Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Gedicht 

11.9.2012, 13:34 Uhr

Entlang an Eukalyptusplantagen

11.9.2012, 13:34 Uhr

Manchmal braucht es nicht viele Worte. Der Schweizer Autor Simon Froehling hat nach einem Südafrika-Besuch seine Eindrücke niedergeschrieben – in Gedichtform. Von Simon Froehling

Als Versuch, Weltgeschehen lyrisch zu erfassen, beschreibt Simon Froehling seine beiden Gedichte. Der Schweizer Autor besuchte Anfang des Jahres 2012 seine in Südafrika lebende Schwester. Er erfuhr den Besuch als zweispältig, sah ein zerrissenes Land, das noch immer sehr mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat, mit immerpräsentem Rassismus, immerpräsenter Gewalt und immerpäsenter Schere zwischen Arm und Reich – «und du reist da herum als Weisser mit all deinen Privilegien, deinem Geld und dem Wissen, dass du wieder gehen kannst». Als er zurückkam, fühlte er Unvermögen, das Erlebte mit Sprache zu fassen. Er versuchte es – für eine Reportage ungewöhnlich – in der Form von Gedichten.

Vor Marikana

In kwaZulu-Natal rasen wir stundenlang neben Eukalyptusplantagen her:
Abertausend gleissend-weisse Stämme entziehen dem Land das Wasser
Genetically modified sagt meine Schwester und entlang der Strasse
die Schienen für das Holz für das Papier für einen Text wie diesen

Der Geruch von Inhalationen von Dampf dringt ins Auto
Fieberfrost einer erinnerten Grippe und auf dem Pannenstreifen:
Schwarze Kinder kommen in ihren Uniformen aus der Schule
At least two bodies haben sie und ihr Mann hier liegen sehen

Hinter der letzten Plantage dann die erste von vielen Minen
Diamanten vielleicht oder Kupfer für unsere Armreifen in Solidarität
mit Menschen mit HIV mit AIDS und vom Rücksitz ihre Stimme:
Darling turn the aircon off

Nach Marikana

Ein Journalist beschwört Dornbüsche, verdorrtes Gras und beinahe biblisch
taucht die sinkende Sonne den Hill of Horrors in warmes Licht im Flugzeug
in der ersten Zeitung seit Tagen lässt er sich von Alliterationen verführen
von Schmelze, Schlachtfeld und Schwarze schiessen auf Schwarze

Im Flugzeug in der ersten Zeitung nordwestlich von Johannesburg
stolpere ich über Begriffe keine Bilder stellen sich ein zu Platin zu 80 Prozent
des Weltvorkommens das unter uns liegt unter der Wolkendecke unter Tag
keine Bilder zu Lohnforderungen, D-Day und 34 Kumpel

Von Apartheid ist die Rede von automatischen Gewehren und im Flugzeug kommt
nach der ersten Nennung des African National Congress das Kürzel in eine Klammer
wie man es gelernt in der weissen Welt die nichts mehr versteht schon gar nicht
Z wie Zuma während ein Streikender im Aufmacherbild so nennen wir das

Ein Streikender leckt die Spitze seines Speeres ab

Simon Froehling ist seit 2005 hauptsächlich als Theaterautor bekannt. Er erhielt schon diverse Preise, u.a. den Dramatikerpreis der Schweizerischen Autorengesellschaft. 2010 erschien im Bilgerverlag sein Roman «Lange Nächte Tag». Froehling veröffentlichte aber immer auch Gedichte und hat schon einen Heinz-Weder-Anerkennungspreises für Lyrik gewonnen.

 

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

11.9.2012, 13:34 Uhr

Entlang an Eukalyptusplantagen

Text

Text: Simon Froehling

  • 11.09.2012 um 13:34
    Entlang an Eukalyptusplantagen

    Manchmal braucht es nicht viele Worte. Der Schweizer Autor Simon Froehling hat nach einem Südafrika-Besuch seine Eindrücke niedergeschrieben – in Gedichtform.

Aktuell

Alexander Preobrajenski: Ein paar Fotos fuer Online von der Band

Bird's Eye 

Grosse Soulkunst in kleinem Rahmen

Nur mit Stimme, Posaune und Gitarre begeisterten Chamber Soul aus Zürich im Bird's Eye mit intensiver Intimität und der Voice-of-Switzerland-Sängerin Brandy Butler.Von Stefan Franzen und Alexander Preobrajenski. Weiterlesen

sda: Georges Moustaki auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2008 (Archiv)

Todesfall 

Sänger Georges Moustaki ist tot

Der französische Sänger und Komponist Georges Moustaki ist tot. Der berühmte Chansonnier, Schöpfer von Welterfolgen wie «Milord», starb am Donnerstagmorgen im Alter von 79 Jahren, wie aus seinem Umfeld verlautete. Von sda. Weiterlesen