTC (WHO Framework Convention on Tobacco Control). Ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag zur Tabakbekämpfung, welchen die Schweizerische Eidgenossenschaft und die USA bis heute nicht ratifiziert haben.

    Solche Artikel können den Normalbürger richtig verwirren, denn dieser kennt den Unterschied zwischen Epidemiologie und Ätiologie nicht und kann auch zwischen Korrelation und Kausalität nicht unterscheiden. Das macht nichts, denn auch viele Mediziner können das nicht.

    Egal wie die Abstimmung am 23. September 2012 ausgehen wird. Was mich viel mehr umtreibt ist die Frage, wie gross der Druck auf die Chefredaktion der TagesWoche gewesen sein mag?

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  7. Prof. Grieshaber hat recht

    von Blaudunst um 19.09.2012 um 00:09Uhr

    Die Informationen, die in dem Buch "Passivrauchen, Götterdämmerung der Wissenschaft" stehen, sind richtig, mit Quellen und Links belegt und sehr überzeugend und sachlich dargestellt. Ich kann das Buch nur herzlich empfehlen!
    Über 70% der epidemiologischen Studien über Passivrauch könnten keinen Zusammenhang zwischen Passivrauch und eine Häufung der Krankheiten feststellen. Die Tierversuche, wo Mäuse den Tabakrauch massiv ausgesetzt worden sind, haben kein Ergebnis gebracht. Alle großen, seriösen Statistiken (Sterbefälle pro Land und Krankheit) konnten keinen Zusammenhang zwischen Rauchverbote und der Anzahl der Herzinfarkte feststellen. Die Zahl der Herzinfarkt-Toten sinkt langsam und kontinuierlich seit etwa 15 Jahren, das hat gar nichts mit den Rauchverboten zu tun.
    Die Zahl der Lungenkrebserkrankungen steigt aber weiter, trotz der Tatsache, dass es weniger Raucher gibt und kaum mehr die Möglichkeit hat, Steuerhinterziehung durch Passivrauchen zu betreiben... Für mich der beste Beweis, dass es nicht an Passivrauch liegt.
    Wir sind konfrontiert mit Unmengen von Giften, die von der Industrie und den Atommeiler produziert werden, in den Medikamenten, Zusatzstoffen, Pestiziden, Abgasen, usw. stecken. Hier sind aber die Lobbyisten sehr stark. Deshalb wird versucht, uns zu suggerieren, dass nur wir alleine schuld sind, wenn wir krank werden. Damit niemand verantwortlich gemacht werden kann.
    Die Raucher haben leider keine Lobby, deshalb sind sie jetzt schuld für alles. Recht primitiv und billig, aber es scheint zu funktionieren.
    Es gibt leider tatsächlich viele "Pseudostudien", die im Auftrag der WHO-Tabak-Kontrolle gemacht worden sind, oder einfach nur WHO-Propaganda. Speziell für diesen Zweck produziert. Dort sind aber nur Behauptungen und falsche Zahlen, keine Beweise zu finden.


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  8. @Phil Bösiger

    von Christoph M Suter um 19.09.2012 um 00:24Uhr

    Leider kann ich hier keine Replik auf ihren menschenverachtenden und Gruppenverhetzenden Kommentar einstellen. Diese Replik wäre nämlich justitiabel. Da schweige ich doch lieber.
    Direktlink zum Kommentar

  9. Rauchzeichen

    von Maya Eldorado um 19.09.2012 um 01:33Uhr

    Zuerst ein grosses Dankeschön an die Tageswoche für die beiden Interwiews! Dass sie die beiden Seiten zur Sprache brachte, ohne selber Stellung zu beziehen. Das nenne ich guten Jornalismus sich selbst zurückzunehmen und das Köpferollen der Community zu überlassen!

