Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Gastkommentar 

14.9.2012, 00:01 Uhr

Bildungsvielfalt ist gut – aber nicht zu jedem Preis

14.9.2012, 00:01 Uhr

Das Angebot eines Gymnasium spielt für die Wahl der Schüler keine Rolle, sagt Patrick Langloh. Der Präsident der Konferenz der Rektoren der Oberen Schulen Basel-Stadt verteidigt die Abschaffung des Schwerpunktfachs Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Es sei angesichts der sinkenden Schülerzahlen, nicht möglich alle Angebotswünsche zu erfüllen. Ein Kommentar von Patrick Langloh

Michael Würtenberg: Vier Schülerinnen des Gymnasiums am Münsterplatz arbeiten im Rahmen des Schwer­punktfachs Philosophie, Psychologie und Pädagogik (PPP) an einem Referat.

Vier Schülerinnen des Gymnasiums am Münsterplatz arbeiten im Rahmen des Schwer­punktfachs Philosophie, Psychologie und Pädagogik (PPP) an einem Referat. (Bild: Michael Würtenberg)

Patrick Langloh Patrick Langloh

Das Wochenende steht vor der Tür. Gehe ich heute Abend zum ­gemütlichen Italiener an der Ecke? Oder soll es doch lieber das edle Restaurant in der Nähe vom Barfi sein?

Wir geniessen alle eine reichhaltige Gastrokultur und stören uns wohl kaum daran, wenn es da oder dort ein Menü nicht mehr gibt. Tief treffen würde uns aber, wenn ausgerechnet unser Lieblingslokal schliessen müsste – weil die Aufwendungen für immer mehr Menüs bei immer weniger Besuchern nicht mehr zu finanzieren sind. So könnte man auf den Artikel der Schülerin Lenya Koechlin reagieren, der vor einer Woche an dieser Stelle erschien. Der Entscheid des Erziehungsdepartements zu den künftigen Angeboten der Gymnasien löste ein enormes Medienecho und teilweise heftige ­emotionale Reaktionen aus.

­In engagierten Voten wurde auf die Vorzüge ­eines ach so freien Marktes verwiesen, dabei aber grosszügig ­akzeptiert, dass wir Steuerzahlende ­alles zahlen müssen. Darüber hinaus wurde der Eindruck erweckt, nur im Schwerpunktfach ­Philosophie, Psychologie und Pädagogik (PPP) werde gymnasiale Bildung, selbstständiges Denken und Reden gefördert. Aber: Gymnasiale Bildung ­findet in allen Fächern statt, und erst ein vernünftiger Umgang mit den ­Finanzen ermöglicht unseren Schulen eine nach wie vor vielfältige Schulkultur mit vielen innovativen Ideen.

Die Basler Gymnasien führen alle zu einer sehr guten Allgemeinbildung. Die Selbstständigkeit unserer Schülerinnen und Schüler und ihre Fähigkeit zum kritischen Denken und Urteilen fördern wir mit einer breiten Palette von Fächern und ausserfachlichen Anlässen. Dabei ist das jeweils gewählte Schwerpunktfach nur eines von 16 Fächern im Verlauf der gymnasialen Schulzeit, neben dem Lernen am Projekt und der Matura-Arbeit, wo diese Förderung ebenfalls stattfindet.

Vergessen wir nicht: Auf kleinstem Raum stehen unseren Schülerinnen und Schülern am Gymnasium nicht nur ein breit gefächertes Bildungs­angebot offen, sondern auch ver­schiedene Arten von zweisprachigen Maturitätsabschlüssen (etwa das ­International Baccalaureate IB) und innovative Unterrichtsmodelle (zum Beispiel das GBplus mit individualisiertem Lernen).

Schwerpunktfach nicht entscheident für Gymi-Wahl

Für die Wahl des Gymnasiums ist das Schwerpunktfach nicht der entscheidende Faktor, wie uns unsere Schülerinnen und Schüler immer ­wieder bestätigen. Mit ausschlag­gebend sind Schulweg, Verpflegungsmöglichkeiten, Freifachangebote, Chor und Orchester, Theateraufführungen, Sportwochen, Auslandaufenthalte und nicht zuletzt der Ruf der Schule.

Die Gymnasien Bäumlihof, Kirschgarten, Leonhard, Münsterplatz und das Wirtschaftsgymnasium sind in der Basler Gesellschaft fest verwur­zelte ­Institutionen. Jede hat ihre ­eigene Schulkultur, die sowohl auf längjäh­rigen ­Traditionen wie auch auf Inno­vationen beruht.

