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Ab in die Quartiere 

4.9.2012, 19:00 Uhr

Bummelzug statt zügige S-Bahn

4.9.2012, 19:00 Uhr

Mit der S-Bahn liegt Riehen so weit weg vom Bahnhof SBB wie Lausen oder Grellingen. Der Grünliberale Regierungsratskandidat Emmanuel Ullmann möchte den Bummelzug beschleunigen. Doch das ist schwierig. Von

Artwork: Nils Fisch: Am badischen Bahnhof muss die S-Bahn wenden und der Zugführer den Führerstand wechseln.

Am badischen Bahnhof muss die S-Bahn wenden und der Zugführer den Führerstand wechseln. (Bild: Artwork: Nils Fisch)

18 Minuten benötigt jede zweite S-Bahn, um vom Bahnhof SBB nach Riehen zu schleichen. In derselben Zeit sind Reisende mit der S3 schon in Grellingen oder Lausen. Ja, sogar wer mit der S9 von Sissach über die alte Hauensteinlinie tuckert, ist in derselben Zeit schon im Oltner Vorort Trimbach. Die Fahrt zum wichtigen Knotenpunkt, dem Bahnhof SBB, dauert denn auch vielen in Riehen zu lang. Das zeigte sich beim Stopp des Wahlmobils der TagesWoche am Samstagmorgen in der Landgemeinde. Da hilft auch wenig, dass nur jede zweite Verbindung nur 14 statt 18 Minuten dauert.

Der Grünliberale Regierungsratskandidat Emmanuel Ullmann hat vor kurzem vorgeschlagen, den Bummelzug zu beschleunigen: Er plädiert dafür, auf der Strecke von Basel nach Zell im Wiesental den Viertelstunden-Takt einzuführen, ein Umfahrungsgleis des Badischen Bahnhofs zu bauen und jede zweite S-Bahn direkt nach Riehen fahren zu lassen – ohne den zeitraubenden Umweg über den Badischen Bahnhof. Denn dort steht die S-Bahn je nach Verbindung entweder vier oder acht Minuten.

Selbst SBB möchte zügiger fahren

Das dauert selbst der deutschen SBB GmbH zu lange. «Die langen Standzeiten sind für uns als Betreiber der S6 unbefriedigend», erklärt Frank von Meissner, Pressesprecher der deutschen Tochtergesellschaft der SBB. Diese betreibt die Linie im Auftrag des deutschen Bundeslandes Baden Württemberg. So schnell wird sich das Problem aber auch nicht lösen lassen, denn zwischen Riehen und dem Bahnhof SBB gibt es drei Engpässe:

  1. die Einfahrt in den Badischen Bahnhof, weil dort fast zeitgleich ein halbes Dutzend Regionalzüge einfahren und teilweise kreuzen müssen
  2. die noch zweigleisige Strecke über den Rhein. Dort muss die S-Bahn gegenüber dem Fernverkehr zurückstehen
  3. die ebenfalls stark ausgelastete Einfahrt in den Bahnhof SBB

Ullmanns Vorschlag, den Badischen Bahnhof zu umfahren, kann die deutsche SBB zwar wenig abgewinnen, zu wichtig sei dieser Knotenpunkt mit Anschlüssen an den Fern-, Regionalverkehr und dem Tram. Dennoch will die Bahn jetzt bis Ende Jahr eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Deutschland und der Schweiz ins Leben rufen. Schliesslich wird die Kapazität des Schienennetzes gesteigert dank viergleisigem Ausbau über den Rhein und dem neuen Katzenbergtunnel nördlich von Basel. Beides soll helfen, Engpässe zu entschärfen. Die deutsche SBB rechnet damit, dass sich dank dieser Neubauten für die S-Bahn nach Zell bis 2018 neue Lösungen finden lassen.

Noch weiter in der Zukunft liegt das Projekt Herzstück, eine unterirdisch geführt S-Bahn vom Bahnhof Basel SBB zum Badischen Bahnhof via Innenstadt und Kleinbasel. Mit zehn bis zwölf Jahre rechnen die Planer für dieses Projekt, sollte es einmal überhaupt einmal beschlossen und finanziert werden. Auf dieser Strecke könnte eine S-Bahn nach Riehen dann über den Badischen Bahnhof fahren, ohne wenden zu müssen. «Das wäre die beste Lösung, weil damit das Wendemanöver wegfallen und man den Badischen Bahnhof trotzdem nicht umfahren müsste», sagt Benno Jurt vom Basler Amt für Mobilität. Doch so lange will der Grünliberale Ullmann nicht warten. «Ich bin mir bewusst, dass es nicht von heute auf Morgen eine Lösung gibt. Doch wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir uns jetzt dafür einsetzen», sagt er.

