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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Kommentar 

12.9.2012, 18:01 Uhr

Mörgeli privatisieren!

12.9.2012, 18:01 Uhr

Christoph Mörgeli wettert gegen den Staat – von dem auch er selber lebt. Dafür gibt es nur eine Lösung. Ein Kommentar von Niklaus Ramseyer

Niklaus Ramseyer Niklaus Ramseyer

Seit Jahren verkündet die SVP aggressiv bis arrogant die Ideologie der Privatisierung, der Deregulierung und des Staatsabbaus. An ihrem Dogma, dass Private alles besser machen, hielt die Partei auch dann noch stur fest, als private Banker längst tausende Milliarden verspekuliert und verschleudert hatten –  und  durch Milliarden hart erarbeiteter Steuerfranken aus Staatskassen unterstützt werden mussten. Uneinsichtig fordern SVP-Ideologen weiterhin die Privatisierung der Spitäler, der Schulen, der Swisscom, der SBB-Bahnhöfe gar. Staatlichen Stellen hingegen attestieren sie vorwiegend Misswirtschaft und Schlendrian.

Einer der wortgewaltigsten und rabiatesten dieser SVP-Ideologen ist der Zürcher Nationalrat Christoph Mörgeli. Doch siehe da: In seiner eigenen «geschützten Werkstatt» an der Uni Zürich herrschen Misswirtschaft und Schlendrian wie sonst kaum irgendwo. Und wenn der staatlich gut bezahlte Titularprofessor Mörgeli im Hörsaal seine scharfzüngigen Reden schwingt, statt auf politischem Parkett, mag kaum jemand zuhören. Remedur könnte hier bestimmt jene SVP-Medizin rasch schaffen, welche Mörglis Partei sonst auch allenthalben verabreichen will. Die Privatisierung.

Konkret: Mörgelis Medizinhistorisches Museum wird verkauft, versteigert, outgesourced. Und dann kann der laute Zürcher Nationalrat in der realen Wirtschaft mal beweisen, dass er privat auf Leistungsbasis und auf Rentabilität getrimmt viel besser arbeitet, als wie bisher im garantierten Sold des Zürcher Staates. Wenn nicht, wird sich bestimmt ein Turnarond-Manger finden, der ihm mit dem nötigen «Brotkorb-Terror» (Mörgelis eigene Wortschöpfung) ein bisschen Beine macht.

  1. sehr schön gesagt, ...

    von Madeleine Grossmann am 12.09.2012 um 21:54Uhr

    ... Herr Ramseyer.

    Ein Stück weit hat sich der Herr Mörgeli ja allerdings schon selbst "ausgelagert", wie es scheint. Nämlich indem seine Bücher - die kein ernstzunehmender wissenschaftlicher Verlag herausgeben mag - durch den Alten mit dem dicksten Portemonnaie aus Herrliberg finanziert werden.

    Direktlink zum Kommentar

  1. sehr schön gesagt, ...

    von Madeleine Grossmann um 12.09.2012 um 21:54Uhr

    ... Herr Ramseyer.

    Ein Stück weit hat sich der Herr Mörgeli ja allerdings schon selbst "ausgelagert", wie es scheint. Nämlich indem seine Bücher - die kein ernstzunehmender wissenschaftlicher Verlag herausgeben mag - durch den Alten mit dem dicksten Portemonnaie aus Herrliberg finanziert werden.

    Direktlink zum Kommentar

  2. So schnell als möglich

    von Inaktiver Nutzer um 13.09.2012 um 18:53Uhr

    Sie sprechen mir aus dem Herzen! Danke.
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

12.9.2012, 18:01 Uhr

Mörgeli privatisieren!

Text

Text: Niklaus Ramseyer

  • 21.05.2013 um 10:32
    Burkhalter in der Bredouille

    Der freisinnige Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter entpuppt sich immer mehr als zwar williger aber konfliktscheuer und schwacher Bundesrat. In Sachen EU drohen ihm weitere böse Schlappen.

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