Die Rektorin und die Rektoren der Gymnasien sind sehr froh, dass sich die Regierung vor zwei Jahren klar zur ­Erhaltung aller fünf Gymnasien bekannt hat. Wir erachten dies als Ausdruck der Hochschätzung von Bildung in unserem Kanton. Wir sind uns jedoch bewusst, dass es aufgrund der in den kommenden Jahren rückläufigen Schülerzahlen nicht möglich sein wird, alle Angebotswünsche zu erfüllen.

Bemüht um ein reichhaltiges «Menü»

Bereits jetzt haben wir insgesamt ein breiteres Angebot an Schwerpunkt­fächern als der Nachbarkanton Basel-Landschaft, obwohl es dort nach Abschluss der Reform etwa doppelt so viele Klassen geben wird.

Unsere Gymnasien bemühen sich alle, im Rahmen ihrer vorgegebenen Budgets ein reichhaltiges «Menü» ­anzubieten, bei dem viele Interessen abgedeckt sind. Eine zu grosse An­gebotsdifferenzierung erweist sich bei rückläufigen Schülerzahlen aber als sehr problematisch. Je kleiner die Schulen werden, desto schwieriger ist es, optimale Lerngruppengrössen zu bilden.

Kleine Lerngruppen belasten jedoch die Schulbudgets enorm. Bereits heute ist es so, dass häufig keine schwerpunktreinen Klassen gebildet werden können. So werden beispielsweise zwei, manchmal sogar drei Schwerpunkte in einer Klasse geführt. Dies zieht grosse finanzielle Belastungen nach sich. Schon jetzt haben die Gymnasien deshalb grösste Mühe, ihre Budgets einzuhalten. Zusätzliche Schwerpunkte an einer Schule würden dieses Problem deutlich verschärfen und dazu führen, dass dort, wo Schulentwicklung wirklich stattfindet, kein Geld mehr zur Verfügung steht. Deshalb erachten es die Gymnasien als wichtig, dass die Zahl der Schwerpunkte auf die Zahl von vor 2007 und auf die in allen Kantonen des Bildungs­raums üblichen Schwerpunktfächer ­reduziert wird.

Kleine Beschränkung ermöglicht grosse Vielfalt

Wir sind überzeugt, dass die Departementsleitung mit diesem Entscheid ihre Verantwortung für die Basler Bildungslandschaft sehr gut wahrgenommen hat. In enger Zusammenarbeit mit uns wurde nach einer tragbaren und sinnvollen Lösung gesucht. Als Kompensation für die Streichung von PPP kann das Gymnasium Münsterplatz als einziges Gymnasium nördlich des ­Juras IB anbieten und diesen interna­tionalen Abschluss in Kombination mit dem Schwerpunktfach Englisch stärken und weiterentwickeln.

Wie bis anhin werden wichtige ­Inhalte von PPP in den Ergänzungs­fächern «Philosophie» sowie «Psychologie und Pädagogik» angeboten. Die kleine Beschränkung des Wahlangebots ermöglicht so eine weiterhin gros­se Bildungsvielfalt in unserem Stadtkanton. Davon profitieren letztlich alle Schülerinnen und Schüler. Es gibt aus unserer Sicht keine Alternativen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

14.9.2012, 00:01 Uhr

Bildungsvielfalt ist gut – aber nicht zu jedem Preis

Text

Text: Patrick Langloh

  • 14.09.2012 um 00:01
    Bildungsvielfalt ist gut – aber nicht zu jedem Preis

    Das Angebot eines Gymnasium spielt für die Wahl der Schüler keine Rolle, sagt Patrick Langloh. Der Präsident der Konferenz der Rektoren der Oberen Schulen Basel-Stadt verteidigt die Abschaffung des Schwerpunktfachs Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Es sei angesichts der sinkenden Schülerzahlen, nicht möglich alle Angebotswünsche zu erfüllen.

Aktuell

BVB: Ab Frühjahr 2014 soll das Tram 8 bis nach Weil fahren.
4

Öffentlicher Verkehr 

Tram 8: Schienen über die Grenze gelegt

Das grenzüberschreitende Tram-8-Projekt nimmt langsam Gestalt an – am Dienstag wurden die Basler und Weiler Gleise miteinander verbunden. Bevor die ersten Trams rollen, sind allerdings noch einige Hindernisse zu überwinden.Von Alexandra von Ascheraden. Weiterlesen4 Kommentare

Nils Fisch: Mit ihrer Einsprache hat die Novartis den Zwischennutzern im Hafen einen grossen Stein in den Weg gelegt. Nun hat sie den Brocken wieder entfernt.

Klybeckquai 

Novartis zieht Einsprache zurück

Die Novartis hat einen grossen Teil der Zwischennutzungen im Hafen blockiert. Nun hat der Pharmakonzern seine Einsprache gegen die Öffnung der Klybeckhalbinsel zurückgezogen.Von Matthias Oppliger. Weiterlesen