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Öffentlicher Verkehr, SBB, Abstimmungen & Wahlen, Wahlen BS 2012, Riehen

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  1. Warten auf die Weiterführung der Linie 8

    von Kulturbetrachter Basel am 4.09.2012 um 22:06Uhr

    Man bestieg ja oft die S-Bahn nach Lörrach um in Deutschland einzukaufen. Viele nahmen auch die Wartezeit am Bad-Bhf dafür in Kauf. Wenn die Linie 8 (welche wie ein Sammler, queer durch die Stadt fährt)
    in Betrieb genommen wird, werden die Weiler einen Zuwachs an Kunden haben und Lörrach einen Rückgang verzeichnen.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Wahlkampfgeschwurbel...

    von Andres Egger am 4.09.2012 um 22:46Uhr

    Aha, eine eingleisige, 800m lange Brücke... mit dem kleinsten noch zugelassenen Radius... Maximalgeschwindigkeit 40km/h... etwa auf Dachgiebelhöhe der unmittelbar nördlich davon gelegenen Wohnhäuser... und verbunden mit einer Absenkung (ins UG oder was?) oder Kürzung (was bleibt da noch übrig?) oder Verlegung (wohin?) der Abstellgleise des Bad. Bahnhofs... 15'-Takt zwischen Basel und Zell (wer bezahlt das?)... obschon zwischen Steinen und Stetten bereits jetzt ein 15'-Takt besteht (Kombination S5/S6)... über die zu erwartenden Kosten schweigt sich der geniale Wahlkämpfer Ullman vornehm aus... Die Projektskizze erinnert frappant an jene Elaborate, die an Stammtischen zu vorgerückter Stunde und nach reichlich Biergenuss auf Bierdeckeln entstehen. Wahrlich eine Bieridee. Wahlkampfgeschwurbel halt...
    Direktlink zum Kommentar

  1. Warten auf die Weiterführung der Linie 8

    von Kulturbetrachter Basel am 4.09.2012 um 22:06Uhr

    Man bestieg ja oft die S-Bahn nach Lörrach um in Deutschland einzukaufen. Viele nahmen auch die Wartezeit am Bad-Bhf dafür in Kauf. Wenn die Linie 8 (welche wie ein Sammler, queer durch die Stadt fährt)
    in Betrieb genommen wird, werden die Weiler einen Zuwachs an Kunden haben und Lörrach einen Rückgang verzeichnen.
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  2. Wahlkampfgeschwurbel...

    von Andres Egger am 4.09.2012 um 22:46Uhr

    Aha, eine eingleisige, 800m lange Brücke... mit dem kleinsten noch zugelassenen Radius... Maximalgeschwindigkeit 40km/h... etwa auf Dachgiebelhöhe der unmittelbar nördlich davon gelegenen Wohnhäuser... und verbunden mit einer Absenkung (ins UG oder was?) oder Kürzung (was bleibt da noch übrig?) oder Verlegung (wohin?) der Abstellgleise des Bad. Bahnhofs... 15'-Takt zwischen Basel und Zell (wer bezahlt das?)... obschon zwischen Steinen und Stetten bereits jetzt ein 15'-Takt besteht (Kombination S5/S6)... über die zu erwartenden Kosten schweigt sich der geniale Wahlkämpfer Ullman vornehm aus... Die Projektskizze erinnert frappant an jene Elaborate, die an Stammtischen zu vorgerückter Stunde und nach reichlich Biergenuss auf Bierdeckeln entstehen. Wahrlich eine Bieridee. Wahlkampfgeschwurbel halt...
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Informationen zum Artikel

4.9.2012, 19:00 Uhr

Bummelzug statt zügige S-Bahn

Text

Text:

  • 20.09.2013 um 05:00
    So einfach lassen sich Ventilklausel & Co. umgehen

    Wie einfach es geht, trotz angeblich restriktiver Bestimmungen in der Schweiz zu arbeiten, beweisen bulgarische Gipser oder rumänische Speditionsangestellte mit dem Segen der Behörden.

  • 19.09.2013 um 12:00
    Amtlich bewilligte bulgarische Gipser

    Beim Amt für Wirtschaft und Arbeit vergab ein Abteilungsleiter illegal Arbeitsbewilligungen. Angeblich ein Einzeltäter. Doch solche Gefälligkeitsbewilligungen sind an der Tagesordnung.

  • 19.09.2013 um 12:00
    Mit den Opfern auf unserer Seite

    Im Namen der Opfer fordert die SVP, dass härter gegen Täter vorgegangen wird, kürzte aber gleichzeitig Schmerzensgeld für Opfer von Straftaten.

  • 24.09.2013 um 17:10
    @Karl Buschweiler
    Zum Artikel: Jetzt müssen sich Wessels und Pegoraro einigen

    Besten Dank für Ihren Hinweis. Das Bild ist ein Symbolbild - keine Fotografie - und als solches auch eindeutig erkennbar. Es zeigt, dass die beiden Verkehrsbetriebe nicht wirklich in dieselbe Richtung fahren und nicht für welche neuen Tramtypen sich di...

  • 20.09.2013 um 21:34
    Ein paar Antworten
    Zum Artikel: Asbest-Zivilschützer zur Aussprache aufgeboten

    @Alois Karl Hürlimann 1) Die ausrangierte Militärlagerhalle hat die Gemeinde Göschenen vor Jahren der Armee abgekauft. 2) Der Gemeindepräsident wusste, dass die Eternitplatten asbesthaltig waren. 3) Der Einsatz in Göschenen gilt als Ausbildungs/Weiterb...

  • 20.09.2013 um 21:15
    @B Esser Wysser
    Zum Artikel: Asbest-Zivilschützer zur Aussprache aufgeboten

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