    Nun versuche ich sachlich herauszufinden, woher denn diese extremen Polaritäten kommen.
    Da sind auf der einen Seite die Tabakfirmen, die ein grosses Interesse haben, dass viel geraucht wird.
    Auf der anderen Seite haben wir die WHO, die versucht die Menschheit gesund zu machen. Dazu gehört auch der Verzicht auf's Rauchen. Zuerst wandte sie sich direkt an die Raucher und versuchte mit allen erdenklichen Mitteln ihnen das zum Verleiden zu bringen. Welche das sind muss ich wohl nicht erwähnen. Das wissen sicher alle. Diese Bemühungen hatten nicht den gewünschten Erfolg.
    Ich hab mich auch im Internet umgeschaut. Offenbar musste sich die WHO schon lange mit dem Passivrauchen beschäftigt haben. Nun machte sie einen Vertrag. Den hatten, wenn ich mich richtig erinnere 187 Staaten ratifiziert. Damit nun auch das Passivrauchen so richtig in den Fokus der Oeffentlichkeit. Die WHO hat die Passivraucher instrumentaliesiert im Kampf gegen das Rauchen. Das finde ich bedenklich. Auch Menschen die Rauchen haben Respekt verdient und brauchen nicht dermassen beschämt zu werden, wie es heute immer mehr geschieht.
    Dass die Raucher auf die Problematik sensibilisiert wurden und Respekt gegenüber den Nichtrauchern bekamen war sehr wichtig. Dass, wo Menschen stundenlang zusammen arbeiten müssen ist es richtig, dass die Nichtraucher das in rauchfreien Räumen machen können.
    In den Restaurants wird es schwierig, weil dort die Menschen in der Freizeit hinkommen. Zum entspannen und angeregten diskutieren gehört bei den Rauchern eine Zigarette dazu. Noch vor nicht langer Zeit wurden die Restaurants veranlasst gute Klimaeinlagen mit guter Entlüftung einzubauen. Das gibt es offenbar so wirksam, dass der Rauch kaum in den Räumen stehen bleibt. Die Restaurants haben dahingehend viel Geld investiert, wie es aussieht, wahrscheinlich vergeblich. Ich verstehe, dass sich viele verschaukelt vorkommen.

    Untersuchungen und Statistiken:
    Ich frage mich, wie es überhaupt möglich ist in dieser Hinsicht seriöse Zahlen zu liefern. Umweltgifte und Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln sind allüberall. Mir ist es schleierhaft, wie man das seriös auseinanderdifidieren kann. Wie kann man denn heraus finden, ob z.B. ein Velofahrer plötzlich Atemprobleme oder Probleme mit dem Herzen bekommt, ob das nun von den Autoabgasen oder vom Passivrauchen kommt. Dasselbe gilt am Arbeitsplatz. Wieviele bekommen wohl eher einen Herzinfarkt weil die Ueberlastung das Herz zur Erschöpfung bringt? Usw.

