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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Ab in die Quartiere 

1.9.2012, 17:50 Uhr

Wenig Mut für Veränderungen in Basels grösstem Park

1.9.2012, 17:50 Uhr

Die Anbindung an das Verkehrsnetz, die Verbauung und die Trägheit der Politik: In Riehen kommen die Menschen erst in zweiter Linie auf das zu sprechen, was ihnen nicht gefällt. «Probleme» scheint es kaum zu geben, höchstens Verbesserungsvorschläge. Doch diese sind häufig nur sehr zäh umzusetzen. Von Peter Sennhauser und Matieu Klee

Urs Buess: Die TagesWoche in Riehen: Das Kaffemobil fehlte leider wegen technischer Probleme – mit Espressi aus dem Zelt hat uns Pola dennoch verwöhnt.

Die TagesWoche in Riehen: Das Kaffemobil fehlte leider wegen technischer Probleme – mit Espressi aus dem Zelt hat uns Pola dennoch verwöhnt. (Bild: Urs Buess)

Fast scheint es, als ob die Probleme, die man in Riehen hat, mit der Gemeinde selbst nur am Rande etwas zu tun haben. Am häufigsten haben wir auf unserer Exkursion ins samstägliche Herz der grossen Basler Stadtgemeinde zu hören bekommen, dass die Anbindung ans öffentliche Fernverkehrsnetz nicht genügt. Die S-Bahn (vielfach auch lobend erwähnt, auch wegen des zweiten Halts im Niederholzquartier) fahre nur jede halbe Stunde und dann auch noch so, dass man im Badischen Bahnhof lange steht und im Bahnhof SBB meistens die Schnell- und Intercityzüge gerade verpasse. Dafür schätzen alle durchs Band das Ruftaxi, welches Spätheimkehrer von der Tramstation nach Hause bringt.

Der Schuh scheint wenig zu drücken in Riehen – oder wenn, dann alle an einem anderen Ort. Die Verbauung der letzten Landreserven und alter Liegenschaften mit ebenso profitablen wie hässlichen Neubauten wurde mehrfach erwähnt. Oder die nicht zu leugnende Tatsache, dass die Vorort-Stadt ein eher höheres Durchschnittssalter aufweisen dürfte: «Das ist ein Altersheim», zitierte ein Paar seinen 18-jährigen Sohn.

Wenig neue junge Familien

Dabei scheint die Gemeinde mit dem vielen Grün massive Anziehungskraft auf junge Familien zu haben: «Die Schulwege sind ungefährlich», «Kinder und Teenager haben im Niederholz ausreichend Angebote, so dass sie nicht einmal in die Stadt fahren für die Freizeitbeschäftigung», war zu hören. Und mehrere dieser jungen Familien outen sich als Rückkehrer. Aufgewachsen in Riehen, kaum volljährig von der Schlafgemeinde möglichst rasch in die Stadt gezogen und jetzt wieder mit Kind und Kegel zurückgekehrt. Und ja, Auswärtige nicht vermögende Familien hätten es schwer in Riehen, überhaupt an ein Haus zu kommen, sagen die Rückkehrer. Alte Häuser würden meist in der Familie bleiben. Viele Neubauten seien für Familien aus dem Mittelstand, die Leben ins Dorf bringen würden, oft nicht erschwinglich.

Das emsige Treiben an einem Samstagmorgen mitten im Dorfkern – mit dem die Schmiedgasse allerdings den Kirchplatz künstlich abgelöst hat wegen der Geschäfte in der kleinen «Fussgängerzone» beim Webergässchen – täusche darüber hinweg, dass nach siebzehn Uhr nichts mehr los sei. «Die Trottoirs werden hochgeklappt», klagt ein jüngerer Einwohner, es mangle an Treffpunkten und Cafés wie dem kürzlich geschlossenen «Siebenpfund», sagen andere. Bemühungen, mit mehr als dem gelegentlichen Markt und Vereinsveranstaltungen die Leute ins Dorf zu holen zum Austausch, seien zwar vorhanden, aber in einem zähen Fluss. Und wenn dann einmal im Dorfzentrum Kultur stattfinde, etwa mit Konzerten der Jugendmusikschule im Singeisenhof, sei um 22 Uhr Schluss. Nachtruhe. Das finden mehrere etwas engstirnig.

Wer zu satt ist, wird träge

Das ist die Kehrseite der Medaille, deren glänzende Seite, «mitten im Grünen, sicher, sauber, überschaubar und nicht so anonym wie die Stadt», erst bei sehr genauem Hinsehen der stumpferen Seite Platz macht: träge, langsam, satt und unbeweglich. Die Schmiedgasse selber zur Fussgängerzone zu machen, wäre eine solche Veränderung, aber nur schon der Versuch, den dortigen Veloparkplatz zu überdachen, sei seit Jahren hängig. Regelmässig scheiterten entsprechende Vorstösse im Einwohnerrat, erzählen die zwei Einwohnerrätinnen Franziska Roth (SP) und Marianne Hazenkamp (Grüne).

Wem es gut geht, der hat wenig Anlass zu klagen oder gar Dinge zu verändern: Das scheint einer der wenigen Kritikpunkte jener zu sein, die Riehen weiter bewegen möchten. «Ich wünsche mir, dass wir in Riehen mehr Mut hätten für Veränderungen und nicht einfach verharren», sagt eine Einwohnerin. Auch wenn sie, wie all die anderen, betont, das sei «Klagen auf sehr hohem Niveau».

