LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Jazz 

1.9.2012, 22:00 Uhr

Neue Handschrift mit alter Technik

1.9.2012, 22:00 Uhr

Christoph Stiefel trat mit seinem siebenköpfigen Isorhythm Orchestra im Bird's Eye Jazz Club auf. Was der Zürcher Pianist mit den Isorhythmen der Renaissance gemacht hat, ist beispiellos in der Schweizer Jazzlandschaft, Von Stefan Franzen

: Christoph Stiefel.

Christoph Stiefel.

Da geht ein Jazzer her und greift eine jahrhundertealte Kompositionstechnik auf. Klaubt sich aus ihren Prinzipien die Essenz und formt sie zu seiner unverwechselbaren Handschrift. Was der Zürcher Pianist Christoph Stiefel mit den Isorhythmen der Renaissance gemacht hat, ist beispiellos in der Schweizer Jazzlandschaft, und es dient ihm immer wieder aufs Neue, seine Sprache zu erweitern. Lange hatte er diese in Triobesetzung gepflegt, neulich auch auf seine Duoarbeit mit Lisette Spinnler übertragen, wie man am diesjährigen Jazzfestival Basel erleben konnte. Nun folgte der lange gehegte und endlich realisierte Schritt, die Isorhythmen auch in Bigbandgrösse umzusetzen.

Rhythmische Ebenen

Doch was sind Isorhythmen eigentlich? In der Renaissance beschrieb man damit die Eigenart, rhythmische Passagen einer Motette in abgewandelter Tonhöhe zu wiederholen, und diese gegen die Melodie zu verschieben. Stiefel schafft mit diesem Handwerkszeug markante, ostinate Schlaufen, die sich auf mehreren Ebenen überlagern können, doch er folgt diesem Prinzip nicht stur, spinnt das Grundgerüst durch Improvisation stets fort. Was auf dem Papier reichlich verhirnt anmutet, tönt live alles andere als konstruiert. Davon konnte man sich bei seinem Set im Bird's Eye überzeugen, für das er mit siebenköpfiger Besetzung angetreten war.

Traumbesetzung

In seinem neuen Isorhythm Orchestra, das jetzt Premiere feierte, vereint Stiefel seine Traummitstreiter. Zum Kern seines Inner Language Trios mit Arne Huber am souverän punktgenauen Bass und dem differenziert malenden Schlagzeuger Kevin Chesham treten ein kompakter Horn-Dreier und die Sängerin Sarah Büchi hinzu. Die glänzt auch gleich am Anfang des Abends. Mit ihrer Komposition «Wishes», getragen durch ein tastendes, suchendes Thema, findet das Septett einen zunächst lyrischen Einstieg, Matthieu Michel tritt mit einem ersten, versonnenen Solo auf dem Flügelhorn hervor. Unmerklich wandelt sich der musikalische Nährboden, die Isorhythmik tritt in den Fokus. Der Unterbau wird zum synkopischen Schub, dessen Drang sich der Hörer nicht entziehen kann und der sich schließlich auch im Klatschen der Bandmitglieder bündelt. Doch bei alledem ist genug Raum für Improvisation, und der unvergleichliche Adrian Mears füllt ihn mit einer wunderbaren Balance aus seelenvoll-sanglichem und Expressivem auf der Posaune.

Beherzt und funky

Im weiteren Verlauf schwenkt das Bühnengeschehen auf noch beherztere Pfade ein: Einer der Isorhythmen kommt in Gestalt von herausskandierten, spitzen Akzenten daher und bietet die Ausgangsbasis für einen kompakten, funky Satz. Dann wiederum schaltet man zurück auf einen langsamen «Iso» mit eigentümlich verzögerter Schlussfloskel, Stiefel beleuchtet seine Substanz geradezu wie in einem Schaukasten mit einem pointierten Solo. Domenic Landolf steigt vom Sax auf delikat und empfindsam gestaltete Linien der Bassklarinette um, und Büchi streut eine Prise honighellen, fast ein wenig naiven Scat ein. Überhaupt funktioniert ihre Stimme als On Top-Textur zur Hornsection formidabel. Und schliesslich der Isorhythmus No. 4, den man vielleicht noch von der Duoarbeit mit Lisette Spinnler im Ohr hat: ein umhereilendes Thema mit Ecken und Kanten, das im Bigbandkontext ungemein an Sattheit und Plastizität gewinnt.

Befreiung vom Korsett

Verblüffend, wie wandlungsfähig sich mit diesen «Isos» arbeiten lässt, wie die akademische Form völlig zurücktritt gegenüber der kreativen Entfaltung. Es ist – so paradox es klingt – die hohe Kunst, sich von einem selbst auferlegten Korsett durch Inspiration wieder ein Stück weit zu befreien. Der alte Widerstreit von Regelwerk und Genialität in einem befruchtenden Gleichgewicht – im Falle von Christoph Stiefels Truppe wurde es zu einem äusserst beglückenden Hörerlebnis.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

Mehr zum Thema

Musik, Konzerte

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

«Wir wollen die Hörer nicht festnageln» Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

1.9.2012, 22:00 Uhr

Neue Handschrift mit alter Technik

Text

Text: Stefan Franzen

  • 03.08.2014 um 15:00
    Leichte Feder, schwerer Schmerz

    Erst zum Regenbogen, dann unterm Sternenhimmel: Portugals Fadostar Carminho fesselt im Römertheater Augusta Raurica.

  • 24.07.2014 um 12:52
    Wednesday Night Was Alright For Fighting

    Sir Elton John begeisterte am Mittwochabend mit seiner Greatest Hits Live-Show zur Eröffnung der Martkplatzkonzerte am Stimmenfestival.

  • 19.07.2014 um 07:45
    Bissiger Poet mit grossem Herzen zu Gast am Stimmen Festival

    Als Stimme des linken Englands und des politischen Songwritings hat er seit den Achtzigern einen festen Platz in der britischen Musikgeschichte. Doch Billy Bragg war auch immer ein Autor von ungewöhnlichen Liebesliedern. Beide Facetten präsentiert er heute Abend am Stimmenfestival im Rosenfelspark Lörrach.

Aktuell

SI: Belinda Bencic steht in New York in den Sechzehntelfinals

Tennis, US Open 

Bencic in der Hitze ganz cool

Belinda Bencic erreicht beim US Open die 3. Runde. Die 17-jährige Schweizerin setzt sich gegen die als Nummer 31 gesetzte Kurumi Nara 6:4, 4:6, 6:1 durch. Marco Chiudinelli scheitert in der 1. Runde.Von SI. Weiterlesen

Karin Knöll: Stars wie die Stabhochsprung-Weltmeisterin von 2011, Fabiana Murer, liessen Jugendliche vor dem Letzigrund-Meeting Leichtathletikluft schnuppern.

Bildstoff 

Jugend mit Weltklasse

Auch in Basel nahmen zahlreiche Kinder an «Jugend trainiert mit Weltklasse 2014» teil. Einige der jungen Sportler kamen schon eine Stunde früher als angekündigt ins Stadion Schützenmatte. Wir zeigen Bilder vom Anlass.Von Felicitas Blanck Weiterlesen

:

Tennis, US Open 

Warum Jordan in der Box von Federer sass

Roger Federer hat ein Highlight gefeiert. Es ist nicht der Sieg gegen Matinko Matosevic gewesen, sondern das Treffen mit Michael Jordan, seinem «Sportidol in Jugendzeiten». Der Besuch des legendären Basketballers war aber nicht nur ein Freundschaftsdienst.Von Jörg Allmeroth. Weiterlesen