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TagesWoche

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Sa, 25.05.2013

10 Jahre Schweiz in der UNO 

11.9.2012, 14:16 Uhr

Ban Ki-moon sagt Dankeschön

11.9.2012, 14:16 Uhr

Zum ersten Mal überhaupt hat ein UNO-Generalsekretär vor der Vereinigten Bundesversammlung eine Rede gehalten. Ban Ki-moon lobte die Schweiz für ihr grosses Engagement und ihre «Leidenschaft, die richtigen Dinge zu tun». Von Philipp Loser

Peter Schneider / Keystone: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, rechts, begrüsst Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen UNO, und dessen Delegation im Landgut Lohn in Kehrsatz bei Bern.

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, rechts, begrüsst Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen UNO, und dessen Delegation im Landgut Lohn in Kehrsatz bei Bern. (Bild: Peter Schneider / Keystone)

«I got more», sagte der Generalsekretär und hängte seiner Begrüssung noch eine rätoromanische Version an. Spätestens dann hatte Generalsekretär Ban Ki-moon auf seiner Schweiz-Reise die Vereinigte Bundesversammlung für sich gewonnen. Lautstarker Applaus, die Parlamentarier erhoben sich, selbst ganz rechts, wo man sich immer noch nicht damit abgefunden hat, dass die Schweiz Mitglied der UNO ist. Wer nicht stehend applaudieren mochte, der blieb halt gleich ganz draussen.

Kleines Land, tiefe Spuren

Die Abwesenden verpassten eine warmherzige Rede, eine euphorische Rede gar. Ban Ki-moon, der als erster Generalsekretär der UNO überhaupt zur Vereinigten Bundesversammlung sprach, lobte das Engagement der Schweiz und der Schweizerinnen. Hinter der manchmal spröden und nüchternen Oberfläche wohne den Schweizerinnen und Schweizern eine Leidenschaft inne, die richtigen Dinge zu tun, eine Leidenschaft für Mitgefühl. In den zehn Jahren, die die Schweiz nun Mitglied der UNO sei, habe das kleine Land viele Spuren hinterlassen. Er spüre eine grosse Dankbarkeit, sagte der Generalsekretär, wenn er etwa an das Schweizer Engagement in Sachen Menschenrechte denke.

Die Schweiz habe den gleichen Spirit wie die UNO, sagte Ban Ki-moon, der in englisch und etwas vernuscheltem französisch sprach. «Darum: Helfen Sie uns. Sie haben die Kraft, einen Unterschied auszumachen. Und wir brauchen ihre Unterstützung.»

Hilfe in schwierigen Zeiten

Unterstützung brauche die UNO in vielen Bereichen, beim Erreichen der Milleniumsziele, beim Klimwandel, bei der Abrüstung von Atomwaffen, beim Schutz der Menschenrechte. «Gerade in diesen Zeiten ist es gut zu wissen, dass die UNO auf die Hilfe der Schweiz zählen kann», sagte der UNO-Generalsekretär, verabschiedete sich (natürlich in allen vier Landessprachen) und drückte beim Auszug aus dem Nationalratssaal nicht wenige Hände von Politikern, die vor zehn Jahren noch mit aller Kraft gegen den UNO-Beitritt gekämpft hatten.

Ban Ki-moon: «Ich kann von der Schweiz nicht mehr verlangen»

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon stellte sich am Nachmittag an einer Medienkonferenz den Fragen der Journalisten. Nach seiner warmherzigen Rede vor der Vereinigten Bundesversammlung (siehe Text oben) war vor allem die Frage spannend, ob er sich nicht auch ein grösseres Engagement der Schweiz wünschen würde – etwa bei Blauhelm-Einsätzen. Seine Antwort hätte diplomatischer nicht sein können: «Es ist nicht meine Aufgabe, Kritik zu üben», sagte Ban Ki-moon. Aber wenn er es tun würde, dann würde er jene Staaten kritisieren, die sich nicht der UNO-Charta verschrieben haben. Die Schweiz brauche nicht Blauhelme zu entsenden. Es reiche, wenn die Schweiz die Friedenstruppen mit Ausbildung, medizinischem Wissen und Technik unterstütze. «Ich könnte von der Schweiz nicht mehr verlangen.»

Thema war auch die Kandidatur der Schweiz für einen Sitz im Sicherheitsrat. Die Frage, ob die Schweiz realistische Chancen habe, beantwortete Ban Ki-Moon nicht. Wenn die Schweiz aber kandidiere, müsse sie gewappnet sein «harte und schwierige Entscheide» zu treffen. Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf ergänzte, sie sei überzeugt, dass die aktive Neutraltität der Schweiz nicht im Widerspruch mit der Kandidatur für den Sicherheitsrat stehe. Die Schweiz könne eine Haltung auch vertreten, ohne ihre Neutralität aufzugeben. Zudem würde die Schweiz im Rat einen von zehn Sitzen einnehmen und dass auch nur für ein Jahr. Geplant ist eine Kandidatur der Schweiz für 2023/24, sagte Widmer-Schlumpf. «Wir bereiten zurzeit die Kandidatur vor.» Amir Mustedanagic

 

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Informationen zum Artikel

11.9.2012, 14:16 Uhr

Ban Ki-moon sagt Dankeschön

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Text:

  • 23.05.2013 um 16:49
    «Dass es keine Gewalt mehr gibt vor dem Stadion ist ein Ziel – wie der Weltfrieden auch»

    Der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) steht dem verschärften Hooligan-Konkordat weiterhin skeptisch gegenüber. Man müsse Realist bleiben: Ständige Verschärfungen des Gesetzes würden das Problem nicht lösen.

  • 23.05.2013 um 12:00
    Grüne und Linke im falschen Film

    Immer wieder landen linke Exekutivpolitiker in atypischen Departementen. Dort müssen sie Überzeugungen vertreten, die ihnen oft zuwider sind.

  • 22.05.2013 um 15:57
    Die Stunde der Populisten

    Wie zynisch Politik manchmal sein kann, lässt sich an den Reaktionen nach den Ausschreitungen am Cupfinal schön aufzeigen. Gross ist die heimliche Freude der Konkordats-Befürworter, dass es endlich wieder einmal geknallt hat.

  • 13.05.2013 um 08:39
    Grenzgänger
    Zum Artikel: Milliarden aus der Fremde

    Sehr geehrter Herr Wilhelm, Sie weisen auf einen richtigen Punkt hin: In den Daten der Weltbank sind die Geldsendungen der Grenzgänger nicht erfasst. Im Fall der Schweiz machen die Summen der Grenzgänger, die ins Ausland fliessen, einen beträchtlichen ...

  • 29.04.2013 um 18:52
    Treffer...
    Zum Artikel: Fängt das wieder an!

    ... versenkt. Und natürlich korrigiert. Es grüsst aus dem Glashaus: Philipp Loser

  • 24.04.2013 um 11:59
    Speicherplatz
    Zum Artikel: Der Kalte Krieg ist nie vorbei

    Lieber Herr Meyer, Sie haben schon Recht: man soll nicht über jeden Hetzkommentar berichten. Das spezielle in diesem Fall ist der Umgang mit dem Kommentar durch die Gruppe Giardino. Das kann man durchaus aufzeigen, finden wir und opfern dafür gerne etw...

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