  1. Ja, die S-Bahn

    von Emmanuel Ullmann am 1.09.2012 um 21:37Uhr

    Ich bin froh, dass dies auch beim Gespräch mit der TagesWoche ein Thema war. Wenn nämlich das Tram eine echte Konkurrenz zur S-Bahn wird punkto Schnelligkeit und Taktfrequenz, dann stimmt etwas nicht. Ich hoffe, dass es bald regelmässige und schnelle Verbindung Riehen-Basel SBB geben wird.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Rieche

    von Enrico Cenci am 1.09.2012 um 22:25Uhr

    Von 1952 aufgewachsen in Riehen (Schmiedgasse 23) - Schule in Riehen - sah ich die Veränderungen seither. Und wenn ich die Veränderungen vergleiche mit anderen Orten an denen ich gelebt habe - Riehen ist einfach ein tolles "Dorf". Und ich finde es nicht schlecht, dass es sich langsam "entwickelt". Wenn sich politisch Links - Mitte - Rechts "streiten" - nehme ich gerne an, dass dies nur im Sinne einer positiven Entwicklung, ist. Vielleicht wäre mal eine gute Einwohnerbefragung (Wünsche) per Fragebogen - kostet halt was - angebracht. Bin überzeugt, dass unsere Politiker dann staunen würden.
    Und zum Schluss - danke Riehen für ganz tolle Jahre.
    Direktlink zum Kommentar

  1. Ja, die S-Bahn

    von Emmanuel Ullmann um 1.09.2012 um 21:37Uhr

    Ich bin froh, dass dies auch beim Gespräch mit der TagesWoche ein Thema war. Wenn nämlich das Tram eine echte Konkurrenz zur S-Bahn wird punkto Schnelligkeit und Taktfrequenz, dann stimmt etwas nicht. Ich hoffe, dass es bald regelmässige und schnelle Verbindung Riehen-Basel SBB geben wird.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Rieche

    von Enrico Cenci um 1.09.2012 um 22:25Uhr

    Von 1952 aufgewachsen in Riehen (Schmiedgasse 23) - Schule in Riehen - sah ich die Veränderungen seither. Und wenn ich die Veränderungen vergleiche mit anderen Orten an denen ich gelebt habe - Riehen ist einfach ein tolles "Dorf". Und ich finde es nicht schlecht, dass es sich langsam "entwickelt". Wenn sich politisch Links - Mitte - Rechts "streiten" - nehme ich gerne an, dass dies nur im Sinne einer positiven Entwicklung, ist. Vielleicht wäre mal eine gute Einwohnerbefragung (Wünsche) per Fragebogen - kostet halt was - angebracht. Bin überzeugt, dass unsere Politiker dann staunen würden.
    Und zum Schluss - danke Riehen für ganz tolle Jahre.
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Informationen zum Artikel

1.9.2012, 17:50 Uhr

Wenig Mut für Veränderungen in Basels grösstem Park

Text

Text:

  • 02.05.2013 um 14:30
    Wochenendlich in London

    Wer wirklich etwas von London sehen will, muss sich bei den Museumsbesuchen zurückhalten.

  • 01.05.2013 um 17:08
    Das Ende eines genialen Geschäftsmodells

    Vor wenigen Jahrzehnten wurde der Name «Kodak» noch mit Fotografie gleichgesetzt. Jetzt hat sich der Konzern aus dem Geschäft verabschiedet und all seine Patente verkauft. Die Basler Fotografen-Legende Kurt Wyss erinnert sich an die Hochzeiten der Marke.

  • 24.04.2013 um 15:24
    Hälfte der Bienen dahingerafft

    Binnen fünf Jahren hat sich der Bestand an Bienenvölkern in der Region Basel halbiert. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der Anmeldungen für Imkerkurse: Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um die nützlichen Insekten.

  • 23.04.2013 um 09:45
    Kompletter Blödsinn
    Zum Artikel: Kriminalität im Internet stark gestiegen

    Liebe sda Wer "mehr Verdachtsmeldungen über Internetkriminalität" aus der Bevölkerung bei einer weiten Kreisen unbekannten Dienststelle und deren "verdachtsunabhängigen Recherchen" im Titel mit einer absoluten "Steigerung der...

  • 30.03.2013 um 09:27
    Fakten
    Zum Artikel: Swissport verliert Investitionen in der Ukraine

    ... waren hier wohl angesichts der bizarren Abläufe gar nicht zu erfahren, was die weit verbreitete Einschätzung eines "Raids" nährt: Gerichtsbehörden wurden in drei von fünf Fällen Minuten vor der Sitzung ausgewechselt, Swissport wurde keine...

  • 25.01.2013 um 18:17
    test kommentar
    Zum Artikel: Auch Tina Stürzinger für EM-Kür qualifiziert

    mal sehen

Text

Text:

  • 22.04.2013 um 16:36
    @Automatismus
    Zum Artikel: Mitte-Links tritt mit ehemaligem EVP-Landrat Thomi Jourdan an

    Danke für den Hinweis. Wir hätten gerne von Anfang an ein hochaufgelöstes Bild des Kandidaten gezeigt. Bis jetzt ist aber keines verfügbar.

  • 18.04.2013 um 22:21
    @Nestbeschmutzung?
    Zum Artikel: An der Baselworld wimmelt es von Scheinselbständigen

    Lieber Herr Hochhuth Vielen Dank für Ihren bissig ironischen und treffenden Kommentar. Ich könnte jetzt ernsthaft antworten: Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, den Mächtigen zu gefallen. Ich möchte vielmehr möglichst aufdecken, was tatsächlich gespie...

  • 13.03.2013 um 09:39
    @Jacqueline Landmann
    Zum Artikel: Erstes Shoppingcenter in der Kantonshauptstadt

    Sie haben natürlich Recht. Stadtratspräsident Lukas Ott lobte ausdrücklich auch das Archtekturbüro. Es ist das Basler Büro Buchner Bründler.

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