LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Kunstmuseum 

4.9.2012, 16:37 Uhr

Der Museumsdirektor, ein Eimer und die Kartoffelkiste

4.9.2012, 16:37 Uhr

Im Kunstmuseum Basel laufen die Vorbereitungen für die Schau «Arte Povera – Der grosse Aufbruch» auf vollen Touren. Da greift auch der Museumsdirektor mal zur Schaufel. Wenn auch hauptsächlich für die Kamera. Von

Museumsdirektoren sieht man selten schwitzen. Wenn, dann tun sie es hinter den Kulissen. Bernhard Mendes Bürgi jedoch konnte es am Dienstagmorgen nicht vermeiden. Eimer um Eimer, gefüllt mit Kartoffeln, musste der Direktor des Kunstmuseums schleppen. Zwar nicht kilometerweit, sondern nur eine Strecke von zwei Metern. Doch es war warm im Kunstmuseum, und ein kurzärmliges T-Shirt wohl angebrachter gewesen als die graubraune Anzughose und das hellblaue Hemd.

Doch das hätte vermutlich weniger zur Museumsatmosphäre und vor allem zum Direktoren gepasst. Kartoffelschippen ist hier eine seltene Arbeit. Es sei denn, bei den Kartoffeln handelt es sich um Kunst. Giuseppe Penone war es, der die Kartoffel zum Museumsobjekt erhob. «Patate» heisst denn auch das Werk, welches das Publikum ab Samstag in der Ausstellung «Arte Povera» im Kunstmuseum betrachten kann.

Sinnesorgane

Wer genau hinguckt, aber wirklich sehr genau, wird zwischen den echten Kartoffeln fünf aus Bronze entdecken. Einer davon wächst ein Ohr, einer anderen eine Nase, eine dritte hat Lippen. Alle Sinnesorgane sind vorhanden, auch das Auge und der Tastsinn in der Form eines Handabdrucks. Die bronzenen Kartoffeln sind Abgüsse von einst so gewachsenen Knollen. Dafür hatte Penone 1977 junge Kartoffelknollen in Negativgipsabdrücke der Sinnesorgane gelegt und sie eingegraben. Bei der Ernte nahmen die Knollen deren Form an.

Mit einem Handtuch unablässig den Schweiss von der Stirn wischend, erklärte Bernhard Bürgi, dass Penone gerne mit natürlichen Materialien arbeitete. Neben dem Kartoffelwerk lehnt im Kunstmuseum ein Holzbrett an der Wand, aus dem der italienische Künstler den Kern herausgeschält hat, der noch die ursprüngliche Form des zersägten Astes aufweist. Und ein drittes Werk wird in diesem Raum zu sehen sein, das hauptsächlich aus frischen Lorbeerblättern besteht.

Gehemmte Keime

Vorerst aber geht es darum, die «Patate» fertig zu installieren. «Ein wahres Happening», freut sich Bürgi, und setzt feierlich die Bronzekartoffeln auf die echten. Sie sind kaum zu unterscheiden von ihren Vorbildern. Chefrestaurator Werner Müller schneidet nachher noch die darunterliegende Plastikfolie zurück, und fertig ist der Penone.

Die Kartoffeln zu finden sei gar nicht so leicht gewesen. Dunkel mussten sie sein, und ungewaschen, soweit die Vorgaben. Der Rest ist kuratorische Freiheit. Neben der Kiste, die 300 Kilogramm Kartoffeln fasst, liegt auf einem Tuch am Boden ein Spaten, und eine Flasche steht daneben. «Keimhemmungsmittel» steht darauf zu lesen. Damit seien die Kartoffeln behandelt worden, damit das Keimen etwas zurückgebunden werde. Schrumpeln werden die Knollen wohl trotzdem. «Wahrscheinlich werden wir sie im Laufe der Ausstellung einmal auswechseln müssen», sagt Bürgi. Dass er selber wieder zu Eimer und Spaten greift, ist eher unwahrscheinlich. Und falls doch, könnte er wenigstens seine Kleidung anpassen. Kameras sind dann ja keine mehr im Raum.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kunst, Ausstellung, Museen

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Was einst lebte, ist heute museal Weiterlesen

«Ich sammle Kunst nicht für mich» Weiterlesen

Ein Poker um Prestige und Privilegien Weiterlesen

Weniger Kunsthalle, mehr Sammlung Weiterlesen

Grenzenlose Weiten für die Hosentasche Weiterlesen

Der Erweiterungsbau muss warten Weiterlesen

Oder spended Sie
einen eimaligen
Betrag

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

4.9.2012, 16:37 Uhr

Der Museumsdirektor, ein Eimer und die Kartoffelkiste

Text

Text:

  • 18.12.2014 um 05:00
    Das Spiel: Verteilen Sie die Kultur-Millionen!

    120 Millionen Franken darf die Abteilung Kultur im Jahr an Kulturbetriebe vergeben. Sie würden das auch gerne machen? Bitte sehr – unser Spiel macht es möglich.

  • 18.12.2014 um 05:00
    Was darf Kultur kosten?

    Der Kulturabteilung Basel-Stadt droht 2016 der Rotstift – just in einem Moment, wo Subventionsbeträge erhöht wurden, das Kunstmuseum mehr Geld benötigt und auch das Theater ums Theater Basel noch nicht ausgestanden ist.

  • 15.12.2014 um 06:00
    Elf Fakten zum Eiffelturm, die Sie vielleicht nicht gekannt haben

    Heute würde Gustave Eiffel 182 Jahre alt, sein bekanntestes Bauwerk feierte dieses Jahr den 125. Geburtstag. Alle kennen es, doch vielleicht nicht alle Fakten drum herum. Wir listen elf davon auf.

  • 19.12.2014 um 08:28
    Zum Artikel: Das Spiel: Verteilen Sie die Kultur-Millionen!

    Lieber Doktor, So weit geht das Spiel leider nicht, wenns auch schön wär! Doch Ihre Wünsche sind notiert :) Herzlich, Karen N G

  • 15.12.2014 um 17:28
    Zum Artikel: Elf Fakten zum Eiffelturm, die Sie vielleicht nicht gekannt haben

    ...ich hab mal gegoogelt (also keine Garantie auf Richtigkeit), und wenn ich die Resultate richtig interpretiere, so sind es 704 Stufen bis zum zweiten Stock und 1710 bis zuoberst. Wobei die Öffentlichkeit nur bis zum zweiten Stock gehen darf und ich n...

  • 10.12.2014 um 15:35
    Zum Artikel: Schenken Sie doch einfach mal Kunst

    Übrigens ein weiterer Ort, wo man grad Kunst von regionalen Künstlern und Künstlerinnen erstehen kann: http://www.dock-basel.ch/diskurs-und-kunstraum/aktuell

Aktuell

Nils Fisch:

Geldpolitik 

Das ist positiv an den Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank kann es niemandem recht machen – und macht gerade darum das meiste richtig. Jedenfalls geht es dem Land auch wegen der Politik der Nationalbank besser als vielen anderen Ländern.Von Gerd Löhrer. Weiterlesen

sda: Keine Negativzinsen für Kleinsparer (Symbolbild)

Geldpolitik 

Keine Negativzinsen für Kleinsparer

Kleinsparer müssen nicht befürchten, dass sich das Geld auf ihren Konten künftig vermindern statt vermehren wird. UBS, Credit Suisse, Zürcher Kantonalbank, PostFinance und Raiffeisen gaben nach dem Negativzins-Entscheid der Schweizerischen Nationalbank Entwarnung. Von sda. Weiterlesen