    WHO = Weltgesundheitsorganisation
    Sie will so gut als möglich die Krankheiten aus der Welt schaffen.
    Wie steht sie wohl zu den Pharmafirmen. Die Pharmafirmen entwickeln Medikamente um Krankheiten zu bekämpfen. Zugleich sind sie auf kranke Menschen angewiessen, um gute Geschäfte zu machen. Wer kennt sie nicht die Nebenwirkungen. Oft entstehen Folgekrankheiten. Die weitere Einnahmen von Medikamenten notwendig machen. Die Norm, was noch gesund ist, wird immer mehr eingeengt. Die WHO ist ja an guten wirksamen Medikamenten interessiert, um die Weltbevölkerung gesünder zu machen. Warum knöpft sie sich nicht mal die Pharmafirmen vor. Ich denke auf diesem Gebiet entsteht viel mehr Leid, als durch das Passivrauchen. Aber wahrscheinlich ist ihr dieses Thema zu heiss, weil sie da in Interessenkonflikte kommt.
    Oder die Weltwirtschaft: Da sind die Menschen als Mittel zum Zweck degradiert, um gute Gewinne zu machen und im Wettbewerb zu bestehen. Wir erleben es bei uns gerade bei der Post. So wie die Wirtschaft heute immer stärker organisiert ist, ist sie ein sehr grosser Krankheitsfaktor. Aber da die einzelnen Staaten im Wettbewerb gut dastehen wollen und die WHO auf die Mitarbeit der Staaten in ihrer Arbeit angewiesen ist, ist dies wohl auch ein zu heisses Thema.
    Oder die Impfkampagnen: Es kann sich wohl jeder an die Schweinegrippe erinnern. Es wurde massenhaft in einen Impfstoff investiert, von den Staaten aufgekauft und anschliessend riesige Mengen wegen Nichtgebrauch vernichtet. Jeder einzelne Todesfall wurde in den Zeitungen kolportiert. In der gleichen Zeit starben wahrscheinlich viel mehr Menschen an der gewöhnlichen Grippe.
    Oder die Impfungen bei Kindern gegen Kinderkrankheiten: Eine sinnvolle Sache. So müssen sie die Krankheiten nicht durchmachen. Andererseits weiss man auch, dass Krankheiten im Kindesalter eine gute Investition sind für das spätere Leben. Vor allem in diesem Alter wird dadurch das Immunsystem aufgebaut. Deshalb ist gut abzuwägen ob und wieviel geeimpft wird. Kinder können, was sehr selten eintritt, an den Folgen dieser Krankheiten Schäden davontragen. Von solchen Schäden werden wir in der Presse nicht verschont. Es ist aber auch eine Tatsache, dass bei Impfungen Folgeschäden eintreten können. Davon liesst man nie etwas in den Zeitungen. Sie würden es auch sehr schwer haben überhaupt an Informationen zu kommen.
    Ich möchte mit diesen Beispielen nicht sagen, dass die WHO nicht viel Gutes macht, sondern einfach darlegen, dass auch sie nicht frei ist von Interessenkonflikten. Auch hat die WHO viel Ansehen und (dadurch) viel Macht. Nur so ist es möglich, dass Fachleute, deren Erkenntnisse sich nicht mit denen der WHO decken, einen sehr schweren Stand haben und tendenziell verunglimpft werden. Deshalb ist es sehr schwierig als Laie sich ein Urteil zu bilden, was wohl der Wahrheit am nächsten sein könnte.
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  10. Andere Gründe um Nein zu stimmen

    von Cornelis Bockemühl um 19.09.2012 um 08:55Uhr

    Dass Passivrauchen völlig unschädlich sei kann ich beim besten Willen nicht glauben - Studien und Statistiken hin oder her! Ich mag auch, ganz subjektiv und unwissenschaftlich, den Rauchgestank nicht, und schon garnicht wenn mir jemand seinen Rauch mehr oder weniger direkt ins Gesicht bläst.

    Das zu unterlassen ist also eine schlichte Frage der Rücksichtnahme, und jeder Raucher mit ein wenig Anstand weiss das doch auch selber! Andere tun es trotzdem, etwa auf Bahnperrons: Mit dem "guten Gefühl" dass das hier ja nicht verboten sei wird dann noch schnell eine gequalmt, egal wie dicht das Gedränge ist.

    Was mich aber ebenso stört ist die für meinen Geschmack überrissene Reglementierungswut, die hinter der Anti-Raucher-Initiative steht! Und mir scheint: Je mehr alles und jedes Verhalten durch Gesetze und Reglemente festgeschrieben wird desto mehr geraten elementare, aus der Situation begründete Verhaltensweisen und Rücksichtnahmen in Verfall: Ich darf was nicht verboten ist - und fertig.

    Mich selber demotiviert es ausserdem immer enorm wenn ich zu einem Verhalten, das ich gerne freiwillig gezeigt hätte, auf einmal durch Vorschriften gezwungen werden soll. Womit ich dann sogar den Raucher verstehe, der mir aus "unbewusstem Trotz" auf dem Perron den Rauch ins Gesicht bläst - obwohl ich das wirklich grässlich finde!
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18.9.2012, 14:17 Uhr

Passivrauchen schadet – eine Replik zu den Ansichten von Romano Grieshaber

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Text: Nino Künzli

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